Familie
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Die Liebe und das liebe Geld
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Das Existenzminimum in der Lebenswirklichkeit (Realität):
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Das Existenzminimum für Kinder beträgt:
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Höhe des Existenzminimums als "dekadent" kritisiert
- Klaus Stuttmann (Karikaturen):
- http://www.tagesspiegel.de/medien/karikaturen/cme803,324657.html
- http://www.stuttmann-karikaturen.de/archiv3.php?id=3464
| [...] Wenn Westerwelle über spätrömische Dekadenz in Deutschland reden will, sollte er über andere Menschen reden als Hartz-Empfänger - doch dann müsste er seine eigene Klientel beleidigen. Die Historiker sind notorisch zerstritten, wenn es um die Frage geht, wie das Römische Reich im Orkus der Geschichte verschwinden konnte. [...] Nur in einem sind sie sich ziemlich sicher: Wenn da etwas richtig faul war im Staate Rom, dann die intellektuell korrumpierte und luxussüchtige Elite. Also das eine Prozent der Bevölkerung, das alle Reichtümer Roms unter sich aufteilte - aber ganz sicher nicht die verarmte Unterschicht. [...]
* Thorsten Dörting (Spiegel vom 11.02.2010): Westerwelles Sozialstaatsattacke • Er kam, sah und patzte
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Bitte positioniere Dich.
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Bei einem Familien-Einkommen in Höhe von monatlich 2.500 Euro brutto - das entspricht bei vollschichtiger Arbeit (40-Stunden-Woche, d.h. durchschnittlich 173 Stunden pro Monat) einem Brutto-Stunden-Lohn in Höhe von 14,45 Euro - ergibt sich im horizontalen Vergleich folgende Situation: Mit diesem Lohn
kann ein Arbeitnehmer mit zwei Kindern seine Familie nicht ernähren:
| Horizontaler Vergleich / frei verfügbare Einkommen 2003 | ||||||
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| Jahreseinkommen 2003 | ledig 0 Kinder | verheiratet 0 Kinder | verheiratet 1 Kind | verheiratet 2 Kinder | ||
| Brutto | 30.000 € | 30.000 € | 30.000 € | 30.000 € | ||
| Abzüge | - Lohnsteuer | 5.385 | 2.172 | 2.172 | 2.172 | |
| - Soli | 296 | 46 | 0 | 0 | ||
| - Kirchensteuer | 431 | 174 | 63 | 0 | ||
| - Sozialversicherungsbeiträge | 6.315 | 6.315 | 6.315 | 6.315 | ||
| + Kindergeld | 0 | 0 | 1.848 | 3.696 | ||
| Netto | 17.573 € | 21.294 € | 23.298 € | 25.209 € | ||
| abzüglich | Existenzminimum Erwachsene | 7.235 | 14.470 | 14.470 | 14.470 | |
| soziokulturelles EM Kinder | 3.648 | 7.296 | ||||
| Betreuung, Erziehung, Ausbildung | 2.160 | 4.320 | ||||
| Frei verfügbares Einkommen | 10.338 € | 6.824 € | 3.020 € | - 877 € | ||
Jürgen Borchert: Zur Situation der Familien: Plädoyer für eine radikale familienpolitische Strukturreform! (Seite 14 von 18 der PDF-Datei)
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| [...] Versuchen wir es also mit einem kleinen Merkzettel für das, was wirklich zu diskutieren wäre. Erstens: Der Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor den schlimmsten Folgen von Arbeitslosigkeit entspringt nicht den Auswüchsen eines wild um sich greifenden Staates. Er ist auch nicht nur ein zwingendes Gebot der grundgesetzlich verankerten Menschenwürde. Er ist die historisch gewachsene Konsequenz aus den Armutsverhältnissen der frühindustriellen Gesellschaft - aus Elendsquartieren, Tagelöhnerei und auch Revolten, an denen die damalige Mittelschicht nicht gerade ihr Vergnügen hatte. Die (Unter-)Töne, die die Errungenschaft sozialer Rechte pauschal infrage stellen, sollten sich zivilisierte Politiker im 21. Jahrhundert sparen. [...] Drittens: Der Sozialstaat ist teuer, aber keiner redet darüber, warum (außer Populisten, die ihn einfach beschneiden wollen). Der Sozialstaat ist unter anderem deshalb teuer, weil wir eine Dauerarbeitslosigkeit von mehreren Millionen akzeptiert haben. Er ist teuer, weil wir es zugelassen haben, dass mehr als eine Million Beschäftigte, die bis zu 40 Stunden pro Woche arbeiten, vom Lohn nicht leben können und zusätzlich Hartz-IV-Leistungen brauchen. [...]
