Jahresabschluss-Bilanzanalyse-Bilanzkritik (AHR 13 2007-2008)

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Kurzinfo
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Inhaltsverzeichnis

Ziele und rechtliche Vorgaben (1)

Lehrplan BWR:

  • Adressaten des Jahresabschlusses
  • Publizitätspflichten -
  • Bestandteile des Jahresabschlusses


Adressaten des Jahresabschlusses

1.Geschäftsführung

   Die Geschäftsführung kann anhand des Jahresabschlusses die Umsatz- und Gewinnlage 
   ermitteln, sowie Daten für in Zukunft anstehenden Entscheidungen und Daten 
   zur Dokumentation gegenüber Dritten verwenden.


2.Anteilseigner (Eigentümer)

   Der Eigentümer bzw. Anteilseigener erhält Informationen über die 
   Ertrags-und Gewinnauschüttung der Kapitalanlage,ebenso die 
   Vermögens- und Kapitalentwicklung des Unternehmens.


3.Gläubiger

   Die Gläubiger bekommen Informationen über die aktuelle Liquidität 
   des Unternehmens,die Sicherheit der Kapitaleinlage und daraus 
   resultierende Ertragslage. 



4.Fiskus (Staat in der Rolle als Wirtschaftssubjekt)

   Der Staat erhält Daten für die Steuervergabe für Einkommen-, 
   Körperschaft- und Gewerbeertragsteuer.


5.Aufsichtsbehörden

   Die Aufsichtsbehörden erhalten Daten über die Wahrung der Interessen z.B Sparern oder 
   Versicherten.Ebenso über den Umweltschutz und die Beachtung der gesetzlichen Vorschriften.


6.Sonstige Personengurppen/Öffentlichkeit

   Auch die Öffentlichkeit und andere Personengruppen haben in den Jahresabschluss
   Einsicht. Diese erhalten Daten über den Marktanteil, über Strukturkennzahlen, über die 
   Absatzpolitik und über die wirtschaftliche bzw.Beschäftigungslage.




Die Publizitätspflicht

Die Publizitätspflicht auch Offenlegungspflicht genannt ist in §325 HGB festgelegt und belegt die Pflicht, dass Unternehmen ihre wirtschaftliche Lage und die Entwicklungen öffentlicher Rechenschaften zu Veröffentlichen durch den Jahresabschluss und den Lagebericht.

Die Publizitätspflicht trat zum 1. Januar 2007 durch das EHUG in kraft und wir durch die Justizverwaltung überwacht.

Das Ziel der Publizitätspflicht ist, die Information und der Schutz von Gläubigern und Anlegern.

Die Publizitätspflicht gilt für alle Kapitalgesellschaften und Personalhandelsgesellschaften und für Personengesellschaften und Einzelunternehmen wenn sie 2 von 3 Kriterien erfüllen:

  • Bilanzsumme > 65 Millionen Euro
  • Umsatz > 130 Millionen Euro
  • Unternehmen mehr als 5.000 Beschäftigte


Die Sperrminorität

  • Sperrminorität = Spezialfall eines Minoritätsrechts(Minderheitsrecht)
  • Beschlüsse einer Gesellschaftsversammlung (AG; GmbH) können verhindert werden
  • besitzt eine Einzelperson oder Aktionäre mehr als 25% und weniger als 50% Aktien eines

Unternehmens, können sie Hauptversammlungsbeschlüsse verhindern, da qualifizierte Mehrheit (75%) erforderlich ist

  • Minderheitsrecht tritt in Kraft,dazu zählen:
    • Entscheidungen der Geschäftsführung
    • Kapitalerhöhungen und -herabsetzungen
    • Satzungsänderungen
    • Abschluss, Änderungen und Beendigung von Unternehmensverträgen
    • Fusionen mit einer anderen AG
  • die Sperrminorität bei einer AG stellt einen Anteil von 25% des Grundkapitals dar

==> Nur Beschlüsse, die eine qualifizierte Mehrheit (75%) erfordern, können verhindert werden.

