Armut und Reichtum
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Das Vermeiden und die Bekämpfung von Armut sowie eine gerechte Verteilung von Reichtum sind erklärte gesellschaftliche Ziele.[1] Offensichtlich wächst jedoch die Armut zahlreicher Menschen, während gleichzeitig der Reichtum weniger zunimmt. Deshalb wird die Auseinandersetzung mit Armut und Reichtum auch im Unterricht an Bedeutung gewinnen.
Inhaltsverzeichnis |
Definitionen
- Definitionen: Was ist Hunger? (taz vom 11. Juni 2002)
„Absolute Armut“:
„Relative Armut“ (im Sinne von Einkommensarmut):
Hermann Scherl, Armut & Reichtum (Präsentation, Seite 9 von 23 der PDF-Datei) |
- Hermann Scherl (Uni Erlangen-Nürnberg, 20.11.2008): Armut & Reichtum • Problematische gesellschaftsdiagnostische Konzepte und zweifelhafte Diagnosen (Präsentation, 23 Seiten, PDF Datei)
- Dr. Klaus Kortmann (“TNS Infratest München - Sozialforschung”): Armut: Fakten und Ursachen (Powerpoint-Präsentation, ca. 770 KB)
Existenzminimum
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Existenzminimum (in der Version vom 26. Juni 2010 um 11:20 Uhr)
| [...] Der gegenwärtige Rechtszustand könnte chaotischer nicht sein, denn Sozialhilfe, Steuerrecht, Krankenversicherung
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- Das Existenzminimum aus ökonomischer Sicht (Alfred Marshall
: Handbuch der Volkswirtschaftslehre, Stuttgart/Berlin 1905, S. 115.):
| „Der zur Erhaltung der vollen Leistungsfähigkeit notwendige Existenzbedarf eines gewöhnlichen Landarbeiters oder ungelernten städtischen Tagelöhners und seiner Familie [...] besteht, so kann man sagen, aus einer guten Wohnung mit mehreren Zimmern, aus warmer Kleidung mit etwas Wechsel in Unterkleidern, frischem Wasser, reichlicher Getreidenahrung, mäßig viel Milch, Fleisch, ein wenig Tee etc. und aus etwas Bildung und Erholung Zitiert nach (Quelle): Seite 48 (bzw. Seite 2 von 11 der PDF-Datei), Fußnote 3 in: Zehn Jahre Existenzminimumbericht - eine Bilanz, Monatsbericht des BMF |
Soziokulturelles Existenzminimum ("Hartz IV")
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Soziokulturelles Existenzminimum – was heißt das konkret? |
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- Prof. Dr. jur. Helga Spindler (NDS vom 22.06.2010): Ringen um das Existenzminimum
- Die konträren politischen Reaktionen auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 9. Februar 2010, wonach die bisherige Ermittlung der Kinder- und Erwachsenenregelsätze mit dem Grundrecht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum nicht vereinbar ist, haben es deutlich gemacht: Die Politik und letztlich die Bevölkerung ist tief gespalten in der Frage, wie viel Geld man in Deutschland zu einem menschenwürdigen Leben und einem Mindestmaß an soziokultureller Teilhabe benötigt. Die Auseinandersetzung um die Bestimmung und Höhe dieses Existenzminimums geht nun in die nächste Runde. Es geht dabei zunächst nur um die Bedarfe der Nichterwerbstätigen. Aber dabei darf man nicht mehr stehen bleiben, denn es geht auch um die Mindestbedarfe der Erwerbstätigen – Arbeitnehmer und Selbstständiger. Diese sind höher und müssen genauso sorgfältig ermittelt und geschützt werden.
- → Soziale Frage als politische Frage#Hungerlöhne / Armutslöhne / Niedriglohn → Existenzsichernde Bruttoarbeitsentgelte (Modellrechnungen)
- SWR (21.08.2010): Hartz-IV-Empfänger mit geringerer Lebenserwartung
- Bei der Neuberechnung der Hartz IV-Sätze müssen nach Ansicht des Vereins Armut und Gesundheit in Deutschland die Gesundheitskosten stärker berücksichtigt werden. Die unzureichende Gesundheitsversorgung führe zu einer geringeren Lebenserwartung
, erklärte der Verein in Mainz.
- Publikationen in diversen Informationsmedien
- DER SPIEGEL 18/1980 (vom 28.04.1980, Seite 257): Einfaches Leben • Ein Verein mit einem Jahresetat von 6,5 Millionen Mark hat festgelegt, was die Armen in der Bundesrepublik zum Leben brauchen: ein grotesker Katalog.
- Marie-Luise Hauch-Fleck: Wie aus mehr weniger wird • Die Bundesregierung benutzt Hartz IV, um klammheimlich die Sozialhilfe zu senken, in Die Zeit (Nr. 52) vom 16. Dezember 2004
- Böckler Impuls 09/2006: Grundsicherung • Zum Leben zu wenig
- Tagesschau (30.11.2009): Soziale Mindestsicherungssysteme • Jeder zehnte Bürger auf staatliche Hilfe angewiesen
- Tagesschau (20.10.2006): Zahlen und Fakten zur Armutsdebatte • Wie arm ist Deutschland?
- Lutz Hausstein (Leipzig, Januar 2010): Was der Mensch braucht
- Empirische Analyse zur Höhe einer sozialen Mindestsicherung auf der Basis regionalstatistischer Preisdaten (Stand: Januar 2010)
- Lutz Hausstein & Florian Krahmer (11.09.2008): Sind 132 Euro für Hartz-IV-Empfänger ausreichend?
