Grundlagen der VWL

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Inhaltsverzeichnis

Grundlagen der Volkswirtschaftslehre

1. Vorlesung

VWL als Wissenschaft, BWL und andere Sozialwissenschaften

Die Volkswirtschaftslehre (auch Nationalökonomie) ist ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaft (Sozialwissenschaft). Sie basiert auf der Knappheit von Ressourcen (Güter und Produktionsfaktoren), die der Bedürfnisbefriedigung der Wirtschaftssubjekte dienen und versucht Regelmäßigkeiten des wirtschaftlichen Handelns und der Preisbildung (einzelwirtschaftlich, Mikroökonomie) einerseits sowie nach Gesetzmäßigkeiten in wirtschaftlichen Prozessen wie z.B.Wachstum, Konjunktur, Inflation usw. (gesamtwirtschaftlich, Makroökonomie) andererseits zu finden und daraus Handlungsempfehlungen für die Wirtschaftspolitik abzuleiten.


3 Säulen:

1. Modellbildung (deduktiv-analytisch)

2. Überprüfung (Ökonometrie) (empirisch-analytisch)

3. Anwendung (Wirtschaftspolitik) (institutionell)

BWL VWL
  • gehört zu Wirtschaftswissenschaften
  • Business Administration an der Business School
  • wirft den Blick in das Unternehmen hinein
  • der Blick nach innen zielt auf die gesamten innerbetrieblichen Vorgänge
  • beschränkt in der Analyse auf privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen
  • gehört zu Wirtschaftswissenschaften
  • Economics an der Fakultät für Sozialwissenschaften
  • schaut aus dem Unternehmen hinaus
  • der Blick nach außen zielt auf die Märkte und auf die konkurrierenden Unternehmen
  • untersucht Organisationsformen wie private Haushalte und auch staatlichen Haushalt
  • Interesse an das Verhalten verschiedenen Institutionen auf den Märkten sowie die Funktionsweise der Gesamtwirtschaft

VWL.jpg

Jäger und Sammler

Jäger und Sammler.jpg

Neolithische Revolution

Neolithische Revolution.jpg

Antike in Griechenland

Antike in Griechenland.jpg

2. Vorlesung

Wirtschaft im Frühmittelalter

Villikationssystem Villikationssystem.jpg

Lehensverhältnis Lehensverhältnis.gif

Erläterung :

• Der Vasall hat keine Abgaben, er wirtschaftet alleine

• Das Lehensverhälniss endet mit dem Tod oder es kann an einen Erbe übergeben werden

• Der Vasall kann sein land weiter aufteilen and ein weiteres Lehensverhältniss mit einem Vasall unter ihm gründen

Wirtschaft und Technik

• Bei beschrängter Fläche haben die Leute sehr wenig Vieh gehalten, da das Vieh ein "Nahrungskonkurent" war, daher gab es einen Mangel an Arbeitstieren.

• Roggen wurde am meisten angepflanzt da er dem Wetter angepasst ist.

• Nettoprodukt = Bruttoprodukt – Aussaat => war sehr gering!!! Der Nettooutput war sehr gering da sehr viel für die Assaht des kommenden Jahres aufgehoben werden sollte. Die Werte der Aussaht betrugen ungefähr 0,5 bis 0,75 des Bruttooutputs

• Es wurde wenig gehandelt da das Villikationssystem Autokratie als Zeil hatte. Es wurde dennoch für spezielle Güter gehandelt, wie Gewürze und Weihrauch.

• Der Schwere Pflug ermöglichte die Bebauung nasser und schwerer Böden

• Es entstanden Bannrechte um die Burgen.

Bannrecht (Zwangsrecht, Banngerechtigkeit), eine Gewerbegerechtigkeit, die darin besteht, die Einwohner eines Gebietes ihre Bedürfnisse ausschließlich von einem bestimmten Gewerbebetrieb befriedigen zu lassen.

W-Logo.gif Bannrecht, Wikipedia – Die freie Enzyklopädie, 21.07.2008 - Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. Siehe die Nutzungsbedingungen für Einzelheiten. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Wirtschaft im Hochmittelalter

• Feudalordnung, Stadt und Land, Handel, Gilden, Zünfte

• Merkantilismus

3. Vorlesung

• Die Industrielle Revolution, Entstehung des Kapitalismus

• Feudalismus versus Kapitalismus

• Frankreich, Belgien und NL folgen relativ schnell, Deutschland langsamer

• Warum??


4. Vorlesung

Herausbildung der Märkte, Gütermärkte und Märkte für Produktionsfaktoren (Arbeit, Kapital und Boden); Marktformen

Ein Markt ist eine Institution mit geregeltem Zugang. Es ist also nicht jede Art von Vertrag dort möglich. Auf einem Markt kommen Angebot und Nachfrage zusammen. Die Art der Nachfrage kann beliebig sein. Alles was knapp ist, wird auf Märkten gehandelt. Dabei wird die Knappheit eines Gutes durch den Preis ausgedrückt. Grob unterscheidet man zwischen Gütermärkten und Faktormärkten. Märkte können dabei nach der Anzahl der auftretenden Anbieter und Nachfrager unterschieden werden. Ein weiterer Unterschiedskriterium ist, ob die auf dem Markt gehandelten Güter homogen oder heterogen sind. Je homogener die Güter, desto mehr findet der Wettbewerb über den Preis statt, je heterogener ein Gut, desto stärker findet der Wettbewerb über das Gut selber statt.

Dabei geht man von einem Polypol mit homogenen Gütern als Idealmarkt aus. Er stellt sozusagen die Norm dar.

Bei vielen Nachfragern spricht man in abhängig von der Anzahl der Anbieter von einem: Monopol, Oligopol, Polypol. Bei wenigen Nachfragern spricht man von: Monopol, Polypol Bei einem Nachfrager spricht man von einem: Bilateralem Monopol, Monopson


Wettbewerb als Mittel zur Herbeiführung eines „natürlichen“ Systems der Preise. Eigennutz und Wettbewerb. Gewinnmaximierung!!!

Wie schon erwähnt gibt es verschiedene Arten von Märkten. Ein Unterscheidungsmerkmal ist dabei der Grad der Organisation. Es gibt hochgradig organisierte Märkte, wie den Wertpapiermarkt. In der Regel gibt es aber bei Märkten nicht solch eine Organisation wie an der Börse. Stattdessen werden diese Märkte durch den Wettbewerb und dem Verhalten der Menschen, von dem hier angenommen wird, dass er das kauft was am billigsten ist, organisiert oder kurz vom Preis.


