Kafka09

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Projektplan zu Franz Kafka's signature.gif Der Proceß (1914/15)

Inhaltsverzeichnis

Arbeitsziele / Vereinbarungen

Lieber Deutschkurs 13, es geht jetzt nicht nur an die letzte Pflichtlektüre, sondern auch um die Herstellung von größeren Zusammenhängen, verbunden mit möglichst viel Schreibpraxis. Darum habe ich mich entschieden, noch stärker mit dem Instrumentarium zu arbeiten, das uns das Wiki bietet. Die Ziele des Projektes sollen sein:

  1. Interpretieren/analysieren: den Roman in seiner Struktur und Aussage erarbeiten und sinnvolle Deutungshypothesen entwickeln
  2. Aufsatztraining: Schreib- und Interpretationsroutinen üben
  3. Werkvergleich: Bezüge zu den anderen Abi-Pflichtlektüren (Schiller / Kleist) herstellen und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede herausarbeiten
  4. Feedback-Kultur: Gegenseitiges, solidarisches und hilfreiches Lesen und Verbessern von Texten.
Ich hoffe, das gelingt uns. --K. Dautel (Jan. 09)

Aufgabenstellung

Es gibt

  • Partneraufgaben (Synopse): Suchen Sie sich hierzu einen Partner/ eine Partnerin, mit dem Sie die gemeinsame Aufgabe bearbeiten.
  • Einzelaufgaben (Vertiefungen), hierfür sind Aufgabenvorschläge gemacht, Sie können sich frei für eine Aufgabe entscheiden.
  • Kommentare (Vernetzung), in denen Sie Mitschülern hilfreiche Kommentare in die "Diskussion"-Seite schreiben und mit Namenskürzel unterschreiben.

Regeln und Hinweise

  • Kommentare auf die "Diskussionsseite" zum jeweiligen Artikel/Aufgabe, nicht in den Artikel schreiben.
  • Der Text ist immer wichtiger als die Gestaltung. Bitte keine Formatierungsexperimente! HTML- und CSS-Könner mögen der Versuchung widerstehen und sich beschränken.
  • Die Texte strukturieren (Überschriften erster und zweiter Ordnung) und gegebenenfalls mit anderen verlinken (Mit welchen anderen Texten lassen sich Bezüge herstellen? Welche Verlinkungen ‚nach außen‘ sind hilfreich?)
  • Von der eigenen Benutzerseite aus auf die eigenen Texte verlinken.
  • Entstehende Texte können vorläufig im eigenen Benutzerbereich geschrieben und gestaltet werden, auch in Partnerarbeit. Namensgebung nach dem Muster [[Benutzername/Texttitel]]
  • Setzen Sie an den Fuß Ihres Artikels die [[Kategorie:Kafka]]. So entsteht ein alphabetisches Artikel-Verzeichnis

Text-Synopse (Partneraufgabe)

Mit dem Begriff "Synopse" ist eine Inhaltsübersicht gemeint. Benutzen Sie dafür diese Vorlage.

Fertigstellung bis zum 20.01.09 

Interpretationen/Vertiefungen (Partner- oder Einzelaufgabe)

Wählen Sie eine dieser Aufgaben-Vorschläge und verfassen Sie einen Text oder eine andere Form der Darstellung. Falls Sie Visualisierungen erstellen, sollten diese mit einem erläuternden oder zusammenfassenden Begleittext versehen sein.

Lesarten

  • Biografisches: Kafka 1914 und 1915: Stellen Sie dar, in welchem biografischen und politischen Kontext Kafkas Roman entstanden ist. Stellen Sie - vorsichtig! - Bezüge zum Roman her (Quelle zum Einstieg: Hamburger Leseheft, Kommentarteil)
  • Lesarten: Es gibt neben dem biografischen noch andere Interpretations/Deutungsansätze zum „Prozess“, z.B. einen religiösen, einen psychologischen oder einen soziologischen. Stellen Sie diese drei Ansätze so dar, dass wir darüber diskutieren können. (Als Quelle kann Ihnen u.a. das Reclam-Bändchen: Erläuterungen und Dokumente, von Michael Müller 1993 dienen)
  • Der Film: Erarbeiten Sie für den Kurs eine Hilfe zum besseren Verständnis der Orson-Welles-Verfilmung: Umgang mit der Textvorlage, Auswahl und optische Umsetzung von Motiven, Interpretationshypothese bzw. Regie-Konzept.

Textanalysen

  • Josef K.s Welt: Beschreiben und untersuchen Sie die Lebenswelt des Josef K.: Wohnung, Bank, Gericht; beachten Sie dabei vor allem die Ausgestaltung von (ausgewählten) Räumen (Dachböden, Kammern, Säle, Kirche) im Hinblick auf Lichtverhältnisse, Größe und Ähnlichem. Gelangen Sie zu einer zusammenfassenden Charakterisierung dieser Welt. Wie real mag sie sein?
  • Figuren 1: "Du suchst zu viel fremde Hilfe", sagt der Gefängniskaplan zu Josef K. (S.154). Charakterisieren Sie den männlichen „Kreis von Helfern“ (S.109), den Franz K. um sich zu scharen glaubt.
  • Figuren 2: "Ich werbe Helferinnen, dachte er fast verwundert, zuerst Fräulein Bürstner, dann die Frau des Gerichtsdieners, und endlich diese kleine Pflegerin" (S.77) Stellen Sie Josef K.s Beziehungen zu diesen Frauen dar.
  • Josef K.s Erleben von ORDNUNG und Hierarchie: Die Niederen und die Höheren, die Starken und die Schwachen, die Potenten und die ???
  • Das Gericht und das GESETZ – was bekommt Josef K. darüber alles zu hören? Sammeln und kommentieren Sie (mindestens) drei zentrale Aussagen dazu.

