Die Textanalyse
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| Kurzinfo | ||
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Inhaltsverzeichnis |
Äußere Form, Metrum und Reim
Formaler Aufbau
- Stichpunkt äußere Form
Die äußere Form beschreibt den Aufbau der einzelnen Gedichte. Hier wird der Aufbau der einzelnen Strophen beschrieben. Dabei gibt es Gedichte, die nach einer festen Bauart verfasst wurden, aber auch Gedichte, die keine feste Bauart aufweisen.
Übersicht über Gedichte fester Bauart
| Form | Kennzeichen | Vertreter |
|---|---|---|
| Ballade |
| Schiller, Goethe, Brecht |
| Elegie |
| Schiller, Goethe, Rilke |
| Epigramm |
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| Hymne |
| Klopstock, Hölderlin, Novalis |
| Lied | Eichendorff, Heine | |
| Ode |
| Klopstock, Hölderlin |
| Sonett |
| Gryphius, Rilke |
| Rollengedicht | Die Sprechsituation ist hier entscheidend. Beim Rollengedicht treten mindestens zwei Sprecher auf. | |
| Stanzen |
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- Aufgabe 1
Informieren Sie sich zunächst noch etwas genauer über die einzelnen Gedichtformen auf den verlinkten Seiten.
- Aufgabe 2
Beschreiben Sie nun den Aufbau des vorliegenden Gedichtes von J. v. Eichendorff.
- Das vorliegende Gedicht entspricht keinem der oben angeführten Muster bzw. keiner der oben angeführten Gedichtformen. Dennoch weist das Gedicht eine gleichförmige Struktur auf. So besteht das Gedicht aus 6 Srophen zu je 5 Verszeilen undbesitzt einen liedhaften Charakter.
Der Reim
Der Reim erhöht den stimmenden Klang eines Gedichtes in erheblichem Umfang. Er gibt der Dichtung ein besonderes Gewicht und bleibt zudem besser im Gedächtnis haften, daher haben Sprichwörter, Wetterregeln, Merkverse, Werbesprüche und dergleichen oft die Form des Reims.
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Die wichtigsten Reimformen im Überblick
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Aufgabe 1 Analysieren Sie nun die nachfolgenden Beispiele im Hinblick auf die Reimform. Lesen Sie sich hierfür die einzelnen Beispiele durch und kreuzen Sie die Lösung an. Haben Sie alle Beispiele bearbeitet, können Sie Ihre Lösung mit der Lösung vergleichen.
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Beispiel 1 Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen (!Kreuzreim) (!Paarreim) (Umarmender Reim) (!Schweifreim) (!Verschränkter Reim) (!Binnenreim) (!Identischer Reim) (!Mehrfachreim) (!Reicher Reim) (!Unreiner Reim) (!Kehrreim) (!Waise) Beispiel 2 Wie an dem Tag, der dich der Welt verliehen, (Kreuzreim) (Paarreim) (!Umarmender Reim) (!Schweifreim) (!Verschränkter Reim) (!Binnenreim) (!Identischer Reim) (!Mehrfachreim) (!Reicher Reim) (Unreiner Reim) (!Kehrreim) (!Waise) Beispiel 3 Wie im Morgenrot (!Kreuzreim) (!Paarreim) (!Umarmender Reim) (!Schweifreim) (!Verschränkter Reim) (!Binnenreim) (!Identischer Reim) (!Mehrfachreim) (!Reicher Reim) (!Unreiner Reim) (!Kehrreim) (Waise) Beispiel 4 Mir sind Bücher, was den anderen Leuten (Kreuzreim) (!Paarreim) (!Umarmender Reim) (!Schweifreim) (!Verschränkter Reim) (!Binnenreim) (!Identischer Reim) (!Mehrfachreim) (!Reicher Reim) (!Unreiner Reim) (!Kehrreim) (!Waise) Beispiel 5 Ein gutes Tier (!Kreuzreim) (Paarreim) (Umarmender Reim) (!Schweifreim) (!Verschränkter Reim) (!Binnenreim) (!Identischer Reim) (!Mehrfachreim) (!Reicher Reim) (!Unreiner Reim) (!Kehrreim) (!Waise) |
Aufgabe 2
Erarbeiten Sie nun das Reimschema des vorliegenden Gedichtes von J. v. Eichendorff.
