Der Froschkönig: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich''' ist ein [[Märchen]] der [[Brüder Grimm]], das in recht unterschiedlichen Fassungen erhalten ist, die sich zum Vergleich eignen. Hier werden die die Anfänge verglichen. Man kann den Vergleich aber für die Fassungen von 1812 und 1857 auch auf die vollständigen Märchen ausdehnen.
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== Fassung von 1810 ==
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{{Zitat|Die jüngste Tochter des Königs ging hinaus in den Wald, und setzte sich an einen kühlen Brunnen. Darauf nahm sie eine goldene Kugel und spielte damit, als diese plötzlich in den Brunnen hinabrollte. Sie sah wie sie in die Tiefe fiel und stand an dem Brunnen und war sehr traurig. Auf einmal streckte ein Frosch seinen Kopf aus dem Waßer und sprach: warum klagst du so sehr. |Handschriftliche Fassung von 1810 nach Steffen Martus: Die Brüder Grimm, Berlin 2009, S. 217}}
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== Fassung von 1812 ==
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{{Zitat|Es war einmal eine Königstochter, die ging hinaus in den Wald und setzte sich an einen kühlen Brunnen. Sie hatte eine goldene Kugel, die war ihr liebstes Spielwerk, die warf sie in die Höhe und fing sie wieder in der Luft und hatte ihre Lust daran. Einmal war die Kugel gar hoch geflogen, sie hatte die Hand schon ausgestreckt und die Finger gekrümmt, um sie wieder zufangen, da schlug sie neben vorbei auf die Erde, rollte und rollte und geradezu in das Wasser hinein.
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Die Königstochter blickte ihr erschrocken nach, der Brunnen war aber so tief, daß kein Grund zu sehen war. Da fing sie an jämmerlich zu weinen und zu klagen: „ach! wenn ich meine Kugel wieder hätte, da wollt’ ich alles darum geben, meine Kleider, meine Edelgesteine, meine Perlen und was es auf der Welt nur wär’.“ Wie sie so klagte, steckte ein Frosch seinen Kopf aus dem Wasser und sprach: „Königstochter, was jammerst du so erbärmlich?“ – „Ach, sagte sie, du garstiger Frosch, was kannst du mir helfen! meine goldne Kugel ist mir in den Brunnen gefallen.“ |[http://de.wikisource.org/wiki/Der_Froschk%C3%B6nig_oder_der_eiserne_Heinrich_(1812)#Seite_1 Kinder- und Haus-Märchen Band 1], 1. Aufl. 1812, S. 1-2 nach Wikisource}}
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== Fassung von 1857 ==
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{{Zitat|In den alten Zeiten, wo das Wünschen noch geholfen hat, lebte ein König, dessen Töchter waren alle schön, aber die jüngste war so schön, daß die Sonne selber, die doch so vieles gesehen hat, sich verwunderte so oft sie ihr ins Gesicht schien. Nahe bei dem Schlosse des Königs lag ein großer dunkler Wald, und in dem Walde unter einer alten Linde war ein Brunnen: wenn nun der Tag recht heiß war, so ging das Königskind hinaus in den Wald und setzte sich an den Rand des kühlen Brunnens: und wenn sie Langeweile hatte, so nahm sie eine goldene Kugel, warf sie in die Höhe und fieng sie wieder; und das war ihr liebstes Spielwerk.
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Nun trug es sich einmal zu, daß die goldene Kugel der Königstochter nicht in ihr Händchen fiel, das sie in die Höhe gehalten hatte, sondern vorbei auf die Erde schlug und geradezu ins Wasser hinein rollte. Die Königstochter folgte ihr mit den Augen nach, aber die Kugel verschwand, und der Brunnen war tief, so tief daß man keinen Grund sah. Da fieng sie an zu weinen und weinte immer lauter und konnte sich gar nicht trösten. Und wie sie so klagte, rief ihr jemand zu „was hast du vor, Königstochter, du schreist ja daß sich ein Stein erbarmen möchte.“ Sie sah sich um, woher die Stimme käme, da erblickte sie einen Frosch, der seinen dicken häßlichen Kopf aus dem Wasser streckte. „Ach, du bists, alter Wasserpatscher,“ sagte sie, „ich weine über meine goldene Kugel, die mir in den Brunnen hinab gefallen ist.“
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|[http://de.wikisource.org/wiki/Der_Froschk%C3%B6nig_oder_der_eiserne_Heinrich_(1857)#Seite_1 Kinder- und Haus-Märchen Band 1] 7. Aufl. 1857, S. 1 nach Wikisource}}
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== Fragen zum Vergleich ==
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# Wie kommt es, dass die Fassungen immer länger werden? Was verändert sich?
