Motivation
aus ZUM-Wiki, dem Wiki für Lehr- und Lerninhalte auf ZUM.de
Motivation bezeichnet den emotionalen Zustand eines Menschen, der ihn in die Lage versetzt, etwas aktiv tun zu wollen (sich für etwas zu entscheiden) oder nicht zu tun (zu unterlassen). Begriffe in diesem Zusammenhang: Agieren, reagieren, proaktiv sein;
Wesentliche Bestandteile eines Motivationsprozesses sind:
- Motiv (Beweggrund)
- Anreiz
- kognitive Prozesse
Motivation kann intrinsisch oder extrinsisch entfacht sein.
Die intrinsische Motivation setzt sich aus der Neugierde (bzw. Sachinteresse), einem Anreiz (positive Emotion) und der Erfolgserwartung zusammen.
Die extrinsische Motivation (zB ein guter Freund geht segeln, deshalb beginnt man auch damit) kann aus einer positiven Verstärkung, bzw. Belohnung und einer negativen Verstärkung, bzw. Zwang hervorgerufen werden.
Inhaltsverzeichnis |
Grundvoraussetzungen
- Gesundheit, Barrierefreiheit
- Sicherheit - Zuhause
- Selbstvertrauen "sich gewachsen sehen
- Wie kann man erschüttertes Selbstvertrauen aufbauen?
- Schulreifekriterien
- Informiert sein über, die Funktionsweise des Systems (Schule, Familie); Welche Rolle erfülle ich? Als Schüler? Warum erfüllen ich diese Rolle?
Motive (Beweggründe)
- Beispiele, welche Handlungen motivieren können
- Aus Neugier (Staunen); das Gehirn will fast immer etwas neues (kennen)lernen;
- Aus Stolz
- Aus Neid
- Aus Angst etwas tun, zB Angst vorm Chef, Vater, Mutter, Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes, Verlust einer Bezugperson
- Aus Gewohnheit.
- Aus Pflichtgefühl
- Geld
- Etwas beweisen wollen.
- Aus religiöser Überzeugung
- Aus Hass (Mobbing)
- Aus Sympathie
- Streben nach Macht
- Aus Vertrauen
- Aus Schadenfreude
- Aus Streben nach Sicherheit
Denkanstöße
Die Schatzgräber
Ein Winzer, der am Tode lag,
rief seine Kinder an und sprach:
"In unserm Weinberg liegt ein Schatz,
grabt nur danach!" -"An welchem Platz?"
schrie alles laut den Vater an. -
"Grabt nur!" - O weh! Da starb der Mann.
Kaum war der Alte beigeschafft,
so grub man nach aus Leibeskraft.
Mit Hacke, Karst und Spaten ward
der Weinberg um und um gescharrt.
Da war kein Kloß, der ruhig blieb;
man warf die Erde gar durchs Sieb
und zog die Harken kreuz und quer
nach jedem Steinchen hin und her.
Allein, da ward kein Schatz verspürt,
und jeder hielt sich angeführt.
Doch kaum erschien das nächste Jahr,
so nahm man mit Erstaunen wahr,
daß jede Rebe dreifach trug.
Da wurden erst die Söhne klug
und gruben nun jahrein, jahraus
des Schatzes immer mehr heraus.
Über Emotionen des Menschen
Emotionen lassen sich grob in angenehme (euphorische) und unangenehme (dysphorische) Gefühle einteilen. Sie haben meist eine Qualität („Welche Art von Emotion?“) und eine Stärke („Wie intensiv ist die Emotion?“).
Nach Izard (1994) existieren zehn unterschiedliche Gefühle, die auf der ganzen Welt und in jeder Kultur vorkommen: Interesse, Leid, Widerwillen (Aversion), Freude, Zorn, Überraschung, Scham, Furcht, Verachtung und Schuldgefühl.
Noch für Daniel Goleman („Emotionale Intelligenz“, 1995) sind Freude, Trauer, Wut und Angst die vier Grundgefühle.
Ist Vertrauen auch ein Gefühl? Der Begriff "Vertrauen" hat zentrale Bedeutung im Unterricht (Beziehungsarbeit), aber auch in jeder anderen Form der Beziehung (z.B. Partnerschaft; In wie weit kann ich jemand vertrauen??).
Was Emotionen bewirken (aus de.wikipedia.org?
- Beispiele
- Aufgestaute Wut entläd sich durch plötzliche Aggression gegen sich oder andere.
- Übersteigerte Trauer kann zu einer Depression führen, die handlungsunfähig macht und man fremdbestimmt wird, keine eigenen Entscheidungen mehr trifft
Bekannte Beispiele von Ängsten (mit und ohne Schulrelevanz). Ängste können Motivation erst gar nicht entstehen lassen.
