Exponentialfunktionen unter Einsatz eines Casio GTR

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Im folgenden Lernpfad werden die Exponentialfunktion und deren Anwendungsbereiche, wie zum Beispiel der Zinseszins unter Einsatz eines Casio GTR behandelt.

Inhaltsverzeichnis

Zinseszins

An einer grundlegenden Anwendung, der Berechnung des Zinseszins, wird einführend erklärt, welche Rechenvorteile die Exponentialfunktion bieten kann.


Stift.gif   Aufgabe
Ein Mann hat 1000 Euro für 10 Jahre bei einer Bank angelegt, bei der er 3 % Zinsen pro Jahr erhält. Ermittel wie viel Geld er nach den besagten 10 Jahren auf seinem Sparkonto hat.
Gegeben:
LaTeX: K_0 = 1000€
LaTeX: n = 10 Jahre
LaTeX: p%25 = 3%


Gesucht:
LaTeX: K_n


Diese Aufgabe ohne eine Exponentialfunktion zu lösen, wäre relativ aufwendig:

Formel:
LaTeX: K_1%3DK_0%2A%20%281%2B%28%5Cfrac%7Bp%7D%7B100%7D%29%29
LaTeX: K_2%3DK_1%2A%20%281%2B%28%5Cfrac%7Bp%7D%7B100%7D%29%29
...
LaTeX: K_n%3DK_%7Bn-1%7D%2A%20%281%2B%28%5Cfrac%7Bp%7D%7B100%7D%29%29


Rechnung:
LaTeX: K_1%3D1000%2A%281%2B%28%5Cfrac%7B3%7D%7B100%7D%29%29%20%20%20%20%20%3D%201030
LaTeX: K_2%3D1030%2A%281%2B%28%5Cfrac%7B3%7D%7B100%7D%29%29%20%20%20%20%20%3D%201060%2C9
...
LaTeX: K_%7B10%7D%3D1304%2C8%2A%20%281%2B%28%5Cfrac%7B3%7D%7B100%7D%29%29%20%3D%201343%2C9


Allerdings ist sie mit einer Exponentialfunktion mit einer einzelnen Rechnung zu lösen, da im Gegensatz zu Potenzfunktionen die Variable hier im Exponenten, statt in der Basis liegt:

Formel:
LaTeX: K_n%3DK_0%2A%20%281%2B%28%5Cfrac%7Bp%7D%7B100%7D%29%29%5En


Rechnung:
LaTeX: K_%7B10%7D%3D1000%2A%20%281%2B%28%5Cfrac%7B3%7D%7B100%7D%29%29%5E%7B10%7D%20%3D%201343%2C9

Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Exponential- und E-Funktion

Grundformel

Exponentialfunktion: LaTeX: f%28x%29%3Da%5Ex
E-Funktion: LaTeX: f%28x%29%3De%5E%7Bk%2Ax%7D

wobei e die "Euler'sche Zahl" ist. Diese Zahl hat den ungefähren Wert 2,718. Ihre Exponentialfunktion bleibt beim Ableiten immer gleich, dazu aber in Kapitel 4 "Ableitungsregel" mehr. Vorher soll geklärt werden: Warum gerade diese Zahl?


Existenz und Eindeutigkeit von e

Exponentialfunktionen der Form LaTeX: a%5Ex sehen, wie in der folgenden Graphik zu erkennen alle sehr ähnlich aus und unterscheiden sich lediglich in ihrer Steigung.

LaTeX: f_1%28x%29%20%3D%202%5Ex in grün
LaTeX: f_2%28x%29%20%3D%204%5Ex in rot
A^x und x+1.jpg

Je größer LaTeX: a also ist, umso schneller steigt die Funktion und umso enger liegt sie an der LaTeX: x- und LaTeX: y-Achse an.