Angebot und Nachfrage bestimmen den Marktpreis

Auf einem Markt spielt die Nachfrage eine wichtige Rolle. Wie groß die Gesamtnachfrage ist hängt von den Nachfragern und damit vom Preis ab. Nachfrage, so die Theorie, steigt mit abnehmendem Preis. Somit lässt sich die Nachfragefunktion als linear fallende Funktion darstellen. Diese Marktnachfragefunktion ist die horizontale Summation aller Preis-Nachfrage-Kurven der Marktteilnehmer.

Auf der Angebotsseite steigt der Preis bei großem Absatz, da die Chance gewittert wird mehr Geld zu verdienen. Daher ist die Angebotsfunktion eine linear steigende Funktion. Auch hier setzt sich die Angebotskurve aus der horizontalen Summe der einzelnen Preis-Angebots-Kurven zusammen.

Da wo sich Angebots und Nachfragekurve treffen ist das Marktgleichgewicht. Bei diesem Punkt wird der Anbieter all seine Ware los und der Nachfrager bekommt was er für den Preis zahlen würde.


Angebot variiert bei gegebener Nachfragefunktion (Bsp. aus Geschichtsteil)

Eine Verschiebung der Angebotslinie nach rechts bedeutet eine Zunahme des Angebots, eine nach links eine Abnahme des Angebots.

Steigt also bei gegebener Nachfragefunktion das Angebot, so sinkt der Preis.

Faktoren die auf die Angebotene Menge bei gegebenem Preis Einfluss haben sind:

Preis --> Bewegung auf der Angebotskurve

Inputpreise --> Verschiebt die Angebotskurve

Technologie --> Verschiebt die Angebotskurve

Erwartungen --> Verschiebt die Angebotskurve

Anzahl der Anbieter --> Verschiebt die Angebotskurve


Nachfrage variiert bei gegebener Angebotsfunktion

Eine Verschiebung der Nachfragelinie nach rechts bedeutet eine Zunahme der Nachfrage, eine nach links eine Abnahme der Nachfrage.

Bei einer festen Angebotsfunktion, sorgt eine Nachfragesteigerung also für eine Verschiebung des Schnittpunktes und damit des Preises nach oben. Bei einer Nachfrageabnahme sinkt der Preis.

Folgende Faktoren haben Einfluss auf die Nachfragemenge:

Preis --> Bewegung auf der Nachfragekurve

Einkommen --> Verschiebt die Nachfragekurve

Preise verwandter Güter --> Verschiebt die Nachfragekurve

Vorlieben Geschmack --> Verschiebt die Nachfragekurve

Erwartungen --> Verschiebt die Nachfragekurve

Anzahl der Käufer --> Verschiebt die Nachfragekurve


Simultane Variationen von Angebot und Nachfrage

Es ist allerdings auch möglich, dass sich sowohl Angebot als auch Nachfrage ändern. Beispielsweise könnte eine Hitzewelle die Nachfrage nach Eis erhöhen und viele neue Eisverkäufer würden darauf reagieren. Somit findet zunächst eine Verschiebung der Nachfragekurve nach rechts statt und anschließend eine Verschiebung der Angebotskurve nach rechts, sodass der Schnittpunkt wieder auf gleicher Höhe liegt.

Natürlich wird der Preis während der Hitzewelle erst mal nach oben steigen, denn noch gibt es wesentlich mehr Nachfrage als Angebot, aber mit den neuen Anbieter und der erhöhten Angebotsmenge wird der Preis wieder in Richtung Gleichgewicht pendeln.

Das Verhalten der Nachfrage bei Preisänderungen nennt man Preiselastizität. Sie ist damit ein Maß für die Reaktion der Nachfrage auf Preisveränderungen. Bei einer vollkommenen unendlichen Nachfrage ist die Preiselastizität immer 0. Als unelastisch werden solche Nachfragen genannt, deren Elastizität kleiner als 1 ist. Eine Elastizität von 1 heißt dann Einheitselastizität und eine die größer als 1 ist heißt elastische Nachfrage. Bei einem Markt mit vollkommener Konkurrenz ist die Elastizität unendlich groß.

Je flacher die Nachfragekurve, desto höher ist die Elastizität.

Preiselastizitaet = \frac{\frac{\Delta X}{X}}{\frac{\Delta p}{p}}

5. Vorlesung

Angebot und Nachfrage? Was steckt dahinter?

Anhand der Nachfragefunktion kann man den Erlös eines Unternehmens zu bestimmten Preisen bestimmen. Ein Punkt auf der Nachfragefunktion gibt welche Menge bei welchem Preis gekauft wird. Somit ist der Erlös : E(X) = p*X , wobei hier der Preis variabel ist.

Erlös in Abhängigkeit vom Preis

Man wird erkennen, dass bei unelastischen Nachfragen eine Preiserhöhung einen höheren Erlös bringt. Bei elastischen Nachfragen führt eine Preiserhöhung allerdings zum Rückgang des Erlöses.


Die Angebotsfunktion gibt durch ihren Verlauf auch immer an, wie die Produktionsverfahren und die Faktorpreise sind. Je besser ein Produktionsverfahren ist, desto größere Mengen können bei bestimmten Produktionskosten hergestellt werden. Auch niedrigere Faktorpreise entscheiden über die Angebotsmenge.


Faktorpreis: Kosten für einen bestimmten Input

Angebot der Unternehmung: Kosten, Durchschnittskosten, Grenzkosten

Eine Produktionsfunktion stellt den Zusammenhang zwischen Output und Input her. Es lässt sich allgemein sagen: X=F(N) . Wobei X der Output ist und N der Arbeitsinput. Diese Funktionen sind vereinfacht dargestellt i. d. R. Wurzelfunktionen, dass heißt, dass ihre Steigung abnimmt.

Aus der Produktionsfunktion lassen sich zwei relevante Formeln herleiten:

1. Grenzertrag: \frac{dX}{dN} .Diese Funktion gibt die Steigung der Produktionsfunktion an. Man kann an ihr also ablesen wie viel mehr man bekommt, wenn man die Inputfaktoren erhöht.

2. Durchschnittsertrag: \frac{X}{N} . Diese Funktion gibt die pro Einheit im Durchschnitt verbrauchten Produktionsfaktoren an und bestimmt somit entscheidend den Preis, für den die Ware angeboten wird.


Zum zweiten Punkt, den Kosten für den Output lassen sich auch einige relevante Formeln herleiten:

Zunächst einmal schauen wir uns an aus was sich Kosten zusammensetzen: Kosten = variable Kosten + fixe Kosten

Variable Kosten sind abhängig von der produzierten Gütermenge, Fixe Kosten sind davon unabhängig. Natürlich spielt auch der Zeitraum der Betrachtung eine wichtige Rolle. Denn irgendwann sind Mietkosten keine fixe Kosten mehr, sondern doch variabel.


