Sprache
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Aktuell
Am 16. Dezember 2010 hat die Gesellschaft für deutsche Sprache bereits zum 35. Mal die Wörter des Jahres gekürt und damit wieder einmal aufgezeigt, in welcher Weise diesjährige charakteristische Themen aus Politik, Wirtschaft und anderen Bereichen des gesellschaftlichen Alltags sprachlich markiert worden sind. (Aus der Presseerklärung)
Vorschlag: Warum nicht einmal Wort- und Zeitgeschichte zum Unterrichtsgegenstand machen? Die von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GdfS) jährlich ermittelten (Un-)Wörter des Jahres erzählen immer wieder interessante Geschichten, vor allem wenn man ein paar Jahre zurückgeht und sich zu erinnern versucht. Was z.B. fällt einem noch zum Wort "Schwarzgeldaffäre" (2000), "Fanmeile" (2006) oder "Alles wird Knut" (2007) ein? Fragen Sie mal Ihre Schülerinnen und Schüler, fragen Sie auch Ihre Kolleginnen und Kollegen.
Interessant ist auch festzustellen, dass die GfdS den Begriff "Unwort" aufgegeben zu haben scheint. Man vergleiche 2009 und 2010 und überlege warum?
Vom "Unwort" zum "Wort" des Jahres
- Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) 2010: Wort des Jahres:
- die Top 5: Wutbürger, Stuttgart 21, Sarrazin-Gen, Cyberkrieg und Wikileaks
- Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) 2009: Unwörter des Jahres:
- die Top 3: betriebsratsverseucht, Flüchtlingsbekämpfung, intelligente Wirksysteme
Unterricht
Material
- Aus Politik und Zeitgeschichte 8/2010 (APuZ vom 22.02.2010): Sprache (PDF-Datei, 40 Seiten)
- Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament, Hrgb: Bundeszentrale für politischen Bildung.
| Sprache ist allgegenwärtig – durch sie verleihen wir unseren Gedanken und Emotionen Ausdruck und sind in der Lage, mit anderen zu kommunizieren. Sie ist Teil unserer Identität. In der Politik spielt Sprache eine besondere Rolle – oder besser: ihr Gebrauch, durch den sie zu einem politischen Instrument werden kann. So sind Auseinandersetzungen um politische Inhalte und die „Besetzung“ von Themen meist verknüpft mit einem Wettstreit um die „richtige“ Benennung von Dingen oder die „wahre“ Bedeutung von Worten. [...]
Johannes Piepenbrink, Aus Politik und Zeitgeschichte 8/2010, Editorial |
[...] Auf den Seiten der elektronischen Enzyklopädie Wikipedia wogt ein "Edit-War" um die von Arbeitgebern ins Leben gerufene "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft".
[...] Interessanter Weise lässt sich an diesem Wikipedia-Artikel sozusagen in Zeitrafferform ein gesellschaftliches Phänomen studieren, das "in der freien Natur" als vielfältigster und langandauernder Prozess stattfindet: Der Kampf der Klassifikationssysteme
als Teil eines Kampfes um gesellschaftliche Ressourcen. Bourdieu
hat dies so formuliert:
| Darum geht es in den Auseinandersetzungen um die Definition des Sinns der Sozialwelt: um Macht über die Klassifikations- und Ordnungssysteme, die den Vorstellungen und damit der Mobilisierung und Demobilisierung der Gruppen zugrundeliegen. Bourdieu, Pierre: Die feinen Unterschiede. Frankfurt/M. 1993 S. 748. |
[...]
| Die Klassifikations- und Ordnungssysteme bildeten keine derart hart umkämpften Streitobjekte, trügen sie nicht bei zum Bestand der Klassen, indem sie mittels der entsprechend dem Ordnungssystem strukturierten Vorstellung die Wirksamkeit der objektiven Mechanismen noch verstärkt.
