Präsentationstechnik
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| Kurzinfo | ||
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Unter Präsentationstechnik versteht man die Grundsätze, die eine Präsentation erfolgreich machen. Die Präsentation ist eine zweckbestimmte und empfangsorientierte Informationsbeschreibung, welche versucht, den Kommunikationsfluss zu verbessern und Expertenwissen anderen zugänglich zu machen.
Inhaltsverzeichnis |
Die Grundsätze für eine erfolgreiche Präsentation
Vorbereitung der Präsentation
Folgende Überlegungen sind notwendig:
- Welches Ziel wird mit der Präsentation verfolgt?
- Welche Zielgruppe wird angesprochen?
- Welche Medien werden eingesetzt und funktionieren die technischen Hilfsmittel?
- Sind genügend Hintergrundinformationen über das Präsentationsthema bekannt?
- Welche Sitzordnung wird für das Publikum gewählt?
- Welche Fragen könnte das Publikum stellen?
Zusätzlich ist zu beachten, dass pro Minute der Präsentation etwa 5 bis 30 Minuten an Vorbereitung einzuplanen sind. Je kürzer die Präsentation, desto kritischer ist die Vorbereitung.
Aufbau einer Präsentation
Beim Aufbau einer Präsentation wird grundsätzlich unterschieden, ob das Publikum über einen Sachverhalt informiert wird oder ob das Publikum von einer Handlungsweise überzeugt werden soll. Dementsprechend gibt es zwei verschiedene Varianten für den Aufbau:
- Bei der Informations-Präsentation wird mehr Augenmerk auf den Informationsteil gelegt. Es werden Fakten, Überlegungen, Standpunkte und Schlussfolgerung präsentiert.
- Bei der Überzeugungs-Präsentation nimmt der Vortragende die Gegenargumente vorweg und entkräftet diese im Voraus. Ein Beispiel dafür ist, dass der Vortragende das Problem benennt, den Grund dafür aufzeigt und gleichzeitig eine Lösung präsentiert. Dazu kann z.B. das ARGU-Strukt verwendet werden.
- Gelenkstellen sind die Momente in der Präsentation, da von einem Sachverhalt zum anderen übergeleitet werden soll. Diese Momente müssen sitzen, die Wortwahl sollte gut durchdacht und zuvor festgelegt sein, um einen reibungslosen, attraktiven und spannungserzeugenden Einstieg in den nächsten Sachverhalt zu finden.
Außerdem muss, wenn es sich um eine Präsentation mit einem Präsentationsprogramm handelt, ein passender Folien-Übergang gefunden werden. Die Präsentation darf aber auch nicht mit Animationen überladen werden. In diesem Fall gilt das Motto: weniger ist mehr.
Technische Hilfsmittel
Ein Bild oder eine Zeichnung bietet jedem Zuhörer eine gute Gedächtnisstütze. Zur Visualisierung ist der Einsatz von Medien nötig.
Es gibt eine Vielzahl von technischen Hilfsmitteln, die jeweils ihre Vorzüge und Nachteile haben.
Die Frage, welches Hilfsmittel verwendet werden soll, hängt von der jeweiligen Situation ab. Und: Weniger ist oftmals mehr.
| Medium | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| (Overhead-) Projektor und Folien
bei großen Gruppen (bis ca. 200 Personen) Einsatzbereich: als simultane, visuelle Unterstützung eines Vortrages, Referates oder Lehrgesprächs |
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| Laptop und Videoprojektor bzw. Beamer
Ohne Projektor: max. 5 Personen pro Monitor Mit Projektor: Präsentation vor großen Gruppen, Teilnehmerzahl unbegrenzt Einsatzbereich: als simultane, visuelle Unterstützung eines Vortrages oder Lehrgesprächs |
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| Flipchart
bei Gruppen zwischen 3 und 25 Personen Einsatzbereich: bei gemeinsamer Erarbeitung/Bearbeitung von Aufgaben |
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| Metaplankarten und Pinnwand
bei Gruppen zwischen 3 und 25 Personen Einsatzbereich: bei gemeinsamer Erarbeitung/Bearbeitung von Aufgaben |
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| Whiteboard bzw. Tafel
bei Gruppen zwischen 3 und 30 Personen Einsatzbereich: bei gemeinsamer Erarbeitung/Bearbeitung von Aufgaben |
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Als Ergänzung stehen noch andere Medien wie zum Beispiel Video, Computer, Notebook, CD-Spieler/Radio und viele mehr zur Verfügung.
Umsetzung einer Präsentation mit Folien
Ist die Entscheidung für die Unterstützung einer Präsentation mit Folien gefallen, so ist die nächste Herausforderung die Umsetzung in einem Präsentationsprogramm (z.B. PowerPoint oder Impress). Aus der Praxis ist auch hier "weniger ist mehr" gültig.
