Spätantike
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Der Begriff Spätantike
| Spätantike ist eine moderne Bezeichnung für die Epoche der Mittelmeerwelt im Übergang von der Antike zum Mittelalter. Der Begriff hat sich seit Max Weber (1864–1920) in der Forschung durchgesetzt, der Kulturhistoriker Jacob Burckhardt hatte aber bereits 1853 die Wendung „spätantike Zeit“ gebraucht, die am Ende des 19. Jahrhunderts vom österreichischen Kunsthistoriker Alois Riegl übernommen wurde.[1]
Auch wenn die genaue zeitliche Abgrenzung der Spätantike in der Forschung umstritten ist, gilt als Beginn dieser Übergangsepoche meist der Regierungsantritt des römischen Kaisers Diokletian 284 n. Chr. Das Ende ist Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussion. Als grober Rahmen kann gelten, dass die Spätantike im Westen des römischen Reiches mindestens bis zur Ablösung des letzten Kaisers in Italien Romulus Augustulus im Jahre 476 dauert, eher aber bis zum Einfall der Langobarden in Italien 568. Im Osten des Reiches reicht die Epoche entweder bis zum Tod des oströmischen Kaisers Justinian I. 565 n. Chr. oder bis zur arabischen Expansion im 7. Jahrhundert. Die Bezeichnung der Epoche als Spätantike hat dabei den Vorteil, auf den gesamten Mittelmeerraumes anwendbar zu sein, während der ebenfalls gebräuchliche Terminus frühbyzantinisch nur den Osten treffend charakterisiert. Im Verlauf der Spätantike durchlief das Oströmische Reich einen Transformationsprozess und musste zuletzt große territoriale Verluste hinnehmen, während die zweite spätantike Großmacht, das neupersische Sassanidenreich, schließlich sogar ganz unterging.
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