Finanzierung (AHR 13 (2007-2008)

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Kurzinfo
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Inhaltsverzeichnis

Langfristige Fremdfinanzierung von Investitionen (1)

Lehrplan BWR:

  • Darlehnsarten
  • Gegenüberstellung und Berechnung von Fälligkeitsdarlehn, Abzahlungsdarlehn, Annuitätendarlehn


Darlehnsarten

Ein Darlehen ist eine Anleihe, welches Unternehmen für die Finanzierung von Anlagevermögen gewährt wird. Kreditinstitute gewähren mittel-und langfristige Darlehen(=Investitionskredite) bei denen ein fester Betrag ausgezahlt wird. Dieser Betrag wird dem Unternehmen (=Darlehensnehmer) entweder in einem Gesamtbetrag oder in mehreren Teilbeträgen zur Verfügung gestellt. Man unterscheidet zwischen Festdarlehen, Annuitätendarlehen und Abzahlungsdarlehen.


Festdarlehen (Fälligkeitsdarlehen): Ein Festdarlehen ist ein Darlehen, welches am Ende der Kreditlaufzeit(Fälligkeitsdarlehen) oder nach einer vertraglich festgelegten Kündigungsfrist (Kündigungsdarlehen) in einer Summe getilgt wird. Die Zinsen werden in gleichbleibender Höhe bezahlt.

Annuitätendarlehen: Ein Annuitätendarlehen ist ein Darlehen mit konstanten Rückzahlungsbeträgen (Annuität). Diese Beträge bleiben während der gesamten Laufzeit gleich. Die Kreditkosten belaufen sich auf die Zinsen von der jeweiligen Restschuld. Somit sinkt der Zinsanteil und um einen gleichbleibende Annuität zu zahlen, steigt der Tilgungsanteil.

Abzahlungsdarlehen: Ein Abzahlungsdarlehen ist ein Darlehen mit gleichbleibenden Tilgungsraten(Ratentilgungsdarlehen). Anfangs entstehen höhere Rückzahlungsbeträge aufgrund der Zurechnung der Zinsen. Während der Laufzeit werden die Beträge geringer, denn die Zinsbeträge nehmen aufgrund des verringerten Restschuld ständig ab. Die Rückzahlungszeit ist in der Regel kürzer als bei Annuitätendarlehen.

Kurzfristige Fremdfinanzierung (2)

Lehrplan BWR:

  • Kontokorrentkredite
  • Lieferantenkredite


Kontokorrentkredit

Ein Unternehmen kann sein Konto bei einer Bank bis zu einem bestimmten Betrag überziehen.

Bei einer Rückzahlung fallen für das Unternehmen folgende Kosten an:

-Zinsen

-Kreditprovision: Die Bank kann das Geld nicht für andere Zwecke verwenden und verlangt deshalb auch bei nicht in Anspruchnahme des Geldes eine Provision. Dafür kann das Unternehmen den Kredit immer Anspruch nehmen.

-Umsatzprovision

-Überziehungszinsen: Überzieht ein Unternehmen sein Kreditlimit fallen zusätzliche Zinsen an.(Überziehungszinsen.)

-Habenzinsen: Ist das Konto im positiven Bereich bekommt das Unternehmen Zinsen von der Bank.

Bei Privatkunden nennt man diese kurzfristige Fremdfinanzierung Dispositionskredit.



Lieferantenkredit

Bei einem Lieferantenkredit muss der Kunde bis zu einem bestimmten Datum zahlen. Bezahlt der Kunde z.B. direkt nach Rechnungseingang bekommt dieser eine Vergünstigung von z.B. 2% Skonto.


Die Zahlungsbedingung des Lieferers lautet dann wie folgt:

“Zahlbar innerhalb von 30 Tagen netto Kasse oder innerhalb von 5 Tagen unter Abzug von 4% Skonto”


Meistens ist es Sinnvoll ein Skonto auszunutzen, da Lieferantenkredite die teuersten sind. Man kann dies durch einen Kontokorrentkredit finanzieren.

