Armut und Reichtum: Unterschied zwischen den Versionen

aus ZUM-Wiki, dem Wiki für Lehr- und Lerninhalte auf ZUM.de
Wechseln zu: Navigation, Suche
(Aktuell: +SOZIALSTUDIE: Kein Entkommen aus der Armutsfalle)
K (Bot: Automatisierte Textersetzung (-{Babel +{Kurzinfo))
Zeile 1: Zeile 1:
{{Babel-2|Idee|Links}}
+
{{Kurzinfo-2|Idee|Links}}
 
Das Vermeiden und die Bekämpfung von '''Armut''' sowie eine gerechte Verteilung von '''Reichtum''' sind erklärte gesellschaftliche Ziele. Offensichtlich wächst jedoch die Armut zahlreicher Menschen, während gleichzeitig der Reichtum weniger zunimmt. Deshalb wird die Auseinandersetzung mit Armut und Reichtum auch im Unterricht an Bedeutung gewinnen.
 
Das Vermeiden und die Bekämpfung von '''Armut''' sowie eine gerechte Verteilung von '''Reichtum''' sind erklärte gesellschaftliche Ziele. Offensichtlich wächst jedoch die Armut zahlreicher Menschen, während gleichzeitig der Reichtum weniger zunimmt. Deshalb wird die Auseinandersetzung mit Armut und Reichtum auch im Unterricht an Bedeutung gewinnen.
  

Version vom 4. November 2007, 11:11 Uhr

Vorlage:Kurzinfo-2 Das Vermeiden und die Bekämpfung von Armut sowie eine gerechte Verteilung von Reichtum sind erklärte gesellschaftliche Ziele. Offensichtlich wächst jedoch die Armut zahlreicher Menschen, während gleichzeitig der Reichtum weniger zunimmt. Deshalb wird die Auseinandersetzung mit Armut und Reichtum auch im Unterricht an Bedeutung gewinnen.

Inhaltsverzeichnis

Aktuell

"Die Armut in Deutschland hat sich in den vergangenen fünf Jahren nach Einschätzung des DIW zunehmend verfestigt. Die verbreitete Angst des Mittelstands vor dem Absturz in die Armut halten die Wirtschaftsforscher allerdings für unbegründet."
mit einer Zahlentabelle und zwei Grafiken
"Wissenschaftler sprechen von "verdeckter Armut": Mehrere Millionen Bedürftige in Deutschland nehmen einer Studie zufolge ihren Anspruch auf staatliche Hilfen nicht wahr."
"Die Trennung zwischen Reich und Arm in der deutschen Gesellschaft verschärft sich. Doch die dauerarbeitslose Schicht der "Überflüssigen" ist orientierungslos und ohne Selbstbewusstsein. Eine Revolte, so sie denn kommt, wird von den Deklassierten der Wissensgesellschaft angeführt werden."
  • Böckler Impuls 01/2006: Studie zu verdeckter Armut. Im toten Winkel des Sozialstaates. Mindestens 1,8 Millionen Bedürftige leben ohne staatliche Hilfe. - aus Nachdenkseiten

Zur aktuellen Diskussion

Eine Studie, die von TNS Infratest im Auftrag der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung im Februar und März dieses Jahres durchgeführt wurde, kam zu dem Ergebnis, dass acht Prozent der Bundesbürger als „arm“ zu bezeichnen sind. Für die Studie wurden 3021 Deutsche ab 18 Jahren zu ihren Zukunftserwartungen und ihrer persönlichen Lebenssituation befragt.

