Auroras Anlass

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"Auroras Anlass" (1987) ist eine Erzählung von Erich Hackl und beschäftigt sich mit dem systematischen Versuch einer Mutter, die Tochter nach ihren Vorstellungen und Zielen zu formen.

Diogenes, 144 Seiten, ISBN: 3257017340

Inhaltsverzeichnis

Erich Hackl

Erich Hackl wurde am 26. Mai 1954 in Steyr (Oberösterreich) geboren.

Er studierte in Österreich und Spanien und arbeitete als Lektor für Deutsch in Madrid.

Seit den 80er Jahren ist er freier Schriftsteller. "Auroras Anlass" war sein erstes Buch.

Hackls zweite Erzählung "Abschied von Sidonie" (1989) behandelt ebenfalls einen authentischen Fall, das Schicksal eines Roma-Mädchens im Dritten Reich in Steyr (Oberösterreich).

Mehr zu Erich Hackl:

„Auroras Anlass“ (1987)

Hackls Erzählung spielt in Spanien zu Beginn des 20 Jh.; Aurora Rodríguez, die Tochter eines angesehenen Advokaten, sucht per Zeitungsannonce einen Samenspender für das Kind, das sie dann vaterlos erziehen und zu einer politische Aktivistin für die Frauenemanzipation formen will.

Tatsächlich kommt dieses Kind zustande und wird nun von der Mutter einem systematischen Erziehungsprogramm unterworfen: Die Mutter widmet ihr Leben und ihr Geld für dieses Projekt. Und tatsächlich entwickelt sich Hildegart, so heißt die Tochter, schon in frühen Jahren zu einer hochintelligenten und kämpferischen Journalistin. Mit 13 Jahren beginnt sie mit einer Sondergenehmigung das Studium der Jurisprudenz, mit 14 tritt sie in die sozialistische Gewerkschaftsjugend ein. Sie arbeitet und referiert über Frauenfragen und publiziert in der sozialistischen Zeitung.

Doch als die Tochter beginnt, sich ihrer Verpflichtungen und der mütterlichen Kontrolle zu entziehen, kommt es zum Streit, die Mutter wirft ihr Verrat vor, die Tochter spricht von Unterdrückung: Sie will ihren eigenen Ziele durchsetzen dürfen, z.B. auch selbst einen Mann suchen. - Aurora gelingt es in langen Unterredungen, den Willen ihrer Tochter zu brechen, Hildegart gesteht, zu schwach für die große Mission zu sein, die ihr die Mutter zu gedacht hat, und bittet um den Tod.

Erich Hackl erzählt seine – übrigens authentische – Geschichte in dokumentarischer Kargheit, die Biografien von Aurora und ihrer Tochter Hildegart sind fest in die geschichtlichen und politischen Ereignisse Spaniens eingefügt, der Leser muss diese in gewissem Umfange zur Kenntnis nehmen, um die Extravaganz von Auroras Projekt einschätzen zu können: Sie plant mit ihrer Tochter eine Retter- und Heilsfigur für die beginnende Frauenemanzipation. Der Leser bleibt kritischer Beobachter dieses Projektes, über den Ausgang wird er gleich im ersten Kapitel in Kenntnis gesetzt.

"Eines Tages sah sich Aurora Rodríguez veranlasst, ihre Tochter zu töten.“

Über Auroras Anlass im Web

Siehe auch

Verunglückte Erziehungsprojekte: Von Wunschkindern, die ihre Mission nicht erfüllen.