Sicherheiten im Rahmen der Fremdfinanzierung (3)

Lehrplan BWR:

  • Bürgschaft
  • Sicherungsübereignung
  • Grundschuld


Jede Finanzierung ist für den Kreditgerber(Bank) mit einem gewissen Risiko verbunden. Sicherheiten sollen also jenes Restrisiko abdecken, das Aufgrund der unsicheren Zukunft (Zweifel an Zahlungsfähigkeit und Zahlungswilligkeit) immer besteht. Diese Sicherheiten sind nur der letzte Ausweg, der eine ordnungsgemäße Rückzahlung sichern soll, falls der Schuldner in unvorhersehbare Schwierigkeiten gerät!


Kreditsicherung

Verstärkter Personalkredit:

• Bürgschaft

• Zession

Realkredit:

Forderungen des Kreditgebers werden abgesichert durch Zugriffsrecht auf bewegliche (Schmuck) und unbewegliche (Grundstücke) Sachen/Vermögenswerten

• Eigentumsvorbehalt

• Sicherungsübereignung

• Pfandrecht



Bürgschaft

  • verpfichtener, einseitiger Vertag
  • Bürge verpfichtet sich,die Verpflichtungen des Schuldners gegenüber dem Gläubiger zu erfüllen, sofern der Schuldner sie nicht selbst erfüllt. Der Gläubiger will sich durch die Bürgschaft im Falle einer Zahlungsunfähigkeit seines Schuldners absichern.
  • Vertag muss in Schriftform vorliegen

(Kaufleute bürgen immer selbstschuldnerisch, daher muss es bei Kaufleuten nicht schriftlich festgesetzt werden)

Man unterscheidet zwei Arten: Ausfallbürgschaft:

  • Der Bürge hat das "Recht der Einrede der Vorausklage" nach § 771 BGB, was bedeutet, dass er erst dann zahlen muss, wenn ALLE Maßnahmen gegen den Schuldner erfolglos blieben. Dies muss er z.B. durch eine erfolglose Zwangsvollstreckung nachweisen können.

Selbstschuldnerische Bürgschaft:

  • Der Bürge haftet für den Schuldner ohne das "Recht der Einrede der Vorausklage", dies bedeutet, dass der Bürge bei Zahlungsverzug des Schuldners sofort in Anspruch genommen werden kann. Wenn der Gläubiger dies will.


Die Bürgschaft erlöscht

  • wenn der Gläubiger auf die Bürgschaft verzichtet
  • wenn die Hauptforderung getilgt ist
  • mit Inanspruchnahme
  • mit Ablauf der Frist bei befristeter Bürgschaft
  • wenn ein zusätzlich sicherndes Recht ohne Zustimmung des Bürgen aufgegeben wird
  • wenn der Bürge von einem vertragsgemäßen Kündigungsrecht Gebrauch macht
  • NICHT:bei Tod des Bürge !



zum Verdeutlichen ein Beispiel:

Der Hautschuldner will eine teuere Fertigungsmaschine beim Gläubiger kaufen. Der Gläubiger kennt den Hauptschuldner nicht und verlangt deswegen die Bürgschaft einer Bank für den Kaufpreis der Maschine ( Hauptforderung). Der Hauptschuldner bittet deshalb seine Hausbank, für die Bezahlung des Kaufpreises der Maschine gegenüber dem Gläubiger zu bürgen.

Zession

Abtretung von Forderungen Kreditnehmer(Zedent) tritt seine Forderungen, die er an einen Drittschuldner hat, zur Sicherung an Kreditgeber(Zessionär) ab.

Anwendungsbeispiele: Absicherung von Kontokorrentkrediten

Still: Drittschuldner zahlt a Kreditnehmer, Kreditnehmer zahlt weiter an Kreditgerber

Schuldner des Kreditnehmers erfährt nichts

Bonität Kreditnehmer bleibt gewährt!

