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Version vom 14. September 2009, 23:12 Uhr

Twittergespräche

Inhaltsverzeichnis

Gespräch über Wissenschaft

Das folgende Gespräch wurde am 11.8.2009 in Twitter geführt. Das Gespräch bezieht sich dabei zunächst auf die Äußerung von Jean-Pol Martin, auf die im ersten Link verwiesen wird.[1]

Hier die Passage, an die angeknüpft wird:

"Da die Forscher sich hauptsächlich mit den Analyseinstrumenten beschäftigen, verlieben sie sich regelrecht in diese. Da sie mit der Realität nur mittelbar befasst sind, verlieren sie diese aus den Augen, teilweise erscheint ihnen die Realität lästig und störend.

Am Ende liefern sie mit großem Ernst und Pathos Ergebnisse, die jeder Praktiker sofort und ohne lange zu überlegen mitteilen könnte. Das stimmt mich traurig. Vielleicht sollte man jeden Autor zwingen, gleich zu Beginn seines Aufsatzes anzukündigen, was in seinen Ausführungen wirklich neu ist und welche Relevanz diese für sein Fach besitzen."


Jean-Pol Martin

Gesprächstext

Filterraum#wissenschaftler "...teilweise erscheint ihnen die Realität lästig und störend" http://bit.ly/a0cUJ

Fischblog@Filterraum Kann man da antworten? Bei den Papers, die ich so lese, steht jedenfalls vorne immer dabei, was neu und relevant ist #abstract

Filterraum@Fischblog ich kann da nicht intern antworten da kein wissenschaftler, du ja weil wissenschaftler. einfach anmelden =)

berndweiss@Fischblog Hat mich auch schon gestört, aber @jeanpol schränkt es ja etwas ein: "Natürlich wird es meist getan, aber der...".

Fischblog@Filterraum Von der Wissenschaft die ich kenne ist das nicht einmal ein Zerrbild.[2]

Filterraum@Fischblog hehe, leider ist dort #wissenschaftler nicht klar definiert, aber wie ich dass seh bist du einer in diesem kontext

Filterraum@Fischblog geht mir bei den themen #bildung #kultur #politik #medien ähnlich wie dir

Fischblog.@Filterraum Vllt. sollten man sich darauf einigen, dass es "die" Wissenschaft nicht gibt, sondern nur einzelne Wissenschaften

Filterraum@Fischblog "Vllt. sollten man sich darauf einigen..." ich beobachte eher zunehmende #singularität

Fischblog@Filterraum Inwiefern? Methodisch driften Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften doch immer stärker auseinander.

berndweiss@Fischblog Nö, zumindest für Teile der Sozialwissenschaften gilt, dass sie sich immer stärker auf die Naturwissenschaften zubewegen.

zoonpolitikon@berndweiss @fischblog Woraus schliesst ihr das? Ich sehe keine eindeutigen Trends (zumindest in den Sozialwissenschaften).

zoonpolitikon@berndweiss Ev. in den Politikwissenschaften historisch etwas anders (Bauchgefühl). Höhepunkt des Quantitativen war in den 50er und in US.

zoonpolitikon@berndweiss Rational Choice schon lange dominant. Statistik und RAT meines Erachtens seit Jahrzehnten stabil. I guess that is where I sit.

zoonpolitikon@berndweiss Vielleicht einmal einen Blogeintrag wert, wie das in den Internationalen Beziehungen aussieht. Danke für die Idee.

Filterraum@Fischblog in dem sinne "dass die Menschen verstandesmäßig nicht mehr folgen können" http://bit.ly/c7VVD #singularität

jeanpol@Fischblog @berndweiss @Filterraum ich verstehe, dass mein beitrag seltsam wirkt: http://wissenschaftler20.mi...

Fischblog@jeanpol Das ist einleuchtender, aber warum schreibst du von Wissenschaft, wenn nur der Anspruch von Wissenschaftlichkeit gemeint ist?

Fischblog@berndweiss Ich sehe als Naturwissenschaftler nicht, dass die sozialwissenschaftliche Methodik sich auf die Naturwissenschaften zubewegt.