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- → Soziale_Frage#Europa → Art. 4 Nr. 1 Europäische Sozialcharta
Aktuelles
- Prof. Dr. Helga Spindler: Sechs Jahre Ringen um das Existenzminimum – und kein Ende
- Zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 9. Februar 2010: Die Entscheidung ist in sich widersprüchlich. Zwar wird das Recht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum präzisiert, und es werden Vorgaben für die Vorgehensweise bei der Bemessung der Regelsätze gemacht, was für das deutsche Rechtssystem einen Fortschritt darstellt. Aber es finden sich, nicht nur um die Rückwirkung der Entscheidung zu vermeiden, sondern auch, um sich betont nicht in den Gestaltungsspielraum der jeweiligen Regierungen einzumischen, missverständliche Formulierungen wie die, dass die bisherigen Regelleistungen nicht »evident unzureichend « (Rn. 151, 152) oder die bisherigen Kinderregelsätze nicht »offensichtlich unzureichend« (Rn. 155-158) seien. Das kann die politische Ebene ermuntern, die bisherige Linie fortzusetzen, statt die Aufträge des Gerichts für die Zukunft umzusetzen.
- Thomas Pany (tp vom 8.02.2010): Vom Verschwinden des Lohnabstands • Warten auf das Urteil aus Karlsruhe: Was, wenn die Sozialleistungen höher liegen als die Löhne von Geringverdienern?
Das familiäre Existenzminimum
Nach Überzeugung des 6. Senats des Hessischen Landessozialgerichts führt die mangelhafte Deckung regelmäßig auftretender Bedarfe durch die Regelleistungen zu einer - verfassungswidrigen - Unterschreitung des soziokulturellen Existenzminimums. Der Senat weist in seinem 75-seitigen Vorlagebeschluss
ferner darauf hin, dass bei der Festlegung des soziokulturellen Existenzminimums das Rechtsstaatsprinzip - hier insbesondere: das Willkürverbot - nicht beachtet wurde:
| ABSATZ Nr. 124 „Prüfmaßstäbe sind für den erkennenden Senat die Menschenwürde (Art. 1 Abs. 1 GG) i.V.m. dem Sozialstaatsprinzip (Art. 20 Abs. 1 GG), der allgemeine Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 GG und das besondere Diskriminierungsverbot gegenüber Familien (Art. 3 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 6 Abs. 1 GG ) sowie schließlich die Grundsätze der Normenklarheit, Folgerichtigkeit und Systemgerechtigkeit (Art. 3 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Rechtsstaatsprinzip (Art. 20 Abs. 3 GG). Der Senat sieht diese Verfassungsnormen durch die §§ 20 Abs. 1 bis 3 und § 28 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 SGB II verletzt. * Hessisches LSG: Az.: L 6 AS 336/07, Vorlagebeschluss |
- Markus Horeld (ZEIT Online vom 09.02.2010): Hartz-IV-Urteil aus Karlsruhe • Das Ende der Willkür
- Selten hat ein Urteil sozialpolitische Ignoranz so bloßgestellt wie der Richterspruch zu Hartz IV. Er ist ein Offenbarungseid für die Politik.
- Ursula Knapp und Franziska Schubert (FR vom 09.02.2010): Hartz IV-Urteil • Berechnung bemängelt, aber nicht die Summe
- "Der Staat muss die Hartz IV-Sätze neu berechnen, er muss sie aber nicht erhöhen. Das ist der Kern des Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom Dienstag. Der Erste Senat erklärte nur die Berechnung, nicht die Höhe der Regelsätze für verfassungswidrig. Bis zum 1. Januar 2011 muss der Gesetzgeber sowohl für Kinder als auch für Erwachsene eine neue Berechnungsmethode auf nachvollziehbarer Zahlengrundlage in Kraft setzen. Bis dahin gelten die alten Regelsätze."