- Kritik zur "Studie" um „Die Höhe der sozialen Mindestsicherung“ von Prof. Dr. Friedrich Thießen und Diplom.-Kfm. Christian Fischer (TU Chemnitz)
Steuerrechtliches Existenzminimum
- Steuerrechtliches Existenzminimum:
Grundfreibetrag (in der Version vom 7. Dezember 2009 um 12:55 Uhr)
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Auf eine kurze Formel gebracht lautet die Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts:
Im 7. Existenzminimumbericht der Bundesregierung ist der Grundfreibetrag für einen Alleinstehenden wie folgt "definiert":
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- Marie-Luise Hauch-Fleck: Rechnen, bis es passt • Die Bundesregierung manipuliert das Existenzminimum – zum Schaden aller Steuerzahler, in Die Zeit (Nr. 01/2007) vom 28. Dezember 2006.
Definition: Armut
| Armut bezeichnet den Mangel an Chancen, ein Leben zu führen, das gewissen Minimalstandards entspricht. Die Maßstäbe für diese Standards und die Vorstellungen über die Ursachen von Armut sind örtlich und zeitlich sehr verschieden. Die WHO definiert Armut nach dem Einkommen. Danach ist arm, wer monatlich weniger als die Hälfte des durchschnittlichen Einkommens seines Landes zur Verfügung hat. In Deutschland sind das etwa 600 Euro.
Im theoretischen Grundverständnis unterscheiden sich ökonomische Konzepte, die Armut als Mangelversorgung mit materiellen Gütern und Dienstleistungen verstehen, von soziokulturellen Konzepten, die auch nichtmaterielle Bedürfnisse thematisieren (z.B. das Fehlen ausreichender Bildungsmöglichkeiten – insbesondere Knappheit.
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- Heribert Prantl (SZ vom 15.10.2006, Kommentar): Armut • Die neue alte soziale Frage
- Arm, bettelarm, bildungsarm: Die neue Unterschicht wächst. Notwendig ist eine konzertierte Aktion von Bildungs- und Sozialpolitik. Kindergarten und Schulen müssen Schicksalskorrektoren für alle Kinder werden, die bei der Lotterie der Chancen im reichen Deutschland die Nieten gezogen haben.
- → Soziale Frage als politische Frage → Soziale Frage im 21. Jahrhundert
| [...] Armut - bezogen auf das Spätmittelalter - wird definiert als "Ausgeliefertsein an jeglichen Wechselschlag des Lebens, die völlige Abhängigkeit von Ernteausgang und Wirtschaftslage, das Von-der-Hand-in-den-Mund-leben". Sie traf "auf mindestens 50% der städtischen Bevölkerung" zu. Der Lebensstandard dieser unteren Hälfte der Bevölkerung stand dem Niveau der "Spitals- und Almosenversorgung" näher als einer bürgerlichen Lebenshaltung (vgl. W. Fischer, 1982, S. 19). [...]
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Definition: Reichtum
| Das Wort Reichtum bezieht sich auf die Verfügbarkeit von Gütern, welche das Leben bereichern, die neuerdings eher quantitativ bezogen wird auf Geld und Eigentum. Es bezeichnet von daher inzwischen eher den Überfluss an Wertsachen, aber auch die Tatsache des Besitzes von materiellen Gegenständen. Gesellschaftlich gesehen erfordert Reichtum die allgemein akzeptierte Übereinkunft, dass Dinge, Land oder Geld jemandem gehören und dass dieses Eigentum geschützt wird. Der Begriff des Reichtums unterscheidet sich in verschiedenen Gesellschaften.
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Armut - Häufigkeitsangaben und Begriffsdefinitionen
- Thomas Pany (tp/blogs vom 27.08.2010): Zwölf Millionen von Armut bedroht
- Würde der Staat nicht mit Sozialleistungen eingreifen, wäre fast jeder vierte in Deutschland "armutsgefährdet".
- Tagesschau (20.01.2010): Zahlen des Statistischen Bundesamtes • Jeder Elfte braucht Geld vom Staat
- Rund 7,6 Millionen Menschen in Deutschland konnten zum Endes des vergangenen Jahres aus eigener Kraft nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten. Damit war jeder Elfte auf finanzielle Hilfe des Staates angewiesen. [...]"
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Wie sind die im nachstehenden Zitat zum Stichwort "Armut" genannten Zahlen zu bewerten?
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| Gebrauchsinformationen für Arzneimittel | |
| Nebenwirkungen - Wie alle Arzneimittel kann auch [BEZEICHNUNG] Nebenwirkungen haben.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen | |
| sehr häufig | mehr als 1 von 10 Behandelten |
| häufig | weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten |
| gelegentlich | weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1000 Behandelten |
| selten | weniger als 1 von 1000, aber mehr als 1 von 10.000 Behandelten |
| sehr selten | weniger als 1 von 10.000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle |
- Florian Rötzer (Telepolis vom 03.11.2009): Nach Ansicht der Europäer ist die Armut größer geworden
Soziale Schichten
- Ulrike Herrman (taz vom 25.08.2010): Mittelschicht geschrumpft • Die Ungleichheit nimmt zu
- Aktuelle Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigen: Die Mittelschicht schrumpft weiter. [...] Zur Mittelschicht zählt das Institut, wer über 70 bis 150 Prozent des mittleren Nettoeinkommens verfügt. 2008 waren dies für Singles 1.070 bis 2.350 Euro netto im Monat, bei einem Ehepaar mit zwei kleinen Kindern 2.250 bis 4.935 Euro. [...]
- → Familie#Höhe des Existenzminimums als "dekadent" kritisiert → (Tabelle) Horizontaler Vergleich / frei verfügbare Einkommen
- Ulrike Herrman (taz vom 25.08.2010): Die Mittelschicht schrumpft • Einkommen zählt, nicht Tugend
- Trotz Leistungsbereitschaft müssen die meisten Deutschen erleben, dass ihre Reallöhne
sinken. Die Konservativen nehmen das nur ungern zur Kenntnis. [...] So ist es für diese Redakteure unfassbar, dass nach den DIW-Zahlen bereits ein Studienrat zur Oberschicht gehört, wenn er keine Kinder zu versorgen hat. Ein Gymnasiallehrer muss doch einfach Mittelschicht sein. [...]