Fischblog@berndweiss Ich habe den Eindruck, dass die S. sich von den Geisteswissenschaften emanzipieren und dafür ihre eigenen Methoden ausbauen.

Fischblog@berndweiss Es mag Parallelen zu den empirischen Naturwissenschaften geben, aber ich sehe das schon als eigenständige Entwicklung.

jeanpol@Fischblog deine überlegungen gerade sind sehr wichtig für mich geisteswissenschaften/natruwissenschaften/sozialwissenschaften

berndweiss@Fischblog Natürlich adaptieren die Soz.wiss nicht sklavisch alle natwiss Methoden., hängt ja auch von Fragestellung ab. Aber Dinge wie... Replizierbarkeit oder Mathematik/Statistik werden wichtiger.

Gespräch über Finanzierung von PC-Aktivitäten von Schülern und digitale Schulbücher

Das Gespräch wurde am 14.9.09 zwischen lisarosa, herr_larbig, scheppler und cspannagel geführt.

lisarosa@herr_larbig mehr Geld für digital inhabitants - Lehrer? Hm, ich glaub, weniger Unterrichtsverpflichtung wäre besser! = mehr Zeit f. Innovat

herr_larbig@lisarosa Zeit für Innovation = gut. Aber es muss auch die Frage gestellt werden, wie die gewollten PC-Aktivitäten der SuS finanziert werden

lisarosa@herr_larbig Finanzierungsfrage stellt sich ja immer. Solange wir mit unseren Bildungsausgaben nur knapp vor Mexico und Bulgarien liegen ...

scheppler uff, von 7 bis 17 Uhr Schule. Und das wird jeden Tag dieser Woche so sein. #Gehaltserhöhung beantragen?

herr_larbig@scheppler Und schon stellt sich die Frage, auf wessen Kosten eine Modellschule eine Modellschule ist…

cspannagel Jetzt Thema: Urheberrecht und Web 2.0 #bel09 #3el09

herr_larbig@lisarosa ganz genau. habe ich bislang das thema geld immer vermieden, tippe ich es jetzt doch hin und wieder mal an. Finanzierungsfrage würde weniger stellen, wenn wir nur Hefte und Bleistifte einsetzten ;-)

cspannagel Durch eigene Lizenzen wird die kollektive Freiheit eingeschränkt. #3el09 #bel09

lisarosa@herr_larbig und bist Du denn der Meinung, dass man mit Heften und Bleistiften heute die notwendigen Kompetenzen entwickeln kann? und wurde in Kalifornien nicht gerade aus Spargründen kindle statt Schulbuch eingeführt?

scheppler @lisarosa Ich staune auch, dass die Obrikeit noch nicht das Sparpotential digitaler Schulbücher entdeckt hat.

scheppler @herr_larbig so einfach ist die rechnung dann doch wieder nicht ;-) #Modellschule

herr_larbig@lisarosa das wurde aus Finanzierungsgründen auf den St. Nimmerleinstag verschoben.

cspannagel@scheppler @lisarosa Ich weiß nicht, ob das wirklich günstiger wäre. Die Verlage würden vermutlich Lizenzgebühren verlangen. #digibooks

herr_larbig@cspannagel Ein DigiBook, das hochwertige, von Lehrenden via Wiki erstellte Inhalte hätte. Ende der Schulbuchverlage. @scheppler @lisarosa

scheppler @cspannagel Ja, aber die wären sicher deutlich geringer als Printkosten. Länder sind ja einzige Kunden

cspannagel@scheppler @lisarosa @herr_larbig Müssen die Schulen eigentlich Schulbücher kaufen? Gibt es schulbuchfreie Schulen?

scheppler@cspannagel Es gibt Schulbuchfreiheit für Schüler. Welche/ob Bücher beschafft werden entscheidet meist Fachschaft.

cspannagel@scheppler Wäre Schulbuchverzicht nicht eine super Möglichkeit für Schulen, jede Menge Geld zu sparen und anders zu investieren? MIt einer Sammlung von Alternativmaterialien könnte das doch u,U. zumindest stellenweise funktionieren...