- Wolfgang Lieb (Nachdenkseiten vom 10.02.2010): Bundesverfassungsgericht: Eine schallende Ohrfeige, die nicht besonders weh tut
| [...] Die einzig richtige Konsequenz aus dem Karlsruher Urteil wäre deshalb ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn, will man dem „Lohnabstandsgebot“ * Prof. Dr. Christoph Butterwegge (Nachdenkseiten vom 11.02.2010): Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den Hartz-IV-Regelsätzen |
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Existenzminimum und zwischenmenschliche Beziehungen
- Bundesverfassungsgericht (PM Nr. 5/2010 vom 09.02.2010): Regelleistungen nach SGB II ("Hartz IV- Gesetz") nicht verfassungsgemäß
| [...] Absatz-Nr. 135 b) Der unmittelbar verfassungsrechtliche Leistungsanspruch auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums erstreckt sich nur auf diejenigen Mittel, die zur Aufrechterhaltung eines menschenwürdigen Daseins unbedingt erforderlich sind. Er gewährleistet das gesamte Existenzminimum durch eine einheitliche grundrechtliche Garantie, die sowohl die physische Existenz des Menschen, also Nahrung, Kleidung, Hausrat, Unterkunft, Heizung, Hygiene und Gesundheit (vgl. BVerfGE 120, 125 <155 f.>), als auch die Sicherung der Möglichkeit zur Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen und zu einem Mindestmaß an Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben umfasst, denn der Mensch als Person existiert notwendig in sozialen Bezügen (vgl. BVerfGE 80, 367 <374>; 109, 279 <319>; auch BVerwGE 87, 212 <214>).
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Kindererziehung - ein entscheidender Beitrag zur Gesellschaft
| [...] Dass Sozialrechtstheorie immer eine ganz menschliche Seite hat, zeigte Borchert in den neunziger Jahren am Fall der Rosa Rees. Für den Deutschen Familienverband erarbeitete er damals eine Verfassungsbeschwerde, die 1992 zum „Trümmerfrauenurteil“ führte. Frau Rees hatte neun Kinder großgezogen, die alle fleißig in die Rentenkasse einzahlten, aus der ihre Mutter exakt 250 Mark Rente erhielt. 2001 folgte das „Pflegeurteil“, an dem Borchert ebenfalls mitgewirkt hatte. In beiden Urteilen des höchsten deutschen Gerichts gaben die Richter dem Gesetzgeber vor, das Renten- und Sozialsystem familiengerechter zu gestalten und die Kindererziehung in den Verteilungssystemen zu berücksichtigen. [...]
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- Deutschsprachiges Fallrecht (DFR): BVerfGE 87, 1 - Trümmerfrauen
- WDR (planet-schule): Trümmerjahre an Rhein, Ruhr und Weser (PDF-Datei, 4 Seiten)
- Ergänzende / vertiefende Materialien (Fragen und Aufgaben)
Elternarmut / Kinderarmut / Bildung & berufliche Perspektiven
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen
- Eva Völpel (taz vom 05.07.2010): Hartz-IV-Leistungen für Kinder • Kritik an Reformplan für Regelsätze
- Die Ansätze der Regierung zur Neugestaltung der Hartz-IV-Leistungen für Kinder stoßen auf Kritik. Der Wohlfahrtsverband befürchtet ein Millionenloch bei Hartz-IV-Hilfen.
- Tagesschau (05.07.2010): Streit über Hartz-IV-Sätze für Kinder
- Die Politik muss nachbessern - und die Hartz-IV-Sätze für Kinder neu berechnen. So hat es das Bundesverfassungsgericht entschieden. Eingeplant hat die Regierung dafür nun 480 Millionen Euro - viel zu wenig, meinen Opposition und Verbände. Arbeitsministerin von der Leyen verteidigte das Vorgehen.
- Franziska Schubert (FR vom 09.02.2009): Interview mit Jürgen Borchert "Schluss mit der Heimlichtuerei"
- Für den Sozialrichter Jürgen Borchert ist das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu Hartz IV ein "Riesenschritt": Endlich werde wahrgenommen, wie wichtig Bildung sei.
