Cyberbullying

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Begriffsklärung Diese Seite befasst sich mit Mobbing (Bullying) im Internet. Für andere Zusammenhänge siehe Mobbing.

Inhaltsverzeichnis

Unterricht

Lo 20x20.gif Nadja Tholen (13.01.2010): "Ist Cyber-Mobbing eine Straftat?"

Europäischer Safer Internet Tag 2009

Am 10. Februar 2009 fand zum 6. Mal der Europäische Safer Internet Tag statt. Er ist der jährliche Höhepunkt der Aktivitäten der nationalen Informations- und Koordinierungsstellen für sichere Internetnutzung und des Safer Internet Netzwerks der EU (insafe) und steht unter der Schirmherrschaft von EU-Kommissarin Viviane Reding.

  • Insafe European network of e-safety awareness
"10 February 2009, mark the date!
Safer Internet Day 2009 is fast approaching. Around the date of the event, a wide array of activities will take place across Europe and the world, ranging from press-conferences and workshops for children to rock concerts and seminars for educators and parents." (www.saferinternet.org)
Mitarbeiter des Offenen-Kanals-Kaiserslautern haben einen Trailer (45 Sek.) zum diesjährigen Safer Internet Day gedreht. klicksafe.de stellt Ihnen den Spot im Internet zur Verfügung (5 MB). Die Website www.klicksafe.de ist Bestandteil des Safer Internet Programms der Europäischen Union. In Deutschland ist die Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz gemeinsam mit der Landesanstalt für Medien (LfM) Nordrhein-Westfalen mit der Umsetzung beauftragt.
"Terror per Handy, Rufmord im Internet, Beleidigung per SMS - die Zahl der Cybermobbing-Fälle unter Jugendlichen steigt. Wie können sich die Opfer wehren - und wie können Eltern und Schulen den Jugendlichen helfen? Klicken Sie durch Tipps von heute.de." (von Alfred Krüger)

Cyberbullying | Online-Mobbing | Cybermobbing

In dem 2008 erschienenen Buch „Generation Internet“ von John Palfrey und Urs Gasser, zwei Rechtsprofessoren aus den USA und der Schweiz, wird das Thema „Cyberbullying“ als eines der großen Risiken eingestuft, die den „Digital Native“, den in das Internet hineingeborenen Jugendlichen, bedrohen. (S.106)

Neben der Konfrontation mit schockierenden oder beklemmenden Bildern von Gewalt und Pornografie kann die Erfahrung von Cyberbullying und Cyberstalking sich besonders schädlich auf die Psyche jugendlicher Internet-Benutzer auswirken.

Cyberbullying bedeutet hier das „Benutzen von digitalen Medien - darunter auch SMS, mailbox-Nachrichten und Anrufe -, um anderen absichtlich Schaden zuzufügen.“ (S. 112). Untersuchungen ergaben, dass dieses Phänomen rapide zugenommen hat. Des Weiteren sind Mädchen in einem überproportionalen Maße Opfer von digitaler Belästigung.

Cyberbullying ähnelt zwar in vieler Hinsicht dem klassischen Bullying, wie es sich in Schule und Schulhof abspielen kann. Cyberbullying findet jedoch in einem wesentlich größeren Rahmen und unter veränderten Bedingungen statt.

  • Die digitalen Werkzeuge verschaffen den Bullys zusätzliche Möglichkeiten, ihren Opfern Schaden zuzufügen. Diese sind zu jeder Tag- und Nachtzeit und auf vielfältige Weise zu erreichen. Die Belästigungen können dadurch „in Sekundenschnelle“ ein riesiges Publikum finden.
  • Cyberbullies können ihre Gemeinheiten weitgehend anonym verüben. Diese Anonymität kann die Aggressitivität des Verhaltens steigern; wer die Reaktionen eines Gegenübers weder sehen noch daraus etwas befürchten muss, empfindet weniger Empathie, die das Verhalten eventuell bremsen könnte.
  • Handlungen im digitalen Raum können leichter als nicht „real“ und bloß als „Spiel“ empfunden werden.

Der wichtigste Erklärungsansatz für die Zunahme von Cyberbullying geht von einem „Online-Enthemmungseffekt“ (Online Disinhibition Effect) aus: Es fällt Menschen, insbesondere Jugendlichen, schwerer, ihre Impulse zu zügeln, wenn die soziale Kontrolle wegfällt oder nicht spürbar ist.