Die soziale Ungleichheit in der Gesellschaft wird in weiten Bereichen der Wissenschaft als soziale Schichtung dargestellt. Personen mit gemeinsamen sozialstrukturellen Merkmalen bilden danach eine Schicht (Sozialstruktur
[...]
Quelle: Friedrich-Ebert-Stiftung/TNS Infratest Sozialforschung: Gesellschaft im Reformprozess[6], Juli 2006 Soziale Klassen Dr. Jürgen Glaubitz (11/2006): Soziale Schichten |
- Jan-Hendrik Terstegge: Deutschland im 21. Jahrhundert • Eine verschiedenartig geschichtete Gesellschaft? (PDF-Datei, 28 Seiten)
- Studienbegleitende Hausarbeit (Uni Bielefeld, Fakultät für Soziologie), Sommersemester 2004.
Angst vor dem sozialen Abstieg
| [...] "Die Jugendlichen in Deutschland sehen heute ihre Zukunftsperspektive deutlich pessimistischer als ihre Altersgenossen in allen anderen Industrieländern." Laut der Studie erwarten knapp 25 Prozent der Heranwachsenden, "dass sie nach Beendigung der Schule und der Ausbildung nur Arbeiten mit niedriger Qualifikation ausüben werden". Damit liegt Deutschland auf dem 21. und letzten Platz der untersuchten Staaten. [...]
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1. Wie beurteilst Du die Leistungsfähigkeit eines Schülers, der Sorgen hat? Positioniere Dich bitte und begründe Deine Meinung.
3. Recherchiere: Welcher Einkommensschicht ist der politische Typ "Leistungsträger" zuzuordnen. 4. Wie bewertest Du das politische Schlagwort "Leistungsträger" im gesellschaftlichen Kontext? Bitte positioniere Dich.
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- Inge Kloepfer (FAZ vom 25.11.2009): Nichts geht mehr • Deutschland war einmal ein Land der Aufsteiger.
[...] Der sozioökonomische Wandel bringt plötzlich wieder Gewinner und Verlierer hervor. Die Gesellschaft fächert sich auf. Die Sensoren des Einzelnen für Milieus und Klassen haben sich über die letzten Jahre wieder geschärft. [...]
- Peter Nowak (tp vom 05.12.2009): Kalte Gesellschaft, aufgefressen von Angst • Deutsche und europäische Zustände: Der Bielefelder Soziologe Wilhelm Heitmeyer beklagt, dass Solidarität, Gerechtigkeit und Fairness erodieren
Soziale Exklusion
- Daniel Kreutz (NRhZ-Online-Flyer Nr. 249 vom 12.05.2010): Suppenküche statt sozialer Gerechtigkeit? • Ausgegrenzt und vertafelt
- Wie geht unsere Gesellschaft mit Armut um? Welche Rolle spielen dabei die "Tafeln"
als private Institutionen der Armenspeisung? Und in welcher Richtung lägen notwendige Alternativen beim Umgang mit Armut?
- Katrin Mohr: Soziale Exklusion im Wohlfahrtsstaat • Arbeitslosensicherung und Sozialhilfe in Großbritannien und Deutschland
| Die soziale Frage im 21. Jahrhundert hat einen neuen Namen: Exklusion Christian Huesmann: social exclusion • Wer ist drinnen und wer ist draußen? (Seite 3 ff. von 24 der PDF-Datei), in: Zeitschrift „GEWerkschaft“ (WS 2008/09), Herausgeber: Gewerkschaftliche Studierendengruppe Osnabrück |
| [...] Demokratie, so sagte es F. D. Roosevelt Mathias Greffrath (taz vom 17.11.2009): Feudalismus im Feuilleton |
| [...] „Die Betroffenen sind sehr zurückhaltend und reagieren mit Resignation. Es ändere sich sowieso nichts, ist die Auffassung vieler. Das haben wir so noch nicht erlebt“, sagt Dr. Lothar Stempin. Der Direktor des Diakonischen Werkes sieht darin ein tiefgreifendes gesellschaftliches Problem. [...]
Martina Jurk (neue-braunschweiger.de vom 02.12.2009): „Es ändert sich sowieso nichts“ • Befragung zur Sozialstudie des Diakonischen Werkes zeigt beunruhigende Entwicklung |
Armut als Gefahr für die Demokratie
- Nico Nissen (tp vom 18.12.2009): Der soziale Frieden in Deutschland ist gefährdet • Albrecht von Lucke über bedenkliche Entwicklungen im postdemokratischen Zeitalter
1. Welcher Geldbetrag steht armen bzw. bedüftigen Mitbürgern zur Verfügung für
2. Ist im Regelsatz 3. Wie verhalten sich politische Parteien gegenüber Armut: Welche Partei hat in ihrer Satzung
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| In Zeiten, in denen ich als Bürger nachhaltig gedrängt werde, nach vorn zu sehen, blicke ich als Privatmann gern zurück. Gern auch sehr weit. Im Vierten vorchristlichen Jahrhundert stoße ich auf den Satz: Man muss dafür sorgen, dass der Gegensatz der Reichen und Armen sich möglichst ausgleicht oder dass der Mittelstand wächst.
Die Forderung stammt aus der Staatslehre des Aristoteles von Stageira, einem Werk, dessen anhaltende Aktualität mich immer wieder fasziniert. Ihm zufolge kommt es in der Demokratie auf zwei wesentliche Elemente an: Freiheit und Gleichheit, wobei erstere auch Unabhängigkeit meint und letztere sowohl Rechtsgleichheit als auch Gleichberechtigung. Beide Grundelemente erst erlaubten dem Menschen, sein Leben so zu führen, wie es ihm angenehm ist. Gert Heidenreich: Nährstoff des Neides, (Kanzelrede, 7. März 2004; PDF-Datei; 64 KB) |
Armenbestattung und Menschenwürde
- Tagesschau (24.01.2010): Immer mehr Billig- und Sozialbestattungen • Auch auf dem letzten Weg wird gespart
- Die Folgen der Wirtschaftskrise zeigen sich auch auf der letzten Reise: Immer mehr Angehörige können die Beisetzung nicht mehr bezahlen, die Zahl der Sozialbestattungen steigt. Bestatter sprechen mittlerweile von "preiswerter Entsorgung".