Folientypen
Grundsätzlich kann man mit fünf verschiedenen Typen von Folien für 99% der Präsentation das Auslangen finden. Diese fünf Typen sind:
- Aufzählungspunkte / Textblock
- Diagramme / Bilder
- Matrizen und Tabellen
- Weg/Zeit-Diagramme, Workflows, Roadmaps
- Charts, Statistiken, Graphen
Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Eignung der verschiedenen Folien-Typen für bestimmte Absichten im Rahmen der Präsentation.
| Typ | Information vermitteln | Unterstützung des Verständnisses | Entscheidungs-Unterstützung | Strukturen geben | Etwas Komplexes erklären | Vergleiche anstellen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Aufzählungspunkte / Textblock | X | X | - | X (Agenda, etc.) | - | X |
| Diagramme / Bilder | X | X | - | - | X | - |
| Matrizen und Tabellen | X | - | X | - | - | X |
| Weg/Zeit-Diagramme, Workflows, Roadmaps | X | X | X | X | X | - |
| Charts, Statistiken, Graphen | X | - | X | - | X | X |
Tipps und Tricks bei Folien-Präsentation
Die folgenden Punkte sollten speziell bei der Präsentation mit Folien beachtet werden:
- Niemals die Inhalte der Folie gesamthaft herunterlesen - das Publikum kann in den meisten Fällen selbst lesen!!!
- Sind Folien zur Unterstützung des Vortrages vorhanden, so ist eine weitere Hilfsunterlage in den Händen zu vermeiden. Dies behindert bei Punkten, die man durch Gesten bzw. Zeigen auf den Folien herausheben will.
- Gib dem Publikum die notwendige Zeit zum Betrachten, Lesen und Verstehen der Folien (speziell mit Bildern).
- Die Folien unterstützen deine Präsentation. Du kannst, wenn notwendig, davon auch abweichen. Lass dir nicht von den Folien die Präsentation diktieren.
- Nimm ein Flipchart zur Unterstützung für das Aufschreiben von Fragen, offenen Punkten, die z.B. in deinen Folien später abgehandelt werden.
Die folgende Tabelle gibt Hinweise für die effektive Präsentation der Folien-Typen.
| Typ | Präsentations-Stil |
|---|---|
| Aufzählungspunkte / Textblock |
Anzahl der Punkte < 5:
Anzahl der Punkte >=5:
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| Diagramme / Bilder |
Folgende Reihenfolge in der Präsentation einhalten:
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| Matrizen und Tabellen |
Folgende Reihenfolge in der Präsentation einhalten:
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| Weg/Zeit-Diagramme, Workflows, Roadmaps |
Folgende Reihenfolge in der Präsentation einhalten:
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| Charts, Statistiken, Graphen |
Folgende Reihenfolge in der Präsentation einhalten:
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Als Regel kann man davon ausgehen, dass bei einer Präsentation die unterschiedlichen Folientypen folgende Zeit bei normalen Sprechtempo in Anspruch nehmen:
| Typ | Zeitbedarf |
|---|---|
| Aufzählungspunkte / Textblock | ca. 2-4 min. |
| Diagramme / Bilder | ca. 3-6 min. |
| Matrizen und Tabellen | ca. 3-7 min. |
| Weg/Zeit-Diagramme, Workflows, Roadmaps | ca. 4-8 min. |
| Charts, Statistiken, Graphen | ca. 4-8 min. |
Aus dem Zeitbedarf ergibt sich, dass man für eine Stunde Präsentationszeit mit gemischten Folien maximal 15 Folien verwenden sollte. Werden Rückfragen in der Präsentation zugelassen, so reduziert sich diese Zahl auf ca. 10-12 Folien.
Alternativen zur Folienpräsentation
- Leicht verständliche Vorstellung von Präsentationsprogrammen, die nicht mit Folien arbeiten
- Tafelbild statt Präsentation
Tipps und Tricks
Damit der Zuhörer von der gut vorbereiteten Präsentation gefesselt wird, sollten einige Richtlinien während des Vortrags beachtet werden.
- Blickkontakt
- Der Augenkontakt schafft eine zweiseitige Kommunikation zwischen Vortragendem und Publikum. Der Vortragende kann so das Feedback vom Publikum wahrnehmen und strahlt dadurch Sicherheit aus. Das Publikum wird durch den Blickkontakt in die Präsentation miteinbezogen.
- Stimme
- Die Lautstärke, Sprechhöhe und Geschwindigkeit sollen für den Zuhörer angenehm sein. Der Präsentator soll die Sprechpausen gezielt einsetzen und auf die Artikulation (Verständlichkeit) achten. Die Modulation der Stimme ist ein wichtiges Instrument, um die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu erlangen und zu halten.
- Stand
- Bedeutend in unserer Wirkung auf andere ist nicht so sehr, was wir sagen (Inhalt), sondern wie wir es sagen. Daher muss bei der Präsentation besonders auf den Einsatz der Körpersprache geachtet werden. Ein fester Stand und ein bewusstes Gehen ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg einer Präsentation.
- Gestik
- Die Gestik soll den Inhalt unterstreichen. Grundsätze sind, dass der Präsentator seine Hände niemals in der Hosentasche verschwinden lässt. Ein Stift in der Hand stellt ebenfalls eine Gefahrenquelle dar, denn das Spielen mit den Stift schränkt die Gestik ein.