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Zitat aus: Rudolf Stumberger (tp vom 15.03.2006): Der Internet-Krieg der Editoren
Politik / SoWi / Geschichte
- LpB Baden-Württemberg: Sprache und Politik (Heft 1/98)
- Baustein A: Kommunikation im Alltag
- Baustein B: Wie sage ich, was ich meine
- Baustein C: Politisches Reden
- Alexander Bahar (tp vom 14.07.2010): Ein Telegramm, das einen Krieg auslöste
- 1870 redigierte und veröffentlichte Reichskanzler Bismarck die Emser Depesche
in der richtigen Erwartung, so Frankreich in den Krieg zu treiben. (Wurde depubliziert[1] - abrufbar via Cache von Google)
Deutsch
| [...] Auf dem 22. Bundesparteitag der Christdemokraten im Jahr 1973 ließ der Professor in einer Rede die Katze aus dem Sack und forderte eine "Revolution durch Sprache". Durch die Schöpfung von neuen Begriffen, so Biedenkopf, müssten Politik und Partei das eigene Versagen relativieren. Sprache sei Strategie, mit der die Medienlandschaft in Deutschland besetzt werden müsste. [...]
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- Stephan Hebel (FR vom 01.02.2010): Kommentar Hartz IV • Hilfe für Frau von der Leyen
Denkanstöße
| Die Sprache ist die Quelle der Mißverständnisse.[2]
Antoine de Saint-Exupéry |
| Wie hält's der Weise mit Wort und Sprache?
[...] Wahrheit und Klarheit: seht da das Sprachstudium des Weisen! * Johann Michael Sailer
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- Wolfram Wilss (14.10.2009): Übersetzen und Dolmetschen im 20. Jahrhundert in: Lebende Sprachen. Bd. 43, Heft 4, S. 145–149
- Vgl. hierzu ferner die Literaturnachweise (Fußnoten) in: Übersetzungskritik
(Version vom 8. März 2010 um 15:19 Uhr)
Pädagogik
| Sprich mit den Kindern in ihrer Sprache, und höre ihnen zu, dann werden sie dir auch zuhören, wenn du zu ihnen in deiner Sprache sprichst. Berthold Otto, Pädagoge |
Sprache und Bildung
| Hohe Bildung kann man dadurch beweisen, dass man die kompliziertesten Dinge auf einfache Art zu erläutern versteht. George Bernard Shaw, irischer Dichter [1856 – 1950] |
Rhetorik
Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?
| Das maximale Volumen subterrarer Agrarprodukte steht in reziproker Relation zur intellektuellen Kapazität des Agrarökonomen.
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Linkliste
- Marcus Knill: Manipulationstechniken
- In der Praxis ist es wichig, Manipulationstechniken zu erkennen.
- Arnd Zickgraf (tp vom 24.05.2010): Tot oder lebendig? • Deutsch als Wissenschaftssprache verliert an Bedeutung
- In den meisten Fächern ist die Anglisierung weit fortgeschritten. Ausnahmen bilden die Theologie und Nischenfächer in den Kulturwissenschaften, die an der deutschen Sprache festhalten. Der Haken: Pidgin-Englisch verdrängt eine entwickelte Wissenschaftssprache. Um die Vielfalt der Denktraditionen zu erhalten, starten in einigen Ländern wie auch in Deutschland sprachpolitische Offensiven. Doch ist der Siegeszug des Englischen an deutschen Hochschulen aufzuhalten?
Anmerkungen
- ↑ Jörg Sadrozinski (blog.tagesschau.de vom 20. Juli 2010): Depublizieren
- ↑ Vgl. hierzu auch: Nossrat Peseschkian, Psychotherapie des Alltagslebens – Konfliktlösung und Selbsthilfe (Fischer Taschenbuch Nr.1855); dort: Differenzierungsanalytisches Inventar (DAI) zur Ermittlung der Inhalte von Konflikten;
→ Beispiele für Konfliktsituationen aus dem Alltag siehe auch:
Nossrat Peseschkian, Was haben Sie auf dem Herzen?, Seite 33 sowie Seite 115 ff.
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