Bestandteile des Jahresabschlusses

Einzelunternehmen und Personengesellschaften

  • Jahresabschluss besteht aus der Bilanz (Dokumentation der Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage) und GuV (Dokumentation der Ertragslage)
  • es gibt für diese Unternehmensform keine gesetzlich vorgeschriebenen Bilanz - und GuV-

Gliederungsschemata -> formale Gestaltung bleibt den Kaufleuten weitgehend selbst überlassen

  • aus dem HGB geht nur hervor, dass in der Bilanz
    • das AV
    • das UV
    • das EK
    • die Schulden
    • die Rechnungsabgrenzungskosten

gesondert auszuweisen und ausführlich aufzugliedern sind.


Gewinn- und Verlustrechnung

  • kann in T-Kontenform (Gegenüberstellung der Aufwendungen und Ertäge) oder in Staffelform gestaltet werden
  • trotz der grundsätzlichen Gestaltungsfreiheit müssen Bilanz- und GuV-Gliederung den

Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) entsprechen



Kapitalgesellschaften

  • Neben Bilanz und G&V-Rechnung müssen Kapitalgesellschaften einen Anhang erstellen.
  • Hauptaufgabe des Anhangs: Interessierten zusätzliche Infos über die Aufstellung des Jahreabschlusses der Kapitalgesellschaft vermitteln.
  • Der Jahresabschluss besteht somit aus drei gleichrangigen Bestandteilen (Bilanz, G&V-Rechung, Anhang).
  • Zusätzlich müssen sie einen Lagebericht erstellen (ist kein Bestandteil des Jahresabschlusses!).
  • Aufgabe: Gläubigern, Gesellschaften und anderen Interessierten Infos die über den Jahresabschluss hinaus gehen zu geben; insbesondere Ereignisse die den künftigen Erfolg beeinflussen können bzw. werden
  • Bedeutung: Einschätzung der künftigen Vermögens-, Finanz- & Ertragslage


Unterschied zu Einzel-& Personengesellschaften

  • Kapitalgesellschaften haben Positionen der Bilanz und G&V-Rechnung nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches zu bezeichnen und anzuordnen.
  • Neben den allgemeinen Grundsätzen gelten weitere allgemeine Gliederungsgrundsätze für Bilanz und G&V-Rechnung.

Gliederung und Bewertung von Aktiva und Passiva (2)

Gliederung und Bewertungsvorschriften am Beispiel der Aktiengesellschaft (2.1)

Lehrplan BWR:

  • Überblick über Bewertungsprinzipien
  • Maßgeblichkeitsprinzip



Überblick über Bewertungsprinzipien

Prinzip der Vorsicht

->Gläubigerschutzprinzip

->es sind alle vorhersehbaren Risiken und Verluste im Jahresabschluss zu berücksichtigen; dadurch wird ein zu hoher Vermögens- und ein zu niedriger Schuldenausweis vermeiden

  • Gläubigerschutzprinzip ist beherrschendes Prinzip (==> Kaufmann soll sich nicht reicher

machen als er ist)

  • Vermögen und Schulden sind vorsichtig zu bewerten
  • Vorsichtsprinzip= Höchstwertprinzip und Niederstwertprinzip
    - Höchstwertprinzip     => Schulden werden höher ausgewiesen als tatsächlich
    - Niederstwertprinzip   => Vermögen wird niedriger ausgewiesen als tatsächlich
  • Ausgangswerte für die Bewertung sind Anschaffungswerte und Tageswerte => ermöglicht

eine objektive Überprüfung

  • auf dieser Basis können nicht überprüft werden:
     - technische Entwicklung
     - Abnutzung
     - Angebot und Nachfrage
  • Handelsrecht gewährt hinsichtlich der Darstellung Wahlmöglichkeiten
  • durch Ausweis von Eigenkapital und Erträgen kann ein Unternehmen beurteilt werden

(Kreditgeber; Beteiligungsfinanzierung)

  • Bilanzierung weist strenge Maßstäbe auf
  • Handelsbilanz informiert Unternehmensleitung, Anteilseigener und Gläubiger über

Periodenerfolg, Vermögen und Liquidität des Unternehmens.

Realisationsprinzip:

->Gewinne dürfen nur ausgewiesen werden, wenn sie am Abschlusstag realisiert werden

Imparitätsprinzip: (Ungleichheit)

->Wertsteigerungen dürfen nicht ausgewiesen werden, drohende Wertminderungen dagegen müssen ausgewiesen werden!!!