- Mimik
- Ähnlich der Gestik, muss die Mimik den Inhalt unterstreichen. Je nach Inhalt der Präsentation ist darauf zu achten, dass die Mimik adäquat ist und das gesprochene Wort mit der Gesichtssprache unterstützt. Auch geübte Präsentatoren scheuen sich nicht, zentrale Passagen einer wichtigen Präsentation vor dem Spiegel oder vor der Videokamera einzuüben.
- Ganzheitlichkeit
- Alle Faktoren müssen ein harmonisches Gesamtes bilden, das natürlich und überzeugend wirkt. Eine unzureichende Ausprägung einer der Faktoren zieht automatisch die Aufmerksamkeit der Zuhörenden auf sich und wirkt sich nachteilig auf den Gesamteindruck aus.
Fragen nach der Präsentation
Es ist üblich, dass im Anschluss Fragen gestellt werden können. Bereite dich vor, indem du dir überlegst, welche Fragen gestellt werden könnten und was du antworten wirst.
Gut ist auch, wenn du die entsprechenden Folien nochmals einblenden kannst. (Inhaltsverzeichnis mit Links in der Präsentation).
Oft werden im Zusammenhang mit Prüfungen durch Experten Fragen gestellt. Hier kannst du z.B folgende Fragetypen erwarten:
- Einfache Wissensfragen
Es wird geschaut, ob der bearbeitete Stoff bei allen Gruppenmitgliedern vorhanden ist.
- Welche Resultate ergab die Abstimmung, worüber abgestimmt?
- Was versteht man unter ………………………?
- Wie viele ………. brauchte es?
- Wer hat die ……………………… erfunden?
- Nennen Sie Vorteile einer ……………………?
- Welche Nachteile bringt ……………… mit sich?
- Einfache Zusammenhangsfragen
Die KanditatInnen müssen mehrere Fakten berücksichtigen, um korrekt zu antworten.
- Beschreiben Sie die aktuelle ………….Situation in ……………?
- Was ist …………………? Warum wird das so gelöst?
- Warum kann man eine ……… fast ein wenig mit einem ……..vergleichen?
- ………., was heisst das und was bedeutet es konkret?
- Verschiedene Abläufe: Warum löst man das so unterschiedlich?
- Charakterisieren Sie den Aufbau der ……………………….?
- Wie viele Leute haben Sie befragt? Wie waren die Resultate?
- Komplexe Zusammenhangsfragen mit persönlicher Stellungnahme
Ihre Beurteilung/Sachwissen mit Kommentar ist gefragt!
- Wie ist das ganze organisiert? Welchen Eindruck haben Sie ?
- Wie viel bezahlen die Beteiligten …………………? Ist das Ihrer Meinung nach genug?
- Möchten Sie später …………………….? Begründen Sie!
- Welche …………………würden Sie wählen, warum?
- Vergleichen Sie ……….. und ……………….? Was ist besser? Warum?
- In welcher Funktion möchten Sie ………………? Warum?
Literatur
- Carnegie, D.: Besser miteinander reden, Scherz Verlag, 1969, ISBN 3596506891
- Hierhold, E.: Sicher präsentieren - wirksamer vortragen, Überreuter Verlag, August 2002, ISBN 3832309284
- Kellner, H.: Reden, zeigen, überzeugen - Von der Kunst der gelungenen Präsentation, Juli 2002, Hanser Fachbuch, ISBN 3446191526
- Kushner, M.: Erfolgreich Präsentieren für Dummies, MITP Verlag, ISBN 3826629353
- Herbig, A.F.: Vortrags- und Präsentationstechnik. Erfolgreich und professionell vortragen und präsentieren, Januar 2004, BoD GmbH, Norderstedt, ISBN 3833407115
- Reusch, F.: Der kleine Hey - Die Kunst des Sprechens, Januar 1997, Schott, ISBN 3795787025
- Scheler, U.: Informationen präsentieren, Gabal Verlag, Offenbach 1997, ISBN 3-930799-26-X
- Seimert, W.: PowerPoint für Büro, Schule und Studium, franzis Verlag, Poing 2006, ISBN 3-7723-7028-4
- Seifert, J.W.: Visualisieren Präsentieren Moderieren, Gabal Verlag, Offenbach 2005, ISBN 3-930799-00-6
- Technische Inhalte überzeugend präsentieren in Das Deutsche Ingenieur-Handbuch. Der Ingenieur als Manager, Deutscher Ingenieur Verlag, 2005, ISBN 3-8125-0553-3
Weblinks
- Die wissenschaftliche Präsentation
- Ein Forschungsprojekt zu Präsentationen
- Medien - ein knapper Überblick
- Dokumentation, Präsentation, Bewertungskriterien
- Die Lessigmethode eines lebendigen Powerpointvortrags (Erläuterung und Beispiele)
Siehe auch
- Referat
- Präsentationsprüfung in Hessen
- Präsentationssoftware
- Thema: Präsentation im
DSD-Wiki
- Interaktives Whiteboard im
DSD-Wiki
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