Offen: Drittschuldner zahlt direkt an Kreditgeber

Einzel: eine genau bestimmte Forderung

Mantel: Abtretung mehrere Forderungen (Kundenstamm/ Aufwandgruppe) in einen bestimmter Betrag

Global: Abtretung sämtlicher bestehender und zukünftige Forderungen genau bestimmt z.B. Abtretung aller inländischer Forderungen der Kunden mit Anfangsbuchstaben a-f


Sicherungsübereignung

  • beteiligte Parteien
Kreditnehmer = Sicherungsgeber
Kreditgeber = Sicherungsnehmer 
  • Der Kreditnehmer tritt eine bewegliche Sache an den Kreditgeber ab, der daraufhin Eigentümer wird. Jedoch bleibt der Kreditnehmer immer noch Besitzer und kann daher die Sache weiter nutzen.
  • Sicherung für einen Kredit im Rahmen einer Anschaffung von Anlagegut, aber auch für ein entstandenes Dauerschuldverhältnisses
  • Geeignete Gegenstände sind Maschinen,Vorräte und Einrichtungen

Vorteile für den Kreditnehmer: kann mit Gegenstand arbeiten Nach außen nicht erkennbar

Vorteile für Kreditgeber: sofortiger Verkauf des Sicherungsgutes bei Zahlungsverzug

Nachteil für Kreditgeber: KN verkauft Sicherungsgut weiter an Dritten Gegenstand ist bereits anderweitig sicherübereignet Gegenstand wird zerstört, beschädigt, verarbeiten

Grundschuld

  • gehört neben der Hypothek zu den Grundpfandrechten
  • Schuld auf ein bebautes oder unbebautes Grundstück
  • das bestehen einer Forderung (Kredit) ist nicht erforderlich, daher können mehrere Forderungen abgesichert werden
  • Der Gläubiger haftet nur mit dem Grundstück (nicht wie bei der Hypothek, zusätzlich mit seinem ganzen Vermögen)
  • erlischt nicht bei Rückzahlung des Kredits. Daher muss der Eintrag ins Grundbuch gestrichen werden, wenn der Kredit zurückgezahl ist.

Leasing als Sonderform der Finanzierung (4)

Lehrplan BWR:

  • Vertragsgestaltung
  • Vergleich Leasing - Kreditfinanzierung


Vertragsgestaltung

Leasing wird vom englischen abgeleitet, to lease :"mieten oder pachten"


Der Leasingvertrag lässt sich vergleichen mit einem normalen MIETVERTRAG. Eine Vereinbarung bei der der Leasinggeber dem Leasingnehmer gegen Abschlussentgelt und monatliche Raten das Recht auf Nutzung eines Vermögensgegenstandes (z.B Auto,Computer,Immobilien) für einen vereinbarten Zeitraum überträgt.


Der Unterschied zum klassischen Mietvertrag besteht jedoch darin, dass ein Leasing-Vertrag bestimmt,dass Aufgaben die über die reine Gebrauchsüberlassung des Leasing-Gegenstandes hinausgehen.

Aufgaben die normalerweise in das Pflichtfeld des Vermieters fallen, werden hier auf den Mieter bzw. den Leasingnehmer übertragen. Beispielsweise Wartungs- oder Instandsetzungsleistungen, Reparaturen oder Versicherungen

Wichitg: Leasingnehmer wird Besitzer, aber wird NICHT Eigentümer(bleibt Leasinggeber)


Der wirtschaftliche Eigentümer muss den geleasten Gegenstand in der Bilanz ausweisen. Der Leasinggeber ist wirtschaftlicher Eigentümer,

wenn 1. die Leasingzeit 40-90% der gewöhnlichen Nutzungdauer beträgt und

wenn 2. der Restkauf unter Berücksichtigung der Abschreibungen kostendeckend ist.

Nach Ablauf des Vertrages geht der Gegenstand wieder an den Leasinggeber zurück oder kann vom Leasingnehmer oder einem Dritten käuflich erworben werden.


Verschiedene Formen des Leasings:

Leasinggeber

direktes Leasing:Der Hersteller des Anlagegutes ist gleichzeitig der Leasinggeber

indirektes Leasing:Eine Leasing-Gesellschaft (gewöhnlich eine Banken) ist der Leasinggeber. Die Leasing-Gesellschaft hat die Gegenstände vom Hersteller gekauft und stellt sie gegen Entgelt zur Verfügung.

