Hiob: Unterschied zwischen den Versionen

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- sperrt sich gegen die literarische Moderne, hat aber trotzdem die neue Sachlichkeit hinter sich gelassen
 
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Version vom 20. Oktober 2015, 21:08 Uhr

Inhaltsverzeichnis

Links

ZUM-Wiki-Seite zu Joseph Roth

Online-Text des Romans: Erster Teil, Kapitel I

Zeit-Schülerbibliothek: Zum Verzweifeln glücklich

Shalom Ausländer: Ich vermisse Dich! Ein Jude wendet sich von Gott ab und hält das für eine gute Idee. Doch dann stellt er fest, dass er niemandem mehr die Schuld geben kann

Altes Testament: Das Buch Ijob (Hiob)

Die Rahmenerzählung: 1,1 - 2,10

1,1Im Lande Uz lebte ein Mann mit Namen Ijob. Dieser Mann war untadelig und rechtschaffen; er fürchtete Gott und mied das Böse.

2 Sieben Söhne und drei Töchter wurden ihm geboren.

3 Er besaß siebentausend Stück Kleinvieh, dreitausend Kamele, fünfhundert Joch Rinder und fünfhundert Esel, dazu zahlreiches Gesinde. An Ansehen übertraf dieser Mann alle Bewohner des Ostens.

4 Reihum hielten seine Söhne ein Gastmahl, ein jeder an seinem Tag in seinem Haus. Dann schickten sie hin und luden auch ihre Schwestern ein, mit ihnen zu essen und zu trinken.

5 Wenn die Tage des Gastmahls vorbei waren, schickte Ijob hin und entsühnte sie. Früh am Morgen stand er auf und brachte so viele Brandopfer dar, wie er Kinder hatte. Denn Ijob sagte: Vielleicht haben meine Kinder gesündigt und Gott gelästert in ihrem Herzen. So tat Ijob jedes Mal.


Zwei Bewährungsproben: 1,6 - 2,10

6 Nun geschah es eines Tages, da kamen die Gottessöhne, um vor den Herrn hinzutreten; unter ihnen kam auch der Satan.

7 Der Herr sprach zum Satan: Woher kommst du? Der Satan antwortete dem Herrn und sprach: Die Erde habe ich durchstreift, hin und her.

8 Der Herr sprach zum Satan: Hast du auf meinen Knecht Ijob geachtet? Seinesgleichen gibt es nicht auf der Erde, so untadelig und rechtschaffen, er fürchtet Gott und meidet das Böse.

9 Der Satan antwortete dem Herrn und sagte: Geschieht es ohne Grund, dass Ijob Gott fürchtet?

10 Bist du es nicht, der ihn, sein Haus und all das Seine ringsum beschützt? Das Tun seiner Hände hast du gesegnet; sein Besitz hat sich weit ausgebreitet im Land.

11 Aber streck nur deine Hand gegen ihn aus und rühr an all das, was sein ist; wahrhaftig, er wird dir ins Angesicht fluchen.

12 Der Herr sprach zum Satan: Gut, all sein Besitz ist in deiner Hand, nur gegen ihn selbst streck deine Hand nicht aus! Darauf ging der Satan weg vom Angesicht des Herrn.

13 Nun geschah es eines Tages, dass seine Söhne und Töchter im Haus ihres erstgeborenen Bruders aßen und Wein tranken.

14 Da kam ein Bote zu Ijob und meldete: Die Rinder waren beim Pflügen und die Esel weideten daneben.

15 Da fielen Sabäer ein, nahmen sie weg und erschlugen die Knechte mit scharfem Schwert. Ich ganz allein bin entronnen, um es dir zu berichten.

16 Noch ist dieser am Reden, da kommt schon ein anderer und sagt: Feuer Gottes fiel vom Himmel, schlug brennend ein in die Schafe und Knechte und verzehrte sie. Ich ganz allein bin entronnen, um es dir zu berichten.

