Alles Lüge

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Kurzinfo
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Diese Seite befasst sich mit
Kinder- und Jugendliteratur (KJL).

Anatol Feid: Alles Lüge (1991/2005) Arena-Verlag, 110 Seiten

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Erzählt wird aus der Perspektive eines Drogenberaters (oder einer Drogenberaterin) in einer süddeutschen Kleinstadt namens Saalheim (Nähe Frankfurt). Zu ihm/ihr kommt die 11jährige Martina, nachdem er/sie in ihrer Schule (5. Klasse, Gymnasium) einen Vortrag über Drogenmissbrauch gehalten hatte.

Martina steht unter großem Druck und erzählt nun nach und nach die Geschichte ihrer heroinsüchtigen Schwester Inge (17 Jahre). Diese hatte eine Beziehung zu dem etwas älteren Axel B. (20) begonnen. Da dieser jedoch aus einem Unterschichtsviertel stammt, war er den Eltern nicht willkommen und sie verboten ihr der Kontakt mit ihm. Damit aber beginnt Inges Einstieg in die Drogenabhängigkeit: Der Junge versorgt sie mit Stoff, auch nachdem sie in der Schule zusammengebrochen war und einer häuslichen Entziehungskur unterzogen werden sollte. Schließlich muss Inge in ein Psychiatrisches Krankenhaus eingeliefert werden, woraus sie jedoch nach wenigen Tagen verschwindet. Das weitere Schicksal Inges wird offen gelassen.

„Alles Lüge“ heißt die Geschichte, weil vor allem die gutbürgerlichen Eltern die Drogenabhängigkeit ihrer Tochter nicht gegenüber der Umwelt, sondern auch gegenüber Martina verheimlicht haben. Dadurch wurde gerade die unwissende Martina zum Instrument des Drogenverkehrs, indem sie ihrer Schwester das Heroin in kleinen täglichen Briefumschlägen zugetragen hat. Sie hat sich also unwissend verschuldet an der missglückten Entziehung und macht sich große Vorwürfe, als sie dies durchschaut.

Schließlich sprechen sich Vater, Mutter und Martina aus, aber es ist zu spät, Inge ist verschwunden. Außerdem ist Martina nun selbst Teil des Lügensystems, mit dem die Eltern das Problem nach außen hin geheim zu halten versuchen. Mehr noch: Es stellt sich heraus, dass beide Eltern schon länger tablettenabhängig sind und Martina ebenfalls schon Beruhigungstabletten nimmt. Auch über deren Wirkung war Martina bisher völlig ohne Ahnung.

Die Geschichte lässt offen, ob Martina es schaffen wird, zusammen mit ihren Eltern in die Drogenberatung zu kommen oder zumindest alleine ein weiteres Mal zu kommen. Jedenfalls hat sie den Weg ein erstes Mal gefunden und im Gespräch mit dem/der Drogenberater/in sich zum ersten Mal mitgeteilt und ist sich dadurch über die Zusammenhänge und ihre eigene Lage klarer geworden.

Meinungen

Noia 64 apps kontour.png   Meinung

Die Geschichte ist sowohl vom Inhalt als auch von der Erzählweise her deutlich Jugendliteratur mit sozialpädagogischen Ambitionen und einem aufklärerischen Gestus. Die Erzählweise ist traditionell auktorial und sprachlich schlicht. Dennoch ist die Handlung sehr eindrücklich, sie lässt die Gefahren von Unaufgeklärtheit und falschem Elternverhalten deutlich werden und hinterlässt Nachdenklichkeit. Für Kinder zwischen 10 und 12 Jahren dürfte dies eine hilfreiche und anregende Lektüre sein. Sie ist im Übrigen auch spannend und bietet Anlass für weitere Nachforschungen, Informationsbeschaffung und vielleicht sogar Einladung an Drogenberater und andere auf diesem Gebiet kompetente Personen.


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Unterrichtsmaterial und -ideen

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Siehe auch