- Niederstwertprinzip bei Vermögen (siehe später "strenges","gemildertes","eingeschränktes")

- Höchstwertprinzip bei Schulden

Maßgeblichkeitsprinzip

-verknüpft das Steuerrecht mit dem Handelsrecht.

-besagt,dass die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) des HGBs auch für die Erstellung der Steuerbilanz gelten


Bewertung des Anlagevermögens (2.2)

Lehrplan BWR:

  • Anschaffungskosten
  • planmäßige und außerplanmäßige Abschreibung
  • Wertaufholung



Anschaffungskosten

-Aufwendungen, die entstehen, wenn ein Vermögensgegenstand erworben wird und dieser in einem betriebsbereiten Zustand zu versetzen.

-Nebenkosten und nachträgliche Nebenkosten sind auch in die AK inbegriffen z.B. Rollgeld, Transportversicherungen, Zoll, Registerkosten

-Preisminderungen müssen abgesetzt werden z.B. Skonto, Rabatt

-anfallende Finanzierungskosten sind keine Ak, sondern Geldbeschaffungskosten


Kaufpreis

-Anschaffungsminderungen

+Anschaffungsnebenkosten

+nachträgliche Anschaffungskosten

=Anschaffungskosten


> Anschaffungs- oder Herstellungskosten ----> Höchstgrenze (Bewertungsobergrenze)

d.h. Güter dürfen höchstens mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten (vermindert um die Abschreibungen) in der Bilanz angesetzt werden.


Abnutzbares Anlagevermögen -> höchstens Anschaffungs- oder Herstellungskosten

nicht abnutzbares Anlagevermögen -> höchstens Anschaffungskosten


Strenges Niederstwertprinzip:

Bei dauernder Wertminderung muss der, im Vergleich zum Buchwert, niedrigere Tageswert angesetzt werden. Daher muss eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen werden. ->Bewertung zum Tageswert

Gemildertes Niederstwertprinzip:

Bei vorübergehender Wertminderung besteht in einer Einzelunternehmung/Personengesellschaft ein Wahlrecht zwischen höherem und niedrigerem Wert. Es dürfen außerplanmäßige Abschreibungen durchgeführt werden.

Eingeschränktes Niederstwertprinzip:

In einer Kapitalgesellschaft hingegen dürfen vorübergehende Wertminderungen nur bei Finanzanlagen vorgenommen werden.


Spätere Wertsteigerungen müssen in einer Kapitalgesellschaft ausgewiesen werden (-> Wertaufholungspflicht). Außer wenn der niedrigere Wert auch in der Steuerbilanz beibehalten werden darf (->umgekehrtes Maßgeblichkeitsprinzip). Einzelunternehmungen/Personengesellschaften besitzen ein Wahlrecht. Sie können den niedrigeren Wert beibehalten oder eine Wertaufholung durchführen, aber maximal bis zu den fortgeführten Anschaffungskosten.



planmäßige und außerplanmäßige Abschreibung

- planmäßige Abschreibung

=> Lineare Abschreibung: Die lineare Abschreibung unterstellt eine gleichmäßige Nutzung des Anlagegutes über die Jahre der Nutzung. Sie berücksichtigt weder höhere Wertverluste aufgrund der technischen Entwicklung noch aufgrund von Beschäftigungsschwankungen.

=> Leistungsabschreibung: Diese Methode passt sich Beschäftigungsschwankungen an, beachtet jedoch andere Abschreibungsursachen nicht. Bei gleichmäßiger Beschäftigung stimmt sie mit der linearen Abeschreibung überein. Steuerrechtlich ist sie nur zulässig, wenn die jährliche Leistungsabgabe nachgewiesen werden kann.


- außerplanmäßige Abschreibung

Neben den planmäßigen Abschreibungen können nach Wahlrecht auch außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen werden, um Wirtschaftsgüter mit einem eventuell niedrigeren Wert anzusetzen. Solche müssen dann vorgenommen werden, wenn am Abschlussstichtag mit einer voraussichtlich dauernden Wertminderung zu rechnen ist.