Leasinggegenstand

Anzahl:

Equipment-Leasing:Leasing von beweglichen Gegenständen (z.B. Kopierer)

Plant-Leasing:Leasing von ganzen Betriebsanlagen (beweglichen und unbeweglichen Gütern wie z.B. Industrieanlage)

Art:

Konsumgüterleasing:Leasing von privaten Gegenständen (z.B. Fernseher)

Investitionsgüterleasing:Leasing vom Anlagevermögen (z.B. Maschinen)

Laufzeit/Kündigung

Operating-Leasing: Der Leasingnehmner kann den Vertrag jederzeit kurzfristig kündigen. Dient dem Leasingnehmer zur kurzfristigen Erweiterung der Kapazität. Risiko der Fehlinvestition trägt der Leasinggeber.

Financial-Leasing: Der Leasingnehmner kann den Vertrag nicht innerhalb der Grundmietzeit kündigen. Dient dem Laesingnehmer zur langfristigen Erweiterung der Kapazität. Risiko der Fehlinvestition trägt der Leasingnehmer.

Vertragsablauf

Ohne Option: Es gibt weder eine Vereinbarung über eine Vertragsverlängerung noch über einen Kauf des geleasten Gegenstandes.

Mit Kaufoption: Das Leasinggut kann nach Ablauf der Grundmietzeit käuflich vom Leasingnehmer erworben werden.

Mit Verlängerungsoption: Nach Ablauf der Grundmietzeit kann der Leasingnehmer den Vertrag in der Regel zu günstigeren Konditionen verlängern lassen.


Bewertung


  Vorteile                                                              

- nur geringe Eigen- oder Fremdkapitalmittel erforderlich

- Erhaltung des Kreditspielraumes

- keine Sicherheiten erforderlich

- auf aktuellem Stand der Technik

- feste Kalkulationsgrundlage

- Leasingrate i.d.R. voll steuerlich absetzbar

Nachteile

- Hohe Kosten; andere Finanzierungsformen sind günstiger

- Leasingnehmer wird nicht Eigentümer, hat aber sämtliche Risiken zu tragen

Beteiligungsfinanzierung bei der AG (5)

Lehrplan BWR:

  • Aktienarten
  • Ordentliche und genehmigte Kapitalerhöhung
  • Bezugsrecht



Referat: Wirtschaftliche und rechtliche Merkmale einer Aktiengesellschaft


Definition AG:

Handelsgesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit (juristische Person), deren Grundkapital in Aktien zerlegt ist


Gründung:

- eine Person erforderlich (übernimmt die Aktien gegen Einlage des Grundkapitals)

- Gesellschaftsvertrag (Satzung) muss notariell beurkundet werden

- Eintragung ins Handelsregister


Firma:

Sach-, Personen-, Fantasiefirma oder gemischte Firma mit dem Zusatz Aktiengesellschaft


Kapitalaufbringung:

- Grundkapital: ergibt sich aus dem Nennwert sämtlicher Aktien

- Grundkapital muss mindestens 50.000€ betragen

- Mindestbetrag pro Aktie beträgt 1€


Haftung:

- juristische Person mit ihrem ganzen Vermögen

- Haftung der Gesellschafter (Aktionäre) bis zur Höhe der Aktie


Aktie:

- Urkunde über die Beteiligung an einer AG

- wird in der Regel zum Nennwert ausgegeben

- Wert der Aktie kann über den Nennwert steigen, wenn die Aktien an der Börse gehandelt werden und die AG erfolgreich ist

- Börsenpreis einer Aktie wird Kurs oder Kurswert genannt


vorgeschriebene Organe: Vorstand, Aufsichtsrat, Hauptversammlung


Vorstand:

- Leitorgan der Gesellschaft

- vom Aufsichtsrat gewählt für höchstens 5 Jahre

- besteht aus ein oder mehreren Personen

- man kann nicht in Vorstand und Aufsichtsrat Mitgliede sein (unzulässig)


Aufgaben des Vorstandes:

- Leitung der Gesellschaft unter eigener Verantwortung

- muss den Aufsichtsrat über beabsichtigte Geschäftspolitik, die Rentabilität der Gesellschaft und den Gang der Geschäfte auf dem Laufenden halten

- Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht (->Vorlage bei den Abschlussprüfern)


Aufsichtsrat:

- Kontrollorgan der Gesellschaft

- überwacht den Vorstand

- wird auf 4 Jahre durch Hauptversammlung gewählt

- Zusammensetzung ist abhängig von der Zahl der Arbeitnehmer der AG (Beispiele siehe Buch BWL mit Rechnungswesen für berufliche Gymnasien Band 1, S.205)


Aufgaben des Aufsichtsrats:

- Überwachung der Geschäftsführung des Vorstandes

- Bestellung und Abberufung des Vorstandes

- Prüfung von Jahresabschluss und Lagebericht


Hauptversammlung:

==> Versammlung der Aktionäre, jeder Aktionär kann in der Hauptversammlung, vom Vorstand Auskunft über Angelegenheiten der Gesellschaft fordern.


