Kaestner

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Kurzinfo
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Biographie

die Folien von Uschis Vortrag:


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Roman: Fabian

(von Susanne)


FABIAN. DIE GESCHICHTE EINES MORALISTEN von Erich Kästner, Erstausgabe 1931

INHALT:

Verschiedene Anekdoten aus dem Leben von Dr. Jakob Fabian im Berlin des Jahres 1931

  • Dr. Jakob Fabian besucht Etablissements „zur Anbahnung von Beziehungen“ und bemerkt dabei die Verlogenheit scheinbar vorbildlicher bürgerlicher Familien; bei Gesprächen mit Journalisten erfährt er von der Manipulation von Nachrichten.
  • lernt die junge Juristin Cornelia Battenberg verlieben sich ineinander einige Tage gemeinsamen Glücks
  • Fabian plötzlich arbeitslos Trennung: Cornelia nimmt um Karriere zu machen unmoralisches Angebot eines Filmmagnaten an: wird dessen Geliebte und dadurch Schauspielerin
  • vergebliche Bemühung um eine Stellung + große Trauer um den Verlust Cornelias Wiederaufnahme des Lotterlebens
  • nachdem Labude die Nachricht erhalten hat, seine Habitilationsschrift sei nicht angenommen worden, erschießt er sich; Angestellter hatte dies aus Neid behauptet Selbstmord= „tragischer Witz“
  • Fabian kehrt in seine Heimatstadt auf dem Lande zu seinen Eltern zurück und führt ein langweiliges Leben; trotzdem lehnt er ein Stellenangebot einer Zeitung ab, da diese rechtsgerichtet ist
  • als er in der Stadt einen kleinen Jungen in einen Fluss fallen sieht, springt er ohne darüber nachzudenken in den Fluss um zu helfen; jedoch „Der kleine Junge schwamm heulend ans Ufer. Fabian ertrank. Er konnte leider nicht schwimmen“

AUTOBIOGRAFISCHE BEZÜGE ZU KÄSTNER

  • Kästner, Fabian und Labude = Doktoren der Literaturwissenschaft
  • Kästner und Fabian haben sich beide während des ersten Weltkrieges einen Herzfehler zu gezogen keine Pädagogen
  • Fabian und Kästner: beide eine enge Bindung zu ihrer Mutter; enger Briefkontakt
  • Kästner und auch Fabian sind beide in Dresden aufgewachsen; ihre Eltern haben dort ihr Leben verbracht
  • Während der Studienzeit Kästners nahm sich ein Mitstudent das Leben, nachdem sich Freunde den Scherz erlaubt hatten, ihm zu sagen, er sei durchs Examen gefallen. Im Roman nimmt sich Fabians Freund Labude auch wegen eines solchen Missverständnisses das Leben.

NEUE SACHLICKEIT

  • Neusachliche Thematik: Zerfall der späten Weimarer Republik(zerrüttete Zustände), Großstadt, Wirtschaftskrise 1929 Arbeitslosigkeit, neues Frauenbild Alltagsverhältnisse(Alltagssprache, leichte Verständlichkeit)
  • Erzähltechnik: distanzierte Perspektive// einfache, paraktaktische Syntax , Überschriften der Kapitel=Schlagzeilen einer Zeitung// Umgangssprachlich, sachlich, journalistisch, nüchtern, distanziert, emotionslos Mischung aus auktorialem und neutralem Erzähler („Fabian ertrank. Er konnte leider nicht schwimmen“, direkte Rede) wechselt mit personalem Erzähler und Innerem Monolog (Beobachtung des Geschehens durch Protagonisten) Stichwort Montage
  • Emotionen, Innenschau ausgespart, keine Bewertung/Deutung durch äußere Verhaltensweisen und Gespräche Rückschlüsse auf Gefühlswelt und politische Gesinnung möglich
  • Lebensabschnitt als Exempel für das ganze Leben

INTERPRETATION

  • Satire =Übertreibung; hier: schonungslose Gesellschaftssatire
  • Moral: Fabian= scharfer Beobachter, urteilt, nach eigenen Moralvorstellungen (Ziel: „die Menschen anständig und vernünftig zu machen“), aber engagiert sich weder politisch noch gesellschaftlich
  • Kästner: „Der Moralist pfleg, seiner Epoche keinen Spiegel, sondern einen Zerrspiegel vorzuhalten. Die Karikatur, ein legitimes Kunstmittel, ist das Äußerste, was er vermag. Wenn auch das nichts hilft, dann hilft überhaupt nichts mehr...Sein angestammter Platz ist und bleibt der verlorene Posten.“

ZUM BUCH

  • sachlich-nüchterne Erzählweise mit satirische-ironischer Verfremdung
  • skurrile Bilder, irritierende Details Kästner irritiert seine Leser
  • ursprünglich geplanter Titel: „Der Gang vor die Hunde“, vom Verleger nicht akzeptiert Ziel: „Er wollte warnen. Er wollte vor dem Abgrund warnen, dem sich Deutschland und damit Europa näherten! Er wollte mit angemessen, und das konnte in diesem Falle nur bedeuten, mit allen Mitteln in letzter Minute Gehör und Besinnung erzwingen.“

Gedichte

Besuch vom Lande + Brief eines nackten Mannes (Tafelbilder)

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