Außerdem ist in der obigen Graphik gut zu sehen, dass jede der beiden Funktionen der Form LaTeX: f%28x%29%20%3D%20a%5Ex zwei Schnittpunkte mit der Geraden LaTeX: f_3%28x%29%20%3D%20x%2B1 (in schwarz) hat.
Das sagt uns, dass es einen Bereich

  • mit positiven LaTeX: x-Werten gibt, für die LaTeX: 2%5Ex kleiner als LaTeX: x%2B1 ist und einen
  • mit negativen LaTeX: x-Werten gibt, für die LaTeX: 4%5Ex kleiner als LaTeX: x%2B1 ist.


Wenn man jetzt aber zum Beispiel das LaTeX: a von LaTeX: f_1%28x%29%20%3D%202%5Ex langsam von 2 auf 4 erhöhen würde, gäbe es einen Punkt, an dem diese Funktion nur einen Schnittpunkt mit der Geraden LaTeX: f_3%28x%29%20%3D%20x%2B1 hat.
In diesem Fall wäre die Gerade LaTeX: f_3%28x%29 eine Tangente von LaTeX: f_1%28x%29.

Das LaTeX: a bei dem dies geschieht beschreibt die Zahl LaTeX: e. Im der folgenden Graphik ist dieser Fall zu sehen.

E-Funktion mit Tangente.png

Nun ist auch klar, dass es nur einen derartigen LaTeX: a-Wert gibt, da bei einem größeren LaTeX: a wieder ein zweiter Schnittpunkt, wie bei der Funktion LaTeX: f_2%28x%29%20%3D%204%5Ex entstehen würde.


Berchnung von e

Um LaTeX: e nun berechnen zu können, wird noch einmal die zweite Graphik benötigt. Hier kann man nämlich die Gleichung LaTeX: e%5Ex%20%3D%20x%2B1 aufstellen, dessen Ergebnis ja genau ein Punkt ist.

Für das Näherungsverfahren für LaTeX: e ist allerdings folgende Beschriftung notwendig:

LaTeX: a%5Eu%20%3D%201%2Bu

Wenn diese Gleichung nun nach LaTeX: a aufgelöst wird erhalten wir

LaTeX: a%20%3D%20%281%2Bu%29%5E%7B1%2Fu%7D

Wenn man die Werte für LaTeX: u jetzt kleiner werden lässt, geht LaTeX: a gegen LaTeX: e.

Um immer kleinere LaTeX: u betrachten zu können, kann man LaTeX: u%20%3D%201%2Fn setzen, wobei LaTeX: n für alle natürlichen Zahlen steht.

Wird nun also LaTeX: n in

LaTeX: a%20%3D%20%281%2B1%2Fn%29%5En

immer größer, geht LaTeX: a gegen LaTeX: e.


So ergibt sich für

LaTeX: n%20%3D%2010 -> LaTeX: a%20%3D%202%2C5937,

für

LaTeX: n%20%3D%201000 -> LaTeX: a%20%3D%202%2C7169

und für

LaTeX: n%20%3D%2010000 -> LaTeX: a%20%3D%202%2C7181,

was LaTeX: e%20%3D%202%2C7182818284... schon sehr nahe kommt.


Nuvola apps kig.png   Merke

LaTeX: %20e%20%5Capprox%202%2C718%20

graphische Darstellung

Im folgenden Koordinatensystem werden fünf verschiedene Funktionen des Typs LaTeX: f%28x%29%3Da%5Ex dargestellt. Diese haben allesamt unterschiedliche Basen:

LaTeX: f_1%28x%29%3D1%2C5%5Ex, LaTeX: f_2%28x%29%3D2%5Ex, LaTeX: f_3%28x%29%3D2%2C5%5Ex, LaTeX: f_4%28x%29%3De%5Ex, LaTeX: f_5%28x%29%3D3%5Ex


Exponential- und e-Funktion.png


Durch diese Graphen lassen sich die Auffälligkeiten der Exponentialfunktion sowie der e-Funktion gut beschreiben.

  • So nähern sich die Funktionen bei beliebig großen negativen x-Werten immer weiter der x-Achse, gehen also gegen Null.
  • Bei beliebig großen positiven x-Werten gehen die Funktionswerte gegen unendlich.