Verteilungskonflikte
- Ulrike Herrmann (taz vom 26.08.2010): Wie der Wohlstand verteilt ist, bleibt ein Geheimnis • Ein Land guckt weg
- Wer arm ist, wird komplett durchleuchtet, wer Geld hat, bleibt unerfasst. Der Datenmangel ist kein Zufall, er ist politisch gewollt. [...] Diese statistischen Lücken sind kein Zufall. Die deutschen Eliten wissen genau, dass eine Verteilungsdiskussion nur aufkommen kann, wenn bekannt ist, wie der Wohlstand verteilt ist. Also bleibt dies ein Geheimnis. [...]
- Robert Dietrich Bröckmann (NRhZ-Online vom 02.06.2010): Gezielte Zerstörung des Sozialstaats: Weiter in die Barbarei
- [...] müssen wir den Sozialetat aufschlüsseln. Wir müssen wissen, wie er sich zusammensetzt und wie er zustande kommt. Der Gesamtetat beläuft sich im Jahr 2010 laut Bundesregierung auf rund 142 Milliarden Euro. Davon besetzen die Renten mit rund 80 Milliarden Euro den Löwenanteil. Dazu kommen rund 24 Milliarden Euro an Empfänger von ALG I und rund 19 Milliarden Euro an Empfänger von ALG II (Hartz IV). Hinzu kommen Leistungen wie Kindergeld, Elterngeld und weitere, die vergleichsweise gering ausfallen.
- Florian Rötzer (tp vom 29.03.2010): Wer arbeitet, kriegt doch mehr als ein Hartz-IV-Bezieher
- Es ist schon peinlich für den sowieso gebeutelten FDP-Außenminister Westerwelle, dass er nun entweder nicht rechnen kann oder falsch informiert war. Er wollte doch nur einmal die Wahrheit sagen, als die FDP immer weiter absackte und er nicht nur von "anstrengungslosem Wohlstand" mit Hartz-IV-Bezügen sprach, sondern auch die Jagd auf Steuersünder durch den Verweis zu relativieren suchte, dass kaum einer sich aufrege, wenn Bürger, die arbeiten, weniger Geld erhalten können als Hartz-IV-Bezieher.
- Hans-Dieter Hey (junge Welt vom 29.08.2005): Hetze für die Quote • Ein offener Brief zu dem ARD-Bericht »Arbeit, nein danke!« vom 24. August 2005
| [...] Die Botschaft der Sendung ist plump, unmissverständlich und realitätsfern [...] Keinen einzigen Gast hatte die Redaktion eingeladen, der Mitgefühl mit einer sozialen Notlage hätte erwecken können oder der Schwarz-Weiß-Zeichnung wenigstens einige Grautöne hinzufügte. [...] Man braucht sich über die Stimmung im Land nicht zu wundern. Sie wird geschürt.
Bettina Gaus (taz Nr. 7758 vom 2.9.2005, Seite 14): "Schämst du dich nicht?" |
- Max-Planck-Gesellschaft (Presseinformation vom 25. November 2009): Alte und Kinderlose kontra Junge und Eltern • Forscher weisen erstmals Verteilungskonflikte in sozialpolitischen Meinungen nach
- Bettina Winsemann ("Twister" in tp vom 13.01.2010): Mehr Peitsche, weniger Zuckerbrot
- Kaum hat das Jahr 2010 für die neue Arbeitsministerin begonnen, wird schon erneut nach härteren Sanktionen für Arbeitssuchende gerufen / bei dem Problem der Arbeitslosigkeit erwartungsgemäß keinerlei Bereitschaft, grundlegende gesellschaftliche Fragen zu stellen.
Polemik gegen die Sozialstaatlichkeit
- Rudolf Stumberger (tp vom 29.11.2009): Vom Veröden und Verblöden • Warum Armut der freien Intellektuellen zu intellektueller Armut führt
| Aggressive und abwertende Äußerungen über die Sozialstaatlichkeit Albrecht Müller (3. November 2009): Der Sozialstaat als Fußabstreifer |
| [...] Dafür gab es den wirklich unsäglichsten Beitrag aller Zeiten vom Medienwissenschaftler Norbert Bolz, der verkündete “zu viel Gleichheit macht unmündig”. Und “schlimmer als asozial ist zu sozial”. [...] Ist ja wurst, dass die Gleichheit in Artikel 1 der Menschenrechtserklärung Wie zynisch ist das angesichts der Mütter- und Kindersterblichkeitsraten in Krisengebieten etwa, der weltweiten Aids-Epedemie, ohne Worte. Die Milleniumsziele?[1] “Every child matters”? Nicht für Bolz, der hält ein gerechtes Gesundheitswesen für unbezahlbar und will – sehr pragmatisch – es auch gar nicht mehr anstreben. Norbert Bolz ist die Karikatur eines Intellektuellen im dreiteiligen Anzug, wie ihn der hirnloseste Marktliberalismus nur erschaffen kann. nachdenkseiten.de (4. November 2009): TV-Kritik “Anne Will”: Schlimmer als asozial |
Aktuelles
- Tagesschau (28.05.2010): Streit über Hartz-IV-Mietpauschale • Kritiker warnen nach FDP-Vorstoß vor "Ghettoisierung"
- Sparen? Ja - aber wo? Ein Vorschlag des FDP-Generalsekretärs Lindner erregt die Sozialverbände: Er forderte im Einklang mit der Bundesagentur für Arbeit eine Mietpauschale für Hartz-IV-Empfänger. Kritiker warnten eindringlich von einem "sozialen Zündsatz".
