Diskussion:Drudenfuß
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Man muß den Faust wirklich lesen und verstehen, um zu begreifen, daß hier Goethe den "Symmetriefimmel" auf den Arm nimmt:
Aus der "Pudelszene" geht hervor, 1) daß der Pudel den Drudenfuß und die Tatsache, daß er _n_i_c_h_t_geschlossen war, beim Hineinspazieren in Fausts Gehäuse übersehen hatte.
2) Mephisto kann weder als Pudel noch in anderer Gestalt den offenen Drudenfuß überschreiten, da er andrerseits "Geist", dem Hinein/ Hinaus auf dem selben Weg unterworfen ist. Wie Faust bemerkt, unterliegt die Hölle Zwängen.
3) Mephisto wendet jedoch seine Tricks an, versetzt Faust in den Schlaf, und befiehlt seinen Gehilfen den Drudenfuß zu _v_e_r_v_o_l_l_s_t_ä_n_d_i_g_e_n_ , nicht gänzlich zu entfernen, wie im ZUM-Wiki-Artikel zu lesen steht.
4) Über den geschlossenen, den ordentlichen, Drudenfuß nun entkommt Mephisto - in Gestalt des "fahrender Scholasten" - Faustens Stube.
Was lernen wir daraus?
Goethe mokiert sich über den Aberglauben, der sich in einem symmetrischen Zeichen, ob reguläres Sechseck, ob Fünfeck, ob platonischer Körper, größere magische Kraft verspricht; was ja schon manch anderer sowohl in den Künsten als auch in den Naturwissenschaften als einen Hang des ungebildeten Geistes denunziert hat.
Goethe will sagen, daß das Üble eine glatte Oberfläche (symmetrisch ist, als einfachste Form der Übersichtlichkeit) hat. Ja mehr noch, unter dieser Oberfläche kann das UNGUTE ERST RICHTIG GEDEIHEN. Mephistopheles tritt über den 'schönen' Drudenfuß ungehindert ab, und wäre als Pudel auch darüber glatt hereinspaziert.
Dr. Joh. Hönigschmid
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