Jakobus-Evangelium

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Das Jakobusevangelium wurde wohl in wesentlichen Teilen im 3. Jahrhundert geschrieben, doch ist eine etwa gleichzeitige Entstehung mit den kanonischen Evangelien nicht ausgeschlossen.[1] Es gehört unter den im allgemeinen recht unbekannten Apokryphen des Neuen Testaments zu den etwas häufiger angeführten.

Von besonderem Interesse ist dieses Evangelium wegen seines ausführlichen Berichts zur Geburt Jesu im 18. und 19. Kapitel. Denn dieser macht deutlich, dass der Bericht im 2. Kapitel des Lukasevangeliums recht sparsam ist, und bietet mit seinem Bericht von der Geburt in einer Höhle einen Bericht, der zu Lukas nicht in Widerspruch steht, wohl aber zu den landläufigen Darstellungen mit Stall, Ochs und Esel; denn im Lukasevangelium ist nur von einer Krippe die Rede.

Dieser Bericht von der Geburt in der Höhle stammt aus einer späteren Handschrift, doch gibt es auch im 2. Jahrhundert schon Berichte von der Geburt Jesu in einer Höhle.

Das Evangelium betont die Sonderstellung Marias und war deshalb wichtig für die Marienverehrung in der katholischen Kirche. Auch Joseph wird als von Gott auserwählt angesehen, denn er wird von Gott durch ein Zeichen (nur aus seinem Stab fliegt eine Taube) als Mann für Anna, Marias Mutter, ausgewählt. Außerdem wird ausführlich dargestellt, dass Maria ihre Jungfräulichkeit auch bei der Geburt Jesu nicht verloren habe (virginitas in partu). Dabei wird von der Hebamme Salome berichtet, die - vergleichbar mit dem Jünger Thomas im Johannesevangelium (Kapitel 20,25) - Marias Jungfräulichkeit bezweifelt und erst, nachdem sie mit dem Finger überprüft hat, davon überzeugt wird.

Inhaltsverzeichnis

Text

Buchausgaben

  • Schindler, Alfred (Hrsg.): Apokryphen zum Alten und Neuen Testament, Manesse Verlag, Zürich 1988 ISBN 3717517562, S.409-436
  • Pfabigan, Alfred: Die andere Bibelmit Altem und Neuem Testament, Eichborn Verlag, Frankfurt/M 1991 ISBN 3821844132, Das neue Testament, S. 3-16

Linkliste

Fußnoten

  1. Deshalb sieht etwa Gerd Theißen diese Schriften auch als wichtig für die Erforschung des historischen Jesus an.