Die Vermessung der Welt
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Die Vermessung der Welt von Daniel Kehlmann ist eine fiktive Doppelbiographie über den Mathematiker Carl Friedrich Gauß und den Geographen Alexander von Humboldt. Sie schildert die Forschungsleistungen und die Skurrilitäten von Gauß und Humboldt, die Zeitgenossen waren.
Inhaltsverzeichnis |
Inhalte
Der Roman beginnt mit einem Zusammentreffen der beiden in Berlin, das aus der Sicht von Gauß geschildert wird, dann wird abwechselnd je ein Abschnitt aus dem Leben jedes der beiden berichtet, bis sie in ihrem Alter für die unterschiedliche Weltsicht des jeweils anderen Verständnis gewinnen und Gauß’ Sohn Eugen bei seiner Fahrt nach Amerika, ohne es zu wissen, auf den Spuren Humboldts wandelt.
Erzählweise
Obwohl durchweg in der dritten Person erzählt wird, sieht der Leser Gauß meist aus der Innenperspektive. Dabei erscheint er als fast autistisch auf sein Denken konzentriert, was parodistisch zugespitzt deutlich wird, als er in der Hochzeitsnacht den Sexualakt unterbricht, um einen mathematischen Lösungsweg zu fixieren.
Dagegen wird Alexander von Humboldts Anpassungsbereitschaft an die Umwelt abgesetzt, die mit der Übung, eigene Bedürfnisse zu überwinden, um sich völlig auf die Forschung zu konzentrieren, einhergeht. Seine Unterdrückung eigener Bedürfnisse wird dadurch hervorgehoben, dass er mit seinem Reisegefährten, dem Franzosen Aimé Bonpland, verglichen wird, der ebenfalls äußerste Strapazen zu erdulden bereit ist, aber seine persönlichen Bedürfnisse nicht so extrem zurückstellt.
Bei Gauß wie Humboldt wird in mitreißender Weise die Außergewöhnlichkeit der Konzentration auf die Forschungsleistung sehr anschaulich, teils leicht parodistisch vorgestellt. In der Nebenhandlung zwischen Alexander und seinem Bruder Wilhelm wird angedeutet, dieser habe mehrmals das Leben des jüngeren Bruders bewusst aufs Spiel gesetzt, dadurch aber nur dessen Leistungswillen gestärkt. Beide hätten sich trotz stark divergierender Interessen als Rivalen gefühlt.
Über den Roman
Kehlmann sagt über seinen Roman, er habe mit der Darstellung Humboldts charakteristische Verhaltensweisen der Deutschen kritisieren und an den beiden Genies die Probleme des Alterns darstellen wollen.
Hinweise zur Behandlung im Unterricht
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Denkbar ist eine Behandlung in Arbeitsgruppen zu den Themen
In der abschließenden Plenumsabeit könnte
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Literatur
- Johannes Diekhans (Hrsg.): Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt. Unterrichtsmodell. Schöningh Schulbuchverlag, Paderborn 2007
- Gunther Nickel (Hrsg.): Daniel Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“. Materialien, Dokumente, Interpretationen. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 2008, ISBN 978-3-499-24725-5
- Wolfgang Pütz: Daniel Kehlmann – Die Vermessung der Welt. Oldenbourg, München 2008, ISBN 978-3-486-00110-5 (Oldenbourg Interpretationen 110)
- Wolfgang Pütz: Die Vermessung der Welt – Ein „Geniestreich“ der Gegenwartsliteratur als Unterrichtsgegenstand. In: Deutschmagazin. Nr. 1, Oldenbourg, München 2008, ISSN 1613-0693, S. 53–58
- Die Vermessung der Welt. Unterrichtsmodelle mit Kopiervorlagen, Cornelsen, Berlin 2008, ISBN 978-3-464-61560-7
Bibliographische Angaben
Die Vermessung der Welt. Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2005. ISBN 3-498-03528-2
Weblinks
- Interview mit Daniel Kehlmann: „Mein Thema ist das Chaos“ Der Spiegel 49/2005
- Interview mit Daniel Kehlmann: „Ich wollte schreiben wie ein verrückt gewordener Historiker“, FAZ, 9. Februar 2006, mit Foto
- Materialien, Dokumente und Interpretationen auf Scienceblogs
- Website einer 11. Klasse des Gymnasiums Plochingen: www.die-vermessung-der-welt.de
- Sonja Hensel: Unterrichtsideen zu Kehlmann: Die Vermessung der Welt
- Die Vermessung der Welt
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