- Prof. Dr. Rainer Roth (13.02.2010): Eine Bewertung der BVerfG Entscheidung
- Ist das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu begrüßen? Nein!
| [...] Kinderarmut [...] Immerhin leben mittlerweile 16 % aller Jugendlichen unter 15 Jahren von ALG-II-Leistungen, das sind 1,7 Millionen Kinder. [...] * Bettina Winsemann (tp vom 21.02.2010): Deutschlands vergessene Kinder |
Die sozialen Probleme der Jugendlichen
- → Soziale Frage#Hungerlöhne / Armutslöhne / Niedriglohn (Soziale Frage im 21. Jahrhundert)
- Hans-Dieter Hey (NRhZ-Online vom 19.05.2010): Ohne Chancen – dafür sozial verfolgt • Jugend ohne Werdegang
- Die Chancen von Jugendlichen, einen ordentlichen Beruf zu erlernen, einen Job zu bekommen und eine Familie zu Gründen, die man ernähren kann, sinken in diesen kapitalistischen Krisenzeiten rapide. Statt dessen werden sie zerquetscht zwischen Praktikum, Billigjob und „Hartzen“. Bei solch gesellschaftlichen Zukunftsperspektiven ist es kein Wunder, wenn wir die niedrigste Geburtenrate seit den 1960er Jahren haben. Und während es den Heranwachsenden immer schlechter geht, erhalten sie statt gesellschaftlicher Unterstützung die Sanktions-Peitsche der Arbeitsagenturen.
- FR (25.05.2010): Sozialstudie • Viele Jugendliche sozial benachteiligt
- In Deutschland leben rund 130.000 sogenannte "unverbundene" Jugendliche zwischen 17 und 19 Jahren. Als "unverbunden" gilt, wer nicht zur Schule geht, arbeitslos ist und in keiner Beziehung lebt. Weiterhin fehlt diesen Jugendlichen die finanzielle und emotionale Unterstützung durch ihre Eltern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. Die Untersuchung betrachtet den Zeitraum von 2000 bis 2008 und stützt sich auf Daten des Sozio-Oekonomischen Panels (SOEP).
| [...] Während das Jugendstrafrecht das Ziel hat, Jugendliche und Heranwachsende milder und differenzierter zu bestrafen als das Erwachsenenstrafrecht, geht Hartz IV den umgekehrten Weg: Junge Erwachsene von 15 bis 25 Jahren werden härter sanktioniert als Erwachsene. [...] Bei jungen Erwachsenen holt der Staat sofort den Knüppel aus dem Sack. Mit Ausnahme von Meldeversäumnissen – hier sind auch 10 Prozent Abzug möglich – muss der Arbeitsvermittler den gesamten Regelsatz für drei Monate streichen. [...] Die Sanktionierung junger Erwachsener ist ein Massenphänomen. 2008 traf es 256.000. Bei fast 100.000 von ihnen – gut 38 Prozent – haben die Arbeitsagenturen den gesamten Regelsatz gestrichen, also das Geld, das eigentlich das Existenzminimum sichern soll. [...]
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- Joachim Jahnke (24.07.09): Schlecht integrierte Jugendliche von heute, Sprengstoff für die deutsche Gesellschaft von morgen?
- Tina Groll (ZEIT online vom 18.12.2009): Jugend zwischen Arbeitslosigkeit und Praktikum
- Viele Arbeitnehmer behalten trotz Krise ihre Jobs, doch die Jugendarbeitslosigkeit steigt dramatisch. Hunderttausende ergattern nur prekäre Stellen.
- Johanna Sand (taz vom 08.02.2010): Leben mit Hartz IV • Angst vor Schadenfreude
- Den Hartz-IV-Betroffenen macht nicht allein das wenige Geld zu schaffen. Eine arbeitslose Akademikerin
erzählt, warum sie ihre Freunde belügt und ihre Brüder beneidet.
Die Wohnung für das Existenzminimum von heute
- Florian Rötzer (tp vom 26.07.2010): Wie viel Quadratmeter Wohnfläche braucht der Mensch?
- Auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten will das Arbeitsministerium die Wohnkosten für Hartz-IV-Empfänger senken und neue Minimalstandards festlegen. [...] In der Weimarer Republik war angesichts der Wohnungsnöte ein Recht auf Wohnung der Verfassung (1919) eingearbeitet worden: [...] Nicht vergessen sollte man auch, dass das Recht auf Wohnung auch in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert ist, auch wenn die Forderungen dort (noch) weit jenseits der Wirklichkeit stehen: [...] Es gibt sogar einen Sonderberichterstatter für das Recht auf angemessenes Wohnen und einen angemessen großen Wohnraum.
Elterliche Sorge / Erziehung
Alltag von jungen Familien
- FR (16.08.2010): Kekse statt Erziehung • Viele Eltern verzichten auf Regeln
- Der Alltag von jungen Familien ist immer weniger durch Regeln, Rituale und feste Essenszeiten geprägt.