Hier lässt sich nun die Produktionsfunktion einsetzen um die Kosten in Abhängigkeit der produzierten Menge darzustellen:K=a*X+K_f

Ebenso lässt sich hier die Formel für Durchschnittskosten herleiten:

DK = \frac{K}{X} = \frac{a*X}{X} +\frac{K_f}{X}

Um nun die Produktionsmenge zu bestimmen bei denen die Durchschnittskosten am niedrigsten sind (man nennt diese Produktionsmenge effizient), kann man die Ableitung der Durchschnittskosten = 0 setzen und so den Tiefpunkt bestimmen. Dann kommt man auf folgenden Zusammenhang: K'=DK

Da wo sich Grenzkosten (Zunahme der Kosten bei einer weiteren produzierten Einheit) und Durchschnittskosten schneiden sind die Durchschnittskosten am niedrigsten.


Angebotsverhalten der Unternehmung bei vollkommener Konkurrenz

Der Gewinn den ein Unternehmen macht setzt sich aus dem Erlös abzüglich der Kosten zusammen:

\pi=p*X-K(X)

Da die Annahme der vollkommenen Konkurrenz gilt, ist der Preis eine feste Größe:

\pi=\overline p*X-K(X)

Ziel jedes Unternehmens ist es seinen Gewinn zu maximieren. Dies bedeutet wieder die Ableitung nach der Produzierten Menge um den Hochpunkt zu bestimmen:

\pi'=\overline p-K'(X)=0 \longrightarrow \overline p= K'(X)

Der Schnittpunkt zwischen dem Preis und den Grenzkosten bestimmt somit die Gütermenge die optimalerweise Produziert werden soll. Das Unternehmen kann aber auch weniger Geld verlangen, solange der Preis nicht unterhalb der minimalen Durchschnittskosten liegt.

Liegt ein Preis über oder unter den minimalen Durchschnittskosten, so bewegt er sich im Laufe der Zeit in Richtung der minimalen DK. An diesem Punkt bekommt der Unternehmer genausoviel, wie er Kosten hat. aber warum sollte jemand bei diesem Preis porduzieren? Dies liegt am Kostenbegriff in der VWL, denn unter Kosten versteht man auch Opportunitätskosten. Ein Unternehmer könnte statt Geld in ein Unternehmen zu stecken es auf der Bank verzinsen lassen. Durch die Investition entgeht dem Unternehmer also dieser Gewinn, er hat also höhere Kosten. Kostendeckend zu arbeiten, heißt also buchhalterisch einen Gewinn in Höhe der Zinsen zu machen.

Die Marktangebotsfunktion für ein Gut.

Die Marktangebotskurve ergibt sich durch die horizontalke Addition der Grenzkostenfunktionen.

6. Vorlesung

Präferenzen

Eine Präferenzrelation gestattet den Vergleich zwischen zwei Alternativen A und B:

"A ist mindestens so gut wie B. Wenn alle Alternativen miteinander verglichen werden können (sog. "Vollständigkeit") und wenn aus der Bevorzugung von A vor B und von B vor C auch die Bevorzugung von A vor C für beliebige Alternativen A, B und C folgt.

Man vergleicht also Güterbündel miteinander und ermöglicht dadurch eine fundierte Entscheidung zu treffen, welches Bündel man nimmt und wie viel.


Vergleich von 2 verschiedene Konsumtenbündel, x und y:

• x ≻ y: x wird gegenüber y streng bevorzugt

• x ~ y: x und y sind gleich “bevorzugt”, der Konsument ist indifferent

• x ≿ y: x wird gegenüber y schwach bevorzugt


Die ganze Theorie des Konsumentenverhaltens kann mit Hilfe von Präferenzen formuliert werden, welche die 3 Axiome (Reflexivität, Transitiviät und Vollständigkeit) erfüllen.


Vollständigkeit:

Für 2 Bündel x und y gilt immer: entweder x ≿ y oder y ≿ x

• d.h.: alle beliebigen Bündel können miteinander verglichen werden.


Reflexivität:

x ≿ x

• d.h.: jedes Bündel ist mindestens so gut wie es selbst


Transitivität:

wenn x ≿ y und y ≿ z dann gilt auch x ≿ z


Die Nutzenfunktion

Wenn man einem Güterbündel einen Wert zuodrnet so spricht man von einer Nutzenfunktion.

Gossen formulierte zwei Gesetze, die das Konsumverhalten der Menschen mit der Nutzenfunktion erklären sollen.

  1. Gesetz vom abnehmendem Grenznutzen oder auch Sättigungsgesetz. der Konsum eines Gutes bringt bei weiterem Konsum des Gutes immer weniger Zusatznutzen. Mathematisch: Die Steigung der Nutzenfunktion nimmt ab.
  2. Gesetz vom ausgleich gewogener Grenznutzen. Dieses Gesetz besagt, dass wenn ein Mensch beschränkte Mittel hat, er diese Mittel zur Befridiegung von zwei Bedürfnissen so einsetzen wird, dass der Grenznutzen bei beiden Gütern gleich ist. Mathematisch: \frac{\delta U}{\delta X_1} =\frac{\delta U}{\delta X_2}


Indifferenz

Indifferenzkurve:

Eine Kurve, die all jene Konsumbündel aufzeigt, die dem Verbraucher den gleichen Grad an Zufreidenheit stiften. Ein Konsument ist "indifferent" zwischen zwei Güterbündeln, wenn diese für ihn äquivalent in der Bedeutung sind. Alle Punkte auf einer Indifferenzkurve haben für den Konsumenten das gleiche Nutzenniveau.


Vier Eigenschaften von Indifferenzkurven:
Indifferenzkurve

1. Höher leigende Indifferenzkurven werden gegenüber niedriger liegenden bevorzugt.

2. Indifferenzkurven weisen eine negative Steigung auf.

3. Indiffernzkurven schneiden sich nicht.

4. Indifferenzkurven laufen konvex.


Die Grenzrate der Substitution

Nachfrager entscheidet, welches Gut er konsumiert. Dabei wird er dasjenige Gut wählen, das ihm den größtmöglichen Nutzen stiftet. Er wird daher lediglich dann dieses Gutes durch ein anderes ersetzen, wenn er so viele Einheiten des weniger präferierten Gutes bekommt, dass ihn dies für den entgangenen Nutzen beim präferierten Gut entschädigt.

Mathematisch gesehen ist die grenzrate der Substitution die negative Steigung der indifferenzkurve. zum Beispiel: Es gibt zwei Güterbündel, die auf der gleichen indifferenzkurve liegen. Einmal 14 Dosen Pepsi, 2 Pizzen und das zweite Güterbündel 8 dosen Pepsi und 3 Pizzen.

GdS = \frac{14-8}{3-2}= 6

Der Konsument ist also bereit für 6 Dosen Pepsi eine Pizza herzugeben oder andersherum.

