Gottesbegriff

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EPIKUR 341-271

"... die Gottheit handelt nicht, ist in kein Geschäft verwickelt, baut keine Werke auf, freut sich an ihrer Weisheit und Tugend und hat die Gewißheit, daß sie stets im Besitze der größten und ewigen Lustempfindungen sein werde. Diesen Gott werden wir mit Recht glückselig nennen, den euren, stoischen, aber einen von Arbeit geplagten. Denn wenn etwa die Welt selber Gott ist, was kann es Ruheloseres geben als ... sich mit unerhörter Geschwindigkeit um die Himmelsachse zu drehn? Glückseligkeit ist aber nur in der Ruhe möglich. Wenn aber irgendein Gott in der Welt darin ist, der regiert und verwaltet, der den Lauf der Gestirne, den Ablauf der Zeiten, den Wandel und die Ordnung der Dinge überwacht und für den Nutzen und das Leben der Menschen sorgt, ist der nicht etwa in mühsame udn lästige Geschäft verwickelt? Wir dagegen sehen das glückselige Leben in der Beruhigtheit des Geistes und in der Freiheit von allen Pflichten. "

(EPIKUR, Von der Überwindung der Furcht, dtv-biliothek 1983 S.125 Fragment: Über Götter)

"Entweder will Gott die Übel beseitigen und kann es nicht, oder er kann es nicht und will es nicht, oder er kann es und will es. Wenn er nun will und nicht kann, so ist er schwach, was auf Gott nicht zutrifft. Wenn er kann und nicht will, dann ist er mißgünstig, was ebenfalls Gott fremd ist. Wenn er nicht will und nicht kann, dann ist er sowohl mißgünstig wie auch schwach und dann auch nicht Gott. Wenn er aber will und kann, was allein sich für Gott geziemt, woher kommen dann die Übel und warum nimmt er sie nicht weg?"

(a.a.O. S.136)