- abaab cdccd ebeeb fgffg hihhi akaak
Das Metrum
- Stichpunkt Metrum
In der Literatur nennt man die Lehre vom Versmaß (Metrum) Verslehre oder Metrik. Dabei ist der Vers in Einheiten aus mehreren Silben untergliedert, die man jeweils als Versfuß bezeichnet. Eine regelmäßige Abfolge von betonten und unbetonten Silben (bzw. Längen und Kürzen/Hebung und Senkung) bezeichnen wir dabei als Versmaß.
Überblick über die gängigsten Metren
| Trochäus | zweisilbiger Versfuß, gekennzeichnet durch eine betonte (-) und unbetonte Silbe (v) -v | Wonne, Sonne |
| Jambus | zweisilbiger Versfuß, gekennzeichnet durch eine unbetonte (v) und betonte Silbe (-) v- | ein Brot |
| Daktylus | dreihebiger Versfuß, gekennzeichnet durch eine betonte (-) und zwei unbetonte Silben (vv) -vv | singenden, klingenden |
| Anapäst | dreihebiger Versfuß, gekennzeichnet durch zwei unbetonte (vv) und eine betonte Silbe (-) vv- | Anapäst |
| freier Rhythmus | Hier werden die Verse nur durch einen stark ausgeprägten Rhythmus geformt, ohne die Regelmäßigkeit eines Metrums und ohne Reim. | Wie im Morgenrot |
Aufgabe 1 Welches Metrum steckt hinter den folgenden Beispielen?
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Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde! (Trochäus) (!Jambus) (!Anapäst) (!Daktylus) (!freier Rhythmus) Grüß ich dich tausendmal. (!Trochäus) (Jambus) (!Anapäst) (!Daktylus) (!freier Rhythmus) Bleibt ewig im Herzen stehen. (!Trochäus) (Jambus) (Anapäst) (!Daktylus) (!freier Rhythmus) Die müssen alle verbleichen. (Trochäus) (!Jambus) (!Anapäst) (Daktylus) (!freier Rhythmus) Ein gutes Tier ist das Klavier. (!Trochäus) (Jambus) (!Anapäst) (!Daktylus) (!freier Rhythmus) Wie im Morgenrot du rings mich anglühst, Frühling, Geliebter! (!Trochäus) (!Jambus) (!Anapäst) (!Daktylus) (freier Rhythmus) |
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Aufgabe 2 Analysieren Sie nun das vorliegende Gedicht "Die zwei Gesellen" von Joseph von Eichendorff im Hinblick auf das Versmaß. Geben Sie dieses mit Längen und Kürzen für jede Zeile an. Dabei sollten Sie auf eines achten: Der letzte Takt einer Verszeile muss immer eine betonte Silbe enthalten! Daher muss man also den Vers vom Ende her abarbeiten. Denken Sie auch daran, dass hier auch Auftakte auftreten können. Geben Sie auch an, wie viele Hebungen die jeweilige Verszeile besitzt Beispiel: Es schlug geschwind mein Herz, zu Pferde!
Sollten Sie noch etwas Übungsbedarf haben, können Sie zusätzlich auf dieser Seite noch zusätzliche Gedichte bearbeiten. |
en Früh/lings hinaus.
- v/-vv/-v/-v Die/strebten nach/hohen/Dingen
- v-/vv-/v- Die woll/ten trotz Lust/und Schmerz
- v/-vv/-v/-v was/Recht's in der/Welt vollbringen
- v/-vv/-v/-v und/wem sie vor/über/gingen
- v/-v/-v/v- dem/lachten/Sinnen/und Herz
- v/-vv/-v/-v Der/erste,der/fand ein/Liebchen
- v-/vv-/v- Die Schwieger kauft' Hof und Haus
- v/-vv/-v/-v Der/wiegte gar/ bald ein/Bübchen
- v/-v/-vv/-v und/sah aus/heimlichem/Stübchen
- v/-v/v-/v- be/haglich/ins Feld/hinaus
etc.
Aus der Analyse lässt sich nun bereits erkennen, dass ein 3-hebiges Metrum vorliegt, wobei kein einheitliches , festes Metrum erkennbar ist. Die 1. Silbe wird nicht betont, Ausnahmen bilden Vers 4, 19 und 2O. Häufig wird ein Daktylus verwendet. Daneben verwendet der Verfasser des Gedichtes aber auch Trochäus und Jambus (vgl. Vers 6 und 12).