Wesentliches Ergebnis der Studie ist eine Einteilung der Gesamtbevölkerung in so genannte politische Typen: Elf Prozent seien „Leistungsindividualisten“, 15 Prozent „Etablierte Leistungsträger“, neun Prozent gehörten zur Schicht der „Kritischen Bildungseliten“, zehn Prozent sind „Engagiertes Bürgertum“, 13 Prozent „Zufriedene Aufsteiger“, 16 Prozent „Bedrohte Arbeitnehmermitte“, elf Prozent seien so genannte „Selbstgenügsame Traditionalisten“ und sieben Prozent gehörten der Schicht der „Autoritätsorientierten Geringqualifizierten“ an. Die bundespolitische Diskussion entzündete sich nun an der letzten Schicht, die in der Studie als „Abgehängtes Prekariat“ bezeichnet wird, die aber in den Medien als „Unterschicht“ übersetzt worden war. Ihr gehören laut Studie acht Prozent der deutschen Bevölkerung an. Der Begriff „Unterschicht“ kommt in der Studie nicht vor, worauf die Friedrich-Ebert-Stiftung in einer Presseerklärung hinweist. Die „Bild am Sonntag“ hatte den Begriff fälschlicherweise gebraucht, obwohl er von der Studie nicht benutzt worden war. Der in der Studie verwendete Begriff „Prekariat“ – offenbar eine Neuschöpfung aus „Proletariat“ und „prekär“ – solle die Situation von Menschen am Arbeitsmarkt beschreiben, die ausgebeutet würden und sich deshalb in einer finanziell „prekären“ Lage befänden.

Die angebliche Verwendung des Begriffes „Unterschicht“ hatte zu Irritationen geführt. Die Debatte, vom SPD-Vorsitzenden Kurt Beck losgetreten, sollte eigentlich belegen, dass die am unteren Rande der Gesellschaft angesiedelten Schichten der SPD als Wählerpotential verloren gingen. Die Studie analysiert das Wahlverhalten der angesprochenen Schicht und soll als Anhaltspunkt und Handreichung für die parteiinterne Diskussion künftiger Wahlstrategien dienen.

Die letzte Armutsdebatte hatte der SPD bereits zu Zeiten der rot-grünen Regierungsperiode zu fragwürdigen Argumentationserfolgen verholfen. Einerseits sollte die Thematisierung gesellschaftlicher Armut Stimmen für die deutsche Sozialdemokratie mobilisieren. Die Vorlage des zweiten Armutsberichts (vorgelegt von Ulla Schmidt im März 2005) war für die Regierung damals bereits ein zweischneidiges Schwert gewesen, weil daraus Munition für die Opposition entstanden war, die die Armut als Folge rot-grüner Politik darstellen konnte. Zwischen 1998 und 2003 war die Armutsquote von 12,1 Prozent auf 13,5 Prozent gestiegen.

Als „arm“ gilt laut herkömmlicher statistischer Definition, wer in Haushalten mit einem Einkommen von weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens lebt. 2005 bedeutete diese Definition ein Einkommen unter 938 Euro. Die FES-Studie weist dieser Schicht des so genannten Prekariats verschiedene Merkmale zu: niedriger gesellschaftlicher Status, höchster Arbeitslosenanteil, geringes bis mittleres Bildungsniveau, hoher Anteil von Männern, geringe „berufliche Mobilität und Ausstiegsorientierung“, „empfinden gesamte Lebenssituation als ausgesprochen prekär“, „besonders starke Zukunftssorgen“.

Vier Prozent der Westbürger und 20 Prozent der Ostdeutschen gehören der Studie zufolge zu dieser Schicht. Mitglieder der SPD-Bundestagsfraktion nannten im Verlauf der Debatte um die Studie Hartz IV einen Fehler der rot-grünen Regierung, zu dem man sich bekennen müsse. Der stellvertretende SPD-Fraktionschef Stefan Hilsberg sprach von einer „Lebenslüge“. Heiner Geißler, ehemaliger Generalsekretär der CDU, sieht SPD und die Union in der Verantwortung für die neue Armut. Der Süddeutschen Zeitung sagte er, dass die Menschen, die zu dieser neuen Schicht zählen, „ein Opfer der SPD-Politik unter (Ex-Bundeskanzler Gerhard) Schröder, Opfer der Agenda 2010 und von Hartz IV“ seien.

