Multimedia

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Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung:

Bereits 1995 wurde von der Gesellschaft für deutsche Sprache Multimedia zum Wort des Jahres nominiert. Seit dieser Zeit ist es das Schlagwort unserer modernen Gesellschaft. Es hat sehr schnell nicht nur in der Werbung Einzug gehalten, sondern auch in Unterricht und Bildung: „Multimedia im Unterricht“ – „multimedial unterrichten“; das hört sich als Unterrichtsprinzip "fortschrittlich“ an, und ist ebenso werbewirksam für einen „modernen“ Unterricht wie zur Charakterisierung von unterrichtsrelevanter Bildungssoftware.

Provokante Fragen:

Aber wer von uns Kolleginnen und Kollegen kann schon multimedial unterrichten? Wer kann Multimedia im Unterricht methodisch richtig und sinnvoll einsetzen? Wer kann mit Multimedia mediendidaktisch umgehen? Was ist eine multimediale Unterrichtseinheit?

Definition:

Vor der Beantwortung aller Fragen zuerst einmal die Definition von Multimedia: Bereits in der Terminologie liegt das erste Missverständnis dieses "überstrapazierten" Begriffes, denn es gibt zwei grundlegende Aussagen:

Erste Definition

Unter Multimedia wird in einer allgemeinen Definition Computer, Software und Internet mit den drei neuen erweiterten Fähigkeiten verstanden:

  • universelle Vernetzung,
  • Integration und Kombination (von Text, Bild/Grafik, Ton, Animation)
  • Interaktivität (kontextsensitiv, feedback, statistik etc).

Pc-65.jpg

Zweite Definition

In Abweichung dieser Definition verstehen wir unter "Multimedia im Unterricht" eine multimediale Unterrichtseinheit als einen Lehrprozess, bei dem wir zu einem bestimmten Unterrichtsthema ALLE Medien verwenden, die man sinnvoll zum Lehren und Lernen einsetzen kann:

  • Printmedien,
  • konventionelle/ tradierte Medien,
  • manuelle/ haptische Medien,
  • audiovisuelle (auditive/visuelle) Medien,
  • interaktive Medien,
  • wobei Ergonomie, Optik/ Ästhetik subsummiert sind.

Multimedia-65.jpg

Alternative

Unsere Alternative zu "multimedial" lautet: "bimedial" ! Das ist im Wesentlichen nichts Neues - aber zunächst einmal einfacher zu realisieren!

Bimediales Lernen

Der Begriff "Bimediales Lernen" resultiert aus dem universitären Projekt "blended Learning" und ich habe ihn im Jahre 2004 während einer Evaluationsphase geprägt, um die Projekt-Inhalte auf den Primarbereich zu transferieren und um die Grundschulmethode bezeichnen zu können: In einem Bimedialen Unterricht finden zwei verschiedenartige Medien Verwendung; Voraussetzung dazu ist allerdings, dass man unter "Multimedia" alle (viele!) Medien versteht!

Bimediales Lernen (*) ist die didaktisch sinnvolle Kombinationen zweier Medien im Unterricht. (*) bimediales Lernen bedeutet den gleichzeitigen oder alternierenden Lerneinsatz zweier substanzieller, miteinander vernetzter Medien (z.B. konventionelle und moderne Medien); d.h. die sog. aktiven, traditionellen Arbeitsblätter und die sogenannten interaktiven Arbeitsblätter ergänzen einander, unterstützen sich gegenseitig und optimieren somit den Lernprozess sowohl im Fachunterricht, als auch im "normalen" Unterricht, zur Freiarbeit, zur Stationsarbeit, beim lückenschließenden Lernen als auch bei der häuslichen Nacharbeit.

Bimediales-lernen.jpg

Aktives Arbeitsblatt

Das aktive Arbeitsblatt ist das konventionelle, traditionelle (Papier-)Arbeitsblatt. Es ist neben Heft und Buch das bekannteste und im Unterricht meist genutzte Medium. In Papierform ist es ein Printmedium.