17 Noch ist dieser am Reden, da kommt schon ein anderer und sagt: Die Chaldäer stellten drei Rotten auf, fielen über die Kamele her, nahmen sie weg und erschlugen die Knechte mit scharfem Schwert. Ich ganz allein bin entronnen, um es dir zu berichten.

18 Noch ist dieser am Reden, da kommt schon ein anderer und sagt: Deine Söhne und Töchter aßen und tranken Wein im Haus ihres erstgeborenen Bruders.

19 Da kam ein gewaltiger Wind über die Wüste und packte das Haus an allen vier Ecken; es stürzte über die jungen Leute und sie starben. Ich ganz allein bin entronnen, um es dir zu berichten.

20 Nun stand Ijob auf, zerriss sein Gewand, schor sich das Haupt, fiel auf die Erde und betete an.

21 Dann sagte er: Nackt kam ich hervor aus dem Schoß meiner Mutter; / nackt kehre ich dahin zurück. / Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen; / gelobt sei der Name des Herrn.

22 Bei alldem sündigte Ijob nicht und äußerte nichts Ungehöriges gegen Gott.

2,1 Nun geschah es eines Tages, da kamen die Gottessöhne, um vor den Herrn hinzutreten; unter ihnen kam auch der Satan, um vor den Herrn hinzutreten.

2 Da sprach der Herr zum Satan: Woher kommst du? Der Satan antwortete dem Herrn: Die Erde habe ich durchstreift, hin und her.

3 Der Herr sprach zum Satan: Hast du auf meinen Knecht Ijob geachtet? Seinesgleichen gibt es nicht auf der Erde, so untadelig und rechtschaffen; er fürchtet Gott und meidet das Böse. Noch immer hält er fest an seiner Frömmigkeit, obwohl du mich gegen ihn aufgereizt hast, ihn ohne Grund zu verderben.

4 Der Satan antwortete dem Herrn und sagte: Haut um Haut! Alles, was der Mensch besitzt, gibt er hin für sein Leben.

5 Doch streck deine Hand aus und rühr an sein Gebein und Fleisch; wahrhaftig, er wird dir ins Angesicht fluchen.

6 Da sprach der Herr zum Satan: Gut, er ist in deiner Hand. Nur schone sein Leben!

7 Der Satan ging weg vom Angesicht Gottes und schlug Ijob mit bösartigem Geschwür von der Fußsohle bis zum Scheitel.

8 Ijob setzte sich mitten in die Asche und nahm eine Scherbe, um sich damit zu schaben.

9 Da sagte seine Frau zu ihm: Hältst du immer noch fest an deiner Frömmigkeit? Lästere Gott und stirb!

10 Er aber sprach zu ihr: Wie eine Törin redet, so redest du. Nehmen wir das Gute an von Gott, sollen wir dann nicht auch das Böse annehmen? Bei all dem sündigte Ijob nicht mit seinen Lippen.


     Die Streitreden: 2,11 - 31,40

11 Die drei Freunde Ijobs hörten von all dem Bösen, das über ihn gekommen war. Und sie kamen, jeder aus seiner Heimat: Elifas aus Teman, Bildad aus Schuach und Zofar aus Naama. Sie vereinbarten hinzugehen, um ihm ihre Teilnahme zu bezeigen und um ihn zu trösten.

12 Als sie von fern aufblickten, erkannten sie ihn nicht; sie schrien auf und weinten. Jeder zerriss sein Gewand; sie streuten Asche über ihr Haupt gegen den Himmel.

13 Sie saßen bei ihm auf der Erde sieben Tage und sieben Nächte; keiner sprach ein Wort zu ihm. Denn sie sahen, dass sein Schmerz sehr groß war.

[...]

           Die Reden Elihus: 32,1 - 37,24
                 Die Antwort Gottes: 38,1 - 41,26


Ijobs Umkehr und Unterwerfung: 42,1-6

42,1Da antwortete Ijob dem Herrn und sprach:

2 Ich hab erkannt, dass du alles vermagst; /kein Vorhaben ist dir verwehrt.

3 Wer ist es, der ohne Einsicht den Rat verdunkelt? /So habe ich denn im Unverstand geredet über Dinge, / die zu wunderbar für mich und unbegreiflich sind.