„Das Fehlen von Autoritätspersonen in diesem nicht überwachten Raum ermutigt Menschen, ihren Impulsen nachzugeben. [...] In der Hand junger Menschen, die noch nicht gelernt haben, ihre Impulse zu kontrollieren, werden digitale Medien unter Umständen zu gefährlichen Waffen.“ (S.113)

Auch auf der Opfer-Seite hat die Situation gegenüber dem Offline-Bullying dahingehend verändert, dass Jugendliche den Schikanen meist allein und ohne erwachsene Begleitung gegenüber stehen. Hier wirkt sich die Unkenntnis oder gar Ablehnung der digitalen Welt durch Eltern und Lehrer negativ aus. Darum ziehen die Autoren Palfrey und Gasser zuallererst folgendes Fazit:

„Junge Menschen brauchen starke Verbündete, die ihnen dabei helfen, die neuen Gefahrensignale zu verstehen und dem Enthemmungseffekt entgegenzuarbeiten, den online geführte Leben mit sich bringen.“ (123)

Eltern und Lehrer können nur eine wirkliche Hilfe sein, wenn sie sich mit der Online-Welt auseinandersetzen, die Kluft zwischen den Erziehern und den „Digital Natives“ muss verringert werden. Eltern und Lehrer müssen Zeit und Energie investieren, um die digitale Welt so weit kennenzulernen, dass sie von den Kindern und Jugendlichen als „glaubwürdige Bezugspersonen“ akzeptiert werden, die ihnen beibringen können, wie man Entscheidungen trifft, die Risiken vermeiden.

Und was für Eltern gilt, trifft in modifizierter Form auch auf Lehrerinnen und Lehrer zu:

„Der Vortrag eines Lehrers, der offensichtlich keine Ahnung von digitaler Kultur hat, wird wirkungslos verpuffen. Solche Lehrer werden eher von ihren Schülern im Netz parodiert als im Klassenzimmer ernst genommen.“ (S.127)


Lese-Empfehlung: Das Buch „Generation Internet. Die Digital Natives: Wie sie leben, was sie denken, wie sie arbeiten (Hanser Verlag 2008 ISBN 978-3-446-41484-6) ist besonders in jenen Kapiteln lesenswert, wo sich die juristische Kompetenz der Autoren auswirkt. Diese Kapitel heißen „Identität“, „Dossier“, „Sicherheit“ und „Piraterie", in ihnen wird vornehmlich auf die problematischen Seiten der digitalen Welt eingegangen, die durch die Digital Natives losgetretene Datenflut und den damit verbundenen Kontrollverlust, die "digitale Identität" und das "digitale Dossier" betreffend. Plausible und kompetente Vorschläge und Ratschläge werden nicht nur auf der Ebene von Eltern und Erziehern gemacht, sondern auch im Hinblick auf die Verantwortung der Internetwirtschaft und der staatlichen Institutionen. --Klaus Dautel

Informationen und Hilfestellungen

Zeitungsartikel

"Sexuelle Belästigung von Kindern und Jugendlichen in sozialen Netzwerken kommt selten vor, so eine neue Studie. Die Gefahr, gemobbt zu werden, ist größer." (PARVIN SADIGH © ZEIT ONLINE 15.1.2009)

Deutsche Seiten

Die Seite www.klicksafe.de bietet Eltern und Pädagogen Informationen, Tipps und Materialien zu den wichtigsten Jugendmedienschutz-Themen sowie einen Überblick über die Initiative klicksafe. Zum Beispiel bietet Klicksafe Unterrichtsmaterial und ein Lehrerhandbuch: Knowhow für junge User im pdf-Format zum Download. Auch eine türkisch-sprachige Seite (klicksafe önerileri) ist vorhanden.
Cyber-Mobbing – was ist das? - Informationen von klicksafe.de


"Als Cyberbullying bezeichnet man Mobbing unter Schülern unter Einsatz von Medien. Fiese SMS schicken, peinliche Bilder im Internet veröffentlichen, per Messenger beleidigen." (jugendinfo.de)
"Mobbing ist schlimm, Cyberbullying ist fast noch schlimmer - dabei stellen Schüler verunglimpfende Videos von ihren Klassenkameraden ins Netz. Aber nicht nur Schüler sind davon betroffen, wie sich jetzt in Großbritannien heraus stellte
Cyberbullying ist eine fiesere Variante des Mobbing, über das wir vor kurzem wieder hier auf jetzt.de berichteten. Beim Cyberbullying nehmen die vermeintlich stärkeren Schüler auch das Internet und Handys herbei, um schwache Schüler oder Lehrer vorzuführen." (Text: peter-wagner, 23.05.2007 jetzt.sueddeutsche.de)
"Cyberbulling oder Online-Mobbing sind inzwischen Begriffe womit auch Jugendliche vermehrt zu tun haben. Hierbei handelt es sich um unangenehmes Bloßstellen über das Internet. Mit dem noch recht neuen Phänomen haben sich amerikanische WissenschaftlerInnen während der aktuellen PEW-Studie (PEW Internet & American Life Project) beschäftigt und befragten dazu 935 Jugendliche. Sie fanden heraus, dass von diesen Belästigungen im Netz viel mehr Mädchen betroffen sind als Jungs." (www.lizzynet.de)

Cyberbullying: Gewalt und Mobbing im Netz - was könnt ihr dagegen tun?