Die Studie, deren Veröffentlichung für Dezember vorgesehen ist, ist bisher lediglich als Vorabversion online verfügbar


http://de.wikinews.org/wiki/Politiker_kritisieren_Hartz_IV

Hand.gif   Übung
  1. Unterscheiden Sie die Einteilung der Gesamtbevölkerung, indem Sie den angegebenen Typen jeweils Kennzeichen zuordnen. Falls ein Typ unklar ist, recherchieren Sie die genaue Definition im Internet.
  2. Erläutern Sie, warum der Begriff "Unterschicht" umstritten ist.
  3. Was sind für Sie Kennzeichen von Armut? Vergleichen Sie Ihre These mit der Definition, die im Text angegeben ist.
  4. Nennen Sie Beispiele, wen Sie dem "Prekariat" zuordnen würden.

Denkanstöße

  • Täglich sterben allein an den Folgen von Hunger und Unterernährung 24.000 Menschen weltweit.
  • Mehr als 860 Millionen Menschen können nicht lesen und schreiben.
  • In den ärmsten Ländern ist eine Schwangerschaft lebensgefährlich: Eine von 48 Frauen stirbt bei der Entbindung.
  • Mehr als eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
  • Jährlich sterben elf Millionen Kinder an vermeidbaren Krankheiten.

Quelle: Deine Stimme gegen Armut: Die „Weltweite Aktion gegen Armut“ ist Teil einer internationalen Bewegung, die jetzt den entscheidenden Anstoß geben will. In 72 Ländern kämpfen Menschen mit nationalen Kampagnen für die Idee: Wir können die Generation sein, die für ein Ende der Armut sorgt.

Definitionen

Armut bezeichnet den Mangel an Chancen, ein Leben zu führen, das gewissen Minimalstandards entspricht. Die Maßstäbe für diese Standards und die Vorstellungen über die Ursachen von Armut sind örtlich und zeitlich sehr verschieden. Die WHO definiert Armut nach dem Einkommen. Danach ist arm, wer monatlich weniger als die Hälfte des durchschnittlichen Einkommens seines Landes zur Verfügung hat. In Deutschland sind das etwa 600 Euro.

Im theoretischen Grundverständnis unterscheiden sich ökonomische Konzepte, die Armut als Mangelversorgung mit materiellen Gütern und Dienstleistungen verstehen, von soziokulturellen Konzepten, die auch nichtmaterielle Bedürfnisse thematisieren (z.B. das Fehlen ausreichender Bildungsmöglichkeiten – insbesondere Knappheit.


W-Logo.gif Armut, Wikipedia – Die freie Enzyklopädie, 20.01.2006 - Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. Siehe die Nutzungsbedingungen für Einzelheiten. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Das Wort Reichtum bezieht sich auf die Verfügbarkeit von Gütern, welche das Leben bereichern, die neuerdings eher quantitativ bezogen wird auf Geld und Eigentum. Es bezeichnet von daher inzwischen eher den Überfluss an Wertsachen, aber auch die Tatsache des Besitzes von materiellen Gegenständen. Gesellschaftlich gesehen erfordert Reichtum die allgemein akzeptierte Übereinkunft, dass Dinge, Land oder Geld jemandem gehören und dass dieses Eigentum geschützt wird. Der Begriff des Reichtums unterscheidet sich in verschiedenen Gesellschaften.

W-Logo.gif Reichtum, Wikipedia – Die freie Enzyklopädie, 20.01.2006 - Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. Siehe die Nutzungsbedingungen für Einzelheiten. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


Unterricht

Unterrichtsideen

"Diskussionen über "die neue Unterschicht" und "das abgehängte Prekariat" bestimmen die Debatten zum Thema Armut in Deutschland. Die folgenden Basistexte dienen der Bearbeitung des Themas im Unterricht. Zudem wird in einem beispielhaften Schulprojekt dargestellt, wie das Thema gewinnbringend in den Unterricht integriert werden kann."

Materialien

"Insgesamt gut 10 Millionen Menschen dürften einen gesetzlichen Anspruch auf Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld haben.Tatsächlich erhalten derzeit 7,4 Millionen Menschen Hartz-IV-Leistungen. Fast 2 Millionen Erwerbstätige leben in verdeckter Armut."

Hintergrund

Radioberichte

Siehe auch