Pubertät – wenn Teenager ausrasten
- Quarks & Co (WDR; 10/2008): Pubertät – wenn Teenager ausrasten (PDF-Datei; 12 Seiten)
- [...] Kinder- und Jugendpsychiater sind sich einig: Die Pubertät gehört zu den schwersten Krisen, die ein Mensch in seinem ganzen Leben durchmachen muss. Das gilt nicht nur für die Teenies – auch ihre Eltern sind gestresst und verunsichert. [...]
Sorgerecht unverheirateter Väter
Tagesschau (03.08.2010): Sorgerecht für Väter • Karlsruhe kippt Vetorecht der Mutter
- Die derzeitige Regelung zum Sorgerecht unverheirateter Väter ist verfassungswidrig. Es widerspreche dem Elternrecht des Vaters, wenn die Mutter dem Sorgerecht für ein uneheliches Kind zustimmen müsse, entschied das Bundesverfassungsgericht
. Es gab der Beschwerde eines Vaters statt.
- Debatte zum Sorgerechtsurteil des Bundesverfassungsgerichts:
- Birgit Gärtner (tp vom 05.08.2010): Jammernde Väter
- Die rechtliche Ohnmacht des Mannes im Allgemeinen und des (ledigen) Vaters im Besonderen widerspricht der Wirklichkeit. Einige Anmerkungen zum Sorgerechtsurteil des Bundesverfassungsgerichts.
- Thomas Pany (tp vom 10.08.2010): Feindbild Mann
- Das Sorgerechtsurteil des Bundesverfassungsgerichts und die Diskussion über verantwortungsvolle Väter.
- Seit mehreren Jahren schon geht die Rede von den "neuen Vätern", die sich in wachsender Zahl im Unterschied zu den "alten" mehr um Kinder, Erziehung und Haushalt kümmern - über ihre Berufstätigkeit hinaus. Ein neues Familienmodell wurde begrüßt, mit Vätermonaten ermuntert und mit zahlreichen Untersuchungen gestützt, die von der Wichtigkeit des Vaters für das Wohlgeraten der Kinder überzeugen. Ein Ideal, das den Trauschein nicht nötig hat und das tatsächlich, wie eigene Anschauungen aus dem Münchner Glockenbachviertel belegen, oft genug gelebt bzw. erprobt wird.
- Birgit Gärtner (tp vom 15.08.2010): Die Sorge der Mütter und die Rechte der Väter
- Gesellschaftliche Realitäten versus selbst gemachte schöne bunte (Männer)Welt – einige Anmerkungen zur Debatte zu meinem Artikel "Jammernde Väter"
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- Sorgerecht
; sowie (als Korrelat
): Garantenpflicht#Rechtspflicht zum Schutz von Rechtsgütern (sog. Beschützergarant)
Unterricht
- Irene Gerlach: Familienpolitik: Geschichte und Leitbilder - Informationen zur politischen Bildung (Heft 301)
- Kurt Tucholsky: Die Familie (12.01.1923), Wo kommen die Löcher im Käse her –? (29.08.1928)
- Elke Heidenreich
(beispielsweise):
- "Geschnitten oder am Stück?" (Metzgersgattin Else Stratmann: Leseprobe - PDF; 11 Seiten)
- "Darf's ein bisschen mehr sein?"
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Eltern-Kind-Beziehung / Jugendsprache
"Unser Inge" (Seite 16 ff. in "Darf's ein bisschen mehr sein?") |
Fächerübergreifend / interdisziplinär
Humor (Satire)
- Rüdiger Hoffmann:
- "Im Restaurant": So sind Kinder nunmal. (Video)
- "Erziehung" (Elternhaus): Kinder und Prestige-Objekte. (Video)
- Uwe Lyko alias Herbert Knebel:
- "Ehe" (Video)
Medien / Ausstellungen
| Die Entbehrlichen - Offizieller Trailer zum Film |
- Report Mainz (Sendung vom 28.06.2010):
- Arm contra Reich - leben wir in einem ungerechten Land? Was ist für Sie die größte Ungerechtigkeit?