Aufgaben der Hauptversammlung:

- Beschlussfassung über lebenswichtige Fragen der AG und die Verwendung des Jahresüberschusses.

- Wahl der Aufsichtsratmitglieder der Anteilseigner.

- Sie beschließen über den Betrag des Bilanzgewinns, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird. (==> DIVIDENDE)

- Entlastung der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat.

- Sie beschließen über die Erhöhung des Grundkapitals.


Abstimmung: Erfolgt nach Aktienbeträgen, jeder Aktionär hat pro Aktie eine Stimmt!!!

Beschlüsse: Erfolgen durch einfache Mehrheit.

Satzungsänderungen: Eine Mehrheit von 75% der abgegebenen Stimmen ist erforderlich.

Wenn ein Aktionär über 25% des Grundkapitals plus eine Stimme verfügt, hat er Einfluss auf Beschlüsse über entscheidende Fragen und kann sie somit verhindern (==> Sperrminorität).


Pflichten:

- Erstellung eines JAHRESABSCHLUSSES (=> aus Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz und dem Anhang).

- Darstellung der Finanzlage.

- Ergänzung des Jahresabschlusses durch einen Lagebericht.


Grund der Pflichten:

- Kapitalgeber, Aktionäre, GmbH und Gesellschafter

- Gläubiger, Haftungskapital = Gesellschaftsvermögen

==> Großes Interesse an Vermögens und Ertragslage.


Zur INFORMATION UND zum SCHUTZ dieser Personenkreise:

PFLICHT:

- Veröffentlichung des Jahresabschlusses

- Lagebericht im Bundesanzeiger, zur Einreichung beim Handelsregister.

JAHRESABSCHLUSS & LAGEBERICHT WERDEN DURCH UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFER GEPRÜFT.


Aktienarten

Aktien können nach folgenden Kriterien klassifiziert werden:

  • nach Art der Zerlegung des Grundkapitals in

-Nennwertaktien(auf einen festen Geldbetrag lautende Aktie, Mindestnennbetrag in Deutschland ist 1 €.)

-nennwertlose Aktien (lautet nicht auf einen bestimmten Nennwert, sondern auf einen Bruchteil eines Vermögens der AG

-Stückaktien (prozentualen Anteil am Grundkapital eines Unternehmens)


  • nach Art der Eigentumsübertragung in

-Inhaberaktien (die Aktiengesellschaft die mit der Aktie verbundenen Leistungen allein dem jeweiligen Inhaber, nicht aber einer bestimmten Person verspricht)

-Namensaktien(Aktien, die auf den Namen des Anteilseigners ausgestellt sind)


  • nach Umfang der verbrieften Aktionärsrechte in

-Stammaktien(Inanspruchnahme aller im Aktiengesetz verbundenen Rechte z.B. Stimmrecht in der Hauptversammlung)

-Mehrstimmrechtsaktien (in Deutschland nicht zugelassene Aktie, die mehrere Stimmenrechte pro Aktie verbrieft)

-Vorzugsaktien


  • nach Erwerbkreis in eigene Aktien

-Belegschaftsaktien(Aktien, die zu Vorzugskonditionen von AG an eigene Mitarbeiter ausgegeben werden)

-Volksaktien (Durch Privatisierung von öffentlichen Unternehmen mit dem Ziel einer breiten Streuung des Produktivvermögen und der Förderung der Vermögensbildung ausgegebene Aktien)


  • nach Zeitpunkt einer Kapitalerhöhung in

-junge Aktien (von einer AG im Rahmen einer Kapitalerhöhung ausgegebene Aktie, die zunächst den Altaktionären zu besonderen Konditionen angeboten werden)

-alte Aktien (Aktiengesellschaft (AG) hat neue Aktien herausgegeben, die nicht voll dividendenberechtigt sind. Daher werden alte Aktien höher gehandelt als junge Aktien)



  • nach dem Finanzierungseffekt in

-Berichtungsaktien (Im Rahmen von Kapitalerhöhungen aus Gesellschaftsmitteln durch Umwandlung von Rücklagen in Grundkapital in einem bestimmten Verhältnis zu den alten Aktien ausgegeben werden.