Gestaltendes

Fertigstellung bis zum 29.01.09 

Das Werk in Kontexten

Die Pflichtlektüren sind - wie bekannt - unter dem übergreifenden Aspekt von „Recht und Gerechtigkeit" - aber nicht nur - zu lesen. Darum müssen wir uns Gedanken über Vergleichbarkeit oder Unvergleichlichkeit dieser drei Werke machen. Hierzu habe ich einige alte und neue Themenstellungen zusammengestellt:

  1. Rechtssysteme: Sowohl Michael Kohlhaas als auch Josef K. befinden sich mit dem Rechtssystem in Konflikt, woran sie schließlich auch ihr Leben verlieren. Inwiefern sind diese beiden Systeme überhaupt vergleichbar? Können die angesprochenen Protagonisten als deren Opfer bezeichnet werden?
  2. Amalia und Elisabeth, zwei wichtige Frauen im Leben zweier Protagonisten: Vergleichen Sie deren Beziehungen zu ihren Männern (Karl Moor bzw, Michael Kohlhaas) und deren Rolle für Konflikt und Konfliktlösung.
  3. Bürgerliche Welten: Michael Kohlhaas und Josef K. sind Werktätige und haben wohlanständige Berufe. Sie leben aber in verschiedenen Zeiten. Stellen Sie die unterschiedlichen Formen der gesellschaftlichen Einbettung (durch Arbeit und Familie) dar, zeigen Sie, was den jeweiligen Protagonisten ihre Tätigkeit bedeutet und wie sie ihr Selbstbewusstsein formen.
  4. Schuld und Schuldgefühle: Welche Schuld drückt Karl Moor, Michael Kohlhaas und Josef K. Vergleichen Sie zwei Figuren nach Ihrer eigenen Wahl.
  5. Wie ein Hund leben oder sterben: "Wie ein Hund" sind Josef K.s letzte Gedanken, aber auch Michael Kohlhaas bemüht den Hundevergleich (S.19). Deuten Sie diese Metaphorik.
  6. „Ordnung" bzw. "Unordnung" scheinen wichtige Kategorien für Josef K. (S.16,21,22) und Michael Kohlhaas (S.16) zu sein. Analysieren Sie deren Bedeutung und Stellenwert.
  7. Allmachtsgefühle und Ohnmachtserlebnisse: Untersuchen Sie die Charaktere und die Handlungen der Protagonisten Karl Moor und Michael Kohlhaas unter diesem Aspekt.
  8. Familie und Ersatzfamilie: Die Familie spielt sowohl in Schillers „Räuber“ als auch in Kleists „Kohlhaas“ eine nicht unbedeutende Rolle. Untersuchen und vergleichen Sie die Erscheinungsformen von Familie in den beiden Werken, sowie deren Bedeutung für das Handeln des Protagonisten.
  9. Widerstand, Rechtfertigung und Erfolg: Karl Moor und Michael Kohlhaas leisten Widerstand! Wodurch wird er ausgelöst, welche Gestalt nimmt er an, wie ist er gerechtfertig und was ist der Erfolg? Vergleichen Sie.
  10. Das Gesetz Wie Josef K. ist auch Michael Kohlhaas in H.v.Kleists Novelle mit dem "Gesetz" konfrontiert. Vergleichen Sie, wie sich den beiden Protagonisten das Gesetz darstellt und wie sie die Auseinandersetzung damit führen.
  11. Lösungsstrategien Kohlhaas und K. sind Problemen ausgesetzt, die ihr Leben stark beeinträchtigen. Beide haben sich entschlossen nicht untätig zu sein, sondern etwas zu unternehmen, um ihre Lage zu verbessern. Wie genau verhalten sich die beiden Protagonisten? Worin bestehen die Unterschiede in ihrer Art zu handeln? Gibt es Gemeinsamkeiten in ihrer Handlungsweise und worin bestehen diese?

Aus dem Abitur 2008

  1. Schillers „Die Räuber“ und Kafkas „Der Proceß“: Untersuchen Sie in einer vergleichenden Betrachtung, woran Karl Moor und Josef K. scheitern. (Haupttermin)
  2. Prüfen Sie in einer vergleichenden Betrachtung, inwieweit Karl Moor und Josef K. schuldig sind. (Nachtermin)

Material-Sammlung/Wissensspeicher

Hilfen für die Arbeit

Bei den meisten Fragen der Text-Gestaltung und der Wiki-Bedienung kann ein Blick in die Kleine Gebrauchsanweisung weiterhelfen. Vorgehensweise und Begrifflichkeiten für die Textanalyse/Textarbeit können in W. Winters Interpretationskurs nachgeschaut werden.

Kommentierte Linktipps, Fundstücke

Diese Seiten dienen der Sammlung von Nützlichkeiten aller Art: Das können Textstellen sein aus Interpretationen und Sekundärliteratur (Fundstücke) oder auch hilfreiche Internet-Quellen (Links), auf die Sie beim '"Recherchieren" gestoßen sind. Diese sollen aber dann kurz kommentiert werden, damit schon vor dem Anklicken klar ist, ob sich das Anklicken lohnt.

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