Nuvola apps kig.png   Merke

LaTeX: %5Clim_%7Bx%5Cto-%5Cinfty%7D%20a%5Ex%20%3D%200
LaTeX: %5Clim_%7Bx%5Cto%5Cinfty%7D%20a%5Ex%20%20%20%3D%20%5Cinfty

Umwandlung einer Exponentialfunktion in eine e-Funktion und umgekehrt

Für das LaTeX: k der Grundformel der e-Funktion (LaTeX: f%28x%29%3De%5E%7Bk%2Ax%7D) lässt sich immer ein Wert finden, sodass LaTeX: a%20%3D%20e%5Ek ist. Dies lässt sich mithilfe eines Casio GTR oder eines natürlichen Logarithmus berechnen.


Gegeben:
LaTeX: f%28x%29%20%3D%20a%5Ex
LaTeX: a%20%3D%201%2C25
LaTeX: a%20%3D%20e%5Ek

Erstes Beispiel mithilfe des Casio GTR

nun muss die Funktion LaTeX: a%20%3D%20e%5Ek (entspricht LaTeX: f%28x%29%20%3D%20e%5Ek) in den GRAPH-Modus eingetippt und folgendes berechnet werden:
GTR/GRAPH/G-SOLV/X-CAL
y = 1,25
da der Wachstumsfaktor LaTeX: a der Exponentialfunktion hier 1,25 ist und LaTeX: e%5Ek%20%3D%201%2C25 sein soll, damit LaTeX: k ermittelt werden kann.
Gsolv.jpg
Für LaTeX: x erhalten wir etwa 0,22314. Dies ist also unser LaTeX: k, welches wir nun in die Form LaTeX: f%28x%29%20%3D%20e%5E%7Bk%2Ax%7D einsetzen können:
LaTeX: f%28x%29%20%3D%20e%5E%7B0%2C22314%2Ax%7D


Zweites Beispiel mithilfe des natürlichen Logarithmus

LaTeX: f%28x%29%20%3D%20a%5Ex
LaTeX: a%20%3D%201%2C25
nun können wir mithilfe des natürlichen Logarithmus (ln-Taste auf dem TR) sofort LaTeX: b im normalen Taschenrechnermodus berechnen:
Nuvola apps kig.png   Merke
LaTeX: lna%20%3D%20k denn LaTeX: e%5Ek%20%3D%20a,

LaTeX: lna ist also die Umkehrfunktion vonLaTeX: e%5Ek
Ln1.25.jpg
hier erhalten wir natürlich auch etwa 0,22314, was ebenfalls zu der Funktion LaTeX: f%28x%29%20%3D%20e%5E%7B0%2C22314%2Ax%7D führt.


Wie man in den folgenden beiden Graphiken sehen kann sind LaTeX: f%28x%29%20%3D%201%2C25%5Ex und LaTeX: f%28x%29%20%3D%20e%5E%7B0%2C22314%2Ax%7D, abgesehen von numerischen Ungenauigkeiten auch tatsächlich identisch.


F(x)=1.25^x.jpg F(x)=e^0,22*x.jpg


Um nun aus einer e-Funktion eine Exponentialfunktion zu errechnen benötigt man lediglich die bereits genannte Gleichung: LaTeX: e%5Ek%20%3D%20a. So ist beispielsweise LaTeX: e%5E%7B0%2C22314%7D%20%3D%201%2C25, wie auch bereits bestätigt wurde.

Halbwerts- und Verdopplungszeit

Mit Exponentialfunktionen lassen sich Sachverhalte mit exponentiellem Wachstum bzw. exponentieller Abnahme veranschaulichen. Hierbei spielt die Verdopplungs- bzw. Halbwertszeit eine große Rolle, da sie in vielen Fragestellungen berechnet werden müssen. So wird im Folgenden die Verdopplungs- bzw. Halbwertszeit eines Kapitals berechnet.


