Feste und Bräuche im Judentum
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Lernpfad Ethik
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Inhaltsverzeichnis |
Der jüdische Kalender
Lest den folgenden Text und bearbeitet die unten stehende Aufgabe 1. (Zeitvorgabe: 15 min.)
Wie ihr gleich sehen werdet, sieht der jüdische Kalender ganz anders aus als der Gregorianische (das ist unserer).
Das jüdische Jahr beginnt im 7. jüdischen Monat, dem Monat Tischri (im September/Oktober), und besteht insgesamt aus zwölf Monaten.
Nicht nur die Monate heißen anders und sind anders angeordnet, sondern auch die Jahreszahlen sind im Judentum anders. Während wir uns gerade in etwa in der Mitte des Jahres 2009 befinden, neigt sich im Judentum das Jahr 5769 dem Ende zu. Woran kann das liegen? Ihr habt euch sicher schon gedacht, dass der jüdische Kalender einfach von einem ganz anderen "Anfang" ausgeht, als der christlich geprägte Gregorianische Kalender. Dabei wird nicht die Geburt Christi als Ausgangspunkt gesehen, sondern der Zeitpunkt der Schöpfung der Welt wie sie aus biblischen Chroniken errechnet wurde. Dieser fand 3761 Jahre vor unserer Zeitrechnung statt.
Keine Angst, falls ihr euch das jetzt nicht alles merken konntet. Wichtig ist erst einmal nur, dass ihr wisst, dass der jüdische Kalender anders aufgebaut ist als unserer und dass auch die Zeitrechnung anders funktioniert. Außerdem verschieben sich die Tage jedes Jahr ein bisschen, weil der Kalender auf die Sonne und den Mond ausgerichtet ist.
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Damit ihr den jüdischen Kalender noch ein bisschen besser kennenlernen könnt, ist es nun eure Aufgabe, den Jahreskreis auf dem |
Die jüdischen Feste
Jetzt, wo ihr euch einen Überblick über den jüdischen Kalender verschafft habt, werdet ihr euch mit einigen Festen, die es im Judentum gibt, befassen.
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Eure Klasse wird jetzt in sechs Kleingruppen eingeteilt. Jede Gruppe wird der Spezialist für ein jüdisches Fest und bekommt gleichzeitig eine Patengruppe, deren Arbeit sie überprüft, diskutiert und ergänzt.
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Rosch haSchanah
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Wie ihr schon wisst, ist der jüdische Kalender etwas anders aufgebaut als unserer.
Das Fest Rosch haSchanah, das jedes Jahr an den ersten beiden Tagen des Monats Tischri stattfindet, leitet im Judentum das neue Jahr ein. In diesem Jahr, 2009, fällt der 1. Tischri auf den 19. September.
Wenn man an Rosch haSchanah feststellt, dass man im letzten Jahr nicht immer gut gehandelt hat, nimmt man sich für das nächste Jahr vor, besser zu verhalten und zeigt an Rosch haSchanah Reue.
An Rosch haSchanah und bereits einen Monat vorher wird das Schofar-Horn geblasen. Der Klang dieses Widderhorns soll die Menschen daran erinnern, dass Gott schon über ihre Taten nachdenkt. Außerdem erinnert das Schofar-Horn and die Lehre der Tora und daran, wie Moses am Berg Sinai die 10 Gebote empfangen hat. Schließlich hat auch er das Schofar-Horn geblasen.
Auch wenn das Rosch haSchanah-Fest die Menschen zum Nachdenken bringen soll, heißt das nicht, dass die Menschen an Rosch haSchanah keinen Spaß und keine Freude haben können.
Familien feiern zusammen und wünschen sich viel Glück für das neue Jahr. Dabei essen sie viele süße Lebensmittel, damit das neue Jahr gut und süß wird. Gegessen werden dann zum Beispiel süßes Brot mit Honig und Rosinen (Challah), Apfelstücke mit Honig und Granatäpfel, damit die guten Tage der Menschen so zahlreich werden wie die Kerne des Granatapfels.Jom Kippur
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Jom Kippur findet 10 Tage nach Rosch haSchanah (dem jüdischen Neujahrsfest), am zehnten Tag des Monats Tischri (in diesem Jahr ist das der 18. September) statt. Neben dem wöchentlichen Sabbat, über den wir schon in den letzten Stunden gesprochen haben, ist Jom Kippur der höchste Feiertag im Judentum.