Wertaufholung

Wertaufholungsgebot bei Kapitalgesellschaften: Kapitalgesellschaften müssen bei einer Wertsteigerung den höheren Wert ansetzen. (siehe §280 HGB) Die Außnahme ist eine Zuschreibung, bei der das Anschaffungskostenprinzip in jedem Falle beachtet werden muss.(Anschaffungswert abzüglich planmäßige Abeschreibungen => Auflösung stiller Reserven).

Bewertung des Umlaufvermögens (2.3)

Lehrplan BWR:

  • Wertober- und Wertuntergrenzen am Beispiel von fertigen und unfertigen Erzeugnissen


Allgemein:

 *Anschaffungs- oder Herstellkosten
 *Strenges Niederstwertprinzip= niedriger Wert, wenn der Tageswert niedriger ist


Herstellungskosten im Handels-Steuerrecht:

Herstellungskosten nach § 255 Abs. 2 HGB             Handelsbilanz                Steuerbilanz
 Materialeinzelkosten
 + Fertigungseinzelkosten                              Pflicht
 + Sonderkosten der Fertigung                        = Untergrenze
 + notwendige Materialgemeinkosten
 + notwendige Fertigungsgemeinkosten                                                Pflicht
 + Werteverzehr des Anlagevermögens                      Wahlrecht                = Untergrenze
 + Kosten der allgemeinen Verwaltung
 + Aufwendungen für solziale Einrichtungen
 + Aufwendungen für freiwillige soziale Leistungen
 + Aufwendungen für betriebliche Altersversorgung        Wahlrecht                  Wahlrecht
 + Fremdkapitalzinsen                                    Wahlrecht                  Wahlrecht
 = Obergrenze der Herstellungskosten

Vertriebskosten dürfen nicht mit einbezogen werden!

Definitionen:


Fertigungsmaterial (Materialeinzelkosten): Hierzu zählen die unmittelbar für die Erzeugnisse verbrauchten und den Erzeugnissen zurechenbaren Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffe sowie eingebaute selbst erstellte oder fremdbezogene Fertigteile.


Fertigungslöhne (Fertigungseinzelkosten): Sie umfassen alle bei der Fertigung anfallenden Bruttolöhne, soweit eine direkte Zurechnung möglich ist. Dazu zählen auch die gesetzlichen, tariflichen und vertraglichen Nebenleistungen und die Zuschläge für Sonderleistungen, die sich auf die Fertigungslöhne beziehen.


Sondereinzelkosten der Fertigung: Diese Kosten sind ebenfalls Pflichtbestandteil der Herstellungskosten. Material-, Fertigungseinzelkosten und Sondereinzelkosten der Fertigung bilden die Untergrenze der handelsrechtlichen Herstellungskosten. Es besteht ein Wahlrecht, Material- und Fertigungsgemeinkosten in die Herstellungskosten einzubeziehen.


Materialgemeinkosten: Kosten der Einkaufsabteilung, der Warenannahme, Material- und Rechnungsprüfung, der Lagerung, Materialverwaltung und -ausgabe.


Fertigungsgemeinkosten: Kosten der Lagerung, Prüfung des Fertigungsmaterials, Kosten der Fertigungsvorbereitung, Kosten der Betriebsleitung, der Werkzeuglagerung, des Lohnbüros, des durch die Fertigung bedingten Werteverzehrs des Anlagevermögens.


Steuerrechtlich müssen die notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten in die Herstellungskosten einbezogen werden. Lediglich für die Einbeziehung der Kosten der allgemeinen Verwaltung besteht nach Steuerrecht wie nach Handelsrecht ein Wahlrecht.

Struktur des Eigenkapitals (2.4)

Lehrplan BWR:

keine Unterpunkte


Eigenkapital der Unternehmungsformen: Das Eigenkapital ist je nach Rechtsform in verschiedenen Positionen gegliedert darzustellen. Das hat seinen Grund darin, dass durch die Darstellung der Kapitalverhältnisse auf der Passivseite zugleich die Haftungsverhältnisse dokumentiert werden sollen. Daraus lässt sich bei einigen Gesellschaftsformen der Ausweis eines kontanten Teils des Eigenkapitals und eines variaben Teils ableiten.