4 Hör doch, ich will nun reden, /ich will dich fragen, du belehre mich!

5 Vom Hörensagen nur hatte ich von dir vernommen; /jetzt aber hat mein Auge dich geschaut.

6 Darum widerrufe ich und atme auf, /in Staub und Asche.


Die Rahmenerzählung: 42,7-17

7 Als der Herr diese Worte zu Ijob gesprochen hatte, sagte der Herr zu Elifas von Teman: Mein Zorn ist entbrannt gegen dich und deine beiden Gefährten; denn ihr habt nicht recht von mir geredet wie mein Knecht Ijob.

8 So nehmt nun sieben Jungstiere und sieben Widder, geht hin zu meinem Knecht Ijob und bringt ein Brandopfer für euch dar! Mein Knecht Ijob aber soll für euch Fürbitte einlegen; nur auf ihn nehme ich Rücksicht, dass ich euch nichts Schlimmeres antue. Denn ihr habt nicht recht von mir geredet wie mein Knecht Ijob.

9 Da gingen Elifas von Teman, Bildad von Schuach und Zofar von Naama hin und taten, was der Herr ihnen gesagt hatte. Und der Herr nahm Rücksicht auf Ijob.

10 Der Herr wendete das Geschick Ijobs, als er für seinen Nächsten Fürbitte einlegte; und der Herr mehrte den Besitz Ijobs auf das Doppelte.

11 Da kamen zu ihm alle seine Brüder, alle seine Schwestern und alle seine früheren Bekannten und speisten mit ihm in seinem Haus. Sie bezeigten ihm ihr Mitleid und trösteten ihn wegen all des Unglücks, das der Herr über ihn gebracht hatte. Ein jeder schenkte ihm eine Kesita und einen goldenen Ring.

12 Der Herr aber segnete die spätere Lebenszeit Ijobs mehr als seine frühere. Er besaß vierzehntausend Schafe, sechstausend Kamele, tausend Joch Rinder und tausend Esel.

13 Auch bekam er sieben Söhne und drei Töchter.

14 Die erste nannte er Jemima, die zweite Kezia und die dritte Keren-Happuch.

15 Man fand im ganzen Land keine schöneren Frauen als die Töchter Ijobs; ihr Vater gab ihnen Erbbesitz unter ihren Brüdern.

16 Ijob lebte danach noch hundertvierzig Jahre; er sah seine Kinder und Kindeskinder, vier Geschlechter.

17 Dann starb Ijob, hochbetagt und satt an Lebenstagen.

(Text nach der Einheitsübersetzung: bibelwerk.de)


Räume, Landschaften, Weltgegenden:

(Anna, Luisa)

Natur:
  • Juden besitzen weder Verbundenheit mit der Natur, noch einen romantischen Hang
  • Das Reich der Natur beginnt dort, wo Schtetl aufhört -> Verlust der Geborgenheit
  • In der Weite der russischen Landschaft verlieren sich die jüdischen Gestalten in kalter Einsamkeit
  • Die Natur spricht sie nicht an und wird als Bedrohung empfunden
  • Gott ist nicht in der Natur, sondern weit von ihr entfernt


Meer:
  • Wirkt als Gegenkraft zum Schöpfer, als Tohuwabohu -> Gebiet des Tödlichen und Diabolischen
  • Mendel glaubt auch, dass Gott das Meer beherrscht
  • Das Meer Trennt sie vom verlorenen „Kontinent“ und von dem was ihrem Leben Halt und Form gibt

o wird als Zeichen für den Verlust eines geschlossenen Weltbildes gesehen o ab da ist es vorbei mit Sicherheit und Geborgenheit


Himmel:
  • Himmel gibt keine Antwort und bleibt stumm
  • Der Himmel ist in sich verschlossen und eingekapselt
  • Der Himmels-Raum dient als Chiffre für den Zustand des Gott-Mensch-Verhältnisses
  • Solange Mendel heimatlos ist, solange ist und bleibt der Himmel verschlossen
  • Juden suchen Gott am Himmel