- Die da oben und die da unten: Ein Wochenende zwischen Überfluss und Armut
- Weiblich - geschieden ? arm: Warum Alleinerziehende kaum Chancen auf Wohlstand haben
- Reich nur auf dem Papier: Die Ängste der Mittelschicht vor dem Abstieg
- Nachdenkseiten (02.09.2010): Filmtip: Die Entbehrlichen
- Ungefähr 1,7 Millionen Kinder gibt es in Deutschland, die in Armut leben oder von Armut bedroht sind. Nun sind es aber nicht nur die Kinder, sondern auch ihre Eltern, die man nicht vergessen sollte. Für die Zustände gibt es Ursachen. Der Neoliberalismus und seine hemmungslose Gier, sein Marktradikalismus und seine Ausgrenzungsstrategien haben zur Folge, dass darunter immer mehr Menschen leiden. Einer von ihnen ist Junge Jakob Weiss, der in solchen prekären und verzweifelten Verhältnissen seines Umfeldes aufwächst. Der Film basiert auf einer wahren Geschichte. [...] Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Andreas Arnstedt: „Die Entbehrlichen sind das Portrait einer chancenlosen Familie, wie es sie in unserer Gesellschaft schon jetzt zahlreich gibt und zeigt auf, wie sich durch die Veränderung der sozialen Situation das Miteinander dramatisch verändert hat. An jenen Orten, wo der Traum einer Karriere und das Streben nach einem hoch bezahlten Job keine Rolle spielen, sondern wo es um das nackte Überleben geht.“ [...]
Materialien
- Dr. Jürgen Borchert: Zur Situation der Familien: Plädoyer für eine radikale familienpolitische Strukturreform! (PDF-Datei) • Diakonisches Werk der evangelischen Landeskirche in Baden e.V., Kongress in Heidelberg am 23. November 2004
- Prof. Dr. Anne Lenze, Darmstadt: Die Verfassungsmäßigkeit der Regelleistung für Kinder, Vortrag (publiziert von der Tacheles Redaktion am 26. November 2008)
- Dr. Jürgen Borchert, Heidelberg: Vereinbarkeit von Erwerb, Familie und Privatleben • Vom "gender mainstreaming" zum "family mainstreaming"? (PDF-Datei), Öffentliche Anhörung, Brüssel 25. Januar 2006
- Böckler Impuls Ausgabe 20/2007: Steuerrecht • Familienförderung: Zweierlei Maß
- Siebenter Existenzminimumbericht: BT-Drucksache 16/11065; Unterrichtung durch die Bundesregierung: Bericht über die Höhe des Existenzminimums von Erwachsenen und Kindern für das Jahr 2010 (PDF-Datei, ca. 205 KB), 21. November 2008
- Marie-Luise Hauch-Fleck: Rechnen, bis es passt • Die Bundesregierung manipuliert das Existenzminimum – zum Schaden aller Steuerzahler, in: Die Zeit (Nr. 01/2007) vom 28. Dezember 2006
Familie als Solidargemeinschaft
- FR (22.06.2010): Studie • Familie als stützender Verbund
- Der Familie wird in Deutschland ein großer Stellenwert eingeräumt: Sie wird vor allem zur gegenseitigen Unterstützung und Hilfe im Alltag in Anspruch genommen.
- Deutsches Jugendinstitut (DJI): Stark und stabil – Familie als Solidargemeinschaft
Familie im Wandel
- FR (25.08.2010): Familienstruktur • Mehr eheliche Kinder in Großstädten
- Der gesellschaftliche Wertewandel hat zur Folge, dass immer mehr Kinder in Europa unehelich geboren werden. In Großstädten hingegen geht dieser Anteil zurück.
- Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL): Aktuelle Karten und Grafiken des Leibniz-Instituts für Länderkunde zeigen beim europaweiten Vergleich der nichtehelichen Geburten große regionale Unterschiede
- Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe (Uni Gießen): Familie im Wandel – Anforderungen an eine Familienpolitik mit Zukunft (PowerPoint-Präsentation)
- Tagesschau (29.07.2010): Mikrozensus 2009 • Immer mehr Ein-Eltern-Familien
- In immer mehr Familien wachsen Kinder
und Jugendliche
mit nur einem Elternteil auf: 2009 lebten rund 19 Prozent von ihnen nur mit Mutter oder Vater. Das ergab der "Mikrozensus 2009" des Statistischen Bundesamts. Vor allem Alleinerziehende mit Kleinkindern haben demnach finanzielle Probleme.
- Frauen werden zunehmend zu Hauptverdienern in der Familie
- Florian Rötzer (tp/blogs vom 05.07.2010): Frauen werden zunehmend zu Hauptverdienern in der Familie
- Noch geht kein Rollenwechsel zwischen Mann und Frau damit einher, das wird aber nicht so bleiben.
