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Gehirn-Jogging

  • Ein Student schreibt an seine Eltern eine Postkarte mit folgendem Text:
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= MONEY
  • "Beziehungskiste":
Ein Mann und eine Frau sind zusammen 48 Jahre alt.
Er ist heute genau doppelt so alt wie sie war, als er so alt war wie sie heut ist.

Fundsachen

Lass dir Zeit!

Wie man heut' doch jagt und hastet,
Selten stillsteht, selten rastet!
Wie das Tempo unserer Zeit
zunimmt stets an Schnelligkeit!

Ja, man kennt nicht Rast und Weile,
jeder treibt zur höchsten Eile.
In dem Drängen, Vorwärtsstreben
wird zur Rennbahn unser Leben,
und wenn einer dann den andern
umstößt bei dem schnellen Wandern,
ist's den Menschen einerlei,
denn: was ist denn schon dabei?
Jeder hat an sich zu denken,
um sich selbst ans Ziel zu lenken;
jeder steht zum Sprung bereit,
denn wir haben keine Zeit!

Wie im Kleinen, so im Großen
gilt das Drängen, Hasten, Stoßen.
Völker stacheln sich zu Eile,
und da setzt es oftmals Keile.

Erster will man sein am Weltmarkt,
erster will man sein am Geldmarkt;
Wer da strauchelt, wer da fällt,
der wird eben kaltgestellt.

Wenn die kleinen Leute streiten,
wie's sich gehört um Kleinigkeiten,
stört man gern die Herrn der Staaten
mit verschiedenen Attentaten.
Denn, um ja nichts zu versäumen,
gilt's einander wegzuräumen.
Um den freigewordenen Platz
raufen in der Weltenhatz
teils um Throne, teils um Thrönchen
schon zehn andere Persönchen.
Jeder steht zum Sprung bereit,
denn: wir haben keine Zeit!

Wie im Großen, so im Kleinen:
Ja, heut' ist die Welt zum Weinen,
denn man zieht trotz Vorwärtsdrängen
an den altgewohnten Strängen;
trotz der größten Schnelligkeit
hat ein jeder keine Zeit.

"Ja", sagst Du, "wer heut' im Leben
vorwärts will, der muß halt streben!"
Ach, du triffst das Rechte, Freund,
doch nicht ganz, wie mir erscheint!
Frohe Arbeit, ernstes Streben,
das gehört zum Menschenleben,
aber du sollst unterdessen
niemals auch dich selbst vergessen.

In beschaulichem Ergründen
Sollst du dich und dich nur finden.
Einkehr sollst du manchmal halten,
sollst dich selber frei gestalten,
und du sollst auf allen Wegen,
was du tust erst überlegen.

Eile ohne viel Verstand,
die hat weder Fuß noch Hand.
Willst du etwas ernst beginnen,
mußt du es zuvor besinnen,
denn, trotz kleinerer Schnelligkeit,
hast du sicher immer Zeit.

Darum fahrt im neuen Jahre
weniger euch in die Haare;
überlegt, was ihr beginnt,
denn der Lebenssand verrinnt,
und du kommst zum Lebensschlusse,
drauf mit steigendem Verdrusse,
daß du dich, seit du gelebt hast
schnell, doch stets im Kreis bewegt hast.

Nicht die Schnelligkeit regiert,
der Verstand ist's, der uns führt!
Paart das Herz sich mit Verstand,
hat das Leben Fuß und Hand,
und das neue Jahr wie auch das Leben
wird dir nichts als Freude geben.


Selbstkritik
Die Selbstkritik hat viel für sich.
Gesetzt den Fall, ich tadle mich,
So hab' ich erstens den Gewinn,
Daß ich so hübsch bescheiden bin;

Zum zweiten denken sich die Leut,
Der Mann ist lauter Redlichkeit;
Auch schnapp' ich drittens diesen Bissen
Vorweg den andern Kritiküssen;

Und viertens hoff' ich außerdem
Auf Widerspruch, der mir genehm.
So kommt es denn zuletzt heraus,
Daß ich ein ganz famoses Haus.


* Wilhelm Busch: Die Selbstkritik hat viel für sich