Stift.gif   Aufgabe
Peter hat zu seinem Geburtstag ein Sparkonto mit 100€ geschenkt bekommen. Das Kapital wird mit 12% Zinsen pro Jahr verzinst. Wie lange dauert es, bis sich das Kapital verdoppelt hat?


Gegeben:
LaTeX: K_0 = 100€
LaTeX: p%25 = 12% (LaTeX: p%20%3D%20a%20%3D%201%2C12)
LaTeX: K_n = 200€


Gesucht:
LaTeX: T_V


Beispiel Nr. 1 mithilfe der Formel

Formel:
LaTeX: K_n%20%3D%20K_0%20%2A%20p%5E%7BT_V%7D


Rechnung:
LaTeX: 200%20%3D%20100%20%2A%201%2C12%5E%7BT_V%7D
LaTeX: 2%20%3D%201%2C12%5E%7BT_V%7D
Nun muss für LaTeX: y nach 2 gesucht werden um die Unbekannte LaTeX: T_V zu erhalten.
GTR/GRAPH/G-SOLV/X-CAL
y = 2
Y=2.jpg
LaTeX: x%20%3D%20T_V%20%3D%206%2C1163


Antwort: Nach 7 Jahren wird sich das Kapital verdoppelt haben.


Mit einer e-Funktion geht das natürlich genauso.


Beispiel Nr. 2 mithilfe des natürlichen Logarithmus

Formel: LaTeX: T_V%20%3D%20%5Cfrac%7Bln2%7D%7Bk%7D
Rechnung:
Zuerst muss mit der bereits bekannten Formel LaTeX: lna%20%3D%20k LaTeX: k berechnet werden:
LaTeX: lna%20%3D%20k
LaTeX: ln1%2C12%20%3D%20k
Ln1.12.jpg
Jetzt kann LaTeX: k eingesetzt werden:
LaTeX: T_V%20%3D%20%5Cfrac%7Bln2%7D%7Bk%7D
LaTeX: T_V%20%3D%20%5Cfrac%7Bln2%7D%7B0%2C11333%7D
Ln0.5.jpg
Antwort: Nach 7 Jahren wird sich das Kapital verdoppelt haben.

Um die Halbwertszeit zu berechnen benutzt man ganz einfach die Formel LaTeX: T_H%20%3D%20%5Cfrac%7Bln0%2C5%7D%7Bk%7D. Diese Formel führt aber natürlich zum gleichen Ergebnis wie LaTeX: T_V%20%3D%20%5Cfrac%7Bln2%7D%7Bk%7D, da Verdopplung und Halbierung den gleichen Faktor besitzen.


Nuvola apps kig.png   Merke

LaTeX: T_V%20%3D%20%5Cfrac%7Bln2%7D%7Bk%7D
LaTeX: T_H%20%3D%20%5Cfrac%7Bln0%2C5%7D%7Bk%7D

Übungsaufgabe

1.: Peter hat zu seinem Geburtstag ein Sparkonto mit 100€ geschenkt bekommen. Das Kapital wird mit 12% Zinsen pro Jahr verzinst. Wielange dauert es, bis sich das Kapital verdoppelt hat? Berechne dies mithilfe einer e-Funktion!

Ableitungsregel

Zum Ableiten einer e-Funktion benötigt man grundlegend erstmal eine Regel. Das Ableiten wird benötigt um Aussagen über das Wachstum von Funktionen zu machen.

Kettenregel

allgemeine Form:
LaTeX: %28g%28h_%7B%28x%29%7D%29%29%27%20%3D%20h%27_%7B%28x%29%7D%20%2A%20g%27_%7B%28h%29%7D
Beispiel:
LaTeX: e%5E%7Bx%5E2-3%7D


hier ist LaTeX: x%5E2-3%20%3D%20h_%7B%28x%29%7D
die Ableitung von LaTeX: x%5E2-3 ist also LaTeX: 2x