Jom Kippur wird auch als “Versöhnungstag” bezeichnet und beendet die Zeit im Jahr, die dazu dient, dass die Menschen über ihre Taten nachdenken und Buße tun. Eingeleitet wird diese Phase des Nachdenkens durch das Neujahrsfest, Rosch haSchanah. Rosch haSchanah und Jom Kippur gehören also zusammen.An Jom Kippur wird streng gefastet, das heißt, dass gläubige Juden weder essen noch trinken dürfen und viel Zeit in der Synagoge verbringen. Außerdem kleiden sich alle in schlichter, weißer Kleidung und besuchen den Gottesdienst in der Synagoge, die an Jom Kippur mit vielen Kerzen, weißen Vorhängen und Decken geschmückt ist. An Jom Kippur sollen sich die Menschen versöhnen und gute Taten vollbringen.
Am Vorabend des Jom Kippur versammeln sich die Menschen in der feierlich geschmückten Synagoge und hören sich ein Gebet an, das nur an diesem hohen Feiertag gesprochen wird, das Kol Nidrei. Zu diesem Zeitpunkt beginnt auch das Fasten, das erst am Abend des nächsten Tages wieder beendet wird.
Jom Kippur wird durch das Blasen des Schofar-Horns (das ist ein Widderhorn) beendet, durch das schon Rosch haSchanah eingeleitet wurde. Wenn das Fest beendet ist, gehen die Menschen nach Hause und nehmen nach dem Fasten wieder die erste Nahrung zu sich.
Jom Kippur ist ein ganz besonderes Fest, weil an diesem Tag alles ganz ruhig ist und keine Busse fahren und Kinos, Theater und Geschäfte geschlossen sind. Auch im Radio und Fernsehen läuft an diesem Tag kein Programm.
Sukkot
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Das Laubhüttenfest soll an die entbehrungsreiche Wanderung des Volkes Israel durch die Wüste erinnern. Weil die Juden zu dieser Zeit keine richtigen, feste Häuser hatten, bauten sich die Familien eine Sukka, eine Laubhütte. Als Erinnerung bauen die Juden auch heute noch an Sukkot Laubhütten aus allen möglichen Materialien. Dabei wird aber immer darauf geachtet, dass das Dach nur aus Laub besteht und dass man durch dieses Dach immer ein Stück vom Sternenhimmel sieht.
In der Sukka versammeln sich abends zum Sukkotfest Familien und Freunde zum Feiern. Teilweise werden sogar Balkons in Laubhütten umgewandelt.Innen ist die Sukka fröhlich mit Girlanden und Lichtern geschmückt.
Außerdem wird an Sukkot das Ende der Erntezeit gefeiert und Pflanzen spielen eine wichtige Rolle. Zum Gottesdienst wird sogar ein gebundener Strauß aus Palmenzweigen, Myrte, Weiden und Etrog (eine Art Zitrone) mitgebracht.
Chanukka
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Chanukka („Weihung“) geht weit in die Geschichte des Judentums zurück:
Aber warum dauert Chanukka ausgerechnet acht Tage lang? Auch dazu gibt es eine Geschichte, die an Chanukka erzählt wird: Nachdem die jüdische Gruppe den Tempel zurückerobert hatte, wollten sie Lichter zur Weihung des Tempels anzünden. Dazu sollte ein siebenarmiger Leuchter, die Menora, die sich im Tempel befand, angezündet werden. Allerdings wurde dazu Öl benötigt. Die Menschen durchsuchten den Tempel, fanden aber nur einen einzigen Krug Öl, der eigentlich nur dazu gereicht hätte, die Menorah einen Tag lang brennen zu lassen. Wie durch ein Wunder brannte der Leuchter mit dem Öl aber acht Tage lang, bis neues Öl beschafft werden konnte.
