Wortschatzarbeit

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Sinnvolle Wortschatzarbeit umfasst in erster Linie Wortschatzeinführung und dessen Anwendung in Wortschatzübungen oder in kommunikativen Situationen.

Inhaltsverzeichnis

Phaseneinteilung von Wortschatzarbeit

Das Üben des Wortschatzes steht in der Regel im Zusammenhang mit dem Unterricht allgemein. Oft lässt sich keine genaue Trennung zwischen Übungen des Wortschatzes, der Kommunikation im Unterricht und der Einführung neuen Wortschatzes ziehen.

Vor der Unterrichtsarbeit

ist eine (explizite) Reflexion über den Wortschatz möglich. Dies ist jedoch nicht allen Fällen notwendig. Wenn mit einem festen Lehrbuch gearbeitet wird, ist der Wortschatz schon durch das Lehrbuch festgelegt. Da der Unterrichtsablauf auch nicht in allen Einzelheiten vorgeplant werden kann, ist eine Wortschatzreflexion auch nur in einem bestimmten Umfange möglich.

Einführung neuen Wortschatzes

Diese Phase wird oft Sematisierung genannt, was aber eine explizite Einführung des Wortschatzes bedeutet. Es sind aber auch implizite Möglichkeiten der Wortschatzeinführung möglich, wenn etwa der Wortschatz einfach im Wörterbuch nachgeschlagen wird.

Ein ausführlicher Artikel zur Wortschatzeinführung findet sich im Wiki "99 Stichwörter":

Die Wortschatzübungen (im engen oder unmittelbaren Sinne)

bedeuten die Kontrolle des bereits bekannten Wortschatzes und seine Verbindung zu neuen Strukturen. Dabei können Wortschatzübungen eine Leistungskontrolle seitens des Lehrenden darstellen (z.B. Vokabeltests). Die Lehrenden können aber auch selbstständig (etwa mit Hilfe eines Computerprogramms) überprüfen, ob sie den Wortschatz schon beherrschen. Die Kontrolle des Wortschatzes kann aber auch mit einer Verfestigung des Wortschatzes einhergehen, wenn etwa zweisprachig eingeführte Wörter (oder Strukturen) einsprachig abgefragt werden. Auch die Medien können wechseln, wenn etwa Wortschatz in einem Text mittels Bildern abgefragt wird. Auch die Automatisierung oder die Verarbeitungstiefe des Wortschatzes kann überprüft und (somit auch) gefestigt werden.

Medien in der Wortschatzarbeit

Grundsätzliche Überlegungen

Eine möglichst reale Kommunikationssituation ist sicherlich nach wie vor die sinnvollste Basis für das Erlernen einer Sprache und somit auch für die Einführung und Festigung von Wortschatz. Unterricht ist aber immer nur bedingt eine reale Kommunikationssituation. Daher ist es sinnvoll und auch notwendig, zusätzliche Hilfen und Medien für eine möglichst nachhaltige Vermittlung von Wortschatz einzusetzen.

Gegenstände und Personen

Im Anfangsunterricht wird es immer wieder möglich sein, Wortschatz durch den Verweis auf in der Unterrichtssituation Vorhandenes einzuführen. Darüber hinaus können (zumindest kleinere) Gegenstände von der Lehrkraft mitgebracht und im Unterricht benutzt werden.

Auch Adjektive können durch den Verweis auf konkrete Gegenstände und durch ein möglichst anschauliche Verdeutlichung der jeweiligen Eigenschaft verdeutlicht werden:

  • Die Tafel ist hart: Die Lehrkraft klopft darauf oder stößt sich daran!
  • Der Schwamm ist weich, was man leicht daran erkennt, wie er sich eindrücken lässt oder wenn man darüber streicht.
  • Gegensätze Oder Personen helfen Eigenschaften verdeutlichen: Schüler A ist klein; Schülerin B ist groß. (Achtung: Bitte auf Befindlichkeiten Rücksicht nehmen! Wenn der Lehrer sich selbst als dick bezeichnet, ist das etwas Anderes, als wenn er einen Schüler / eine Schülerin so charakterisiert.)

Zeichnungen, Skizzen und Modelle

Wenn konkrete Gegenstände nicht greif- oder zeigbar sind, hilft natürlich auch ein Bild, das gezeigt wird. Sehr häufig erfüllt eine Tafelzeichnung denselben Zweck und hat den Vorteil, dass diese ggf. auch spontan und ohne Vorbereitung erstellt werden kann.

Und wenn man einen konkreten Gegenstand (z.B. ein Auto) nicht mitbringen kann, hilft hierfür auch ein Modell (z.B. ein Spielzeugauto).

Digitale Medien

Mit Hilfe von CDs, DVDs und des Internets bieten sich zahlreiche neue Möglichkeiten für die Wortschatzarbeit.

Eine passive Nutzung der digitalen Medien ermöglicht, Wörter und Begriffe nachzuschlagen, sie sich mit Hilfe eines Textes, eines Bildes, eines Videos oder per Sprachdatei vorstellen oder auch erklären zu lassen.

Wortschatzarbeit mit dem Computer und dem Internet

Es gibt eine Reihe von Programmen, mit denen man im Computer offline oder online Vokabeln üben kann. Auch kostenlose Programme sind erhältlich; für die meisten Programme muss aber eine Gebühr bezahlt werden. Ein sehr empfehlenswertes Programm ist mylörn (ein Link zu diesem und weiteren Programmen findet sich unter Vokabeltrainer). Dieses Programm arbeitet nach dem "Karteikartensystem", d.h. die LernerInnen legen für Vokabeln Karteikarten an, die dann nach verschiedenen Gesichtspunkten organisiert und abgefragt werden können. Ein Account bei der Seite ist kostenlos, es gibt allerdings auch einen kostenpflichtigen Premium-Account, dessen Funktionsumfang (etwas) größer ist.

Interaktive Übungen

Ein größerer Lerneffekt entsteht dann, wenn Worterklärungen nicht nur rezipiert (gelesen oder gehört) werden, sondern auch in interaktiven Übungen angewandt werden müssen. Hierfür eignen sich z.B. gut Übungen, die man relativ einfach mit Hot Potatoes erstellen kann.

Einige Übungen lassen sich direkt hier im ZUM-Wiki erstellen.

Wortschatzübungen im ZUM-Wiki

Eigene Übungen erstellen

Eine aktive Nutzung der digitalen Medien könnte darüber hinaus bedeuten, dass man z.B. selbst Material oder Übungen erstellt. So können z.B. Lerner nach kurzer Einführung selbst Übungen mit Hot Potatoes erstellen.

Wortschatzarbeit in einem Wiki

In einem Wiki wie dem ZUM-Wiki oder dem DSD-Wiki lassen sich Wortschatzübungen leicht selbst erstellen. Und es gibt noch weitere Möglichkeiten zur Unterstützung einer sinnvollen Wortschatzarbeit.

Wortschatzarbeit in einem Wiki

Siehe auch