- → Familie sowie → Finanzkrise ab 2007
- Eva Roth (FR vom 06.05.2010): Staat fördert Ungleichheit • Armes Deutschland
- In Deutschland ist die Zahl der Armen in den vergangenen Jahren ungewöhnlich schnell gestiegen. Inzwischen sind rund 15 Prozent der Bürger armutsgefährdet – und damit mehr als in anderen europäischen Ländern, die mit der Bundesrepublik politisch und ökonomisch vergleichbar sind. [...] Der Staat “hat die Ungleichheit verschärft”. Durch jüngste Beschlüsse der Bundesregierung werde die Kluft weiter wachsen. Weil es immer mehr atypisch Beschäftigte wie Minijobber und Leiharbeiter gibt, die meist sehr wenig verdienen, erläutert Grabka (DIW). Die Politik habe diese Entwicklung gefördert. Mehr noch: Der Staat sorge immer weniger für eine Umverteilung von oben nach unten.
- → Gerechtigkeit
- Karl-Heinz Behr (der Freitag vom 04.04.2010; Interview): „Das ist kein Sozialstaat mehr“
- Armut beschränkt sich nicht mehr auf Alte, Arbeitslose und Ausländer. Christoph Butterwegge
über die Westerwelle-Debatte, verschwiegene Armut und politische Showveranstaltungen.
- Barbara Dribbusch (taz vom 23.01.2010): Stimmungsmache gegen Hartz IV-Bezieher • Beschwerde über "Bild"-Zeitung
- Der paritätische Wohlfahrtsverband wirft der "Bild"-Zeitung Falschinformation durch irreführende Berechnungen vor. Eine gerichtliche Entscheidung zu Regelsätzen kommt am 9. Februar.
- Nachdenkseiten (22.01.2010): Hartz IV und die Folgen
Bundesverfassungsgericht prüft "Hartz IV" (soziokulturelles Existenzminimum)
- tagesschau.de (20.10.2009): Verfassungsgericht urteilt über Regelsätze • Werden Kinder von Hartz IV satt?
- Christoph Butterwegge (taz vom 20.10.2009): Debatte Kinderarmut in Deutschland • Ein Fall für Karlsruhe
- n-tv.de (19.10.2009): Kinderarmut in Deutschland • Ein Fall für Karlsruhe
| [...] Zu welchen Härten Hartz IV für Kinder führt, rechnete der Kinderschutzbund mit Blick auf die nun in Karlsruhe anhängigen Klagen vor. Demnach billigte Rot-Grün einem Kind nur 2,56 Euro am Tag für Essen und Trinken zu. Kinder in Sozialhilfe hätten dagegen schon vor 20 Jahren umgerechnet 2,90 Euro am Tag für Lebensmittel bekommen.
Dem Kinderschutzbund zufolge sind Hartz-IV-Kinder überdies von weiten Bereichen eines kindgerechten Lebens abgeschnitten, weil 3,83 € im Monat für den Besuch einer Sport- oder Kulturveranstaltung ebenso wenig reichten wie 66 Cent monatlich für ein Fahrradkauf oder 1,04 Euro für Sportartikel. Dass Kinder wegen ihres Wachstums häufiger Kleider benötigten, werde in dem vom Erwachsenenbedarf starr abgeleiteten Regelsatz überhaupt nicht berücksichtigt. [...] n-tv.de (19.10.2009): Kinderarmut in Deutschland • Ein Fall für Karlsruhe |
- Christian Rath (taz vom 20.10.2009): Zu wenig Hartz IV • Es geht nicht nur um die Kinder
- Heribert Prantl (SZ vom 21.10.2009): Pi mal Daumen minus X = Hartz IV
- spiegel.de (21.10.2009): Hartz IV • Verfassungsrichter bringen Regierung in Erklärungsnot
- Harald Neuber (Telepolis vom 24.10.2009): Sozialstaat nach Zentimetern • Die Debatte um Hartz IV bei Kindern wirft ein Schlaglicht auf die neoliberale Ideologie
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1. Bearbeite die Aufgaben im nachstehend verlinkten Kapitel "Soziale Frage im 21. Jahrhundert". 2. Diskutiere die unkritische Berichterstattung der Medien zur Fragestellung, ob der finanzielle Abstand zwischen Hartz IV und Geringverdienern zu klein ist (um für das Arbeiten zu motivieren) am Beispiel der Sendung "Stern TV vom 28.10.2009": 3. Recherchiere (im Kontext zur o. a. Sendung "stern TV"): 4. Recherchiere: Welche Konsequenzen hat es, wenn ein Geringverdiener, der ("aufstockend") "Hartz-IV" erhält, ohne Genehmigung der zuständigen Behörde (ARGE) - beispielsweise - in Urlaub fährt? EAO |
Urteil in Sachen „Hartz IV“ (09. Februar 2010)
- Bundesverfassungsgericht (PM Nr. 5/2010 vom 09.02.2010): Regelleistungen nach SGB II ("Hartz IV- Gesetz") nicht verfassungsgemäß
- Georg Rammer (NRhZ-Online vom 05.05.2010): Bundesverfassungsgericht legitimiert Sozialrassismus • Bloß nicht verhungern
- Als das Bundesverfassungsgericht im Februar diesen Jahres zu den Hartz-IV-Regelsätzen entschied, war die Mainstream-Presse entweder voll des Lobes über das „Sozialstaatsurteil“ oder sah eine kolossale Kostenlawine rollen. Eine solche Achtung vor diesem Urteil war aber zu keiner Zeit angemessen. Die Wahrheit ist, dass das BVerfG – um es in Deutsch zu sagen – wieder einmal keinen Arsch in der Hose hatte und vor der Politik eingeknickt ist. Schlimmer noch: “Das Gericht fällt hinter diese normativen Verpflichtungen, die sich auch aus den Erfahrungen der Weimarer Verfassung und des Faschismus entwickelt hatten, weit zurück“, heißt es in einem Artikel in den „Blättern“ vom Mai diesen Jahres.