Jugendstudien
- Florian Rötzer (tp vom 15.09.2010): Aus Panik angepasst und unter Selbstkontrolle
- Die Shell-Studie schildert die Jugend als optimistisch und pragmatisch, eine andere Jugendstudie schildert sie als "angstvoll und ungeheuer anpassungswillig". [...] Erst letzte Woche wurde eine andere Studie veröffentlicht, die ein anderes Bild malt, auch wenn es viele Überschneidungen gibt. Die Jugendstudie des Marktforschungsinstituts Rheingold geht davon aus, dass die jungen Menschen zwischen 18 und 24 Jahren eine Lebenswelt wahrnehmen, die "durch eine ungeheure Brüchigkeit und ständige Erschütterungen" gekennzeichnet ist. [...] Insgesamt haben die Jugendlichen ausgehend von ihrer Erfahrung das Bild einer Zweiklassen-Gesellschaft entwickelt. Die Welt ist klar geteilt in Winner und Loser, in Superstars und Hartz IV, in gut und böse. [...]
Grafik (kompetenzorientierte Didaktik)
| Bevölkerungsexplosion (Demographische Entwicklung) Familienplanung | |
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Denkanstöße
- Tagesschau (11.05.2010): Urteil zu Hartz IV • Computer im Haushalt "nicht notwendig"
- Hartz-IV-Empfänger haben keinen Anspruch auf einen PC. Das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen entschied, dass ein Computer im Haushalt nicht notwendig sei. Dabei spiele keine Rolle, dass die Mehrheit der Haushalte einen PC habe. Entscheidend sei nur der objektive Bedarf. (Aktenzeichen: L 6 AS 297/10 B)
- Tagesschau (23.03.2010): Bundessozialgericht: Kauf von Kinderkleidung ist kein Härtefall
Die Leibesfrucht spricht
| Die Leibesfrucht spricht
Für mich sorgen sie alle: Kirche, Staat, Ärzte und Richter. * Kurt Tucholsky (1927) |
Schwanger, nicht krank
- Emilia Smechowski (taz vom 23.08.2010): Beschäftigungsverbot • Schwanger, nicht krank
- Schwangeren Frauen, die ein Beschäftigungsverbot
vom Arzt erhalten, wird das Arbeitslosengeld gestrichen - die Bundesarbeitsagentur will es so. In Schleswig-Holstein klagt jetzt die erste Betroffene. Ihre Chancen, vor Gericht zu gewinnen, stehen nicht schlecht.
| [...] Sich lediglich an Vorschriften gehalten zu haben - das ist die Zauberformel in der verwalteten Welt, mit der sich guten Gewissens das Ungeheuerliche ins Werk setzen lässt. [...]
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Lebensentwurf "Hotel Mama"
- Thomas Pany (tp/blogs vom 25.08.2010): "Die Leute hängen in den Seilen"
- Die Jugend von heute wird später erwachsen, behaupten Psychologen und finden im "Hotel Mama"-Lebensentwurf keinen Anlass zur Beunruhigung, sondern ein neues entwicklungspsychologisches Lebensstadium.
"Stallpflicht" für volljährige Hartz-IV-Kinder
- Frank Jäger (29. Oktober 2007): Sonderbehandlung von U-25-Jährigen
- Ein Beitrag zu Fragen, die das „SGB II-Änderungsgesetz” aufwirft: die Sonderregelung des § 22 Abs. 2a SGB II, das sogenannte Aus- und Umzugsverbot für U-25-Jährige, in Verbindung mit der Änderung des § 7 Abs. 3 Nr. 2 SGB II, die Hereinnahme der jungen Erwachsenen in die Bedarfsgemeinschaft der Eltern, und der Änderung des § 20 Abs. 2a SGB II, die Reduzierung der Regelleistung bei Umzug ohne Zusicherung der Behörde. Die frauenspezifischen Problemlagen rücken in diesem Zusammenhag im zweiten Teil meiner Ausführungen in den Fokus. Zunächst jedoch eine kurze allgemeinere Anmerkung zur Sonderbehandlung von U-25-Jährigen bei der Grundsicherung für Arbeitssuchende
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Gibt es eine Erklärung dafür, warum in der Natur bei (anderen) Säugetierarten
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Kinder sind nicht erwünscht
- Report Mainz (SWR, 30.08.2010): Städte sehen Kita-Ausbau durch Anwohner-Klagen bedroht
- Die Städte und Gemeinden in Deutschland sehen den bis 2013 geplanten Ausbau der Kindertagesstätten durch zunehmende Klagen von Anwohnern bedroht. Der Vizepräsident des Deutschen Städtetags
, Christian Ude, sagte im Interview mit dem ARD-Politikmagazin REPORT MAINZ: "In der Tat erleben wir in reinen Wohngebieten eine erschreckende Streitlust und Prozessfreude von Nachbarn, die Kinderlärm nicht als Zukunftsmusik empfinden, sondern als eine rechtlich unzulässige Störung und die gegen Kindertagesstätten vor den Kadi ziehen." [...]