Daher dauert Chanukka acht Tage und der Chanukkaleuchter verfügt über acht Kerzen (viele Chanukkaleuchter haben aber eigentlich neun Kerzen. Die neunte Kerze in der Mitte dient dazu, die anderen Kerzen anzuzünden und wird nicht mitgezählt). An jedem der acht Tage wird feierlich eine der Kerzen angezündet, bis am letzten Tag alle acht Lichter brennen. Deswegen wird Chanukka auch als "Lichterfest" bezeichnet.
Für die Kinder ist Chanukka ein besonders schönes Fest, weil sie Süßigkeiten und Geschenke bekommen.
Das Passahfest/Pessach
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Am wichtigsten sind beim Passahfest die ersten zwei Tage, an denen Seder-Mahlzeiten stattfinden. Das Wort „Seder“ bedeutet „Ordnung“ und weist darauf hin, dass bei diesen Mahlzeiten alles einer bestimmten Ordnung und Abfolge folgt. Jede Speise, die zur Seder-Mahlzeit gereicht wird, erinnert an ein bestimmtes Ereignis, das das Volk Israel beim Auszug aus Ägypten durchleben musste. Ungesäuertes Brot wird zum Beispiel gegessen, weil die Juden bei ihrem Auszug so hastig aufbrechen mussten, dass sie keinen Sauerteig mehr ansetzen konnten. Zu dem Brot wird bitterer Krautsalat gegessen, weil er die Menschen an die bittere und harte Zeit erinnert, die die Juden unter der Knechtschaft in Ägypten aushalten mussten. Während der Seder-Mahlzeit wird die Geschichte der Flucht der Juden aus der Haggada, dem Buch der jüdischen Erzählungen, vorgelesen.
Am Passahfest dürfen keine gesäuerten Speisen verzehrt werden und einige Familien haben sogar Besteck und Geschirr, das nur am Passahfest benutzt wird und nie mit gesäuerten Speisen in Kontakt gekommen ist. Außerdem muss vor dem Fest das ganze Haus geputzt werden, damit sich in ihm keine Reste gesäuerter Speisen mehr befinden.
Am Passahfest versuchen die Juden also, sich in die Situation ihrer Vorfahren hineinzuversetzen und gedenken ihrer auf diese Weise.
Schawuot
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Schawuot wird im Judentum am 6. Siwan (in diesem Jahr ist das der 29. Mai), sieben Wochen nach dem Passahfest, gefeiert. Deswegen wird Schawuot auch als das „Wochenfest“ bezeichnet (das hebräische Wort „Schawuot“ bedeutet auch „Woche“).
Das Schawuotfest hat aber auch noch eine andere Bedeutung, die ebenfalls mit dem Passahfest verbunden ist:
Im Judentum wurde überliefert, dass Moses an Schawuot auf dem Berg Sinai die Zehn Gebote empfing. Nach dem Auszug aus Ägypten mussten die Juden lange durch die Wüste wandern bis sie schließlich am Berg Sinai die Zehn Gebote, ihre Gesetzgebung, erhielten. Durch den Auszug aus Ägypten und den Empfang der Zehn Gebote wurde die jüdische Religion begründet. Um dies zu feiern, werden an Schawuot die Zehn Gebote verlesen.
Zusammenfassung
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Nächste Unterrichtsstunde:
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Ihr habt nun schon einen guten Überblick über die jüdischen Feste bekommen. Nehmt nun die Steckbriefe der Feste zur Hilfe und malt jedes der sechs Feste in den jüdischen Kalender |
Teste dein Wissen
Ihr habt in dieser und in der letzten Unterrichtsstunde bestimmt schon sehr viel über das Judentum gelernt!
Testet nun, was ihr schon alles über die jüdischen Feste wisst und löst die Quizaufgaben. Macht euch Notizen, falls ihr etwas nicht lösen könnt und lest es im Steckbrief oder im Text zum Fest durch.
Der jüdische Kalender
Was weißt du schon über den jüdischen Kalender?
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Jüdische Feste und ihre Hintergründe
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Bräuche und Symbole
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