Leonardo da Vinci
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Leonardo da Vinci (1452-1519) war Maler, Bildhauer, Architekt, Musiker, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph. Er gilt als ein Universalgenie.
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Unterrichtsmaterial
- viele Bilder, Audiodateien von da Vinci sind frei verfügbar bei Wikimedia Commons
Interview mit dem Universalgenie Leonardo da Vinci
Reporter: Guten Tag, Herr da Vinci!
Leonardo: Buongiorno! Aber nennen Sie mich doch Maestro.
Reporter: Gut, Herr da Vinci ...Äh Maestro. Ich freue mich außerordentlich, dass Sie den Weg durch die Zeit für ein Exklusivinterview hier zu uns nach .... (Ort der Schule einsetzen!) gefunden haben.
Leonardo: Di niente!
Reporter: Maestro, Sie sind einer der bekanntesten Künstler des 15. und 16. Jahrhunderts. Sie haben mit der „Mona Lisa“ das bekannteste Gemälde der Welt geschaffen. Ihr Ruhm hat die Zeiten überdauert und drang auch bis zu uns nach .... (Ort der Schule einsetzen!) vor. Bitte erzählen Sie uns etwas über Ihre Herkunft.
Leonardo: Ich wurde im Jahre des Herrn 1452 in Vinci in der Toscana geboren. Im Alter von 15 Jahren begann ich meine Ausbildung als Maler und Bildhauer in Florenz beim damals besten und weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannten Künstler Andrea del Verrocchios.
Reporter: Hat er Ihnen zu Ihrer Meisterschaft in der Zeichen- und Malkunst verholfen.
Leonardo: Nur zum Teil. Giorgio Vasari, einer der ersten Kunsthistoriker, er schrieb Biographien über mich und andere Künstler meiner Zeit, sagte, dass ich schon in meiner Lehrzeit die Grundlagen meines zukünftigen Schaffens beherrschte und die Arbeiten meiner Kollegen in Andreas Werkstatt übertraf. Und ich habe damals schon Grenzen überschritten. Schon 1473 in einer meiner frühesten Zeichnungen habe ich als einer der ersten eine völlig selbständige Landschaftsdarstellung geschaffen. Ich bin mit Papier und Stift hinaus gegangen und habe die Natur studiert.
Reporter: Oh, das ist ja interessant. Wir haben gerade erst im Unterricht eine Naturstudie mit Farbe angefertigt, um die Vielfalt der in der Natur vorkommenden Grüntöne zu untersuchen.
Leonardo: Gut so, mein Kind, gut so. Nur über das Beobachten und Zeichnen kannst Du Dir ein genaues Bild über die Welt machen.
Reporter: Wie ging es dann weiter? Sie sind ja 1482 nach Mailand gegangen. Was hat Sie dorthin verschlagen?
Leonardo: Die Ausbildung und die alleinige Auseinandersetzung mit der Bildhauer- und Malkunst waren keine Herausforderung mehr für mich. Meine Karriere geriet auch leider etwas ins Stocken, weil mein Genie wohl niemand so recht erkannt hat. Also ging ich nach Mailand, um einen beruflichen Neuanfang zu wagen.
Reporter: Und dort haben Sie sich am Hofe des Fürsten Ludovico Sforza il Moro beworben?
Leonardo: Esatto. Ich bewarb mich auf seine Ausschreibung hin, ein überlebensgroßes Reiterstandbild zu Ehren seines Vaters zu fertigen. Aber eigentlich war ich auf eine Stelle als Ingenieur und Kriegsbaumeister aus. Das schien mir eine krisensichere Anstellung zu sein, denn il Moro lag ständig in kriegerischer Auseinandersetzung mit seinen Nachbarn. Er hat sich gern mit anderen angelegt.
Reporter: Aha. Also wurden Sie Baumeister am Hofe?
Leonardo: Nicht sofort. Auch dort hat zunächst niemand meine Talente erkannt. Also habe ich mich in den nächsten Jahren mit kleineren Aufträgen über Wasser gehalten.
Reporter: Befassten Sie sich nicht in dieser Zeit vor allem mit der Erfindung fantastischer aber zum Großteil unbrauchbarer Maschinen und Apparate?
Leonardo: Das ist richtig. Aber dieser Einschätzung muss ich sofort widersprechen. Da sind Sie ja genau so ignorant wie dieser Schreiberling Vasari. Es ist doch gar nicht wichtig, ob ich mich mit diesen Apparaten hätte unter Wasser oder in die Luft bewegen können oder nicht. Hätte es aber damals schon diese wundervollen Materialien gegeben, die Sie heute zur Verfügung haben, wäre es mir mit Sicherheit gelungen.
Reporter: Ich verstehe. Sie waren Ihrer Zeit damals wiederum weit voraus.
Leonardo: Esatto.
Reporter: Maestro, was meinen Sie damit, dass es eigentlich gar nicht wichtig war, ob diese Apparate funktionierten oder nicht? Erklären Sie das bitte.
Leonardo: Nun; das Beobachten und Zeichnen ist doch eine Möglichkeit sich über die Welt zu informieren, wie sie funktioniert und was sie zusammenhält. Es ist eine Methode der Forschung um bestimmte Prozesse besser zu verstehen und im Vorgang sichtbar zu beschreiben.
Reporter: Ich verstehe. Mit anderen Worten ist das Ihr Beitrag zu den Naturwissenschaften und gleichzeitig Teil Ihres persönlichen Lernprozesses.
Leonardo: Esatto – Sie verstehen mich! Ich habe in meinen Aufzeichnungen...
Reporter: ... die Sie ja in einer Geheimschrift anfertigten ...
Leonardo: ... Ja richtig; ich habe einfach spiegelverkehrt geschrieben, damit nur ich sie lesen konnte und mir niemand meine Ideen stiehlt. - Also in meinen Aufzeichnungen können Sie ja nachvollziehen, dass ich mich mit fast allen Wissensgebieten beschäftigt und eine Vielzahl solcher Apparate erfunden habe. Und soll ich noch etwas verraten, was man so bestimmt nicht in den Büchern lesen kann?
Reporter: Aber bitte.
Leonardo: Es hat mir ungemeinen Spaß gemacht, mir solche zum Teil nicht funktionsfähige Apparate auszudenken und zu entwerfen, das hält den Geist fit und schult das Vorstellungsvermögen. Das solltet Ihr unbedingt auch einmal ausprobieren.
Reporter: Maestro, ich bedanke mich für dieses Gespräch.
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