Finanzierung (13BWR3 2008-2009)

aus ZUM-Wiki, dem Wiki für Lehr- und Lerninhalte auf ZUM.de
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kurzinfo
Vista-kdmconfig.png
Bei dieser Seite handelt es sich um eine Projekt-, Kurs- oder Klassenseite.

Inhaltsverzeichnis

Langfristige Fremdfinanzierung von Investitionen (1)

Lehrplan BWR:

  • Darlehnsarten
  • Gegenüberstellung und Berechnung von Fälligkeitsdarlehn, Abzahlungsdarlehn, Annuitätendarlehn



DARLEHENSARTEN

Annuitätendarlehen

  • Beim Annuitätendarlehen setzt sich die Belastung des Darlehennehmers aus Zins und Tilgung zusammen. Vorteile sind hier, dass Sondertilgungen möglich sind und schnelle Entschuldungen.
  • Dennoch ist das Annuitätendarlehen, wenn Unvorhergesehenes passiert, nicht flexibel genug.
  • Das Annuitätendarlehen ist deshalb, eher für Eigennutzer geeignet.


Ratentilgungsdarlehen

  • Rückzahlungsbeträge werden festgelegt und vom Darlehensnehmer gezahlt. Dadurch sinkt der Zinssatz von Jahr zu Jahr, weshalb die Finanzierung insgesamt geringer ist.
  • Der Nachteil des Ratentilgungsdarlehens ist jedoch, dass es eine hohe Anfangsbelastung gibt.
  • Deshalb ist diese Darlehensart für Eigennutzer geeignet, die nicht immer auf jeden Cent achten.


Darlehen mit ausgesetzter Tilgung

  • Eine hohe finanzielle Belastung wird bei dieser Darlehensart vermieden.
  • Stattdessen verlangen Banken eine Art Sicherheit, durch einen Bausparvertrag o.ä., wodurch die Entschuldung länger dauert.
  • Deshalb ist die „Tilgungs-Aussetzung“ eher für Vermieter geeignet.


Versicherungsdarlehen

  • Das Darlehen wird fest vereinbart, welches jedoch erst am Ende des Jahres getilgt werden muss. Die Steuerlast wird durch die konstante Zinsbelastung gesenkt. Der Zinssatz ist bei dieser Darlehensart niedriger als bei anderen Darlehensarten.
  • Der Nachteil des Versicherungsdarlehens ist jedoch, dass der Kreditnehmer Kapital ansparen muss, um die Tilgung durchführen zu können.
  • Diese Darlehensart ist besonders für Kapitalanleger geeignet.


Bausparvertrag

  • Der Bausparvertrag ist sehr Planungssicher, da es feste Kreditzinsen gibt. Weiterhin bietet der Bausparvertrag eine schnelle Entschuldung.
  • Dennoch bedarf der Bausparvertrag hohe Tilgungsraten, welches ein Nachteil des Bausparvertrags ist.


Hier darf geschrieben werden ...

Kurzfristige Fremdfinanzierung (2)

Lehrplan BWR:

  • Kontokorrentkredite
  • Lieferantenkredite


Kontokorrentkredit

Bei dieser Art von Kredit handelt es sich um die Überziehung des Kontos bei einem Kreditinstitut. Genauer gesagt hat ein Unternehmen die Möglichkeit, sein Konto bei einem Kreditistitut bis zur Höhe eines vereinbarten Betrages in Anspruch zu nehmen, d.h. das Unternehmen kann sein Konto bis zu diesem vereinbarten Betrag überziehen. Nehmen Privatpersonen solch einen Überziehungskredit in Anspruch, so nennt man diesen Dispositionskredit. Folgende Kosten fallen für die in Anspruchnahme des Kredits für das Unternehmen an:

  • Es müssen sogenannte Sollzinsen für den Kredit bezahlt werden
  • Kreditinstitut verlangt Kreditprovision, da es das Kapital für das Unternehmen bereithält und es nicht für andere Zwecke nutzen kann
  • Eine Umsatzprovision wird für die Kontoführung berechnet
  • Überziehungszinse werden zusätzlich zu den Sollzinsen berechnet, wenn das Unternehmen das Kreditlimit überschreitet
  • Weißt das Konto ein Guthaben auf, so kann das Unternehmen Habenzinsen verlangen


Lieferantenkredit

Bei diesem Kredit wird dem Kunden von dem Lieferer, für die gelieferte Ware ein Zahlungsziel eingeräumt, d.h. der Kunde muss die gelieferte Ware erst zu einem späteren Zeitpunkt bezahlen. Das Unternehmen kann aber auch, durch Ausnutzung des Skontos den Betrag früher bezahlen.

Unternehmen sollten immer das Skonto ausnutzen, da der Lieferantenkredit zu den teuersten Krediten zählt!

Sicherheiten im Rahmen der Fremdfinanzierung (3)

Lehrplan BWR:

  • Bürgschaft
  • Sicherungsübereignung
  • Grundschuld


Bürgschaft

Bürgschaftskredit:

Vertrag zwischen Kreditgeber ( KG) und dem Bürgen (B) für den Bürgschaftskredit ist laut Gesetz die Schriftform vorgesehen Kaufleute können auch mündlich bürgen

haften bei einem Bürgschaftskredit mehrere Bürgen --> gesamtschuldnerische Bürgschaft



Man unterscheidet zwei Arten der Bürgschaft:


I. Ausfallbürgschaft:

Der Bürge muss erst dann zahlen, wenn der KG nachweisen kann, der der KN zahlungsunfähig ist! Bürge hat somit das --> "Recht der Einrede der Vorausklage"

Nachweis erbracht: KG hat erfolgslos gegen den KN, die Zwangsvollstreckung durchgeführt!