Großbritannien
- Florian Rötzer (tp/blogs vom 23.07.2010): Wer ärmer ist, stirbt auch zunehmend früher
- Nach einer Studie ist die Ungleichheit
im Hinblick auf vorzeitige Mortalität in Großbritannien seit 1990 stetig gestiegen.
- Thomas Pany (tp/blogs vom 27.01.2010): Der lebenslange Makel der arm Geborenen
- Das britische Gremium für nationale Gleichheit ist schockiert über die Ergebnisse einer Untersuchung der Verhältnisse im Königreich, wie es sie noch nie zuvor gab.
Mindestsicherung in Österreich
- Ralf Leonhard (taz vom 21.01.2010): Mindestsicherung in Österreich • 744 Euro für alle
- Österreich gewährt seinen Bürgern eine Grundsicherung von 744 Euro im Monat, Mietbeihilfe und Krankenversicherung inklusive. Zu viel zum Verhungern, zu wenig zum Leben.
- Florian Rötzer (tp vom 17.03.2010): Österreich führt Hartz-IV ein
- Die Diskussion um die "Mindestsicherung" – für die Regierung "Sprungbrett zur Beschäftigung", für die FPÖ "soziale Hängematte" - verläuft ähnlich wie in Deutschland.
Europäisches Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung
- Birgit Schmeitzner (Tagesschau vom 21.04.2010): Aktionsplan zur Armutsbekämpfung • EU fordert von Mitgliedern bessere Zahlungsmoral
- 1,4 Milliarden Menschen leben weltweit in extremer Armut - und viele Industrieländer versprechen zwar Hilfe, überweisen aber dann doch nicht die versprochenen Summen. Die EU-Kommission kritisiert das - und hat jetzt einen Plan vorgelegt, damit auch gezahlt wird, was versprochen wurde.
- Ralf Streck (tp/blogs vom 29.03.2010): Keine Armutsbekämpfung in der EU
- Die EU-Regierungschefs einigten sich nicht auf belastbare Ziele zur Bekämpfung der Armut und zur Steigerung des Bildungsniveaus.
- Europäische Kommission: 2010 ist das Europäische Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung
Armut / verdeckte Armut
- SOZIALSTUDIE: Kein Entkommen aus der Armutsfalle (Spiegel-Online, 21.03.2007)
- "Die Armut in Deutschland hat sich in den vergangenen fünf Jahren nach Einschätzung des DIW zunehmend verfestigt. Die verbreitete Angst des Mittelstands vor dem Absturz in die Armut halten die Wirtschaftsforscher allerdings für unbegründet."
- mit einer Zahlentabelle und zwei Grafiken
- ARMUT: Millionen verzichten auf Unterstützung (Spiegel-Online, 18.10.2006)
- "Wissenschaftler sprechen von "verdeckter Armut": Mehrere Millionen Bedürftige in Deutschland nehmen einer Studie zufolge ihren Anspruch auf staatliche Hilfen nicht wahr."
- SOZIALE SPALTUNG IN DEUTSCHLAND: Fusel oder Premier cru - Von Franz Walter (Spiegel-Online, 07.05.2006)
- "Die Trennung zwischen Reich und Arm in der deutschen Gesellschaft verschärft sich. Doch die dauerarbeitslose Schicht der "Überflüssigen" ist orientierungslos und ohne Selbstbewusstsein. Eine Revolte, so sie denn kommt, wird von den Deklassierten der Wissensgesellschaft angeführt werden."
- Böckler Impuls 01/2006: Studie zu verdeckter Armut. Im toten Winkel des Sozialstaates. Mindestens 1,8 Millionen Bedürftige leben ohne staatliche Hilfe. - aus Nachdenkseiten
Denkanstöße
Armut in Deutschland
| [...] das Forschungsinstitut der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit, das IAB, hat ermittelt, dass bei einer derartigen Erhöhung der Anteil derer an der Bevölkerung, die an oder unter der Schwelle zum Armutsrisiko leben müssen, um immerhin zwei Prozent sinken könnte – von 14,8 auf 12,8 Prozent. Das Armutsrisiko von Alleinerziehenden mit einem Kind würde von 22,5 auf 15 Prozent zurückgehen. Wenigstens das. „Der Preis für diese Veränderungen“, schreibt das IAB, „wäre jedoch hoch.“ Nun gibt es keine Wissenschaft, die uns darüber aufklärt, was ein hoher Preis für die Beseitigung von Kinderarmut ist. Das ist vielmehr eine politische und ethische Entscheidung [...]. Noch pikanter wird so ein Satz angesichts der Abermilliarden Euro, die seit Beginn der Finanzkrise zur Stützung von Banken geflossen sind. [...]
Rudolf Stumberger (der Freitag vom 01.01.2010): Hartz IV • Jenseits der Schmerzgrenze
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- Dokumentation (SWR, Dienstag, 27.07.2010 - 22:30 Uhr): Die ungerechte Republik – Eine Deutschlandreise zwischen Arm und Reich
- Die einen setzen sich mit 50 als Millionäre zur Ruhe und sorgen sich nur noch darum, ob ihr Pool auch schön sauber ist. Die anderen wären froh, in dem Alter noch einen Job zu finden. Die einen kennen Billig-Essen nur als Party-Gag gegen aufkeimende Langeweile (‘Lachs ist auf Dauer ja dröge’). Die anderen wissen nicht, wie sie ihre Familien ernähren sollen – und das häufig trotz Arbeit. Deutschland 2010 – kein Sommermärchen.
Armut in der Welt
- Alle 3 Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen extremer Armut.
- Täglich sterben allein an den Folgen von Hunger und Unterernährung 24.000 Menschen weltweit.