Die Textzusammenfassung
- Stichpunkt Textzusammenfassung
In der Textzusammenfassung zeigt sich, ob Sie den Inhalt des Textes verstanden haben. Dabei ist es wichtig, dass Sie die einzelnen Sinnabschnitte benennen. Diese fallen nicht immer mit den Strophen zusammen, daher sollten Sie den Text aufmerksam lesen. Achten Sie auch darauf, die Struktur des Textes/den Aufbau in Ihre Beschreibung zu integrieren.
Einige Leitfragen können Ihnen bei der Zusammenfassung des Gedichtes helfen:
a) Wer spricht?
Die Perspektive des Sprechers gibt oftmals Aufschluss über den "Sprecher". Achten Sie daher insbesondere auch auf die Personalpronomina und auf den Perspektivenwechsel!
b) Treten Ortswechsel auf?
Auch der Verweis auf unterschiedliche Orte kann Aufschluss über den inhaltlichen Aufbau geben.
c) Welche gedankliche Struktur lässt sich erkennen?
- Beispiel für die inhaltliche Gliederung und Textzusammenfassung eines Gedichtes
Eichendorff |
Während das lyrische Ich die Sterne betrachtet, erweckt der Klang eines Posthorns im lyrischen Ich die Sehnsucht nach der Ferne.
Hier wechselt die Perspektive. Als Handlungsträger treten nun "zwei Gesellen auf", die die Natur besingen.
Im zweiten Teil der letzten Strophe findet ein erneuter Perspektivenwechsel statt. Dort treten als Handlungsträger "Mädchen" auf, die am Fenster sitzen und der Natur lauschen. Wichtig: verknüpft werden die einzelnen Strophen inhaltlich durch die "prächtige Sommernacht" (vgl. Z.8 und Z.24) Damit ergibt sich also folgende Textzusammenfassung: Im vorliegenden Gedicht "Sehnsucht" von Joseph von Eichendorff steht das lyrische Ich zu Beginn der ersten Strophe am Fenster und beobachtet die Sterne (vgl. Z.1). Als dieses den Klang eines Posthorns vernimmt, erwacht in ihm die Sehnsucht nach der Ferne. Mit der Sehnsucht entfernt sich das lyrische Ich aus der Realität und beginnt zu träumen. So beschreibt es in Gedanken zwei junge Gesellen, die durch die Lande ziehen und die die Natur besingen. Am Ende wechselt in der letzten Strophe die Perspektive und der Erzähler wendet sich den Mädchen zu, die am Fenster sitzen und den Klängen der Sommernacht lauschen (vgl. Z. 20 ff.). |
- Aufgabe 1
Versuchen Sie nun zunächst, jede Strophe im vorliegenden Gedicht mit einer Überschrift zu versehen. Dies ist insofern wichtig, als dass diese Stichpunkte später in der Gliederung wieder auftauchen. Kopieren Sie dafür zunächst das Gedicht und drucken Sie es sich aus. Schreiben Sie anschließend die Zusammenfassung an den Rand. Wichtige Begriffe (Personalpronomina, Ortswechsel etc.) sollten Sie sich dabei zunächst im Text markieren.
- Aufgabe 2
Formulieren Sie nun ihre Textzusammenfassung aus. Denken Sie daran, Ihre Stichpunkte mit geeigneten Konjunktionen zu verknüpfen, die die Handlungsabfolge wiedergeben.
Die Strophen 1 bis 5 handeln von zwei Gesellen, deren Schicksal näherbeschrieben wird. Erst in der letzten Strophe wird anhand des Personalpronomens „mir" (vgl. V. 27) ersichtlich, dass ein lyrisches lch spricht, das sich offensichtlich in Gedanken mit den zwei Gesellen beschäftigt (vgl. auch die Verwendung des Präteritums in den Strophen 1-5 und des Präsens in Strophe 6.
ln der ersten Strophe spricht das lyrische Ich von zwei Gesellen, die im Frühling in die Welt hinaus ziehen und - nach Strophe 2 - ihr Glück suchen bzw. es zu etwas bringen möchten (vgl. V.7f. ). Während sich der eine Geselle verliebt, sich „niederlässt" und eine Familie gründet (vgl. Strophe 3), gibt sich der andere den Verlockungen des Lebens hin („Dem zweiten sangen und logen (...) verlockend Sirenen", V.16ff.) und steht am Ende mit Nichts da und stirbt. In der letzten Strophe ändert sich die Perspek tive und es spricht schließlich das lyrische Ich, dem angesichts des Anblicks „kecker Gesellen" (V.28) die Tränen kommen, und das am Ende Gott darum bittet, die Menschen („uns", V.3O) auf dem richtigen Weg zu Gott zu führen.