GdS = \frac{\Delta X_2}{\Delta X_1}

Wieviel von Gut 2 wird von Gut 1 substituiert bei gleichem Nutzen

Budget bzw. Budgetbeschränkung

Die Budgetbegrenzung der Konsumbündel, die der Verbraucher sich leisten kann. Je höher die
Indifferenzkurve mit zwei budgetlinien
Budgetlinie, desto höher ist das Gesamtbudget, d.h. je mehr kann ausgegeben werden.

bei bekanntem Budget ermittelt man die Kurve durch:

Y = p_1 * X_1 + p_2 * X_2


Das Optimun, d.h. die bestmögliche Konsumentscheidung ist der Punkt, in dem sich die Budgetbeschränkung und die Indifferenzkurve tangiert.


Nutzenmaximierung bei gegebenem Budget

Das Ziel ist es also

max:  \overline{U}(X_1,X_2)

NB:\overline{Y}=p_1 X_1 + p_2 X_2

Grundsätzlich kann man jeden Punkt auf einer Indifferenzkurve nehmen, der unterhalb der Budgetlinie liegt. Damit aber das Budget optimal ausgenutzt wird, muss man das höchste Niveau von U(X_1,X_2) nehmen.

Mit Hilfe des Lagrange Ansatzes: L=\overline U(X_1,X_2) + \lambda (\overline{Y} - p_1 X_1 - p_2 X_2) kommt man nun auf folgende Lösun:

Im Haushaltsoptimum ist die Grenzrate der Substitution gleich dem Preisverhältnis zwischen p_1 und p_2:

\frac{dX_2}{dX_1}= \frac{p_1}{p_2}

Geometrische Ableitung der Nachfragefunktion

Verändert man einen Preis, so ändert sich auch die Budgetlinie. Indem man nun die Haushaltsoptima für verschiedene p_1 bestimmt, erhält man eine Funktion, die zeigt, wieviel X_1 zum Preis p_1 gekauft wird.


Analytische Ableitung der Nachfragefunktion

1. Austellten der Lagrange-Funktion

2. Nach p_1, p_2 und \lambda partiell ableiten und die partiellen ableitungen = 0 setzen.

3. Mit \frac{\delta L}{\delta X_1} und \frac{\delta L}{\delta X_2} nun \lambda eleminieren und nach einer der Güter auflösen.

4. Die Funktion für das gut nun in \frac{\delta L}{\delta \lambda} einsetzen.

7. Vorlesung

Rente, Gewinn und Lohn Darstellung der unterschiedlichen Böden

Wie bereits bekannt ist berechnet man den Gewinn folgendermaßen:

\pi = p*X-K_{var}- K_{fix}\!\,

Wir nehmen nun an, dass der Preis = 1 ist, ersetzen X durch dir Produktionsfunktion F(N). Zudem beschreiben wir die variablen Kosten durch Stundenlohn * Arbeitsstunden und die fixen Kosten entsprechen der Rente.


\pi = F(N)- w * N - R\!\,


\frac{\pi}{N} = \frac{F(N)}{N} - w - \frac{R}{N}


Natürlich wird versucht werden den Gewinn zu maximieren, dazu muss \frac{\pi}{N} nach N abgeleitet werden und = 0 gesetzt werden:


\frac{d\left( \frac{\pi}{N}\right)  }{dN} =\frac{F'(N)*N-F(N)+R}{N^2} = 0


Hieraus lassen sich nun einige nützliche Funktionen bestimmen:


R=\left( \frac{F(N)}{N} - F'(N) \right) *N


Vergleich bei 2 Einheiten:

Cornlaws1.gif

Vergleich bei 3 Einheiten:

Cornlaws2.gif

Erläuterung: Kurze Skizzenerläuterung:

x-Achse : Arbeitseinsatz (N)

y-Achse : Durchschnittsertrag(F(N)/N)bestimmt den Preis pro produzierte Einheit

Grenzertrag(F`(N)), deckt die Unterhaltungskosten ????Warum nochmal??????


Ricardo unterscheidet in seiner Theorie drei Arten von Boden: guten, mittelmäßigen und schlechten Boden. Ein Bauer wird solange es noch guten Boden gibt nur den guten Boden bebauen, erst wenn dieser knapp wird, weichen die Bauern auf den mittelmäßigen und anschließend auf den schlechten Boden aus. Die Rente die man somit für einen Boden zahlt, der nicht genutzt wird ist also 0 oder sie liegen brach.

Da durch das Bevölkerungswachstum die NAchfrage nach Getreide gestiegen ist, reicht der gute Boden nicht mehr aus und die Bauern fangen an Boden zu bebauen der weniger fruchtbar ist. Dieser Boden ist gerade noch so gut, dass sie davon Löhne und Lebensunterhalt beziehen können. Die "grüne Linie" kennzeichnet diese Untergrenze.

Der Bauer auf dem mittelmäßigen Boden bekommt bei gleichem Aufwand im Vergleich mit dem Bauern auf gutem Boden einen geringeren Ertrag. Aber auch er findet trotz teuerer Produktion durch die gestiegene Nachfrage Abnehmer. Von den höheren Kornpreisen profitiert nun auch der Bauer auf dem guten Boden, denn er bekommt auch mehr Geld für sein Korn, obwohl die Produktion nicht so teuer war. Er macht als einen größeren Erlös pro Feld. NAch Ricardo stellt diese Mehreinnahme die mögliche Rente für das gute Feld dar.

Steigt die Nachffarge nun noch weiter, so reicht auch der mittelmäßige Boden nicht mehr aus und der schlechte Boden wird bebaut, da auch der Bauer auf dem schlechten Boden überleben muss, steigen die Preise weiter und er findet auch durch die gestiegene Nachfrage einen abnehmer. Die Bauern auf dem mittelmäßigen und guten Boden passen wiederrum ihre Preise dem schlechten Bauern an und erziehln damit einen höheren Mehrertrag

Es ist also so, dass der schlechteste Boden den Preis bestimmt und die anderen sich dem anpassen. Dadurch steigen ihre Mehreinnahem, die der Landbesitzer nun via Rente abschöpfen kann. Das bedeutet, dass der Bauer von den Mehreinnahmen nicht viel hat, sondern die Landbesitzer die eigentlichen profiteure sind.


Durch die Einfuhrzölle von Getreide war es nicht möglich Getriede von guten Böden aus Kolonien zu improtieren, sodass der Erlös der an guten Böden anfiel anstieg. Dadurch das die zusätzlichen Einnahmen durch die Rente abgeschöpft wurden, werden sie nicht wieder investiert, stattdessen wurden sie vom Adel "weggefeiert". Nach Ricardo hätte die Aufhebung der Zölle für niedrigere Renten, damit mehr Investitionen, niedrigeren Löhnen und zur Freisetzung von Arbeitern geführt, die dann wieder in der Industrie hätten eingesetzt werden können. Langfristig wärten auch die Preise für Getreide gesunken, sodass sich auch der Wohlstand der einfachen Arbeiter erhöht hätte, womit wieder mehr Geld für Investitionen übrig gewesen wäre.

