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Augen in der Großstadt

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Augen in der Großstadt ist ein Gedicht von Kurt TucholskyWikipedia-logo.png aus dem Jahr 1932.

Text

Kurt Tucholsky

Augen in der Großstadt

Wenn du zur Arbeit gehst
am frühen Morgen,
wenn du am Bahnhof stehst
mit deinen Sorgen:

5
dann zeigt die Stadt

dir asphaltglatt
im Menschentrichter
Millionen Gesichter:
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,

10
die Braue, Pupillen, die Lider -

Was war das? Vielleicht dein Lebensglück...
vorbei, verweht, nie wieder.

Du gehst dein Leben lang
auf tausend Straßen;

15
du siehst auf deinem Gang,

die dich vergaßen.
Ein Auge winkt,
die Seele klingt;
du hast's gefunden,

20
nur für Sekunden...

Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider -
Was war das? Kein Mensch dreht die Zeit zurück...
vorbei, verweht, nie wieder.

25
Du mußt auf deinem Gang

durch Städte wandern;
siehst einen Pulsschlag lang
den fremden Andern.
Es kann ein Feind sein,

30
es kann ein Freund sein,

es kann im Kampfe dein
Genosse sein.
Es sieht hinüber
und zieht vorüber...

35
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,

die Braue, Pupillen, die Lider -
Was war das? Von der großen Menschheit ein Stück!
Vorbei, verweht, nie wieder.


Gutenberg-DE, 30.01.2011

Filmische Interpretation

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  1. Analysiere das Gedicht Augen in der Großstadt von Kurt Tucholsky.
  2. Wie könnte das Ergebnis deiner Analyse filmisch dargestellt werden? Sammle Ideen hierzu.
  3. Vergleiche das Ergebnis deiner Analyse und deine Ideensammlung mit der Darstellung in dem folgenden Video:


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