Parabel
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| | Diese Seite befasst sich mit dem literarischen Begriff Parabel. Für den gleichen Begriff in der Mathematik siehe Quadratische Funktion. |
'parabole' - (griech. Gleichnis) ein lehrhaftes literarisches Werk oder Teil eines Werkes, das durch ein Gleichnis Erkenntnis zu vermitteln sucht. Der Leser oder Zuhörer muss von dem in der Parabel gestalteten Besonderen auf das Allgemeine schließen.
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Erzählung, die explizit oder implizit auf eine vom Wortlaut des Textes unterschiedene Bedeutung verweist. Im Unterschied zur Fabel arbeitet die P. ohne Anthropomorphisierungen (z. B. sprechende Tiere oder Bäume). Die Rhetorik rechnet die P. zu den erdichteten Beispielerzählungen, die in die Rede eingefügt werden, um die Argumentation publikumswirksam zu verstärken. Beispiele für diese rhetorische Verwendung sind u. a. die Geschichte des Menenius Agrippa vom Magen und den Gliedern (Livius), Fiescos Erzählung vom Tierreich (Schiller, Fiesco, II, 8), Nathans Ringparabel (Lessing, Nathan der Weise, III, 7). Neben der Rhetorik bietet die Bibel im AT und NT den zweiten wichtigen Ausgangspunkt für die Parabeldichtung (z. B. ›Gleichnis vom verlorenen Sohn‹, Lukas 15,11 ff.). Volker Meid Sachwörterbuch zur Deutschen Literatur, Reclam |
Inhaltsverzeichnis |
Bekannte Parabeln
- G.E.Lessing: Die Ringparabel aus 'Nathan der Weise' (III,7)
- Friedrich Schiller: Das Reich der Tiere in 'Die Verschwörung des Fiesco zu Genua' (II,8)
- Arthur Schopenhauer:
'Parerga und Paralipomena' §396, Sämtliche Werke Stuttgart und Frankfurt 1968, Bd. V S.765 |
- Franz Kafka: Von den Gleichnissen, aus: Ungedruckte Prosa und Erzählungen aus dem Nachlass (Quartheft 1922)
Fachliteratur
- Kleine literarische Formen in Einzeldarstellungen, UB Reclam 2002, S. 174 - 190, ISBN 3150181879
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