Benutzer sassel: Unterschied zwischen den Versionen

aus ZUM-Wiki, dem Wiki für Lehr- und Lerninhalte auf ZUM.de
Wechseln zu: Navigation, Suche
 
Zeile 16: Zeile 16:
  
 
Arten, die von zunehmenden Dürreperioden und der Ausbreitung von Wüsten betroffen sind. Hierunter fallen die Transsaharazieher unter den europäischen Zugvögeln wie beispielsweise der Schilfrohrsänger. Für ihn besteht die Gefahr, dass die im Körperfett für die Zugstrecke angesammelten Energiereserven für weitere Distanzen über Wüstenzonen nicht mehr ausreichen. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass zumindest ein Teil der Arten flexibel reagieren wird und in „neue“ Klimazonen ausweichen kann, sind diese Erkenntnisse alarmierend.
 
Arten, die von zunehmenden Dürreperioden und der Ausbreitung von Wüsten betroffen sind. Hierunter fallen die Transsaharazieher unter den europäischen Zugvögeln wie beispielsweise der Schilfrohrsänger. Für ihn besteht die Gefahr, dass die im Körperfett für die Zugstrecke angesammelten Energiereserven für weitere Distanzen über Wüstenzonen nicht mehr ausreichen. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass zumindest ein Teil der Arten flexibel reagieren wird und in „neue“ Klimazonen ausweichen kann, sind diese Erkenntnisse alarmierend.
 +
 +
 +
 +
 +
Sechs Grad mehr bis 2100
 +
 +
 +
Nach neuesten Ergebnissen der Forscher wird sich die Erde noch wesentlich stärker erwärmen als bisher angenommen. Ging man bisher von einer globalen Temperaturerhöhung von zwei bis drei Grad Celsius im nächsten Jahrhundert aus, prophezeien die Forscher für die kommenden 100 Jahre mittlerweile eine Erwärmung der Erde um bis zu sechs Grad Celsius - wenn der Ausstoß der Treibhausgase weltweit nicht sinken sollte. Klimatologen gehen davon deshalb aus, dass die Temperaturen auch in Europa bis zum Jahr 2050 um einige Grad ansteigen und die Niederschläge vor allem im Winter weiter zunehmen werden. Der nationale Klimaschutzbericht der Bundesregierung hält einen Anstieg um 20, in manchen Regionen sogar um 40 Prozent für durchaus realistisch.
 +
 +
Ein anderes regionales Phänomen, der Monsun in Asien, wird sich nach Meinung der Wissenschaftler ebenfalls verstärken und noch mehr Regen über ohnehin hochwassergefährdete Gebiete wie Bangladesch ausschütten.
 +
 +
Wie sich die globale Erwärmung auf die lokalen Verhältnisse in den verschiedenen Ländern konkret auswirken wird, ist wegen der außerordentlichen Komplexität der atmosphärischen und hydrologischen Bedingungen und Wechselbeziehungen noch unklar. Sollte aber der Meeresspiegel wirklich, wie prophezeit, um mehr als einen Meter bis zum Jahr 2100 ansteigen, heisst das Motto für die Menschen in Bangladesch und vielen anderen Ländern der Erde "Land unter".

Version vom 15. Mai 2007, 12:18 Uhr

Seit 1860 hat sich die Erde global um durchschnittlich 0,6°C erwärmt. Gleichzeitig stieg die Niederschlagsmenge auf der Nordhalbkugel um etwa ein Prozent pro Dekade. Und der Meeresspiegel ist in den letzten 100 Jahren um 10 bis 15 Zentimeter gestiegen. Klimaexperten gehen davon aus, dass Europa eine stärkere Erwärmung als im globalen Durchschnitt erleben wird. Generell werden in Europa die Wetterextreme zunehmen: So muss mit höheren Temperaturextremen, zunehmenden Niederschlägen (im Norden Europas), Wassermangel (im südlichen Europa) und einer höheren Überschwemmungsgefahr gerechnet werden



Klima bedingt gefährdet sind vor allem


Tier- und Pflanzenarten mit einem relativ kleinen Verbreitungsgebiet das geografisch isoliert liegt und an Fläche einbüßen wird. Dazu zählen zum Beispiel alpine Arten Mitteleuropas, Arten des Wattenmeeres, der Flussmündungen oder der Mangroven – hier vor allem Wasser- und Watvögel, die diese Lebensräume als Rast- oder Überwinterungsgebiete nutzen. Besonders gefährdet sind auch Insel-Arten bzw. endemische Arten mit inselartigem Vorkommen.