LaTeX: g_%7B%28h%29%7D ist hier LaTeX: e%5E%7Bx%5E2-3%7D
da die Ableitung von LaTeX: e%5Ex immer gleich ist, ist hier die Ableitung LaTeX: e%5E%7Bx%5E2-3%7D also LaTeX: g%27_%7B%28h%29%7D identisch mit LaTeX: g_%7B%28h%29%7D


LaTeX: h%27_%7B%28x%29%7D%20%2A%20g%27_%7B%28h%29%7D ist hier also LaTeX: 2x%20%2A%20e%5E%7Bx%5E2-3%7D


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LaTeX: %28g%28h_%7B%28x%29%7D%29%29%27%20%3D%20h%27_%7B%28x%29%7D%20%2A%20g%27_%7B%28h%29%7D

Übungsaufgaben

Leite die folgenden Funktionen ab.
1.: LaTeX: f%28x%29%20%3D%20e%5E%7Bx%5E2-5%7D
2.: LaTeX: f%28x%29%20%3D%20e%5E%7Bsinx%7D
3.: LaTeX: f%28x%29%20%3D%20e%5E%7Bcosx%7D
4.: LaTeX: f%28x%29%20%3D%20e%5E%7B%28cosx%29%5E2%2B5%7D

Wachstumsgeschwindigkeit

Die Wachstumsgeschwindigkeit wird durch die erste Ableitung einer Funktion bestimmt und spielt eine große rolle in der Analysis da durch sie Extrem- und Wendepunkte sehr einfach zu errechnen sind. Im folgenden Beispiel wird gezeigt wie man die Wachstumsgeschwindigkeit einer Funktion zu einem bestimmten Zeitpunkt berechnet.


Stift.gif   Aufgabe
Berechne die Wachstumsgeschwindigkeit der Bakterienkultur, deren Wachstum durch die Funktion LaTeX: f%28x%29%20%3D%20e%5E%7B0%2C0347x%7D (LaTeX: x in Minuten) beschrieben werden kann nach 2 Stunden und erkläre diesen Wert. Bestimme außerdem den Wert von LaTeX: f%28x%29
nach 2 Stunden.


Gesucht:
Wachstumsgeschwindigkeit nach 2 Stunden (120 Minuten)
LaTeX: f%28x%29 nach 2 Stunden (120 Minuten)


Rechnung 1:
LaTeX: f%27%28x%29%20%3D%20%28e%5E%7B0%2C0347x%7D%29%27
LaTeX: f%27%28x%29%20%3D%200%2C0347%2Ae%5E%7B0%2C0347x%7D
GTR/GRAPH/G-SOLV/Y-CAL
Wachstumsgeschwindigkeit.jpg
Antwort: Die Änderungsrate nach zwei Stunden beträgt 2,232 "Zellteilungen"/Minute. Der Wert gibt also die Änderung der Anzahl der Bakterienzellen pro Minute an.


Rechnung 2:
LaTeX: f%28x%29%20%3D%20e%5E%7B0%2C0347x%7D
nun muss für LaTeX: x 120 (Minuten) eingesetzt werden, um den gesuchten Wert für LaTeX: f%28x%29 zu erhalten.
Dies geht am einfachsten mithilfe des TABLE-Modus des Taschenrechners.
Hierzu muss die Funktion LaTeX: f%28x%29 in diesem Modus eingegeben und anschließend für den Wert LaTeX: x%20%3D%20120 gesucht werden.
GTR/TABLE/EXE/
x = 120
Table.jpg
y = 64,328
Antwort: Nach 2 Stunden sind etwa 64 Bakterienkulturen vorhanden.


Auf diese Weise können Werte für LaTeX: f%28x%29 am Effektivsten ermittelt werden, sie können aber genauso im GRAPH-Modus über G-SLV\Y-CAL ermittelt werden,
genauso wie LaTeX: x-Werte über X-CAL ermittelt werden können.



Tangentengleichung

Stift.gif   Aufgabe
Aufgrund zu geringer Nährstoffzufuhr kann diese Bakterienkultur ab der zweiten Stunde nur noch linear weiterwachsen. Berechne den weiteren linearen verlauf in Form einer linearen Funktion.


