2007)
aus ZUM-Wiki, dem Wiki für Lehr- und Lerninhalte auf ZUM.de
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Inhaltsverzeichnis |
Allgemeine Informationen zur Investition
Bestimmungsgrößen der Investition
Ein Unternehmer investiert erst dann, wenn er sich einen wirtschaftlichen Vorteil davon verspricht.
Zinsentwicklung
Lohnentwicklung
Rohstoffpreisentwicklung
Investitionsgüterpreisentwicklung
Bevölkerungsentwicklung
politische Entwicklung
Absatzerwartungen
Preiserwartungen
Höhe des Volkseinkommens (Lebensstandards)
Verhalten der Konkurrenz
Steuervorteile
staatliche Vorschriften
Informationen gemäß Lehrplan
Ziele und Arten von Investitionen (1)
Lehrplan BWR:
keine Unterpunkte
...
Ziele
Oberziel:
- Gewinnnmaximierung
Ökonomisch-relevante Ziele:
- Umsatz
- Marktanteil
- Unternehmenssicherung
Soziale Ziele:
- Arbeitsplätze werden gesichert
- die Arbeitsumgebung wird verbessert
- Unfallgefahren am Arbeitsplatz werden verringert
Ökologische Ziele:
- der Verbrauch von knappen Rohstoffenwird verringert
- Umwelt wird geschützt, da die Umweltbelastungen verringert werden
Arten
Sachinvestition:
- Beschaffung von Betriebsmitteln
Ersatzinvestition:
- ein Betriebsmittel (z.B.Maschine,LKW) wird durch ein neues ersetzt
- bei "reinen" Ersatzinvestitionen bleibt die Kapazität gleich und hat keine Auswirkungen auf die Beschäftigten
Erweiterungsinvestition
- Kapazität wird erweitert
- bei "reinen" Erweiterungsinvestitionen werden zusätzliche Beschäftigte benötigt
Rationalisierungsinvestition
- Erweiterung der Kapazität bei gleichbleibendem Beschäftigtenstand
- Es kann auch dazu kommen, dass in eine Anlage investiert wird, die Arbeitskräfte abschafft
- um zwischen Erweiterungs - und Rationalisierungsinvestition unterscheiden zu können, ist es nötig die Produktivität pro Beschäftigten auszurechnen
Vorratsinvestition (Lagerinvestition)
- Zunahme von Werkstoffen und fertigen, unfertigen Erzeugnissen
- vergrößert das Umlaufvermögen
Erstinvestition (Gründungsinvestition)
- Kauf von Gegenständen, die bei der Betriebsgründung erforderlich sind
Grundstücke, Gebäude, Fuhrpark, Maschinen
Finanzinvestitionen
- erhöhen das Finanzanlagevermögen eines Unternehmens
Beteiligungsrechte
- Kauf von Aktien, Patenten, Lizenzen
- Beteiligung an einem anderen Unternehmen
Forderungsrechte
- Vergabe von Darlehnen an andere Unternehmen
- Kauf von festverzinslichen Wertpapieren
- Kapital wird gegen Zinsen bei Geldinstituten angelegt
Immaterielle Investitionen
- erhalten bzw. steigern Werbung, Wettbewerbsfähigkeit und die Aus- und Weiterbildung des Unternehmens durch Kapitalanlage für Forschung
- Nutzen ist oft nicht unmittelbar erkennbar
im Absatzbereich
- Ausgaben für Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Verkaufsförderung
im Forschungs- und Entwicklungsbereich
- Ausgaben, um neue Erzeugnisse und neue bzw. bessere Produktionsverfahren zu entwickeln
- Investitionen für den Umweltschutz
im Personalbereich
- Ausgaben für die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter
- es wird in das Humanvermögen (Human Capital) investiert
wirkungsbezogene Investitionen
Nettoinvestition
- Investitionen, die erstmalig in einem Unternehmen vorgenommen werden
Reininvestition oder Ersatzinvestition
- Investitionen, die den verminderten Güterbestand wieder auffüllen
Die wirkungsbezogenen Investitionen stellen die Gesamtheit der Investitionen dar und werden auch als Bruttoinvestitionen (Summe aller Investitionen) bezeichnet
Anregung und Vorbereitung der Investitionsentscheidung (2)
Lehrplan BWR:
- Qualitative und quantitative Bewertungskriterien
- Nachhaltiges Investment
Quantitative Bewertungskriterien (Investitionsrechnung z.B. Rentabilitätsvergleichsrechnung)
Bestimmen mit Hilfe von Zahlenwerten ob eine Investition vorteilhaft ist.
quantitative Bewertungskriterien:
-Gewinn
-Kosten
-Amortisationszeit
-Rentabilität
Qualitative Bewertungskriterien (Nutzwertrechnung)
Bestimmen NICHT mit Hilfe von Zahlenwerten ob eine Investition vorteilhaft ist.
qualitative Bewertungskriterien:
- Lieferzeit
- Zuverlässigkeit
- Kundendienst
- Garantie
- Kulan(-> asiatischer Wildesel) ???