Die sprachlich-stilistische Analyse
Für die sprachlich-stilistische Analyse sollten Sie sich etwas Zeit nehmen. Denn die sprachlich-stilistische Analyse ist keine rein formale Analyse. Sie kann vielmehr Aufschluss über den Inhalt geben. Die Grundfrage lautet daher: „ Mit welchen sprachlich-stilistischen Mitteln vermittelt der Verfasser des Gedichtes den Inhalt?" bzw. „Worauf lenkt der Verfasser mit der sprachlich- stilistischen Gestaltung den Leserblick, welche Stellen möchte der Verfasser inhaltlich besonders hervorheben?"
Damit sollte Ihnen auch bewusst sein, dass Sie mit einer guten Analyse eine gute Grundlage für Ihre spätere Interpretation legen.
Bei der sprachlich-stilistischen Analyse werden vier Bereiche (und ihre Funktionalität in Bezug auf den Inhalt) betrachtet:
- Die syntaktische Struktur (zB. Parataxe/Hypotaxe, Satzlänge, Satzarten, Ausrufe, rhetor. Fragen, Parallelismen, Chiasmen, Anaphern, Inversionen, Ellipsen).
- Die Wortwahl (z.B. Schlüsselwörter, Wortfelder, "poetische" Ausdrücke, Umgangssprache, Fachsprache, gehobene Sprache, veraltete Ausdrücke, Neologismen, Periphrasen, Wortspiele, Ironie, Hyperbeln, Euphemismen etc.).
- Die Bildhaftigkeit (z.B. Vergleiche, Metaphern, Symbole, Chiffren, Allegorien, Personifikationen).
- Die Lauthaftigkeit (z.B. Alliterationen, Assonanzen, Lautmalerei, Binnenreime).
Vermeiden Sie eine bloße Aufzählung von Einzelergebnissen! Verbinden Sie vielmehr Ihre Analyse mit der Interpretation id. k sie sollten vom Textinhalt ausgehen und hinterfragen, mit welchen konkreten sprachlichen Mitteln der Textinhalt und insbesondere wichtige Textstellen hervorgehoben werden.
Die wichtigsten sprachlich-stilistischen Mittel im Überblick
Wortfiguren
| Akkumulation | Anhäufung von zwei, drei oder mehreren Begriffen (Aufzählung) | Die Kinder, die Eltern, die Großeltern, die Urgroßeltern |
| Antiquitas | bewusste Verwendung eines veralteten Begriffes | Droschke statt Taxi |
| Ausruf | Ausdruck einer Gemütsregung (Ausrufezeichen"!") | Hilf mir! |
| Emphase | Betonung eines allgemeinen Wortes (auch akustische Steigerung) | Ein Spitzen-Mann! |
| Euphemismus | Beschönigung, Verschleierung | Zugehfrau statt Putzfrau |
| Figura etymologica | Verwendung mehrerer Wörter mit dem gleichen Wortstamm | Das Beste vom Besten. |
| Hyperbel | Übertreibung | Das ist schon tausendmal geschehen. |
| Ironie | Durch den Kontext wird deutlich, dass das Wort anders gemeint ist, als es üblicherweise gebraucht wird. | eine unzureichende Note wird als ii prima" bezeichnet |
| Litotes | Verstärkte Hervorhebung durch Verneinung des Gegenteils | „nicht unklug" statt" klug" |
| Metapher | bildhafter Vergleich | Er ist ein Löwe. |
| Metonymie | ||
| Neologismus | Wortneuschöpfung | Kollateralschaden, Overkill |
| Onomatopoesie | Lautmalerei bei Wortbildungen | „Wauwau", „Knistern und Knacksen" |
| Pleonasmus | Anhäufung von Wörtern gleicher oder ähnlicher Bedeutung | weißer Schimmel |
| Periphrase | Umschreibung | statt Stasi „Schild und Schwert der Partei" |
| Synekdoche (pars Prototo) | ein Teil steht für das Ganze oder umgekehrt | "Tür" für, Haus" |
| Synonym | sinnverwandtes Wort | "Drahtesel" für „Fahrrad" |
| Synonymenhäufung | Kombination sinnverwandter Wörter | Es gibt kein Eide, keinen Schluss, keinen Ausweg. |
