Fachdidaktik Physik
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Schülervorstellungen
Während des Lernprozesses im Physikunterricht stößt man immer wieder auf Alltagsvorstellungen der Schüler. Die Vorstellungen eignen sich die Schüler entweder im Alltag an oder werden bei einer Konfrontation mit einem unbekannten Lehrstoffes ad hoc konstruiert. In der Regel sind die ad hoc formulierten Modelle leichter zu ändern als die tiefer liegenden Alltagsvorstellungen. Um den Schülern die physikalischen Modelle beizubringen, ist es sehr hilfreich wenn nicht gar notwendig, sich mit den Schülervorstellungen näher zu beschäftigen, um den Schülern zu helfen ihre Vorstellungen zugunsten der physikalischen Modellvorstellungen zu überdenken.
Welche Strategien zum Einbeziehen von Schülervorstellungen gibt es?
Es gibt mehrere Möglichkeiten um auf Schülervorstellungen zu reagieren:
- Über den kontinuierlichen Weg versucht man einen bruchlosen Weg von den Schülervorstellungen zu den physikalischen Vorstellungen zu finden. Dabei knüpft man an Vorstellungen an, deren Alltagsverständnis nicht oder möglichst wenig mit dem physikalischen Verständnis kollidiert. Die Lernenden weden Schritt für Schritt zur physikalischen Sicht geführt.
- Über den diskontinuierlichen Weg, diese setzt auf die plötzliche Einsicht, die ein kognitiver Konflikt erlaubt. Es werden Vorstellungen der SuS der physikalischen Sicht gegenübergestellt oder es wird gezeigt, dass der vorhergesagte und tatsächliche Ausgang eines Experiments nicht übereinstimmt. Es zeigt sich, dass ein kognitiver Konflikt nicht ausreicht, um die Lernenden von der physikalischen Sicht zu überzeugen – häufig verstehen die SuS überhaupt nicht, worin der Konflikt besteht und was er bedeutet.
Konzeptwechsel
- Vertraut machen mit den Phänomenen
- Bewusstmachen der Schülervorstellungen (birgt die Gefahr das die SuS hartnäckig ihre Vorstellung verteidigen)
- Einführung in die physikalische Sichtweise
- Anwendung der neuen Sichtweise
- Rückblick auf den Lernprozess
Kennzeichen erfolgreichen Unterrichts
- Die Schülervorstellungen ernst nehmen, sie ausdrücklich bei der Unterrichtsplanung berücksichtigen, sie im Unterricht ggf. zur Sprache bringen.
- Die Themen des Unterrichts in sinnstiftende Kontexte einbetten, damit sie den Schülerinnen und Schülern als lernenswert erscheinen
- Nicht allein Lernangebote machen, sondern diese nachhaltig unterstützen. Freiräume für eigenständiges Erarbeiten des eigenen Wissens schaffen. (konstruktivistische Sicht des Lernens)
- Gutes Erklären auf verschiedenen Ebenen (siehe unten)
Schülervorstellungen in der Optik
| Thema | Schülervorstellung | pysikalisches Modell | |
|---|---|---|---|
Sehvorgang |
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Streuung und Reflexion |
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Licht und Schatten |
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Spiegelbild |
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Blendenöffnung und Sammellinsen |
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Quellen zu den Schülervorstellungen
- Rainer Müller und Wodzinski, Schülervorstellungen in der Physik, hg. v. Martin Hopf, 2. Aufl. (Köln: Aulis Verlag Deubner, 2007).
- Hartmut Wiesner, “Schülervorstellungen und Lernschwierigkeiten im Bereich der Optik,” Naturwissenschaften im Unterricht Physik/Chemie 34, no. 13 (1986): 25-29.
- Horst Schecker, Skript zum Seminar, Schülervorstellungen und Lernprozesse im Physikunterricht, Universität Bremen, SS2007
- Jung, W. (1981): Erhebungen zu Schülervorstellungen in Optik (Sekundarstufe I). In: physica didactica 8 (1981), 137-153.
- Wiesner, H. (1986): Schülervorstellungen und Lernschwierigkeiten im Bereich der Optik. In: Naturwissenschaften im Unterricht — Physik/Chemie 34 (1986), 13, 25-29.
- Wiesner, H.: Einführungsunterricht über Optik - an Schülervorstellungen orientiert. In: Praxis der Naturwissenschaften, Physik in der Schule, Aulis Verlag Deubner, Heft 3/58, April 2009, 5-14.