Hybris:
  • Wolkenkratzer signalisiert Fehlentwicklung des Fortschritts
  • Amerika wird als Land der unbegrenzten Möglichkeiten angesehen

o Dieses Land zerstört durch die unbegrenzten Möglichkeiten, wie zum Beispiel die Fortschritte der Technik, die natürlichen Werte


Soziale Ungleichheit:
  • Sam ist angepasst und der Aufsteiger
  • Mendel bleibt im armseligen Ghetto zurück

o Träumt den „american dream“ o Verweigert Assimilation o Er lebt in seiner Innenwelt


Vaterlose Gesellschaft:
  • Trennung von Vater und Sohn ist der Verfall der männerorientierten Familienstruktur
  • Mendel hat den Enkeln nichts zu sagen, da die Lebensformen nicht mehr kompatibel sind
  • Kindergeneration der nordamerikanischen Gesellschaft passen sich flexibler an


Grammophonkultur:
  • Metaphern der Kulturlosigkeit und der Massenkultur materialisiert die verlorene Unmittelbarkeit


Stilfragen

(Anika, Alex, Phillip, Patrick)


Erzählverhalten

Joseph Roth:

- denkt nicht besonders gegenständlich

- verwendet Postkomplexe Einfachheit

- er kennt zwar komplexe Strukturen, empfindet sie aber als unpassend oder dysfunktional

- sperrt sich gegen die literarische Moderne, hat aber trotzdem die neue Sachlichkeit hinter sich gelassen

Erzähler

- Auktorial

- wechselt beliebig zu jedem Zeitpunkt die Innenperspektiven der einzelnen Gestalten

- bleibt präsent, begleitet die Figuren, leidet mit ihnen und kritisiert sie

- kennt das Ziel der Geschichte

- beurteilt alles

- hat Einfluss auf die Zeit

- gibt Einblicke in die Psyche der Personen

Simplizität

- Roth wählt als Journalist einen durchsichtigen, luziden [1]Stil

- Hohe Ökonomie kombiniert mit Märchenton, sodass Roth mit sehr wenigen charakterisierenden Adjektiven auskommt, jedoch trotzdem nicht nur Informationen vermittelt werden

- Die Sprache erscheint trotz ihrer Einfachheit nicht kunstlos

- Bruch in der Sprache beim Transfer der Handlung von Russland nach Amerika, da Roth nie in Amerika war und nicht genau weiß, wie es dort aussieht (Mythisierung überspielt Wissenslücke)

Scheinnaivität

- Verwendung von Lakonismen [2] und Zwischentönen

- Knappe, trügerisch glatte und unauffällige Parataxen

- Trotz Sprachreduktion ironische Zwischentöne, die die Figuren lächerlich machen Der neue Ton

Zu Beginn wird alles sehr sachlich und exakt beschrieben: ,,Vor vielen Jahren lebte in Zuchnow ein Mann namens Mendel Singer. Er war fromm, gottesfürchtig und gewöhnlich, ein ganz alltäglicher Jude.“ Solche sachlichen und trockenen Sätze kommen sehr häufig im ersten Teil vor.

Andererseits wird etwas ,, warmes “ beschrieben. In manchen Passagen ist der Erzähler ganz nah bei den Figuren. Vor allem bei Menuchim. Als das Wunder geschehen ist, ist es vorbei mit der Nüchternheit und den kurzen Sätzen.

Der Erzähler wirkt so überwältigt von dem großen Wunder, dass die Sprache sich verselbstständigt und die Darstellungs- und Informationsfunktion vergessen wird. Es erscheint dem Erzähler wie eine Offenbarung, sodass der Mund des Erzählers ,,überquillt“.

Ironie

Die Ironie wird zur Karikatur, sobald Amerika ins Zentrum rückt. Amerika wird von Joseph Roth als Feindbild dargestellt. Es wird ein Kontrast der Sprachebenen gezeigt.

Es existiert einmal die Religiöse Sprache und das Unterschichtjargon. Z.B.: Der Sprachstil in Zuchnow und in New York (old chap).