- Rudolf Stumberger (tp vom 31.08.2010): Die neue Zuchtwahl
- Ob Arbeitslose oder Migranten: Wie aus der die bürgerlichen Mitte Sozialrassismus wieder hoffähig gemacht wird.
- [...] Warum sich (verbeamtete) Professoren bei dieser Debatte gerne hervortun, ist unklar. Doch der Grad der eigenen sozialen Absicherung mit lebenslanger Arbeitsplatzgarantie und gesicherter Altersversorgung scheint mit der Vorliebe zu korrelieren, den Lebensstandard von Bedürftigen abzusenken und papierene Wirtschaftsmodelle an lebenden Personen auszuprobieren. Und ihr Status als Hochschullehrer scheint sie nicht zu hindern, die Verfassung zu ignorieren und zu verneinen. [...] Akademische Sportdisziplin des Arbeitslosen-Bashings [...] Sozialeugenischer Diskurs [...] Heinsohn unterscheidet also deutlich zwischen Hartz IV-Kindern und Kindern von "Karrierefrauen", von Kindern des "leistenden Bevölkerungsteils". Und er lässt keinen Zweifel daran, dass er die "Hartz IV-Kinder" für minderwertiger, weil unfähiger und un-intelligenter, in Hinsicht auf die Rolle als künftige "Leistungsträger", hält. Dieses Geburts-Merkmal schreibt Heinsohn diesen Kinder zudem offensichtlich dauerhaft zu, der Makel lässt sich in seinem Denken offenbar weder durch Förderung noch durch Ausbildung tilgen. Der sozialrassistische Charakter dieser Äußerungen tritt durch die Forderung nach Dezimierung der Zahl dieser Kinder hervor: [...]
Siehe auch
Weblinks
- Dr. Rudolf Buchmann (Psychotherapeut SPV/ASP): Das Recht der Mutter auf Achtung (PDF-Datei, 3 Seiten)
- Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP): Das Online-Familienhandbuch
- Herausgeber: Prof. Dr. Dr. Dr. Wassilios E. Fthenakis und Dr. Martin R. Textor
- Anke Birnbaum: Rituale als Medium der Beziehungsarbeit
- Familie
- Online-Handbuch: Kindergartenpädagogik
- Herausgeber: Martin R. Textor
- Dr. Werner Stangl (Uni Linz, Institut für Pädagogik und Psychologie): Was Sie immer schon über Psychologie wissen wollten
Einzelnachweise
- ↑ Siebenter Existenzminimumbericht: BT-Drucksache 16/11065; Unterrichtung durch die Bundesregierung: Bericht über die Höhe des Existenzminimums von Erwachsenen und Kindern für das Jahr 2010 (PDF-Datei, ca. 205 KB), 21. November 2008
- ↑ Anke Birnbaum: Rituale als Medium der Beziehungsarbeit
- ↑ Vgl. hierzu die Existenzminimumberichte der Bundesregierung
- ↑ Deutschsprachiges Fallrecht (DFR): BVerfGE 82, 60, 85 = Rdnr. 104 ff sowie BVerfGE 82, 60, 94 = Rdnr. 128 ff. in BVerfGE 82, 60 - Steuerfreies Existenzminimum
- ↑ Deutschsprachiges Fallrecht (DFR): BVerfGE 87, 153 - Grundfreibetrag
- ↑ Deutschsprachiges Fallrecht (DFR): BVerfGE 99, 246 - Kinderexistenzminimum = Bundesverfassungsgericht, Beschluss des Zweiten Senats vom 10. November 1998: BVerfG, 2 BvL 42/93 vom 10. November 1998
- ↑ Deutschsprachiges Fallrecht (DFR): BVerfGE 99, 273 - Kinderexistenzminimum III
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