Das Monopol im Unterschied zur vollkommenen Konkurrenz

Wie Monopole entstehen

Für das entstehen von Monopolen gibt es mehrere Gründe:

  1. Wichtige Produktionsfaktoren stehen in der Hand eines einzigen Unternehmers: Ein gutes Beispiel ist hier die Diamantenfirma DeBeers, die etwa 80% der Diamantenproduktion der Welt kontrolieren und damit auch auf den Handel einen entscheidenden Einfluss haben.
  2. Staatlich legitimierte Monopole: Patente sorgen dafür, dass ein Unternehmen lange Zeit als einziges bestimmte Waren herstellen können, denoch sind Patente volkswirtschaftlich sinnvoll, denn sie fördern die Anreize für Forschung und Innovation
  3. Produktionskosten geben einem einzigen Alleinhersteller eine höhere Effizienz: Man spricht hier auch von den natürlichen Monopolen. Diese kommen immer dann vor, wenn die Durchschnittskosten mit zu nehmender Produktionsmenge sinken. Ein Seispiel für ein solches Monopol ist Wasser. Ist das Wassernetz einmal verlegt, so kostet die Versorgung eines weiteren Kunden nur unwesentlich mehr. Will dagegen ein weiterer Anbieter auf den markt dringen und er müsste dazu ein eigenes Versorgungsnetz aufbauen, so lohnt sich das nicht.


Angebotsverhalten des Monopolisten

Ein monopolistischer Anbieter besitzt soviel Marktmacht, dass er den Preis frei bestimmen kann. Er ist ein Preissetzer. Dennoch nehmen die Konsumenten nicht jeden Preis hin, denn auch der Monopolist wird in seinem Handeln beschränkt und zwar durch die Nachfragefunktion.

Ändert ein Monopolist die produzierte Menge, so hat dies zwei folgen:

  1. Die produzierte Menge X wird größer
  2. Der Preis wird geringer


Für welche Produktionsmenge wird sich der Monopolist dann entscheiden? Schauen wir uns zunächst einige Größen an:

Erlöse:

E(X) = p(X) * X \,

, dabei wird X wie schon gesagt durch die Nachfragefunktion Bsp. p(x)=a-bx beschränkt

E(X) = aX - bX^2 \,

Aus dem Erlös lassen sich zwei weitere Größen herleiten: Durchschnittserlös (DE) \frac{E(X)}{X} und Grenzerlös (GE) \frac{\delta E(X)}{\delta X}:

Der Durchschnittserlös wird dabei durch die Nachfargekurve festgelegt. Hier:

\frac{E(X)}{X} = a - bX = p

Der Grenzerlös ist in unserem Beispiel

\frac{\delta E(X)}{\delta X} = a - 2bX


Bei einem Monopolistischen Anbieter ist der GE kleiner als der DE


Wie auch der polypolistische Anbieter wird der Monopolist versuchen seinen Gewinn zu maximieren:

\Pi = E(X) - K(X)= \left( \frac{E(X)}{X} - \frac{K(X)}{X}\right) *X = ( p - DK) *X

Leitet man nun den Gewinn nach X ab, kann man die optimale Gütermenge bestimmen. Diese liegt bei GK = GE ,der sogenannte Cournotsche Punkt.

max X bei GK = GE \,


Vergleich zwischen polypolistischem und monopolistischen Anbieter

vollkommene Konkurrenz Monopol
  • Preisnehmer
  • Erhöhung der Produktionsmenge verändert nur die Gütermenge
  • besitzt eine Angebotsfunktion
  • Ziel max: \pi = E(X)-K(X)
  • Im Optimum: GE = GK = p
  • \pi = \left(p-DK \right) *X
  • Preis nicht fest, nur durch Nachfrage begrenzt
  • Veränderung der Produktionsmenge erhöht die Gütermenge und senkt den Preis
  • besitzt keine Angebotsfunktion, da die Angebotsfunktion die produzierte Menge in Abhängigkeit vom Preis zeigt. Die Angebotskurve ist hier die Nschfragekurve.
  • Ziel max: \pi = E(X)-K(X)
  • Im Optimum: GE = GK << p
  • \pi = \left(p-DK \right) *X

Da beim Monopolisten der Preis in seinem Optimum immer über den Grenzkosten liegt, kommt es zu einer Versorgung der Gesellschaft zu überhöhten Preisen und nicht ausreichender Gütermenge.

8. Vorlesung

• Reparationen und die große Inflation nach dem 1. Weltkrieg

• Die Weltwirtschaftskrise

• Drittes Reich und die Zeit nach dem 2. Weltkrieg

• Nachkriegszeit und Wiederaufbau

• Die 70er und 80er Jahre

• Nach der Wiedervereinigung


9. Vorlesung

Bruttoproduktion und Wertschöpfung

Die Bruttoproduktion ist die Summe aller Werte der produzierten Güter. Beispiel aus der Vorlesung:

Bauer: Ausgang: Saatgut 100, Lohn und Pacht 800, Gewinn 200

Eingang: Verkauf von Getreide 1100

Müller: Ausgang: 1000 Getreide, 200 Lohn, 300 Gewinn

Eingang: Verkauf von Mehl 1500

Bäcker: Ausgang: 1500 Mehl, 300 Lohn, 200 Gewinn

Eingang: Verkauf von Brot 2000

Die Bruttoproduktion in diesem Beispiel beträgt: 1100 Getreide + 1500 Mehl + 2000 Brot = 4600

Dieser Wert mist aber nicht die Wertschöpfung, da einige Güter mehrmals berechnet wurden, denn im Brot steckt schließlich Mehl und im Mehl steckt wiederrum Getreide.

Die Wertschöpfung beträgt die Bruttoproduktion abzüglich der Vorleistung: 4600-2600=2000. Also der Verkaufswert des Brotes. Dem Wert des Brotes stehen die Ausgaben für Pacht, Lohn und Gewinn, kurz das Volkseinkommen gegenüber. Das BIP ist der Marktwert aller für den Endverbrauch bestimmten Waren und Dienstleistungen, die in einem Land innerhalb einer Zeitperiode erstellt werden. Somit ist das BIP in dieser kleinen Volkswirtschaft = 2000 und in diesem Fall auch das Volkseinkommen (Y).