Außerdem gibt es einen Kontrast zwischen beiden Gelobten Ländern (Einmal Amerika und Palästina). Als Mendel nach Amerika kommt wird es als Land Gottes beschrieben, wie es Palästina einst war und New York als Stadt der Wunder, wie es Jerusalem einst war.

Durch die Amerikanische Mode erinnert Deborah Mendel an eine Prostituierte aus den heiligen Schriften.

Mit solchen ironischen Äußerungen stellt der Autor Amerika als Feindbild dar. Hierbei nutzt er Palästina als direkten Kontrast.

Figuren der Ordnung

Bsp.:

Chiasmus: ,,Die Scham stand am Beginn ihrer Lust, und am Ende ihrer Lust stand sie auch“ (2,165f.). Dieser Chiasmus umspannt die relativ kurze Phase im Sexualleben von Deborah und Mendel und schließt sie ab gegen die lange Phase der sexuellen Gleichgültigkeit, ja des Abscheus.

Parallelstellung: ,,Sie war ein Weib, manchmal ritt sie der Teufel“(1, 48f.) Die Parallelstellung von ,,Weib“ und ,,Teufel“ , dazu der biblische Archaismus ,,Weib“ stellen klar, dass die Frau ein instrumentum diaboli ist. Das Schwanken zwischen Erzähller- und Figurenperspekrive lässt offen, wessen Meinung hier vertreten wird.

Figuren der Ordnung können die Situation mit Hilfe von Stilmittel sehr gut darstellen. Zum Beispiel gleicht beim Chiasmus der Satzbau der Situation von Mendels Sexualleben.

Redeformen in der Weisheitsliteratur

1)

Weisheitsspruch -> Formulierung eines Gedanken als Sprichwort

z.B.: ,,Ein schönes Weib ohne Zucht ist wie goldener Ring im Rüssel einer Sau´´

enthält meistens ein Vergleich als Rätselwort, Gleichnis oder Allegorie oder impliziert diesen.

2)

Alttestamentliche Weisheiten -> Weisheit Gottes wird durch einen Sprecher vermittelt

in Hiob werden diese Weisheiten von Mendel pervertiert und nehmen blasphemische Züge an.

3)

Bildsprache mit Vergleichen und Metaphern

- bezieht Lebenswelt der Figuren mit ein

-Vergleiche aus dem Wortfeld des Bauern und Jägers

-z.B. stark wie ein Bär (Jonas)

-Figuren aus Hiob weisen Ähnlichkeiten mit biblischen Figuren auf

-z.B. Söhne Mendels sind Jakob und Essau im Sinne der Ungleichheit ähnlich

„La musique biblique“

– Hiob ist kein wirklicher Bibelroman, doch trotz Verlagerung in die Neuzeit (und dadurch Parodie) bleibt biblischer Ton erhalten und ist immernoch ernsthaft & funktional

– teilweise wird Sprachduktus des Alten, und Neuen Testaments genutzt

– Formeln, Floskeln, Semantik, Satzstrukturen und Zitate aus der Bibel übernommen

– Roth nutzt Erzählungen und Ausdruckswelten des Alten und Neuen Testaments im gleichen Maße

Haggada

– Zwei bevorzugte Typen von Verkündigungen im Neuen Testament bzw. in der rabbinischen Literatur:

– Halacha (hebr. „halach“: „gehen, wandern“): vermittelt gesetzliche Lehren oder Normen/ Riten der Gemeinschaft; Ist geprägt von Rationalität und Dialekt

– Haggada (dt. „Ansammlung, Erzählung“): religiöse/ moralische Erklärung der Schrift; oft ausgeschmückt in Gleichnissen, Sagen, Legenden

– Passach-Haggada: wird am Sederabend vorgelesen und gesungen; erzählt vom Exil in Ägypten und vom Weg in die Freiheit (konstitutive Erzählung jüdischer Existenz)

– Im 15. Kapitel übertextet Roth die Pessach-Haggada durch seine eigene Haggada

[1] Luzid: unmissverständlich andeutend

[2] Lakonismus: Beiläufigkeit