Arten mit nur geringen Anpassungsfähigkeiten. Dies sind insbesondere Arten, die Klima bedingten geografischen Verschiebungen ihrer Bruthabitate nicht folgen können. Für sie verschlechtert sich ihr Lebensraum am angestammten Platz, oder geht sogar vollständig verloren. Der Schottische Fichtenkreuzschnabel wäre nur ein Beispiel für die Arten, die aufgrund ihrer geringen Anpassungsfähigkeit bei einer klimatisch bedingten Verschiebung des Lebensraums auf der Strecke bleiben würden: Der für ihn geeignete Lebensraum wird sich von Schottland und Irland nach Island verschieben. Die Art besitzt jedoch nicht die Ausbreitungsfähigkeiten, um Island zu besiedeln.

Arten, die zwar „mobil“ wären, die jedoch in neuen, für sie geeigneten Klimazonen weniger oder keine geeigneten Bruthabitate mehr vorfinden. Solche Arten sind durch die Kombination von Klimawandel und Lebensraumverlust in besonderem Maße gefährdet Beispiel Spanischer Kaiseradler: Obwohl sich sein potenzielles Brutareal durch zunehmende Erwärmung eher vergrößern wird, wird es ihm dort an großen, ungestörten Rückzugsräumen mangeln. Eine typische Situation für voraussichtlich viele Arten im dicht besiedelten Europa, das nur noch vergleichsweise wenig naturnahe Flächen bietet, in die Arten Klima bedingt einwandern könnten.

Arten, die von zunehmenden Dürreperioden und der Ausbreitung von Wüsten betroffen sind. Hierunter fallen die Transsaharazieher unter den europäischen Zugvögeln wie beispielsweise der Schilfrohrsänger. Für ihn besteht die Gefahr, dass die im Körperfett für die Zugstrecke angesammelten Energiereserven für weitere Distanzen über Wüstenzonen nicht mehr ausreichen. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass zumindest ein Teil der Arten flexibel reagieren wird und in „neue“ Klimazonen ausweichen kann, sind diese Erkenntnisse alarmierend.



Sechs Grad mehr bis 2100


Nach neuesten Ergebnissen der Forscher wird sich die Erde noch wesentlich stärker erwärmen als bisher angenommen. Ging man bisher von einer globalen Temperaturerhöhung von zwei bis drei Grad Celsius im nächsten Jahrhundert aus, prophezeien die Forscher für die kommenden 100 Jahre mittlerweile eine Erwärmung der Erde um bis zu sechs Grad Celsius - wenn der Ausstoß der Treibhausgase weltweit nicht sinken sollte. Klimatologen gehen davon deshalb aus, dass die Temperaturen auch in Europa bis zum Jahr 2050 um einige Grad ansteigen und die Niederschläge vor allem im Winter weiter zunehmen werden. Der nationale Klimaschutzbericht der Bundesregierung hält einen Anstieg um 20, in manchen Regionen sogar um 40 Prozent für durchaus realistisch.

Ein anderes regionales Phänomen, der Monsun in Asien, wird sich nach Meinung der Wissenschaftler ebenfalls verstärken und noch mehr Regen über ohnehin hochwassergefährdete Gebiete wie Bangladesch ausschütten.

Wie sich die globale Erwärmung auf die lokalen Verhältnisse in den verschiedenen Ländern konkret auswirken wird, ist wegen der außerordentlichen Komplexität der atmosphärischen und hydrologischen Bedingungen und Wechselbeziehungen noch unklar. Sollte aber der Meeresspiegel wirklich, wie prophezeit, um mehr als einen Meter bis zum Jahr 2100 ansteigen, heisst das Motto für die Menschen in Bangladesch und vielen anderen Ländern der Erde "Land unter".