Schulbauernhof

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Aktuell

Lernort Bauernhof

Durch eigenes Tun erfahren, "woher das Essen kommt" umfaßt sowohl ein sehr bedeutsames Bündel an Lernzielen als auch eine höchst wirksame Lernmethode. Dafür bieten, Selbstversorgerbetriebe mit vergleichsweise geringer Mechanisierung gute Voraussetzungen.

  1. Sie ermöglichen eine Vielzahl, je nach Jahreszeit unterschiedliche, Wege vom Acker über die Verwertung und Verarbeitung der Erzeugnisse bis hin zur Nahrungszubereitung und schließlich zum Essen. Die Kinder erarbeiten sich ihr Essen selbst.
  2. Mechanisierung wo nötig (Beispiel Bodenbearbeitung) -Handarbeit bzw. Arbeit mit einfachen Maschinen und Geräten (Beispiel Zentrifuge oder Windfege mit Kurbelantrieb) wo immer möglich, ist die Voraussetzung dafür, dass die meisten Produktionsschritte von und mit den Kindern durchführbar sind. Dies ermöglicht Lernen mit allen Sinnen, mit Kopf und Hand. Komplexe Abläufe sind dabei in überschaubare Einheiten gegliedert, Zusammenhänge und Abhängigkeiten werden erkennbar.

Futterautomaten verhindern das Erlebnis von Futterzubereitung und Fütterung -grundlegende Erfahrungen für das Verständnis landwirtschaftlicher Produktion; Enmistungsanlagen trennen von der Auseinandersetzung mit den Ausscheidungen der Tiere und ihrer Bedeutung im landwirtschaftlichen Betrieb.

Lernen durch eigenes Tun vermittelt neben dem Inhaltlichen eine Reihe von Kompetenzen, die in den neuen Bildungsplänen gefordert, gleichzeitig aber im "normalen" Schulalltag schwer zu vermitteln sind.

Dazu gehören beispielsweise praktische Fertigkeiten, Wahrnehmung eigener Stärken und Schwächen, Verantwortungsbewußtsein,Teamfähigkeit,..... aber auch Wertschätzung für die Nahrung und die Arbeit der Landwirte.

Schulbauernhöfe haben darüber hinaus die Aufgabe, Schülern moderne Landwirtschaft nahe zu bringen. Schließlich sollen sie lernen, "wo das Essen -heute- herkommt" auch, um ihr eigenes Verbraucherverhalten reflektieren zu können. Diese Aufgabe kann am besten in der Zusammenarbeit zwischen pädagogisch orientierten Selbstversorgerbetrieben und modernen, marktorientierten Betrieben geleistet werden: Ausgerüstet mit den Erlebnissen, Erfahrungen, Erkenntnissen, die sie auf dem "schülergerechten" Betrieb gesammelt haben, verstehen sie die Bedeutung von Spezialisierung, Mechanisierung, Automatisierung vor dem Hintergrund wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedingungen.

Eine solche Zusammenarbeit ist in der Konzeption des landeseigenen Schulbauernhofs in Pfitzingen (bei Niederstetten) in Baden-Württemberg angelegt. Die Kooperation mit den 12 "Nachbarlandwirten" hat hier seid 13 Jahren Tradition.

Seit etwa einem Jahr bietet der Schulbauernhof Pfitzingen an,- den neuen Bildungsplänen entsprechend- ganze Unterrichtseinheiten mit landwirtschaftlichem Bezug von der Schule auf den Hof zu verlegen.

E. Rapp -Leiterin -

Die Konzeption des Schulbauernhofs Pfitzingen sowie weitere Informationen erhalten Sie unter

Schulbauernhof Pfitzingen
97996 Niederstetten
Telefon: 07932/7464
Fax: 07932/605887
email: SchulbauernhofPfitzingen at t-online.de
http://www.SchulbauernhofPfitzingen.de 

Quelle: Schulbauernhof-Arbeit im Spannungsfeld zwischen Selbstversorgerbetrieb und moderner Landwirtschaft - Der Schulbauernhof Pfitzingen (Die Zeit, 13.09.2005 23:05:23)

Weblinks


Siehe auch