| Paronomasie/Wortspiel | Wortspiel | Braucht die Genetik eine Gen-Ethik? |
| Repetitio | Wiederholung | mal da, mal dort, mal hier |
Satzfiguren
| Anakoluth | Satzbruch (z.B. durch Einschub) | |
| Anapher | aufeinanderfolgende Sätze/Verse beginnen mit den gleichen Wörtern | Kennst du ... kennst du... |
| Asyndeton | Reihung ohne Konjunktion | Tisch, Stuhl, Bett |
| Chiasmus | Überkreuzstellung im Satzbau | Die Kunst ist lang und kurz ist unser Leben. |
| Ellipse | Auslassung eines Wortes oder Satzteils | Was (machen wir) nun? |
| Epipher | Umkehr der Anapher | Nicht jetzt, sagte er... später, sagte er. |
| Hyperbaton | künstliche Trennung einer zusammengehörigen Wortgruppe | Vater habe ich und Mutter verloren. |
| Inversion | Verkehrung des normalen Satzbaus zur Hervorhebung wichtiger Inhalte (bei Gedichten oft Metrum oder Reim geschuldet! ) | Ich begrüße Sie, sehr verehrtes Publikum, zur heutigen Veranstaltung. |
| Klimax | Anordnung einer Wort- oder Satzreihe nach steigerndem Prinzip | schnell, schneller, blitzschnell |
| Parallelismus | Wiederholung der selben Satzteilreihenfolge in mehreren aufeinander folgenden Sätzen bzw. Versen | Hell ist der Tag, dunkel ist die Nacht. |
| Parenthese | Einschub (Gedankenstrich !) | Ich habe - verzeihe, wenn ich dich unterbreche - keine Ahnung... |
| Polysyndeton | Aneinanderreihung bzw. Aufzählung mit „und" | Tisch und Stuhl und Bett |
| Vergleich | „wie", „als" | Er ist so stark wie ein Löwe. |
| Zeugma | Verbindung mehrerer gleichgeordneter Wörter mit einem anderen, ihnen syntaktisch übergeordneten Wort, das aber seiner genauen Bedeutung nach nur zu je einem der Wörter passt. | Er warf seinem Kind einen Blick und einen Ball zu. |
Gedankenfiguren-kompositorische Figuren
| Allegorie | bildliche Darstellung abstrakter Begriffe | „Justitia" als Sinnbild für die Gerechtigkeit |
| Anrede (Apostrophe) | Einbeziehung anderer | Gott, rette mich! |
| Antithese | Gegenüberstellung | schwarz und weiß, hell und dunkel |
| Correctio | Verbesserung eines Ausdrucks | Die Kunst ist schön, geradezu herrlich. |
| Exkurs | Bemerkungen, die nicht unmittelbar zur Sache gehören | |
| Metapher | verkürzter Vergleich | |
| Oxymoron | Zusammenstellung zweier sich widersprechender Begriffe | helle Nacht, beredtes Schweigen |
| Paradoxon | scheinbar widersinnige Behauptung | Ich weiß, dass ich nichts weiß. |
| Pleonasmus | Zusatz zu einem Begriff | alter Greis |
| Rhetorische Frage | Frage, deren Antwort bereits feststeht | Wer glaubt denn das noch? |
| Symbol | Zeichen für etwas | „Wasser" für Leben |
| Synästhesie | Vermischung von mehreren Sinnesgebieten | golden wehen die Töne nieder |
Weitere rhetorische Figuren
| Kette | Der folgende Satz beginnt mit dem letzten Wort des vorhergehenden Satzes | Spätestens dann sind sie tot. Tot, weil sie nicht vorsichtig waren. |
| Stilbruch | Vermischung von Ausdrucksweisen aus verschiedenen Sprachebenen | Der Finanzminister hat keine Kohle mehr. |
| Zitat | Aussagen anderer, die die eigene Meinung unterstützen sollen |
Aufgabe
Untersuchen Sie das Gedicht nun im Hinblick auf sprachlich-stilistische Mittel!
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