Güter- und Einkommenskreislauf für eine geschlossene Volkswirtschaft ohne Staat und mit Staat

Der Geldstrom bei einer gelschlossenen Volkswirtschaft wird in dem Thunb veranschaulicht. Man betrachte mal erst die Untenehmen, wo man anhand des gesamtwirtschaftlichen Produktionskontos gut erkennen kann welche Geldströme fließen :

gesamtwirtschaftliche Produktionskonten (Unternehmen)
Auszahlungen Einzahlungen
Y_U

D

C_H

I^b

Geldstrom, geschlossene VW ohne Staat


gesamtwirtschaftliche Einkommenskonten (Haushalte)
Auszahlungen Einzahlungen
C_H

S_H

Y_U


gesamtwirtschaftliche Vermögensänderung
Auszahlungen Einzahlungen
i^b S_H

D

Für Das Einkommen der Haushalte kann man nun verschiedene Gleichungen je nach Herkunft erstellen:

Das Volkseinkommen nach seiner Entstehung: Y_U=C_H+i^b-D = C_H+i^n

Das Volkseinkommen nach seiner Verweundung: Y_U=C_H+S_H

Sowohl aus dem Produktionskonto und dem Einkommenskonto als auch aus dem Vermögensänderungskonto folgt: i^b=S_H+D oder i^n=S_H

Güter- und Einkommenskreislauf in einer offenen Volkswirtschaft mit Staat

In einer offenen Volkswirtschaft kommen nun als weitere Organe noch der Staat und das Ausland hinzu.

Der Staat zahlt an Unternehmen Subventionen (Z_U) und bekommt indirekte Steuern (T^{ind}). Den Haushalten zahlt der Staat Haushaltssubventionen und Lohn (Z_H + Y_S)und bekommt direkte Steuern (T_{dir}). Also Güterstrom geht vom Staat der Staatskonsum weg.

Vom Ausland aus fließt der Exporterlöß (X) an die Unternehmen. Die Unternehmen wiederrum geben Geld für Importe ins Ausland (M)

Vom Ausland fließt die Differnez von Export und Import (X-M) zur Vermögensänderung.

Sowohl für Unternehmen, Haushalte und dem Staat gibt es mehrere Aktivkonten(Produktions-, Einnahme- und Vermögensänderungskonto) Aus diesen werden dann die aggregierten gesamtwirtschaftlichen Konten bestimmt (gesamtwirtschaftliches Produktions-, Einnahme- und Vermögensänderungskonto).


'gesamtwirtschaftliches Produktionskonto'
Y=(Y_U+Y_{St})

T_{ind}-Z_U

D

M

C_H

C_S

i^b

X


'gesamtwirtschaftliches Einkommenskonto'
C_H

C_S

S_H

Y

T_{dir}-Z_H


'gesamtwirtschaftliches Vermögensänderungskonto'
i^n S_H

X-M

10. Vorlesung

Entstehung und Verwendung des Bruttoinlandsprodukts

Das Bruttoinlandsprodukt misst das Gesamteinkommen einer Volkswirtschaft und gleichzeitig die Gesamtausgaben einer Volkswirtschaft für die Erstellung von Waren. Aus dem gesamtwirtschaftlichen Produktionskonto lässt sich aber das BIP bestimmen:

 BIP := Y+D+\left( T_{ind}-Z_U\right)

 = C_H + C_S+i^b+(X-M)\!\,

Das BIP ist in Indikator für den Wohlstand einer Volkswirtschaft, denn es gibt die Wertschöpfung an und wer mehr Wert erstellt, der kann auch mehr verteilen und hat im allgeimenen mehr.

Das Nettoinlandsprodukt gibt den Wert der in einem Land definitiv neu zur Verfügung gestellten Waren an. Das Nettoinlandsprodukt leitet sich vom BIP ab:

NIP := BIP - D = Y+\left( T_{ind}-Z_U\right)

=C_H + C_S+i^n+(X-M)\!\,

Auf der Ausgaben Seite steht anstelle der Brutto- nun die Nettoinvestitionen.


Eine weitere Größe die sich vom BIP ableiten lässt ist das Volkseinkommen. Es ist gleich der Wetschöpfung:

Y := NIP -\left( T_{ind}-Z_U\right)

= C_H + C_S+i^n+(X-M)-\left( T_{ind}-Z_U\right)


Bruttoinlandsprodukt, Bruttonationalprodukt, Volkseinkommen

Das Bruttoinlandprodukt gibt den Wert der in einem Land erschaffenen Güter an. Arbeitet also ein Franzose in Deutschland un wohnt in Frankreich, so trägt er zum deutschen BIP bei.

Das Bruttonationalprodukt oder auch Bruttonationaleinkommen (früher auch Bruttosozialprodukt)gibt den Wert der Waren an, die die Einwohner eines Landes erzeugen. Arbeitet also ein eine ind Deutschland lebende Person in Frankreich, so zählt dies zum Bruttonationaleinkommen. Arbeitet eine Person allerdings in Deutschland ohne hier zu wohnen, so zählt dies nicht zum Bruttonationaleinkommen. Es lässt sich also folgende Formel aufstellen:

Bruttonationaleinkommen = BIP - an die übrige Welt gezahlte Einkommen + aus der übrigen Welt erhaltenen Einkommen

BNE := BIP + PE_A - PE^A

Dabei ist PE_Adas Primäreinkommen aus dem Ausland, also Einkommen, dass aus dem Ausland an einen in Deutschland lebenden gezahlt wird und PE^A ist das Primäreinkommen aus dem Inland, also das Einkommen was eine Person in Deutschland verdient ohne hier zu wohnen.


Zieht man nun vom Bruttonationaleinkommen noch die Abschreibungen ab, so erhält man das Nettonationaleinkommen abzüglich indriekten Steuern und Unternehmenssubventionen:

NNE - T_{ind}+Z_U  := BNE - D

Aber auch zwischen Volkseinkommen und BNE besteht ein Zusammenhang:

Y = BNE - D

Das Volkseinkommen setzt sich aus Arbeitnehmerentgelt (Löhne) und Vermögens- und Unternehmenseinkommen zusammen: Y = w + \pi + R

Nominales und preisbereinigtes („reales“) Bruttoinlandsprodukt

Um die Berechnung des BIP unabhängig von der Veränderungen des Preises zu machen, wählt man ein Basisjahr für den Preis. Dann errechnet man das reale (preisbereinigte) BIP. Das nominale BIP beinhaltet Preise wie sie im entsprechenden Jahr sind. Man kann also beim Vergleich des realen BIP in verschiedenen Jahren die Veränderung aufgrund von Mengenunterschieden erklären. Beim Vergleich nominaler BIP sind sowohl Mengen- als auch Preisänderungen enthalten.