- Genauigkeitsgrad
- Störunanfälligkeit
- Kapazität
- Ästhetik
- Umweltfreundlichkeit
- rechtliche Zulässigkeit
- Unfallverhütungsvorschriften
- Umweltschutzvorschriften
Investitionsrechnung als Entscheidungsinstrument (3)
(Bezug zur Finanzmathematik)
- Statische Methoden:
- - Kosten-,
- - Gewinn-,
- - Amortisations-,
- - Rentabilitätsvergleichsrechnung
- Dynamische Methoden:
- exemplarisch:
- - Kapitalwertmethode
- - Interne Zinssatzmethode
- Beurteilung der Entscheidungsinstrumente
Statische Investitionsrechnungsmethoden
Kostenvergleichsrechnung
- jährliche Kosten mehrerer Investitionsmöglichkeiten werden verglichen
- es werden alle bedeutsamen Kostenarten berücksichtigt
Kapitalkosten:
- Kalkulatorische Abschreibungen: b= (A-RW)/n
- Kalkulatorische Zinsen: Z= (A+RW)/2*i
(A=Anschaffungswert, RW= Restwert, n= Nutzungsdauer, i= Kalkulationszinzsatz)
Betriebskosten: Personal-, Material-, Instandhaltungs-, Raum-, Energiekosten
Bei der Entscheidung ist folgendes zu beachten:
- Kostenvergleich je Periode (Gesamtkosten): die genutze Leistung der Investitionsalternativen ist gleich hoch
- Kostenvergleich je Leistungseinheit (Stückkosten): die genutzte Leistung der Investitionsalternativen ist unterschiedlich
- Die Erlöse bleiben bei dieser Vergleichsrechnung unberücksichtigt, jedoch können nur Maschinen miteinander verglichen werden,...
...wenn sie einen gleich hohen Erlös haben,
...sich die Erzeugnissqualität gleicht oder ähnelt,
...sie als Rationalisierungsinvestition dient
oder sie verschiedene Investitionsalternativen haben.
Gewinnvergleichsrechnung
- Erweiterung der Kostenvergleichsrechnung um die Erlöse -> somit wird der Gewinn errechnet
- für die Entscheidung werden die Gewinne verglichen
- die jeweilige Konkurrenzsituation wird berücksichtigt, je stärker diese ist desto mehr sollte man den Preis beachten
- auch bei ungleicher Auslastung der zu vergleichenden Investitionsmöglichkeiten anwendbar ->Gesamtkostenvergleich
- Berechnung:
Erträge - Kosten = Gewinn
Probleme: Höhe der Erlöse und somit der Gewinn ist schwer abzuschätzen
Amortisationsvergleichsrechnung
- Amortisation: Wiedergewinnungszeit
>die Zeit die man braucht, bis das für die Investition eingesetzte Kapital durch die erzielten Gewinne wieder zurückgekommen ist
>gibt daher auch Auskunft darüber, wie lange die zurückgeflossenen Abschreibungen bei einer Eigenfinanzierung anderweitig investiert oder angelegt werden können
>Das Risiko der Investition lässt sich besser abschätzen.
- Berechnung:
Anschaffungswert bzw. Kapitaleinatz- Restwert _______________________ ____________________________ Wiederbeschaffungswert Durchschnittlicher Rückfluss
Kapitaleinsatz- Restwert _____________________________________________________ durchschnittl. jährl. Gewinn - jährl. Abschreibungen
-> Die Amortisationsvergleichsrechnung gibt keine Auskunft über die Rentabilität, deshalb muss sie durch die Rentabilitätsrechnung ergänzt werden
Rentabilitätsvergleichsrechnung
- bei Rentabilität wird ein Gewinn in Beziehung zum eingesetzten Kapital gesetzt
- Berechnung:
Kalk.Zinsen + Gewinn _____________________________ *100 durchschnittl. Kapitaleinsatz
Durchschnittl. Kapitaleinsatz= (A+RW)/2
- Die Rentabilität, hat eine größere Aussagekraft, da das investierte Kapital mit einbezogen wird
- Da die Rentabilitätsvergleichsrechnung auf die Kostenvergleichsrechnung aufbaut, gibt es die gleichen Nachteile
Dynamische Investitionsrechnung
-es werden mehrere Perioden betrachtet
-Aussagequalität ist besser
-Grundsatz:"Heute verfügbares Geld ist mehr wert als künftiges."
Kapitalwertmethode
Kapitalwert = Die Differenz zwischen der Summe der Barwerte, der Anschaffungsausgaben und der Einnahmeüberschüsse.
Kalkulationssatz = Ein Zinssatz, der als Mindestverzinsung für das eingesetzte Kapital von den Unternehmen gefordert wird. Dieser richtet sich nach dem aktuellen Zins alternativen Kapitalmöglichkeiten. (Abzinsungsfaktor)
n= Anzahl der Jahre
i= Kalkulationszinssatz
Barwert= Ist der Wert, der in der Zuknft liegenden Zahlung. Dieses wird mithilfe des Abzinsungsfaktors berechnet.
Barwert der Überschüsse - Anschaffungsausgaben = Kapitalwert
Interne Zinsfußmethode (r)
Ist der Zinsfuß, bei dessen Anwendung der Kapitalwert der Investitionen gleich Null ist.
r =i1 - C1 *(i1 - i2)/(C1 - C2)
i= Kalkulationszinssatz (Versuchszinssatz)
C=Kapitalwert
Bewertung des internen Zinssatzes:
r = i (interne Zinssatz = Kalkulationssatz)
Die Beträge werden zu dem festgelegten Kalkulationszinssatz verzinst und die vorher zur Verfügung gestellten Mittel werden wieder eingenommen.
r < i (interne Zinssatz < Kalkulationssatz)
Somit kann die Mindestverzinsung nicht erreicht werden und die Investition ist somit überflüssig bzw. nicht rentabel.
r > i (interne Zinssatz > Kalkulationssatz)
Es kommt zu einer zusätzlichen Verzinsung, die über die eigentliche Mindestverzinsung des Kapitaleinsatzes hinaus geht. Somit ist die Investition nützlich bzw. rentabel.
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