- Wiesner, H. (1994): Ein neuer Optikkurs für die Sekundarstufe I, der sich an Lernschwierigkeiten und Schülervorstellungen orientiert. In: Naturwissenschaften im Unterricht - Physik (1994), 22, 7-15.
- Gropengießer, H. (1997): Schülervorstellungen zum Sehen. In: Zeitschrift für Didaktik der Naturwissenschaften 3 (1997), 1, 71-87.
- Hartmut Wiesner, “Einführungsunterricht über Optik - an Schülervorstellungen orientiert,” Praxis der Naturwissenschaften - Physik in der Schule 3, no. 58, Physikunterricht - an Schülervorstellungen orientiert II (2009): 5-14. ISSN 16175689
- Duit, R.: PIKO-Brief Nr. 1 Mai 2004: Schülervorstellungen und Lernen von Physik, IPN Kiel
Erklären im Physikunterricht
Physikalische Zusammenhänge so zu erklären, dass es die Schüler verstehen ist das Handwerkzeug eines jeden Physiklehrers. Man kann dieses Handwerkzeug sich aneignen. Unten sind einige Punkte aufgelistet die einem Lehrer helfen können Themen in der Physik besser für die Schüler aufzubereiten. Dazu holt man den Schüler erst dort ab wo er steht. Also sind die Schülervorstellungen der erste Ansatzpunkt der einem bewusst bleiben sollte. Der nächste Schritt wäre physikalische Sachverhalte auf verschiedenen Darstellungsebenen zu erklären.
Physikalische Sachverhalte darstellen
Um physikalische Sachverhalte möglichst nachhaltig darzustellen kann man mit unterschiedlichen Darstellungsebenen arbeiten. Nachhaltig heiß die Sachverhalte so darzustellen, dass sie von möglichst vielen Schülern verstanden werden. Dazu sollten folgende Punkte beachtet werden:- auf mehreren Ebenen arbeiten
- häufiger die Ebenen wechseln
- Bezüge herstellen
- -zwischen den Ebenen
- -zu Alltagserfahrungen
- -zu vorherigem Unterrichtsstoff
- -zu anderen Fächern
- Schülervorstellungen berücksichtigen
Erklären im Physikunterricht
Gut erklären können ist ein wesentliches Kriterium, das Schüler für einen guten Lehrer, bzw. guten Unterricht nennen. Die Schüler halten es auch für eine wichtige Aufgabe des Lehrers - (Genauso wichtig wie die Gestaltung von Lernumgebungen, in denen Schüler sich Stoff eigenständig erarbeiten.) Elementarisieren und didaktisch rekonstruieren sind wesentliche Teile der Unterrichtsvorbereitung.
Was gehört zum schülergemäßem Erklären?
- Das Vorverständnis der Lerner berücksichtigen
- -Vorwissen, Vorstellungen
- -Mögliche Lernschwierigkeiten vorausahnen
- Analogien entwickeln
- Bezüge zu Bekannten herstellen
- mit Anschauung/Erfahrung verknüpfen
- multiple Repräsentation verwenden (Text, logisches Bild, Experiment,...)
- viele Beispiele bringen
- in eine Geschichte einbetten
- auch Unterschiede zu Ähnlichem benennen
Was nicht zum guten Erklären gehört
- Eine Erklärung mehrfach in gleichen oder ähnlichen Worten (Bildern,...) wiederholen
- Fragen von Schülern übergehen
- einen Sachverhalt als ganz einfach oder offensichtlich (wie man unmittelbar sieht...) darstellen
Quellen zum Thema Erklären
- Ernst Kircher, Raimund Girwidz, und Peter Häußler, Physikdidaktik: Theorie und Praxis, 1. Aufl. (Springer, Berlin, 2007).
- Horst Schecker, Skript zum Seminar, Schülervorstellungen und Lernprozesse im Physikunterricht, Universität Bremen, SS2007
Zeitschriften zur Fachdidaktik
Weblinks
- Schülervorstellungen und Lernschwierigkeiten im Physikunterricht Material und Informationen der Universität Bremen (IDN).
- Physikdidaktik an der Universität München. Es werden einige Unterrichtsmaterialien zur Verfügung gestellt.
- Präkonzepte und Misskonzepte im Physikunterricht, Materialien und Informationen der Universität Bayreuth
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