Da das statistische Bundesamt aber nicht alle Preise zum Basisjahr kennt, benutzt man eine etwas vereinfachte Methode:

BIP_{real}=\frac{BIP_{nominal}}{Preisindex}


Hier sind nun zwei Möglichkeiten den Preisindex zu berechnen

Laspeyres: PIL =  \sum_{i=1}^{n} \frac{p_i(t) q_i(0)}{p_i(0) q_i(0)}

Preisindex ist Verhältnis von heutiger Menge bewertet zu Basisjahrpreisen und heutiger Preis multipliziert mit Menge im Basisjahr

Paasche: PIP =  \sum_{i=1}^{n}\frac{p_i(t) q_i(t)}{p_i(0) q_i(t)}

Preisindex ist Verhältnis heutiger Menge bewertet mit heutigen Preisen und heutiger Menge bewertet zu Basisjahrpreisen

BIP_{real}=\sum_{i=1}^{n} \frac{p_i(t) q_i(t)}{PIP} = \sum_{i=1}^{n} p_i(0) q_i(t), heutige Menge bewertet mit Basisjahrpreisen

In einem Basisjahr sind nominales und reales BIP identisch.

11. Vorlesung

Funktionale Verteilung des Volkseinkommens

Das volkseinkommen (Y) setzt sich zusammen aus Arbeitnehmerentgelten (W) und Unternehmens- und Vermögenseinkommen (P):

Y = W + P\,

Diese Formel beschreibt die funktionale Einkommensverteilung. W ist der Lohn der Arbeitnehmer und P das Einkommen von Selbstständigen und Helfenden familienangehörigen.

Teilt man die Formel durch Y, so erhält man:

\frac{W}{Y} +\frac{P}{Y} = 1 = 100%

Die Lohn- und die Gewinnquote geben an, welcher Anteil des Volkseinkommens aus unselbstständiger und selbstständiger Arbeit kommt. Sie gilt häufig als Indikator für Einkommensverteilung und eine sinkende Lohnquote wird als sozial ungerechte Tendenz bewertet.

Will man die Lohn- und Gewinnquote von Veränderungen der Struktur der Erwerbstätigen bereinigen, so benutzt man diese Formel:

Lohnquote bereinigt = \frac{W_t}{Y_t} * \frac{\frac{A_{t_0}}{E_{t_0}}}{\frac{A_t}{E_t} }

dabei sind A die Anzahl der Arbeitnehmer und E die Anzahl der Erwerbstätigen (= Arbeitnehmer, Selbstständige Helfende Familienmitglieder). t ist das Jahr der Betrachtung und t_0 das Basisjahr. Man versucht so die Fiktion zu bilden , dass die Anzahl der A und der E konst geblieben sind und so dieEinkommensänderung von der Lohnempfängerzahl zu isolieren.

Betrachtet man die Entwicklung der Lohnquote, so könnte man meinen, dass die Lohnquote sich zwischen 70-75% bewegt. Die bereinigte Lohnquote zeigt jedoch, dass es sich um lediglich 60-65% handelt.

Personelle Verteilung des Volkseinkommens und Gini-Koeffizienten

Die personelle Einkommensverteilung stellt dar, wie das Volkseinkommen auf einzelne Personen oder Personengruppen, wie etwa Haushalte verteilt ist. Beispielsweise kann man die Haushalte nach Pro-Kopf-Einkommen aufsteigend sortieren. Auf diese Art und Weise erhält man die Lorenzkurve. Bei einer absolut gleichen Einkommensverteilung besitzen 5% der Haushalte 5% des Einkommes usw. Diese Linie ist die Winkelhalbierende zwischen der Achse mit dem kommulierten Bevölkerungsanteil und der Achse mit dem kommulierten Einkommensanteil.

Die Winkelhalbierenden und die Lorenzkurve bilden die Grundlage für den Ginikoeffizienten. Der ist folgendermaßen definiert:

\frac{Flaeche (Wh-Lk)}{Flaeche Wh}= 2 * Flaeche (Wh-Lk)

, da die Fläche Wh = 0,5 ist.

Bei einer perfekten Einkommensverteilung ist die Lorenzkurve (Lk) gleich der Winkelhalbierenden (Wh) und somit ist der Ginikoeffizient = 0. Die ungegleichste Verteilung hat dann den Gini-Koeffizienten = 1.

12. Vorlesung

Inflation und Inflationsmessung mit Hilfe von Preisindizes

Um die Infaltion zu messen, gibt es zwei Möglichkeiten, die eine ist der BIP-Deflator, die andere der Preisindex zur Lebenshaltung.


Der BIP-Deflator wird folgendermaßen definiert:

BIP-Deflator = \frac{nominales BIP}{reales BIP}*100

Diesfolgt aus der Definition des realen BIP. Der BIP-Deflator gibt uns denjenigen Anstieg des nominalen BIP an, der auf den Anstieg des Preises zurückzuführen ist.

Der Preisindex zur Lebenshaltung wird dagegen folgendermaßen definiert:

  1. Es wird ein Warenkorb festgelegt, in diesen Warenkorb kommen die Produkte, die der durchschnittliche Konsument kauft.
  2. Im zweiten Schritt werden die Preise für diese Güter festgelegt. Es wird also ein Basisjahr gewählt, zu dessen Preise man die anderen Preise bewerten will.
  3. Im dritten schritt werden die Preise für den Warenkorb bestimmt. Also der Preis für den Warenkorb im Jahr t ist:
\sum_{i=1}^{n} p_i^t * x_i^t
  1. Berechnung des Index: Dazu wird der Preis des Warenkorbes durch den Preis des Warenkorbes im Basisjahr geteilt und mit 100 multipliziert. Im Basis ist der Index also 100.
  2. Bestimmtung der Inflationsrate: Dazu wird der Prozentuale Veränderung des Preisindex gegenüber der Vorperiode berechnet.

Da es viel zu ungenau wäre anzunehmen dass jeder Haushalt gleiche Bedürfnisse und Konsumverhalten hat, gibt es drei verschiedene Warenkörbe.


Probleme bei der Messung der Lebenshaltungskosten sind:

- Substitutverzerrung: Angenommen im Basisjahr sind Äpfel relativ billig, deshalb kaufen die Konsumenten eher Äpfel. Nun werden Äpfel aber teuerer und die Leute kaufen ide relativ billigen Birnen. Im Preisindex wird ein solches Verhalten nicht berücksichtigt. Deshalb wird alle paar Jahre ein neues Basisjahr festgelegt und der Warenkorb angepasst.

- Ein weiteres Problem ist die Einführung neuer Güter. Da mehr Angebot vorhanden ist, ist das Geld mehr Wert. Das Gut befindet sich eventuell aber noch garnicht im Warenkorb

- Ein weiteres Problem sind Qualitätsänderungen. Wenn die Kosten für eine Sache gleich geblieben sind, sich die Qualität aber so verschlechtert hat, dass die Ware statt wie im Basisjahr 4 Jahre nur noch 2 Jahre hält, so wird dies nicht vom Preisindex erfasst. In den USA löst man dieses Problem so, dass bei der Bewertungd er Güter mit Preisen, die Qualität mit einberechnet wird. Eine Abnahme der Qualität erhöht en Preis.


