Benutzer sassel

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Seit 1860 hat sich die Erde global um durchschnittlich 0,6°C erwärmt. Gleichzeitig stieg die Niederschlagsmenge auf der Nordhalbkugel um etwa ein Prozent pro Dekade. Und der Meeresspiegel ist in den letzten 100 Jahren um 10 bis 15 Zentimeter gestiegen. Klimaexperten gehen davon aus, dass Europa eine stärkere Erwärmung als im globalen Durchschnitt erleben wird. Generell werden in Europa die Wetterextreme zunehmen: So muss mit höheren Temperaturextremen, zunehmenden Niederschlägen (im Norden Europas), Wassermangel (im südlichen Europa) und einer höheren Überschwemmungsgefahr gerechnet werden



Klima bedingt gefährdet sind vor allem


Tier- und Pflanzenarten mit einem relativ kleinen Verbreitungsgebiet das geografisch isoliert liegt und an Fläche einbüßen wird. Dazu zählen zum Beispiel alpine Arten Mitteleuropas, Arten des Wattenmeeres, der Flussmündungen oder der Mangroven – hier vor allem Wasser- und Watvögel, die diese Lebensräume als Rast- oder Überwinterungsgebiete nutzen. Besonders gefährdet sind auch Insel-Arten bzw. endemische Arten mit inselartigem Vorkommen.

Arten mit nur geringen Anpassungsfähigkeiten. Dies sind insbesondere Arten, die Klima bedingten geografischen Verschiebungen ihrer Bruthabitate nicht folgen können. Für sie verschlechtert sich ihr Lebensraum am angestammten Platz, oder geht sogar vollständig verloren. Der Schottische Fichtenkreuzschnabel wäre nur ein Beispiel für die Arten, die aufgrund ihrer geringen Anpassungsfähigkeit bei einer klimatisch bedingten Verschiebung des Lebensraums auf der Strecke bleiben würden: Der für ihn geeignete Lebensraum wird sich von Schottland und Irland nach Island verschieben. Die Art besitzt jedoch nicht die Ausbreitungsfähigkeiten, um Island zu besiedeln.

Arten, die zwar „mobil“ wären, die jedoch in neuen, für sie geeigneten Klimazonen weniger oder keine geeigneten Bruthabitate mehr vorfinden. Solche Arten sind durch die Kombination von Klimawandel und Lebensraumverlust in besonderem Maße gefährdet Beispiel Spanischer Kaiseradler: Obwohl sich sein potenzielles Brutareal durch zunehmende Erwärmung eher vergrößern wird, wird es ihm dort an großen, ungestörten Rückzugsräumen mangeln. Eine typische Situation für voraussichtlich viele Arten im dicht besiedelten Europa, das nur noch vergleichsweise wenig naturnahe Flächen bietet, in die Arten Klima bedingt einwandern könnten.

Arten, die von zunehmenden Dürreperioden und der Ausbreitung von Wüsten betroffen sind. Hierunter fallen die Transsaharazieher unter den europäischen Zugvögeln wie beispielsweise der Schilfrohrsänger. Für ihn besteht die Gefahr, dass die im Körperfett für die Zugstrecke angesammelten Energiereserven für weitere Distanzen über Wüstenzonen nicht mehr ausreichen. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass zumindest ein Teil der Arten flexibel reagieren wird und in „neue“ Klimazonen ausweichen kann, sind diese Erkenntnisse alarmierend.