Apokryphen

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Apokryphen nennt man Schriften aus dem Umkreis der Bibel, die aber nicht in den biblischen KanonWikipedia-logo.png aufgenommen wurden. Die Bezeichnung Apokryphen kommt vom altgriechischen "apokryphos" = verborgen und nimmt darauf Bezug, dass diese Text nicht im Kanon zu finden sind, sondern anderswo verborgen sind, also gesucht werden müssen.

Inhaltsverzeichnis

Apokryphen im Unterricht

Ihr didaktischer Wert liegt darin, dass an ihnen die Eigenarten der biblischen Schriften durch Vergleich besonders deutlich herausgearbeitet werden können.

Gemeinsam ist biblischen Schriften und Apokryphen, dass die Aussageabsicht nicht auf eine historische, sondern auf eine Glaubensaussage hinzielt. Der Unterschied besteht darin, dass die apokryphen Schriften von dem "Mainstream" der kirchlichen Glaubensüberzeugungen abweichen, und oft darin, dass nicht eine umfassende Botschaft, sondern eine spezifische Einzelaussage im Mittelpunkt steht. Dies zeigt sich bspw. im Nikodemusevangelium was zwischen der Geburt und dem ersten öffentlichen Auftreten Jesu geschah oder was zwischen dem Tod und der Auferstehung passierte. Deshalb bezeichnet man sie auch als "Lückenfüller", da sie über das berichten worüber die kanonischen Evangelien schweigen.

Noia 64 apps kontour.png   Meinung

Meiner Meinung nach sollte die Behandlung der beiden Schöpfungsberichte immer durch die Behandlung der Inhalte und einiger charakteristischer Textstellen aus apokryphen Schriften ergänzt werden. Erfahrungsgemäß werden die beiden Berichte nämlich in der Erinnerung oft schon erstaunlich schnell harmonisiert und in einen einzigen zusammenhängenden Bericht verschmolzen. Daher ist eine bleibender Gewinn für die Textkritik - und außerdem auch für das Verständnis der Kanonbildung - wohl nur über eine exemplarische Behandlung von apokryphen Schriften zu erreichen.

Je früher ein Verständnis für Textkritik erreicht wird, desto resistenter werden die Schüler gegenüber primitiver Religionskritik.

-Fontane44 14:17, 2. Mai 2010 (UTC)


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Apokryphen zum Neuen Testament

Eusebius teilte die umlaufenden Schriften in drei Gruppen:

  1. die allgemein anerkannten Schriften
  2. die teils anerkannten, teils umstrittenen Schriften
  3. unechte und verworfene Schriften

Das erst in den 70er Jahren gefundene JudasevangeliumWikipedia-logo.png konzentriert sich darauf, Judas zu rehabilitieren und ihn in den Heilsplan Gottes einzuordnen. Das Jakobus-Evangelium stellt die besondere Rolle Marias (und damit eine Frau) heraus. Im ThomasevangeliumWikipedia-logo.png wird der Bruder Jesu Jakobus der GerechteWikipedia-logo.png hervorgehoben.

Bei den Kindheitsberichten über Jesus im Kindheitsevangelium nach ThomasWikipedia-logo.png dagegen wird ganz unchristlich die Wundermächtigkeit Jesu herausgestellt. Er beweist seine Fähigkeiten in "Wunderspielen".

Apokryphen zum Alten Testament

Die Zuordnung zu Schriften zum Kanon und damit die Bestimmung als apokryph ist je nach Religions- und Konfessionszugehörigkeit unterschiedlich. Apokryphen sind nach der jüdischen und der evangelischen Tradition, weil sie vom hebräischen Kanon, der TanachWikipedia-logo.png, ausgehen: Buch Judit, Buch der Weisheit, Buch Tobit (nach der Vulgata und nach Luther „Tobias“), Jesus Sirach, Buch Baruch, 1. Makkabäer, 2. Makkabäer, Zusätze zum Buch Ester, Zusätze zum Buch Daniel, Gebet des Manasse. Nach der katholischen Tradition, die dem Kanon der SeptuagintaWikipedia-logo.png folgt, gehören dazu: 3. Buch Esra, 4. Buch Esra, 3. Buch der Makkabäer, 4. Buch der Makkabäer, Gebet des Manasse, Psalm 151, Psalmen Salomos, Buch der Jubiläen, Buch des Benoni.

In diesem Wiki findet man Beispiele daüber hinaus auch in den jüdischen Sagen und Legenden, die man nach der allgemeinen Definition als Apokryphen bezeichnen kann, die aber nicht zu der engeren Gruppe der Apokryphen zählen. Bemerkenswert ist hier u.a. die Person der Schrift (vgl. Sündenfall), die schon während der Schöpfung sein Partner ist, die große Bedeutung von Engeln und die Betonung der Sonderstellung Adams innerhalb der Schöpfung sowie der Aristeasbrief, der zur Legitimation der Septuaginta dienen sollte.

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