Was ist nun genau der Unterschied zwischen BIP-Deflator und Lebenserhaltungskosten?

Der BIP-Deflator berechnet das Preisniveau aller Güter und ist daher nur bedingt für Haushalte zu gebrauchen. Ein 4-Personenhaushalt kümmert es rechtwenig, wenn ein Panzer nun 20 % teuerer geworden ist. Beide Messungen können aber als Maß für die Inflation benutzt werden.

Schaut man sich allerdings die Verläufe beider Werte in den letzten Dekaden an, so stellt man fest, dass, bis auf wenige Ausnahmen, beide relativ identlisch waren.


Wie kommt es zur Inflation?

  1. Inflation entsteht, wenn die Nachfrage hoch und das Angebot niedrig ist. So kommt es zu Preiserhörhungen. Ist die anzahl der Preiserhöhungen größer als die Zahl der Preissenkungen (wertmäßig gesehen), so kommt es zu einem anstieg des preisniveaus.
  2. Es gibt wichtige Schlüsselresourcen, die für viele Produktionsprozesse benötigt werden. Ein Beispiel ist Energie. Erhöht sich der Energiepreis, so wird die Produktion jedes Gutes teuerer und hebt somit das Preisniveau.

Schaut man sich den zeitlichen verlauf des BIP und des Energieverbrauchs an, so sind diese nahezu identisch. Steigt das BIP, so steit auch der Energieverbrauch und umgekehrt. Erst ab ca. 1980 findet eine Entkopplung beider Werte durch Technologien statt.

Steuererhöhungen werden nicht als Inflation berechnet, da es ein einmaliger Vorgang ist und eine Inflation ständig stattfindet.


Warum ist Inflation schlecht?

Folgendes Beispiel zeigt,w as durch Inflation passiert:

P sei der Preis für eine Cola und w der Lohn den ein Arbeiter bekommt. Wir bilden nun das Verhältnis von Preis zu Lohn und betrachten die Einheiten:

\left[ \frac{P}{w} \right] = \frac{geld}{lit} / \frac{geld}{h} =\frac{h}{lit}

Das Verhältnis gibt also an, wie lange man für ein Liter Cola arbeiten muss. Steigt nun der Preis und die Löhne bleiben auf gleichem Niveau, so muss man länger für den Liter Cola arbeiten, die Lebensverhältnisse haben sich also verschlechtert.

Sollten aber die Löhne im gleichen Maß steigen wie die Preise, dann bleibt das Verhältnis also gleich.

Der Staat ist ein Inflationsgewinner

Inflation ist eine schleichende Besteuerung, auch wenn sich die Preise im gleichen Maße wie die Inflation ansteigen, denn die Steuern T sind umso höher, je höher das Einkommen E ist. Das Geld nimmt zwar Mengenmäßig zu, man kann sich aber immer noch das gleiche wie vorher kaufen. Man ist also nicht reicher, muss aber mehr Steuern zahlen.

Beim linearen Progressionsverlauf T_L = a * E ist der Grenztarif a Beim progressiven Progressionsverlauf: T_p = a E^2 ist der Grenztarif \frac{dT}{dE}=2aE

Der Staat profitiert durch höhere Steuereinnahmen und durch Entwertung der Schulden.

--> Staat hat nicht immer ein Interesse anGeldwertstabilität. Eine Kopplunmg der Progession an die Inflation ist verfassungsmäßig nicht möglich, sodass nur noch übrig bleibt die Aufgabe der Geldwertstabilität an die Zentralbank weiterzugeben.

Arbeitslosigkeit

Bevölkerungsaufbau nach Erwerbstätigkeit und Messung

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Wie der Arbeitsmarkt funktioniert

Der Arbeitsmarkt funktioniert in der Theorie genauso wie jeder andere Markt auch. Es gibt ein Arbeitsangebot (AA) und eine Arbeitsnachfrage. Da wo sich AA und AN treffen ist das Marktgleichgewicht So bestimmt man die Anzahl der Beschäftigten (N) und den Lohn(w).

Wird die Arbeitsnachfrage nun geringer (Also die Wirtschaft braucht weniger Arbeiter), so verschiebt sich das AN nach links. Somit sinkt das marktgleichgewicht nach unten. Es werden weniger Personen zu weniger Lohn eingestellt.
Arbeitsmarkt mit Mindestlohn

Wenn nun ein Midestlohn oder ein Tarif gilt, so sind die Preise nicht mehr variabel. Sinkt nun die Arbeitsnachfrage, so verschiebt sich unser AN wie schon zuvor nach links. Das neue Gleichgewicht liegt vom Preis allerdings unter dem Mindestlohn. Sodass der Schnittpunkt von AN und Mindestlohn unser neuer Gleichgewichtspunkt ist.

Verglicht man beide Punkte, also Marktgleichgewicht mit und ohne Mindestlohn, so stellt man fest, dass die Anzahl der Beschäftigten ohne Mindestlohn zwar höher ist, deren Lohn aber niedriger ist also im Markt mit Mindestlohn. Dafür ist die Anzahl der Beschäftigten im Markt mit Mindestlohn deutlich niedriger.

Einen Rückgang der Arbeitsnachfrage wird über Lohn und Angestellte abgedämpft. Ist der eine Mechanismus außer Kraft gesetzt, so wirkt sich dies um so stärker auf den anderen aus.

-->Mindestlohn vernichtet Arbeitsplätze, hilft aber denen die danach noch eine Arbeit haben.

Entwicklung in der BRD, Frankreich, GB und USA

???Wie war das hier nochmal? Wie hatte er den Deutsch-Französischen Verlauf begrundet???

Abkürzungen zum Makroteil

Also hier die Abkürzungen und ihre Bedeutung. Ihr könnnt sie auch auf der Homepage des Institutes runterladen:

Y - Produktionswert der Gesamtökonomie

Y_St - Einkommen, das im Staat erwirtschaftet wird

Y_U - Einkommen, das im Unternehmen erwirtschaftet wird

I_b - Bruttoinvestitionen

I_n - Nettoinvestitionen

D - Abschreibungen

C_St - Konsum des Staates

C_H - Konsum der Haushalte

S_H - Sparen der Haushalte

T_ind - indirekte Steuern

T_dir - direkte Steuern

Z_U - Subventionen an Unternehmen

Z_H - Transferzahlungen vom Staat an die Haushalte, unter anderem Arbeitslosengeld

X - Exporterlöse

M - Importerlöse

Nützliche Links

Übersicht Makro / Produktionskonten

Ricardo Corn Laws /Rentenmodell

Makroökonomie / Fragen und Antworten zur VGR

Mikroökonomie / Nutzentheorie

VGR