Prüfungsangst:
Entweder Angst vor dem eigentlichen Schreiben einer Klausur oder die Angst die Klausur nicht zu bestehen.
Flugangst:
Angst von Personen (tritt sowohl bei Passagieren als auch bei Piloten auf), dass das Flugzeug unerwartet oder auch bei Problemen (bsp. Turbulenzen) abstürzen kann. Sonderfall der Phobien.
Platzangst
(Agoraphobie): Angst vor weiten Plätzen, in großen Warenhäusern und Shopping Centern, besonders in Megamalls und auf ihren Parkflächen.
Einschlussangst (Klaustrophobie):
In Aufzügen von Wohn- und Bürohochhäusern sowie Warenhäusern und stark frequentierten innerstädtischen Einkaufsstraßen und -passagen aufkommendes Gefühl der Beklemmung.
Stolz
Stolz [Mittelniederdeutsche Sprache:stolt = prächtig, stattlich] ist das Gefühl einer großen Zufriedenheit mit sich selbst, einer Hochachtung seiner selbst – sei es der eigenen Person, sei es in ihrem Zusammenhang mit einem hoch geachteten bzw. verehrten „Ganzen“.
- Stolz in der Wertung der römisch-katholischen Kirche
Für die römisch-katholische Kirche ist Stolz als Übersetzung des lateinischen Wortes superbia die erste der sieben Hauptsünden. Dies geht aus dem Katechismus der katholischen Kirche hervor.
- Evolutionäre Funktion
Stolz dient der Signalisierung eines hohen sozialen Status. Individuen, die einen hohen Status erfolgreich kommunizieren, können ihren Zugang zu knappen Ressourcen und qualitativ hochwertigen Fortpflanzungspartnern verbessern. Eine Stratifizierung nach Status innerhalb einer Gruppe kann zudem Machtverhältnisse, Kooperationen und soziale Interaktionen erleichtern.
Verweigerungen
Sich verweigern, bei ...
- Ausschluss aus der Kommunikation, man wird geschnitten (fehlende Wertschätzung) hat das Gefühl nicht mitentscheiden zu können, Stellung des Entscheidungsträgers wird in Frage gestellt, sonst macht man eh viel mit
- Ein Schüler/ Lehrer ist absolut unsympathisch. Kein Weg führt mehr zusammen oder äußerst schwierig.
- ständige Überlastung ("immer am Limit fahren")
- ständige Unterforderung
- Welche Dinge zu erledigen sind, Warum man etwas tun/ lernen soll (Sinn erschliest sich nicht), Wie man an die Sache herangeführt wird
Folgen ...
- innere Kündigung
- Sabotage
Gruppendynamik
In der Schule findet gemeinsames Lernen statt. Andere Mitschüler können durchaus Einfluss auf die Motivation ihrer Mitschüler haben - sowohl positiven als auch negativen (vgl Team).
Motivation im Unterricht ("Motivquellen")
Wie kann man Interesse wecken.
Kinder einschätzen wozu sie in der Lage sind. Was erreichbar sein kann. Wie man Schwachen helfen kann. Gute fordern.
Und Sabotage vermeidet.
gegenseitige Wertschätzung
- Bewußtsein schaffen
Schüler: Nicht ich MUSS etwas lernen, sondern ich DARF etwas lernen.
Lehrer: Nicht ich MUSS euch unterrichten, sondern ich DARF euch unterrichten.
Wer loslässt vom MUSS wird WOLLEN - Wer loslässt vom WOLLEN wird TUN - Wer loslässt vom TUN DARF SEIN.
Legitimation als zB Lehrer verlieren (Lehrer, Vorgesetzter)
- Unprofessionelles Verhalten (z.B. beherrscht den Lehrstoff nicht)
- kann keine Konflikte lösen
- verliert die Kontrolle
- unterrichtet an Schülern vorbei
- ist mit Gedanken ganz woanders
"Glück ist Chemie"
Die Hormone Dopamin und Serotonin sind dafür verantwortlich, dass wir uns gut fühlen. Sie vermitteln den Nervenzellen (Neuronen) des Gehirns die Botschaft "Seid glücklich!"
Sportler können beispielsweise seelische Höhenflüge allein dadurch empfinden, dass sie eben Sport treiben. Die Morphium-ähnlichen Substanzen, die dabei entstehen, hinterlassen solch Glücksboten.
Literatur
- Walter Edelmann, Lernpsychologie, 6. Aufl., Lehrbuch (Weinheim: Beltz PVU, 2000). ISBN 9783621274654
Seite bookmarken