Europäische Geschichte ab 1990

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Inhaltsverzeichnis

Das Ende der Blöcke

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges standen sich NATO und Warschauer Pakt gegenüber. Diese Situation hatte bis 1990 Bestand, als die Schwächung der Sowjetunion schließlich zum Ende der Teilung Europas führte. Die sowjetischen Satellitenstaaten konnten ihre kommunistischen Regierungen abschütteln, und die deutsche Wiedervereinigung wurde am 3. Oktober 1990 abgeschlossen. Infolge der Auflösung der Sowjetunion 1991 entstand eine Reihe neuer Staaten in Osteuropa und Asien.

Daten zur europäischen Geschichte

1991
Krieg Serbien-Kroatien
Moskauer Putsch (19.8.) Zerfall der SU, Jelzin russ. Präsident, Gründung GUS (21.12.), START I (unterzeichnet)
1992
Krieg in Bosnien
1993
russische Verfassungskrise  Verbot von C-Waffen, START II (unterz.)
1994
Herzog deutscher Bundespräsident
1995
Friedensvertrag für Bosnien (Dayton; Paris)
1996  
Ifor-Einsatz der Bundeswehr
Jelzins Wiederwahl
1997
Blair (GB), Jospin (Fkr.)
Partnerschaftsvertrag Rußland-NATO (Grundakte)
1998  
Friedensregelung für Nordirland (10.4.)
Rot-grüne Koalition in BRD (Schröder-Fischer)
7.5. Daimler-Chrysler-Fusion vereinbart
1999  
Rücktritt Lafontaines (11.3.),
CDU Parteispendenaffäre
Kosovo-Friedenskonferenz
März: 1. Osterweiterung der NATO (Polen, Tschechien, Ungarn) NATO-Angriff auf Serbien (24.3.)
Wahlen zum europäischen Parlament
2000  
Sturz von Milosevic (Serbien)
Putin, Präsident Russlands, 
2001  
11.9. Terrorangriff auf New York u. Washington
2002  
Einführung des Euro-Bargelds
Wiederwahl Chirac, Rücktritt Jospin; Wiederwahl Schröder
USA-Russland Kooperation
Bundeswehr in Afghanistan
2003  
Berlusconiskandal , Ermordung der schwedischen Außenministerin Lindh
19.3. Angriff der USA auf Irak (3. Golfkrieg)
2004
Köhler Bundespräsident,  
große EU-Erweiterung, Terroranschläge in Spanien
Bundeswehreinsatz im Sudan  
2. Nato-Osterweiterung, Köhler Rücktritt von IWF,
Krise und Wahl in Ukraine , Juschtschenko Präsident
2005
Visa-Affäre um Fischer, 19.4. Benedikt XVI. gewählt, 29.5. Frankreich gegen EU-Verfassung,                             7.7. Terroranschlag in London ; 18.9. BRD-Wahlen;        4.10. EU Beitrittsgespräche mit Türkei u. Kroatien; Unruhen in Frankreich (ab 27.10.), Merkel Kanzlerin einer Großen Koalition
2006
Proteste gegen Mohammed-Karikaturen. Italien: Prodi neuer Minsiterpräsident;
2007
Deutsche EU-Ratspräsidentschaft; G8-Gipfel Heiligendamm
Sarkozy Sieger der Präsidentschaftswahlen in Frankreich, 
Gordon Brown Premier in GB.
USA Subprimekrise
2008
Finanzkrise in Europa
Medwedew russ. Präsident
russ-georgischer Krieg
Weltfinanzkrise
2009 Schuldenkrise Griechenland

Die Entwicklung der Europäischen Union

Mitgliedsstaaten und Beitrittskandidaten der EU

In Westeuropa begann ein Integrationsprozess. Die jüngsten Schritte dieser Entwicklung, die immer noch anhält, waren die Einführung einer gemeinsamen Währung, des Euro, in 16 Ländern der Europäischen Union sowie in anderen europäischen Staaten und die Erweiterung der EU um Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Estland, Lettland, Litauen, Slowenien, Malta sowie die Republik Zypern am 1. Mai 2004 und um Bulgarien und Rumänien am 1. Januar 2007.