"...Diese Art des Mobbings ist nicht nur unermesslich gewalttätig, sondern auch besonders gemein, da sie die Opfer zuerst quält und dann auch noch in einer noch viel größeren Öffentlichkeit bloßstellt als "nur" auf dem Schulhof. Und für die (meist männlichen) Täter ist dieses Mobben viel einfacher, da man keinen Mut mehr dazu aufbringen muss, öffentlich gemein zu sein, sondern einfach in seinem Zimmer vor dem Rechner sitzt und anonym seine widerlichen Schandtaten durchführen kann." (Rosi Stolz 16. April 2007 www.lizzynet.de)

Englischsprachige Seiten

"What is it about cyberspace that loosens the psychological barriers that block the release of these inner feelings and needs? Several factors are at play. For some people, one or two of them produces the lion's share of the disinhibition effect. In most cases, though, these factors interact with each other, supplement each other, resulting in a more complex, amplified effect."
• You Don't Know Me (dissociative anonymity)
• You Can't See Me (invisibility)
• See You Later (asynchronicity)
• It's All in My Head (solipsistic introjection)
• It's Just a Game (dissociative imagination)
• We're Equals (minimizing authority))
• Personality Variables
• True Self?
• Self Constellations Across Media
• Altering Self Boundary
""Cyberbullying" is when a child, preteen or teen is tormented, threatened, harassed, humiliated, embarrassed or otherwise targeted by another child, preteen or teen using the Internet, interactive and digital technologies or mobile phones. It has to have a minor on both sides, or at least have been instigated by a minor against another minor. Once adults become involved, it is plain and simple cyber-harassment or cyberstalking. Adult cyber-harassment or cyberstalking is NEVER called cyberbullying.
It isn't when adult are trying to lure children into offline meetings, that is called sexual exploitation or luring by a sexual predator. But sometimes when a minor starts a cyberbullying campaign it involves sexual predators who are intrigued by the sexual harassment or even ads posted by the cyberbullying offering up the victim for sex."
"The Center for Safe and Responsible Internet Use provides research and outreach services to address issues of the safe and responsible use of the Internet. We provide guidance to parents, educators, librarians, policy-makers, and others regarding effective strategies to assist young people in gaining the knowledge, skills, motivation, and self-control to use the Internet and other information technologies in a safe and responsible manner."
Aufschlussreich ist der Educator’s Guide to Cyberbullying and Cyberthreats von Nancy Willard, M.S., J.D.
Hierin wird eine Typologie des Cyberbullying erstellt und an Beispielen konkretisiert:
• Flaming. Online fights using electronic messages with angry and vulgar language.
• Harassment. Repeatedly sending nasty, mean, and insulting messages.
• Denigration. “Dissing” someone online. Sending or posting gossip or rumors about a person to damage his or her reputation or friendships.
• Impersonation. Pretending to be someone else and sending or posting material to get that person in trouble or danger or to damage that person’s reputation or friendships.
• Outing. Sharing someone’s secrets or embarrassing information or images online.
• Trickery. Talking someone into revealing secrets or embarrassing information, then sharing it online.
• Exclusion. Intentionally and cruelly excluding someone from an online group.
• Cyberstalking. Repeated, intense harassment and denigration that includes threats or creates significant fear.

Wie bekämpfen?

Vorschläge

  1. Soziale Netzwerke a la "Netlog", und "Facebook" an der Schule sperren? Man kann nicht verhindern, dass viele Schüler untereinander "vernetzt" sind. Zumindest während der Schul-, Unterrichtszeit könnte dies verhindert werden.
  2. ...?
Noia 64 apps kontour.png   Meinung

Leider sind auch jene Schüler vernetzt, die auf dumme Gedanken kommen, siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Cybermobbing--Uptojoe 14:18, 2. Apr. 2009 (UTC)


Bitte ändere den Inhalt dieses Beitrags nicht. Denn er gibt eine persönliche Meinung wieder.

Noia 64 apps kontour.png   Meinung

Das Problem Cyberbullying kann durch Sperren entsprechender Websites auf dem Schulserver aus der Schule räumlich herausgehalten werden. Aber dies löst nicht das grundsätzliche Problem. Stattdessen muss eine Auseinandersetzung mit Kolleginnen und Kollegen, Eltern sowie Schülerinnen und Schülern über damit zusammenhängende Fragen erfolgen.

Dennoch macht das Sperren von Websites, die bevorzugt für Cyberbullying genutzt werden können, auf dem Schulserver Sinn, damit Schule und Lehrkräfte nicht mitverantwortlich für das Fehlverhalten einzelner Schülerinnen und Schüler werden und um Gelegenheiten zum Missbrauch einzuschränken.

Solche Sperren sollten eigentlich auf jedem Schulserver möglich sein. Wie dies geht, sollte der Systemadministrator wissen. --Karl.Kirst 17:43, 2. Apr. 2009 (UTC)


Bitte ändere den Inhalt dieses Beitrags nicht. Denn er gibt eine persönliche Meinung wieder.

Lektüren / Literatur

  • Paul Davenport: Cyber Nightmare, Davenport Stories (1., 2008), 64, Taschenbuch, ISBN: 3000244662
"Neil Green is an active student at Caribou Middle High School. He likes his school and his school likes him. So he thought. Until he began getting shocking text messages. His best friend Darby tells him to ignore them, but then a nasty website appears, presenting Neil and Darby in a false light, and turning Caribou Middle High into their own personal chamber of horrors. Realizing that they have to defend themselves, they set up their own website to combat the cyber bully." (www.davenport-stories.de)

Siehe auch