II. Selbstschuldnerische Bürgschaft:

Der Bürge haftet wie der Hauptschuldner. Verzicht auf das "Recht der Einrede der Vorausklage" Der Bürge muss sofort zahlen wenn die Zahlung überflüssig ist. Unter Kaufleuten pflicht -->Selbstschuldn.Bürgschaft


Grundpfandrechte

Grundpfandrechte sind die Sicherungsmittel für langfristige Kredite. Als Sicherungsmittel können Hypotheken oder Grundschulden im Grundbuch eingetragen werden.


Hypothek

Hypothek setzt das Bestehen einer Forderung voraus.


KN haftet mit dem Grundstück als Pfand

              und

Haftung mit seinem ganzen privaten Vermögen

--> Hypothek erlischt bei Rückzahlung des Kredits



Grundschuld

Ein Grundstück wir mit einer bestimmten Geldsumme zugunsten des KG belastet. KN haftet nicht persönlich, sondern nur mit dem Grundstück


Die Eintragung ins Grundbuch erfolgt ohne Schuldgrund


--> Grundschuld erlischt nicht bei Rückzahlung des Kredits sondern erst wenn das Grundbuch gelöscht ist.


Sicherungsübereignung

KG wird Eigentümer --> aber KN bleibt Besitzer --> Sicherungsübereignungsvertrag

Bei nicht erfolgter Rückzahlung des Kredites kann der KG Gegenstände verwenden --> Übertragung des Eigentums

Leasing als Sonderform der Finanzierung (4)

Lehrplan BWR:

  • Vertragsgestaltung
  • Vergleich Leasing - Kreditfinanzierung


Vor- und Nachteile des Leasings

Vorteile

  • geringe Eigen- oder Fremdmittel erforderlich
  • Kreditspielraum bleibt erhalten
  • keine Sicherheiten erforderlich
  • immer auf dem aktuellen Stand der Technik, aufgrund von kurzen Grundmietzeiten
  • feste Kalkulationsgrundlage, da Leasingrate gleich bleibt
  • Leasingrate i.d.R. voll steuerlich absetzbar


Nachteile

  • hohe Kosten: andere Finanzierungsformen wie Barkauf oder Kreditkauf sind günstiger
  • Leasingnehmer wird nicht Eigentümer, hat aber sämtliche Risiken zu tragen (Risiko einer Fehlinverstition d.h. Risiko der wirtschaftlichen Wertminderung durch technischen Fortschritt)

Beteiligungsfinanzierung bei der AG (5)

Lehrplan BWR:

  • Aktienarten
  • Ordentliche und genehmigte Kapitalerhöhung
  • Bezugsrecht


Ordentliche und genehmigte Kapitalerhöhung

Ordentliche Kapitalerhöhung

  • AG wird nach Beschluss der Hauptversammlung (HV) mit qualifizierter Mehrheit durch Ausgabe junger Aktien neues Kapital zugeführt.
  • Junge Aktie muss erst alten Aktionär angeboten werden, damit er den prozentualen Kaitalanteil an der AG wahren kann, haben somit Bezugsrecht an jungen Aktien. Falls der alt Aktionär die jungen Aktien nicht haben möchte, kann er seine Bezugsrechte an der Börse verkaufen.
  • Börsenkurs der jungen Aktie muss unter Börsenkurs der alten Aktie liegen => sonst kein Kaufinteresse
  • Erwerber von neuen Aktien, die bisher keine alten Aktien besitzen, zahlen durch den Kauf der Bezugsrechte (Eintrittsgeld in die AG) den voraussichtlich entstehenden Vermögenszuwachs.
  • Kauft Aktionär keine jungen Aktien => Vermögensverlust durch Kursverfall, kann diesen aber durch Verkauf seiner Bezugsrechte ausgleichen.

Genehmigte Kapitalerhöhung

  • HV kann für 5 Jahre Vorstand ermächtigen, Kapital um genhemigten Betrag von selbst erhöhen.
  • Im Gegensatz zur ordentlichen Kapitalerhöhung kann der Vorstand den Zeitpunkt und das Ausmaß der Kapitalerhöhung selbst bestimmen.

Innenfinanzierung (6)

Lehrplan BWR:

  • Selbstfinanzierung (offene und verdeckte Selbstfinanzierung)
  • Finanzierung aus Kapitalfreisetzung (Abschreibungsrückflüsse; Rückstellungsgegenwerte)


Unterschied zwischen Rücklagen und Rückstellungen

Rücklagen sind zurückgelegte versteuerte Jahresgewinne. Diese kann man in offene und stille Rücklagen unterscheiden. Offene Rüchlagen werden in der Bilanz offen ausgewiesen, wo hingegen die stillen Rücklagen aus der Bilanz nicht zu ersehen sind.

Rückstellungen sind Verbindlichkeiten für Aufwendungen, deren Entstehungsgrund zwar festliegt und dem ablaufenden Geschäftsjahr zugerechnet werden muss, deren Höhe und Fälligkeit aber noch nicht bekannt ist und nur geschätzt werden kann. Im Prinzip sind sie nichts anderes als vorweggenommene Aufwendungen oder Verluste.

Finanzcontrolling (7)

Lehrplan BWR:

  • Aufrechterhaltung der Liquidität - Beispiel zum Finanzplan
  • Leverageeffekt


Hier darf geschrieben werden ...