Gegeben:
Steigung nach 2 Stunden: 2,232 "Zellteilungen"/Minute
Punkt P (120;64,33)
Steigung LaTeX: m%20%3D%202%2C232


Gesucht:
Tangentengleichung durch den Punkt P mit der Steigung LaTeX: m


Formel:
LaTeX: f%28x%29%20%3D%20m%20%2A%20x%20%2B%20b


Nun müssen der Punkt P und die Steigung LaTeX: m eingesetzt werden, damit LaTeX: b berechnet werden kann:
Rechnung:
LaTeX: 64%2C33%20%3D%202%2C232%20%2A%20120%20%2B%20b
LaTeX: 64%2C33%20%3D%20267%2C84%20%2B%20b
LaTeX: -203%2C51%20%3D%20b


LaTeX: f%28x%29%20%3D%202%2C232%20%2A%20x%20-%20203%2C51
Tangentengleichung.jpg


Antwort: Die Tangentengleichung lautet LaTeX: f%28x%29%20%3D%202%2C232%20%2A%20x%20-%20203%2C51.


Anwendungsbeispiele

Wie schon erwähnt gibt es viele Anwendungsbeispiele für Exponential und e-Funktionen, wie zum Beispiel in der Naturwissenschaft zum beschreiben von Versuchsabläufen, wie das Wachstum von Bakterienkulturen, oder den Zerfall von radioaktivem Material. Im Folgenden werde ich diese und weitere Beispiele anhand von Übungsaufgaben deutlich machen.


1.: Die folgende Aufgabe ist aus den Aufgaben des Zentralabiturs 2009 entnommen.


1) Die Höhe eines Strauches in den ersten zwanzig Tagen nach dem Auspflanzen wird durch
die Funktion LaTeX: h mit der Funktionsgleichung LaTeX: h%28t%29%20%3D%200%2C2%20%2A%20e%5E%7B0%2C1t%E2%88%920%2C9%7D (LaTeX: t in Tagen, LaTeX: h%28t%29 in Metern)
beschrieben. Vom Beginn des 21. Tages an (LaTeX: t = 20) verringert sich die Wachstumsgeschwindigkeit
des Strauches. Von diesem Zeitpunkt an ist nur noch die Zuwachsrate bekannt, sie
wird beschrieben durch die Funktion LaTeX: z mit der Funktionsgleichung LaTeX: z%28t%29%20%3D%200%2C02%20%2A%20e%5E%7B-0%2C1t%2B3%2C1%7D.
a) Berechnen Sie den Funktionswert von LaTeX: h an der Stelle LaTeX: t = 0 und interpretieren
Sie diesen Wert im Sachzusammenhang. Geben Sie anhand der Abbildung an,
zu welchem Zeitpunkt der Strauch eine Höhe von 50 cm hat.
Bestimmen Sie den Wert rechnerisch.
Strauch Funktion.png


b) Bestimmen Sie rechnerisch den Zeitpunkt LaTeX: t innerhalb der ersten zwanzig Tage (0 ≤ t ≤ 20) ,
an dem die Pflanze am schnellsten wächst. Berechnen Sie die zugehörige Wachstumsgeschwindigkeit.
Begründen Sie, warum die angegebene Funktion LaTeX: h nur für einen begrenzten Zeitraum die
Höhe der Pflanze beschreiben kann.


c) Bestimmen Sie, wie groß der Strauch am Ende des 20. Tages ist.



2.: Radioaktiver Zerfall
Der radioaktive Zerfall vom Cäsium-Isotop 131Cs lässt sich durch die Funktion LaTeX: c%28t%29%20%3D%202000%20%2A%20e%5E%7B-0%2C0715t%7D (t in Tagen; c(t) in Gramm) beschreiben.
a) Gib an, wie groß die Masse des Cäsium-Isotops zu Beginn des Zerfalls war.
b) Berechne die Halbwertszeit des Cäsium-Isotops.
c) Bestimme die nach 6 Tagen bereits zerfallenen Masse.