- Jährlich sterben elf Millionen Kinder an vermeidbaren Krankheiten.
- In den ärmsten Ländern ist eine Schwangerschaft lebensgefährlich: Eine von 48 Frauen stirbt bei der Entbindung.
- Mehr als eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
- Mehr als 860 Millionen Menschen können nicht lesen und schreiben.
Quelle: Deine Stimme gegen Armut
- "Deine Stimme gegen Armut" ist die deutsche Plattform des "Global Call to Action Against Poverty" (GCAP), eine internationale Kampagne, in der sich Organisationen, Vereine, Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften, Prominente und Millionen Menschen wie Du und ich in mehr als 100 Ländern für ein Ende der Armut engagieren.
- Lalon Sander (taz vom 20.11.2009): DGB-Vorstand zu Benefizgalas • "Das hat was Obszönes"
- Roter Teppich, exquisites Essen, viele Stars - nebenbei wird für einen guten Zweck gesammelt. Selbst Befürworter von Benefizgalas finden ihre Extravaganz bedenklich.
- Bitter Sweet Symphony
(The Verve: (Video / Text)
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- Bundeszentrale für politische Bildung: Filmheft WE FEED THE WORLD – ESSEN GLOBAL (PDF-Datei; 24 Seiten)
- Steuer gegen Armut
| We feed the world (Filmausschnitt: Sequenzen mit Prof. Jean Ziegler |
- Stephane Parmentier (aus Le Monde diplomatique; taz vom 13.11.2009): Hungernde Bauern - Eine Analyse zu den Ursachen der Ernährungskrise.
- taz vom 11.11.2009: 200 Millionen Unter-5jährige hungern • Hunger macht krank und dumm
| [...] Zum Auftakt der Konferenz in Rom machte der Leiter der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO), Jaques Diouf, noch einmal die Fakten klar: "Eine Milliarde Hungernder, das ist weltweit ein Mensch von sechs. 105 Millionen mehr Hungrige als 2008. Alle 30 Sekunden sterben fünf Kinder wegen Unterernährung. [...]
Tagesschau (16.11.2009): Welternährungsgipfel in Rom • Der halbherzige Kampf gegen den Hunger
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"Träume" und deren skrupellose Ausnutzung
- → Creeps
- Angela Ulrich (29.05.2010): Agenten locken jugendliche Fußballer nach Europa • Junge afrikanische Talente im Abseits
- Mit Fußball aus der Armut: Davon träumen viele Jugendliche in Afrika. Skrupellose Agenten nutzen dies aus und locken die jungen Männer mit Versprechungen nach Europa. In den meisten Fällen zerplatzt der Traum dann schnell. Und vielen bleibt als letzte Hoffnung nur der Verein "Foot Solidaire".
Unterricht
Aktuelle Debatte - Höhe des Existenzminimums als "dekadent" kritisiert
Hintergrund
Kinderarmut
- Werner Zeppenfeld (Tagesschau vom 05.09.2010; Video): Videoblog: Afrika, Afrika! • Die Computer-Kinder von Agbogbloshie
- In Agbogbloshie, einem Vorort von Ghanas Hauptstadt Accra, landet Elektroschrott
aus aller Welt. Nach der Schule holen sich Kinder Monitore, um Edelmetalle herauszulösen. Umhüllt von giftigem Rauch trennen sie Kupfer und Plastik. So ruinieren sie ihre Gesundheit und die Umwelt.
- Prof. Dr. Christoph Butterwegge (Uni Köln): Arme Kinder, reiches Deutschland (PDF-Datei; 13 Seiten) - Referat, 24. Januar 2009
- Klartext e.V. (Prof. Dr. Rainer Roth): Kinderarmut
- Sabine Müller (FR vom 20.05.2010): Schicke Villen, arme Kinder
- Jedes zweite Kind lebt unterhalb der Armutsgrenze - die Rede ist nicht von Bangladesch oder Togo, sondern vom Wohngebiet Schelmengraben in Hessens Landeshauptstadt.
- Anna Hunger (taz vom 16.09.2010): Erhebung belegt soziale Schieflage • Kinder sind besonders arm dran
- Vier von zehn Berliner Kindern leben in einer Familie, die Sozialleistungen bezieht. Als Konsequenz fordert der Kinderschutzbund
einen besseren Zugang zu Bildung.
Unterrichtsideen
-
Politik / SoWi: Armut in Deutschland (Michael Bornkessel, 01.12.2006)
- "Diskussionen über "die neue Unterschicht" und "das abgehängte Prekariat" bestimmen die Debatten zum Thema Armut in Deutschland. Die folgenden Basistexte dienen der Bearbeitung des Themas im Unterricht. Zudem wird in einem beispielhaften Schulprojekt dargestellt, wie das Thema gewinnbringend in den Unterricht integriert werden kann."
- Unterrichtsmaterialien (Teil der Jugendrotkreuzkampagne "ARMUT: SCHAU NICHT WEG!"):
- (zum Download; zip) "Reiches Land - arme Kinder" • Kinder- und Jugendarmut in Deutschland (2004)
- (zum Download; zip) "Ohne Moos nix los" • Kinder- und Jugendarmut in Deutschland (2003)
Materialien
- ARMUT: Millionen arbeiten auf ALG-II-Niveau (pdf, 1 Seite) - Böckler Impuls 16/2006 (Hans-Böckler-Stiftung)
- "Insgesamt gut 10 Millionen Menschen dürften einen gesetzlichen Anspruch auf Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld haben.Tatsächlich erhalten derzeit 7,4 Millionen Menschen Hartz-IV-Leistungen. Fast 2 Millionen Erwerbstätige leben in verdeckter Armut."
