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Version vom 31. Oktober 2017, 18:01 Uhr

„Immer dann, wenn etwas unterzugehen droht, wird es interessant.“ (Konrad Bedal).




Besiedelung der Frankenhöhe

Otto III
Die westliche Frankenhöhe wurde relativ spät, aber vor 1000 besiedelt. Die beiden Schenkungsurkunden aus vom Januar und vom Mai 1000 durch Otto III belegen dies. Andererseits siedelten die Würzburger Bischöfe im Zeitraum von 768/9 – 800 und 810 – 832 in Franken Sachsen und Wenden an. Darunter auch auf der Frankenhöhe, wie zahlreiche Ortsnamen belegen: Winden, Windelsbach, Reinswinden, Dautenwinden, Bernhardswinden, Ratzenwinden, ...

Sachsen, Reutsachsen (als wenige Beispiele).





Mittelalterliche Erwähnung von Mühlen

Otto Piltz Bei der Cappeler Mühle.jpg

Wenn wir heute von einer Mühle sprechen, so geschieht dies in romantisierender Weise: liegen doch viele der Mühlen in Einödlage mit ansprechender landschaftlicher Umgebung, wie der Unterzeichnende, der 1 Jahr in der Lockenmühle bei Flachslanden wohnte, weiß. Doch war der Mühlenbetrieb stets mit harter Arbeit und bei Wassermühlen mit stetem Kampf um Wasser verbunden.









Die Wassermühlentechnik wurde durch die Römer nach Mitteleuropa gebracht. Vor dem Jahr 1200 findet man in der Deutschen digitalen Bibliothek mit derzeit rund 32 000 Dokumenten zu Mühlen nur wenige Dokumente: (Auswahl)


Seit dem Mittelalter regelten grundherrschaftliche Bestimmungen den Bau und den Betrieb sowie die Abgaben.

Der größte Teil der mittelalterlichen Mühlen dürfte auf der Frankenhöhe spätestens im 30-jährigen Krieg zerstört worden sein und danach neu errichtet worden sein.



Mühlen waren in vorindustrieller Zeit fast die einzige Möglichkeit Maschinen zu betreiben. Mühlen waren nicht beschränkt auf das Mahlen oder Schroten von Getreide, sondern erfüllten unterschiedliche Zwecke (siehe Kap. ).

KAREL4 pouceninastupcum
Aus der Zeit Karls IV (1316 - 1378) sind für den Raum um Nürnberg zahlreiche Mühlenstandorte im Ausstellungskatalog zur deutsch-tschechischen Ausstellung im Jahr 2016, S. 240, 241 in einer Karte belegt. Für den Raum Frankenhöhe fehlt meines Wissens aus dieser Zeit eine solche Darstellung,
  • obwohl die Mühle zu Flachslanden vom Burggrafen zu Nürnberg bereits 1320 verkauft/verschenkt wird. [1]
  • Im Jahr 1492 wird die Mühle zu Gunzendorf mit dem Ort Gunzendorf von Bischof Rudolf von Würzburg an Gottfried von Hohenlohe verliehen.

[2]

  • Auch wird im ältesten "Urbar des Burgrafentums Nürnberg unter dem Gebürg" im Ort Gesseler (Geslau) vor 1450 ein "Mullener" (Müller) erwähnt.[3]

Somit kann davon ausgegangen werden, dass schon während des Mittelalters auf der Frankenhöhe ein ausgeprägtes Mühlenwesen vorhanden war.







Das ´Theatrum machinarum novum´ von Georg Andreas Böckler aus dem Jahre 1662 und später das ´Theatrum molinarium´ beschreiben die unterschiedliche Mühlenarten und ihren Aufbau z. T. mit Bauplänen.

1865 verzeichnet Mittelfranken alleine knapp 1800 Mühlen. Anfangs und bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war noch ein großer Teil dieser Mühlen in Betrieb. Heyer: Land und Volkskunde des Königreiches Bayern, 1865
Die Bedeutung des Mühlenwesens und, dass Müller innerhalb der Gesellschaft eine besondere Standesrolle hatten, zeigt der Unterschied in der Trachtfarbe des 19. Jahrhunderts:


Erst der Einzug des elektrischen Stroms anfangs des 20. Jahrhunderts machte die Mühlen überflüssig und brachte Mahlsicherheit. Funktionsfähige Mühlen findet man heute noch kaum. Im Zuge der Erzeugung regenerativer Energie, aber auch dort wo ein Stromanschluss nicht vorhanden ist oder auch um die Wassernutzungsrechte nicht zu verlieren werden einige der ehemaligen Mühlen noch genutzt.


Ziel dieser Arbeit ist es die ehemals bestehenden Mühlen im Bereich der nördlichen Frankenhöhe und im Vorland zu erfassen und den Bestand zu erfassen.

Dazu dienen

  • einerseits die Karten der Uraufnahme aus der ersten Hälfte und
  • der Urpositionsblätter aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und der heutigen topographischen Karte, die mit dem Bayernatlas zur Verfügung stehen.
  • Daneben werden historische Einzelquellen verwendet und Befragungen heutiger Mühlenbesitzer durchgeführt und die Anlagen bzw. Wasserzuführungen dokumentiert.
  • Altere Karten wie z.B. das Clavis zur "Land-Charte des Burggrafthums unterhalb des Gebürgs oder des Fürstenthums Onolzbach" aus dem Jahr 1735
Beispiele:
Seite 134
Seite 142
Seite 143
Seite 133



--Bernhard Heim (Diskussion) 09:44, 19. Aug. 2017 (CEST)