-Aktiensplit : Teilung einer Aktie in 2 oder mehrere Aktien = Kursanstieg


Bezugsrecht

  • bei Kapitalerhöhung einer AG wird eine bestimmte Menge junger Aktien (s.o.) ausgegeben, um Mittel zur Finanzierung, zur Erweiterung und zum Ausbau der Unternehmung zu erlangen
  • um Benachteiliung der alten Aktionäre aus dem Weg zu gehen, haben die das Recht, bei einer Kapitalerhöhung den Teil neuer Aktien zu beziehen, der ihrem Anteil am bisherigen Grundkapital entspricht
  • Bezugsfrist von 2 Wochen
  • in den zwei Wochen kann der Altaktionär durch den Kauf junger Aktien sein Bezugsrecht ausüben oder dieses Recht an der Börse verkaufen


Bezugsverhältnis:

                   Altes Grundkapital
                 ________________________
                   Grundkapitalerhöhung


Beispiel:

            40000000    = 5 : 1
          _________
            8000000

-> 5 alte Aktien berechtigen zum Bezug einer jungen Aktie,

bzw. 5 Aktien sind erforderlich um eine junge Aktie zu beziehen,

bzw. ein Interessent benötigt 5 Bezugsrechte, um eine junge Aktie zu erwerben.


Rechnerischer Wert des Bezugsrechts = Kurs der alten Aktie - Mittelkurs (Kurs nach durchgeführter Kapitalerhöhung)

Der rechnerische Wert des Bezugsrechts ist der Verlust, der durch die Kursverwässerung entsteht.

Mittelkurs:

                 Gesamtwert alle Aktien nach der Kapitalerhöhung
              _______________________________________________   
                 Anzahl der alten und jungen Aktien
             
         alte Aktien * Kurs der alten Aktie + junge Aktien * Kurs der jungen Aktie
         __________________________________________________________________________
                 Anzahl der alten und jungen Aktien


Der Mittelkurs liegt zwischen dem Börsenkurs der alten Aktien und dem Börsenkurs der jungen Aktien. Aus der Mischung der bisherigen alten Aktien mit dem höheren Börsenkurs mit den jungen Aktien zum niedrigen Erwerbskurs entsteht der Mittelkurs.


Ordentliche Kapitalerhöhung:

--> auch Kapitalerhöhung gegen Einlagen genannt.

--> Durch die Ausgabe neuer, junger Aktien erfolgt eine Kapitalerhöhung.

--> Die Zustimmung der Hauptversammlung ist dafür erforderlich(Satzungsänderung).

--> Neues Kapital wird von außen zugeführt.

--> Aktionäre erhalten Bezugsrecht (Gewährleistung ihres Anteils am Grundkapital auch nach der Kapitalerhöhung).

--> Ändert nichts am Stimmrechtsanteil.

Genehmigte Kapitalerhöhung:

--> Innerhalb der nächsten 5 Jahre kann der Vorstand (mit Ermächtigung von der Auptversammlung),das gezeichnete Kapital durch die Ausgabe neuer Aktien gegen Einlagen erhöhen.

--> Somit kann der Vorstand an einem guten, beliebigen Zeitpunkt die Kapitalerhöung durchführen.

--> Das genehmigte Kapital darf nicht mehr als 50% des vorher gezeichneten Kapitals betragen.

--> Wann ist diese Form von Kapitalerhöhung einen Vorteil?

   --> Bei Unternehmensübernahmen (Finanzierung mit eigenen Aktien), kann möglichst lang geheim 
       gehalten werden.