- Neue Studie zur verdeckten Armut - 1,9 Millionen Geringverdiener verzichten auf staatliche Unterstützung - Pressemitteilung, 18.10.2006
- Demokratie Macht Schule enthält Unterrichtsmaterialien für jeweils 90 minütige Einheiten zum Thema:
- Kapitel Globalisierung:
- Modul "Produktionsprozesse und -bedingungen" - am Beispiel der Jeanshose werden die (ungerechten) Arbeitsbedingungen auf der Welt betrachtet
- Modul "Fairer Handel" - als eine Möglichkeit die Lebensbedingungen von Kleinproduzenten zu verbessern
- Modul "Soziale Bewegungen" - als Folge von Armut und Möglichkeit zur Veränderung
- Kapitel Arbeit/Ausbildung/Erwerbslosigkeit
- Modul "Arbeit und (Jugend-)Arbeitslosigkeit
- Modul "Hartz IV und die Folgen"
- Kapitel Ausbildung, Mitbestimmung und Mindestlohn
- Modul "Ausbildung, und dann? - Arm trotz Arbeit" - eine Unterrichtseinheit zum Mindestlohn
- Kapitel Globalisierung:
- Petra Reiter-Mayer: Leben am Rande der Gesellschaft, Politik betrifft uns, 02/2009, Bergmoser + Höller Verlag AG, ISSN 0938-0884
- Die Unterrichtseinheit setzt den Fokus auf Armut im Allgemeinen und Kinderarmut im Besonderen.
Radioberichte
- Armut und Ungleichheit auf der Spur
- Internet in der 3. Welt
- Armut trotz Arbeit (leider nicht im Audio on Demand Archiv)
- Paul Stänner: Von der Kultur der Armut (RTF-Datei, ca. 1,8 MB) (SWR2, Feature am Sonntag, Manuskipt der Sendung vom 11.03.2007)
Fächerübergreifend / interdisziplinär
- Deutschunterricht (beispielsweise):
- Bertolt Brecht
Reicher Mann und armer Mann // standen da und sahn sich an.
Und der Arme sagte bleich: // »wär ich nicht arm, wärst du nicht reich«. - Erich Kästner (Text + Melodie: Weihnachtslied, chemisch gereinigt; Legende, nicht ganz stubenrein)
- Hans Christian Andersen (Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern)
- Kurt Tucholsky (Die Leibesfrucht spricht)
- Jonathan Swift (Ein bescheidener Vorschlag, wie man verhindern kann, dass die Kinder der Armen ihren Eltern oder dem Lande zur Last fallen, und wie sie vielmehr eine Wohltat für die Öffentlichkeit werden können.) (BR-Online/Schulfernsehen online, 14.9.2007) - Satire
- "Sankt Martin"
(Uwe Lyko alias Herbert Knebel: Video)
- "Kinder und Prestige-Objekte" (Erziehung / sozialdarwinistische
Gesellschaft) (Rüdiger Hoffmann: Video)
- "In the Ghetto" (Lisa Marie & Elvis Presley: Video / Text)
- "Ich will euer Leben nicht" (Basis
: Video / Text)
- "Wenn sie diesen Tango hört" (Pur
(Band): Video / Text)
Die Mathematik der Ungerechtigkeit
- Götz Kluge (München, 08.07.2007): Die Mathematik der Ungerechtigkeit
- Ungleichverteilungskoeffizienten lassen sich sowohl für Einkommensverteilungen als auch für Vermögensverteilungen berechnen.
Weblinks
- Armut bei Kindern und Jugendlichen - Aus der Reihe "Gesundheitsberichterstattung des Bundes" (Themenheft 4)
- Enthält eine kompakte/knappe Darstellung der diversen Armutsdefinitionen und -konzepte.
- Prof. Dr. Karl-Heinz Brodbeck: Ökonomie der Armut (20 Seiten; PDF-Datei, ca. 160 kB) Eine Publikation, die sich mit der Frage aus historischer Sicht beschäftigt und dabei die politisch-ideologischen Theorien zur Armutsfrage auf deren Stichhaltigkeit hinterfragt.
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- Prof. Dr. Hans-Jürgen Krysmanski: Wem gehört die EU?
- Die Frage, wem die EU gehört, kann und muss auf verschiedenen Ebenen beantwortet werden. Zunächst einmal [...] geht es um die Frage der Vermögenskonzentrationen, seit der europäische Integrationsprozess so richtig in Gang gekommen ist. [...]
- Reinhard Jellen: Gespräch mit dem Soziologen Hans Jürgen Krysmanski über globale und nationale Macht- und Funktionseliten.
- Teil 1 (tp vom 29.12.2009): Wer die Fäden zieht
- Teil 2 (tp vom 30.12.2009): "Über die Identität der Gläubiger des Schuldners Staat wird nie gesprochen"
Siehe auch
- Ernährung
- Hunger
- Familie
- Förderprogramme für Schulen | Förderung sozial benachteiligter Schüler
- Milieu
- Gerechtigkeit
- Ethik; Lernpfade Ethik/Kinderrechte
- Konsum
- Wirtschaft
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ): Die Millenniumsziele – Herausforderungen für die Zukunft
- ↑ Deutschsprachiges Fallrecht (DFR): BVerfGE 82, 60, 85 = Rdnr. 104 ff sowie BVerfGE 82, 60, 94 = Rdnr. 128 ff. in BVerfGE 82, 60 - Steuerfreies Existenzminimum
- ↑ Deutschsprachiges Fallrecht (DFR): BVerfGE 87, 153 - Grundfreibetrag
- ↑ Deutschsprachiges Fallrecht (DFR): BVerfGE 99, 246 - Kinderexistenzminimum = Bundesverfassungsgericht, Beschluss des Zweiten Senats vom 10. November 1998: BVerfG, 2 BvL 42/93 vom 10. November 1998
- ↑ Deutschsprachiges Fallrecht (DFR): BVerfGE 99, 273 - Kinderexistenzminimum III
- ↑ „Gesellschaft im Reformprozess“ (PDF-Datei; 2 Seiten) - Studie der TNS Infratest Sozialforschung Berlin im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung
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