Das aktive Arbeitsblatt wird in der Regel von der Lehrkraft mit Word erstellt, ggf. verändert, abgespeichert, ausgedruckt, kopiert und schließlich an die Schüler ausgegeben. Es ist in den meisten Fällen nur einmal benutzbar; die Datei hingegen kann beliebig aufgerufen, modifiziert und neu abgespeichert werden.

Das aktive Arbeitsblatt bearbeiten die Schüler in der Regel durch Schreiben oder Zeichnen. Nach der Bearbeitung geschieht die Korrektur durch die Lehrkraft.

Das bearbeitete Arbeitsblatt kann von den Schülern abgeheftet und später noch mal eingesehen werden.

Das Pendant zum aktiven Arbeitsblatt ist das → interaktive Arbeitsblatt. Mit diesen beiden Arbeitsblättern hat die Lehrkraft ein Instrumentarium, um "bimedial" zu unterrichten" Das Besondere beim "Bimedialen Unterricht" ist, dass beide Arbeitsblätter miteinander vernetzt (verlinkt) sind; d.h. man kann per Mausklick vom aktiven Arbeitsblatt auf das interaktive Arbeitsblatt verlinken und umgekehrt.


Beispiel eines aktiven Arbeitsblattes

zum Thema: Löwenzahn

interaktives Arbeitsblatt

Interaktives Arbeitsblatt

Das interaktive Arbeitsblatt ist das Pendant zum aktiven konventionelle, traditionelle (Papier-)Arbeitsblatt. Es ist optisch ähnlich und inhaltlich identisch mit dem Papier-Arbeitsblatt. Das interaktive Arbeitsblatt wird auf dem PC präsentiert.

Das interaktive Arbeitsblatt dient vornehmlich zur Übung, Wiederholung und Festigung des Gelernten; aber auch zur Freiarbeit, Wochenplanarbeit, Stationsarbeit etc.

Da das interaktive Arbeitsblatt sowohl offline (auf jedem Klassencomputer) als auch online (im Internet) funktioniert, kann es auch zum lückenschließenden Lernen in der häuslichen Nachmittagsarbeit eingesetzt werden.

Das interaktive Arbeitsblatt ist immer nur eine Bildschirm-Seite "groß" und die Bearbeitungszeit pro Arbeitsblatt beträgt maximal 5 Minuten. Dadurch können mehrere Schüler während einer Unterrichtsstunde an und mit dem interaktiven Arbeitsblatt arbeiten.

Das interaktive Arbeitsblatt ist KEIN Lernprogramm - Es ist besser als ein Lernprogramm und hat folgende Eigenschaften:

  • Identität: Transfereffekt zum bekannten (aktiven) Arbeitsblatt
  • Verfügbarkeit: an jedem Ort, beliebig oft, zu jeder Zeit
  • Präsens: sowohl online (im Internet) als auch offline (auf jedem Computer)
  • reproduzierbar: nach Gebrauch wieder völlig „neuwertig“
  • Variabilität: große Aufgabenvielfalt durch breite Aufgabenpaletten
  • elektronische Bearbeitung: per Tastatur/per Mausbedienung
  • multimedial: Text + Bilder/Grafik + Animation + Sound (Sprache/Musik)
  • interaktiv: sofortige Rückmeldung und kontextsensitive Hilfe
  • Korrektur: optional Sofort- und/oder Gesamtkorrektur
  • Vernetzung: Link zum aktiven Arbeitsblatt

Mit diesen beiden Arbeitsblättern hat die Lehrkraft ein Instrumentarium, um "bimedial" zu unterrichten" Das Besondere beim "Bimedialen Unterricht" ist, dass beide Arbeitsblätter miteinander vernetzt (verlinkt) sind.


Beispiel für ein interaktives Arbeitsblatt

zum Thema: Löwenzahn

interaktives Arbeitsblatt