herr_larbig@cspannagel Da manche Fachschaften nicht viel Geld zur Verfügung haben… Ich arbeite in Religion teilw. ohne Bücher statt mit 30Jahre alten. Ein gutes Schulbuch ist allerdings eine echte Arbeitsunterstützung… (Arbeitszeiten!, die schon jetzt über dem Erträglichen sind)

scheppler @cspannagel Nutze Schulbücher kaum noch - selbst wenn wir welche haben. Potential ist da, muss genutzt werden. Verlage sind noch (zu) mächtig

lisarosa@cspannagel @herr_Larbig @scheppler in HH müssen die Schüler 80 bis 100 Euro pro SJ bezahlen, um Schulb. zu mieten, d. von Steuern bezahlt! und dann sind die Eltern natürlich sauer, wenn die Bücher nur selten genutzt werden und stattdessen Web

Siehe auch

Weblinks

Anmerkungen

  1. Das Zeichen # ist ein sogenannter haschtag. Es hebt ein Stichwort besonders hervor und erleichtert die Suche nach diesem Stichwort. Das Zeichen @ (der Klammeraffe) bezeichnet bei Twitter den Gesprächspartner, an den sich die Äußerung speziell wendet. Die Personen (genau genommen: die Twitteraccounts), von denen die Äußerungen ausgehen, sind hier fett gedruckt.
  2. Kurz vor und nach dieser Äußerung von Fischblog wurde in Twitter zum Stichwort "Wissenschaft" noch Folgendes geäußert: "ingehuesgen liest @GWUP: Journalisten starten Debatte über #Wissenschaft und #Politik http://tinyurl.com/kpmc59 #GWUP #Forschung #TELI #Technologie boa_muenchen Neuer Masterstudiengang 'Lexikographie' an der Uni Erlangen http://tinyurl.com/lyr9nc #Wissenschaft #Bildung #Studium boa_muenchen H5N1 kann als Spätfolge bei Mäusen Parkinson und Alzheimer auslösen http://tinyurl.com/mefkca #Wissenschaft #Gesundheit boa_muenchen Arteriosklerose und ihre Folgen sind offenbar vor allem auf den modernen Lebensstil zurückzuführen http://tinyurl.com/n4trmk #Wissenschaft fischblog @Filterraum Von der Wissenschaft die ich kenne ist das nicht einmal ein Zerrbild. Wissenschaft Bericht: Nokia rückt teilweise von Symbian ab - Heise Newsticker: Bericht: Nokia rückt teilweise von Symbian abH.. http://bit.ly/1uOPk dagmar07 RT Coachingbuero: Die Wissenschaft hat festgestellt: Emotionale Intelligenz fördert Zufriedenheit in der Partnerschaft http://ow.ly/jx0a Die Diskussion unserer Gruppe bleibt davon ganz unbeeinflusst.
  3. Dieser Artikel enthält einen interessanten Vergleich zwischen menschlichen Netzwerken wie Twitter und zwei Fischarten: "Wie sichert sich nun die Brasse gegen diesen Missbrauch und diese Verletzung, oder wie bildet sich, und unter diesem Titel stellt „Nature“ in einem Kommentar den Artikel vor, „Vertrauen unter Fischen“ („trust in fish“). Die Antwort des Artikels lautet, dass Brassen die Putzerlippfische bei der Arbeit an anderen Brassen beobachten - die Autoren nennen dies „Abhören“ - und dass die bei der Arbeit beobachteten Putzerlippfische durch korrektes Verhalten Image und Reputation aufbauen, um sich auf diese Weise den künftigen Zugang zu anderen Brassen zu sichern. Diese Begriffssprache ist signifikant. Es geht um Kommunikation in Netzwerken, um Information, die in diesen Netzwerken transferiert wird, um Reputation, und es geht um andere ohne einen sozialwissenschaftlichen Theoriehintergrund undenkbare Begriffe wie Vertrauen und Spiel."