Innenfinanzierung (6)

Lehrplan BWR:

  • Selbstfinanzierung (offene und verdeckte Selbstfinanzierung)
  • Finanzierung aus Kapitalfreisetzung (Abschreibungsrückflüsse; Rückstellungsgegenwerte)


Selbstfinanzierung

Die Selbstfinanzierung ist ein Teilbereich der Innenfinanzierung und wir in offene und verdeckte Selbstfinanzierung unterteilt.Wenn ein Betrieb sich sozusagen selbstfinanziert, durch eigene Kraft und keine Einflüsse von Außen in Betracht zieht, spricht man von Selbstfinanzierung.

  --offene Selbstfinanzierung: -Gewinnrücklagen
  --verdeckte(stille)Selbstfinanzierung:  -Stille Reserven werden gebildet


Offene Selbstfinanzierung: erkennt man daran, dass sie aus der Bilanz ersichtlich ist. Die nicht ausgeschütteten Gewinne werden besonderen Resevekonten gutgeschrieben oder als Gewinnvortrag in der neuen Rechnung aufgeführt

Verdeckte Selbstfinanzierung: Bildung von stillen Reserven entsteht durch Unterbewertung des Vermögens, z.B. aufgrund überhöhter Abschreibungen oder durch eine Überbewertung der Verbindlichkeiten, z.B. aufgrund überhöhter Rückstellungen für Steuernachzahlungen.


Finanzierung durch Rückstellungen:


Rückstellungen sind „ Verbindlichkeiten“ die in Ihrer Höhe und Fälligkeit noch nicht fest stehen. Sie müssen periodengerecht gebucht werden, müssen also im dem Jahr, in dem sie anfallen ausgeschrieben werden, die Zahlung erfolg aber erst später in der Zukunft. Rückstellungen erfordern so eine zeitlich Abgrenzung.

Sie werden als Rückstellungsaufwendugen gebucht und in die Verkaufspreise als Kosten einkalkuliert, obwohl es noch zu keiner Ausgabe kommt. Durch die Umsatzerlöse fliesen sie als liquide Mittel in das Unternehmen zurück. Die liquiden Mittel stehen bis zur Auszahlung der Rückstellungen dem unternehmen für Investitionen zur Verfügung.


Lohmann-Ruchti-Effekt:

Das Anlagevermögen finanziert sich selbst, wenn die jeweils zugeordneten Abschreibungen vom Markt über die Verkaufspreise zurückgeholt werden können.

»Kapitalfreisetzungseffekt«   »Kapazitätserweiterungseffekt«


Vorraussetzung:

-Leistungsfähigkeit der Maschinen

-Abschreibung -> linear

-gleichbleibende Wiederbeschaffungskosten

-produzierte Güter müssen durch Abschreibungen zu kostendeckenden Preisen absetzbar sein.

-Erstanschaffung durch EK


Kritik:

-Vorraussetzung: gleichbleibende Preise

-Abschreibungen werden durch Erlöse erzielt

-Das Unternehmen besitzt sehr viele Maschinen gleichzeitig

Finanzcontrolling (7)

Lehrplan BWR:

  • Aufrechterhaltung der Liquidität - Beispiel zum Finanzplan
  • Leverageeffekt


Leverage-Effekt

- kommt aus dem Englischen und heißt übersetzt Hebeleffekt


- sagt etwas darüber aus wie sich der Einsatz von Fremdkapital bei der Finanzierung einer Investition auf die Rentabilität des Eigenkapitals auswirkt


- die Rentabilität des Eigenkapitals kann durch zusätzlichen Fremdkapitaleinsatz erhöht werden

Bedingung: Gesamtkapitalrentabilität liegt über dem Fremdkapitalzinssatz


- die Eigenkapitalrentabilität erhöht sich um so mehr,

1) je höher der Fremdkapitalanteil ist und

2) je größer die Differenz zwischen der Gesamtkapitalrentabilität und dem Fremdkapitalzinssatz ist


- durch den Einsatz zusätzlichen Fremdkapitals wird mehr Eigenkapital frei

(--> kann für weitere Investitionen genutzt werden)


- vorteilhaft solange der Zinssatz für die Fremdkapitalaufnahme niedriger ist als die Verzinsung des gesamten eingesetzten Kapitals

--> Gewinn & Eigenkapitalrentabilität kann gesteigert werden (wenn man dann Fremdkapital aufnimmt)