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# Wie lässt sich erklären, dass die uns so vertraute Märcheneinleitung nur in einer Fassung vorkommt?
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# Welche Märchenmotive könnt ihr finden?
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# Findet typische Elemente für Märchen heraus und bestimmt die Fassung, die die meisten dieser Elemente enthält.
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== Anhang mit Erläuterungen zum Froschkönig ==
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{{Zitat|1=
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[[Datei:Kinder und Hausmärchen (Grimm) 1812 I 391.jpg|thumb|200px|Seite aus dem Anhang mit Erklärungen zum Froschkönigmärchen und handschriftlichen Ergänzungen]]
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'''Zum Froschkönig. No. 1.'''
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Eins der allerältesten und schönsten Märchen, das man sonst in Deutschland unter dem Namen: von dem eisernen Heinrich besonders gekannt hat, nach dem treuen Bedienten, der sich sein kummervolles Herz in Banden hatte legen lassen. Rollenhagen nennt es so unter den alten deutschen Hausmärlein. Darauf bezieht sich auch, was Thilander v. Sittewald 3, 42 sagt: „dann ihr Herz stund in meiner Hand, fester als in ein eisen Band.“ Vom Band der Sorge ist noch allgemeiner und öfter Rede, vom Stein der auf dem Herzen liegt, schön singt ein Minnedichter: „sie ist mir recht stahelhart in mein Herz gedrückt.“ Heinrich von Sax (1, 36.) sogar ausdrücklich: „mein Herze in Banden litt,“ und ein Lied von Heinrich dem Löwen Str. 59. „es lag ihr Herz in Banden.“ – Allein der Hauptsage nach lebt das Märchen auch in Schottland fort. In the complaynt of Scotland geschrieben 1548. wird unter andern alten Erzählungen the tale of the wolf of the warldis end genannt, das leider ganz verloren gegangen (vielleicht die Sage vom nordischen Loke) ist. J. Leyden in s. Ausg. des Complaynt Edinb. 1801. S. 234. 35. glaubt, daß es in verschiedene Lieder und Ammenmärchen zerstückt noch herumgehe, er habe Fragmente singen hören, worin der Brunnen von der Welt End (well of the warldis end) vorkomme und the well Absolom und the cald well sae weary heiße. Hieran schließt er nun unser Märchen an, wiewohl der Weltbrunnen recht gut in verschiedene Sagen eingreifen kann, und wir auch in dem deutschen keine Anknüpfung zu [IV] jenem Wolf (oder sollte Wolf im Original statt well stehen?) ahnen. Leydens Worte lauten nun: „according to the popular tale a lady is sent by her stepmother to draw water from the well of the worlds end. She arrives at the well, after encountering many dangers; but soon perceives that her adventures have not reached a conclusion. A frog emerges from the well, and, before it suffers her to draw water, obliges her to betrothe herself to the monster, under the penalty of being torn to pieces. The lady returns safe; but at midnight the frog lover appears at the door and demands entrance, according to promise, to the great consternation of the lady and her nurse.
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„open the door, my hinny, my hart,
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open the door, mine ain wee thing;
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and mind the words that you and I spak
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down in the meadow, at the well-spring!“
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the frog is admitted, and addresses her:
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„take me up on your knee, my dearie,
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take me up your knee, my dearie,
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and mind the words that you and I spak
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at the cauld well sae weary“
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the frog is finally disenchanted and appears as a prince in his original form.“ Die Stelle in the romance of Roswall and Lilian:
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„the knight that kept the pavent well
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was not so fair as Roswall
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spielt schwerlich hierher an.“
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La grenouille bienfaisante der Madame d'Aulnoy, ein schlechtes Märchen, hat auch gar keine Aehnlichkeit mit dem unsrigen.
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|2=[http://de.wikisource.org/wiki/Seite:Kinder_und_Hausm%C3%A4rchen_(Grimm)_1812_I_391.jpg Wikisource Anhang Seite III]}}
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[[Kategorie:Märchen]]
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Aktuelle Version vom 28. November 2018, 23:53 Uhr

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