Daten zur Geschichte der Europäischen Union ab 1990

1990–1999

1990 1. Juli Beginn der Europäischen Wirtschaft- und Währungsunion (EWWUWikipedia-logo.png) mit ECUWikipedia-logo.png.
3. Oktober Die Deutsche Wiedervereinigung und Parlament von 518 auf 567 Mitglieder erhöht.
19. November Anläßlich einer Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE), erklärten 34 Staaten, das die Politische Spaltung Europas und der Kalter Krieg beendet ist.
26. November Der Oberste Sowjet beschließt die Auflösung der Sowjetunion.
1992 3. Mai Abkommen über den gemeinsamen Europäischen WirtschaftsraumWikipedia-logo.png (EWR)
6. Dezember Die Schweiz lehnt in einer Volksabstimmung den Beitritt zum EWR ab.
1993 2. August EWSWikipedia-logo.png-Krise mit Rückkehr zu flexiblen Wechselkursen (15 % Schwankungsbreite).
12. Oktober Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts: EU ist ein „Staatenbund besonderer Art“, d. h. kein Staat, aber mehr als eine internationale Organisation.
1. November Maastrichter VertragWikipedia-logo.png ("Vertrag über die Europäische Union") tritt in Kraft. EWG in Europäische Gemeinschaft (EG) umbenannt, die Europäische UnionWikipedia-logo.png (EU) umfasst EG, EGKS und Europäische Atomgemeinschaft.
1994 15. April WelthandelsorganisationWikipedia-logo.png (WTO) als Dachorganisation für die internationalen Handelsbeziehungen (GATT, GATS, TRIPS) gegründet.
28. November Norwegen entscheidet sich zum 2. Mal mit 52,2 % gegen den Beitritt zur EU.
1995 1. Januar Finnland, Österreich und Schweden treten der EU bei und das Schengener AbkommenWikipedia-logo.png tritt für Deutschland, Frankreich, Spanien,Portugal, BeNeLux in Kraft.
1. Januar Die KSZE von 1975 wird von 53 Staaten in Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in EuropaWikipedia-logo.png (OSZE) umbenannt.
1996 1. Januar Die EU und die Türkei bilden eine Zollunion.
1997 2. Oktober Vertrag von AmsterdamWikipedia-logo.png über die Europäische Union unterzeichnet als vereinheitliche Rechtsakte der bisherigen EG-Verträge. Ein Schritt zur Vervollständigung der EU, inkl. der Wechselkursbreite und dem Abkommen über die Sozialpolitik.
1998 [1. Oktober EuropolWikipedia-logo.png (Europäische Polizeibehörde) in Kraft mit Sitz in Den Haag
1999 1. Januar Der EuroWikipedia-logo.png wird Zahlungsmittel zur Verrechnung.
1. Mai Vertrag von AmsterdamWikipedia-logo.png in Kraft als Rechtsakte der Zusammenfassung und Ergänzung von EU-Verträgen, dem Ziel zur Schaffung für einen Raum der Freiheit, Sicherheit und des Rechts und die Befugnisse sowie Mitenscheidung des EU-Parlaments wurde ausgedehnt.

2000–heute

2000 24. März Diplomatische Sanktionen gegen Österreich wegen Regierungsteilnahme der FPÖ (im September wieder aufgehoben) Eine „Lissabon-Strategie“ zur sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Erneuerung bis 2010 [1]
2001 25. März Dem Schengener Abkommen treten alle EU-Länder bei, außer Großbritannien und Irland.
15. Dezember Gipfel von Laeken beschließt einen Europäischen KonventWikipedia-logo.png zur Ausarbeitung eines EU-Verfassungsvertrags
2002 1. Januar Die EuroWikipedia-logo.png (€) Münzen und Banknoten werden in den Mitgliedstaaten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien in Umlauf gebracht [2].
2003 15. Januar Erste Polizei- Mission (Einsatz) der EU (Bosnien und Herzegowina).
1. Februar Vertrag von NizzaWikipedia-logo.png in Kraft
18. Juli Reformkonvent legt dem Europäischen Rat den Entwurf der EU-Verfassung vor.
13. Dezember Die Verabschiedung der EU-Verfassung scheitert, weil Polen und Spanien sich wegen der Stimmtenanteile im Rat der EU verweigern und auch andere Staaten u.a. wegen der Anzahl der Kommissare, Mehrheitsbeschlüsse (GB), Haushalt (F, D), Steuern (GB), Zuwanderung (D) u. Kompetenz des EU Außenministers (F) Kritik üben.
2004 12. Februar EU unterzeichnet Tourismusabkommen mit der Volksrepublik China [3].
1. Mai Zehn Beitritte zur EU mit Polen, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Estland, Lettland, Litauen, Zypern und Malta und eine siebenjährige Übergangsfrist für Freizügigkeit der Arbeitnehmer und der Dienstleistungen aus dem Handwerk [3].
29. Oktober In Rom wird die EU-Verfassung von den 25 Staats- und Regierungschefs feierlich unterzeichnet, die bis zum 29.10.2006 von allen 25 EU- Staaten ratifiziert werden musste [3].
2005 16. Februar Inkrafttreten des Kyoto-ProtokollsWikipedia-logo.png, mit dem die internationale Gemeinschaft ein wirksames Instrument im Kampf gegen die Klimaänderung erhält.
29. Mai Die Wähler in Frankreich stimmen mit Nein für die europäische Verfassung.
1. Juni In den Niederlanden sagen die Wähler Nein zur europäischen Verfassung.
3. Oktober Eröffnung der Beitrittsverhandlungen der EU mit der Türkei und Kroatien.
2007 1. Januar Die Osteuropäischen Staaten Rumänien und Bulgarien treten der Europäischen Union bei.
Slowenien erhält als 13. Land der EU den Euro als offizielle Währung.
2008 16. Oktober Der Europäische Rat beschließt die ersten Maßnahmen zur weltweiten Finanzkrise, u. a. eine gesamteuropäische Erhöhung der Einlagensicherung für private Sparkonten und eine koordinierte Vorgangsweise zur Bankenrettung bei Insolvenzgefahr (geplanter Stützungsfonds)
2009 1. Dezember Der Vertrag von LissabonWikipedia-logo.png tritt in Kraft [4].

Anmerkungen

  1. EU-Sanktionen gegen Österreich + Lissabon-Strategie bis 2010
  2. Edition EU.com 2002
  3. 3,0 3,1 3,2 Geschichte der Europäischen Union 2004
  4. Geschichte der Europäischen Union 2009

Linkliste