Eigenkapital der Kapitalgesellschaften:

Gliederung:


A. Eigenkapital

 I. Gezeichnetes Kapital
 II. Kapitalrücklage
 III. Gewinnrücklagen
   1. gesetzliche Rücklage
   2. Rücklage für eigene Anteile
   3. satzungsmäßige Rücklagen
   4. andere Gewinnrücklagen
 IV. Gewinnvortrag/Verlustvortrag
 V. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag


Definitionen:


Gezeichnetes Kapital:

Mit dem gezeichneten Kapital ist das Grundkapital der AG gemeint. Das im Handelsregister eingetragene Gezeichnete Kapital repräsentiert die Summe der Nennbeträge aller durch die Gesellschaft ausgegebenen Anteile, zu deren Einzahlung die Gesellschafter gegenüber der Kapitalgesellschaft verpflichtet sind. Es repräsentiert das Haftungskapital der Gesellschaft gegenüber den Gläubigern, das auch dann in seiner vollen Höhe auszuweisen ist, wenn es noch nicht ganz eingezahlt ist.


Kapitalrücklagen:

Nach der Herkunft handelt es sich um Zuzahlungen der Gesellschafter zum Erwerb von Anteilen in Höhe des Agios.


Gewinnrücklagen:

Gewinnrücklagen werden aus dem Ergebnis des Geschäftsjahres oder früherer Jahre gebildet. Dieses Kapital wurde also von der Unternehmung selbst erwirtschaftet und zur Stärkung der Eigenkapitalbasis einbehalten. Es liegt ein klassischer Fall der Selbstfinanzierung vor.


Gesetzliche Rücklagen:

Die Bildung einer gesetzlichen Rücklage ist nur für Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien vorgeschrieben. Hier ist der zwanzigste Teil des um einen Verlustvortrag aus dem Vorjahr geminderten Jahresüberschuss in die gesetzliche Rücklage einzustellen, bis diese zusammen mit den Kapitalrücklagen den zehnten oder den in der Satzung bestimmten höheren Teil des Grundkapitals erreichen.


Satzungsmäßige Rücklagen:

Gesellschaftsvertrag, Satzung oder Statut der Gesellschaft können die verantwortlichen Organe der Gesellschaft verpflichten:

- == zweckgebundene == Rücklagen für langfristig immer anstehende Aufgaben zu bilden, wie für betriebliche Rationalisierungen, Modernisierung und Erweiterungen oder

- == zweckfreie == Rücklagen aus dem Jahresüberschuss zu bilden.


Andere Gewinnrücklagen:

Von den Organen der Kapitalgesellschaften können aus dem verbleibenden Jahresüberschuss bis zu 50% des Jahresüberschusses in andere Gewinnrücklagen eingestellt werden.


Bilanzgewinn:

Nach teilweiser Verwendung des Jahresüberschusses für die Rücklagen werden nicht verteilte Gewinne als Bilanzgewinn in die Bilanz eingestellt. Die Hauptversammlung der AG beschließt dann im folgenden Geschäftsjahr, ob weitere Rücklagen gebildet oder ob der Gewinn an die Gesellschafter ausgeschüttet werden soll.


Gewinnvortrag/Verlustvortrag:

Nicht verteilter Gewinnrest bzw. Minusposten aus dem Vorjahr.


Jahresüberschuss:

Ergebnis der Unternehmung vor jeglicher Gewinnverwendung laut GuV-Rechnung. Wird diese Position in der Bilanz ausgewiesen, fehlt die Position "Bilanzgewinn".



Bewertung der Schulden (2.5)

Lehrplan BWR:

  • Höchstwertprinzip am Beispiel von Fremdwährungsverbindlichkeiten
  • Rückstellungen


Währungsverbindlichkeiten

Import von Waren/ Werkstoffen, wird bei Rechnungseingang mit dem aktuellen Währungskurs (Anschaffungskurs) gebucht. Sollte die Währungsverbindlichkeit noch am Bilanzstichtag bestehen, so muss diese mit dem Briefkurs (Devisenkurs) am Bilanzstichtag verglichen werden.


Tageskurs > Anschaffungskurs


Währungsverbindlichkeit muss zum höheren Tageskurs angesetzt werden (handelsrechtlich).

Die Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz ist für die Währungsverbindlichkeiten nur beschränkt. Sollte der ursprüngliche Rückzahlungsbetrag steigen, so muss der höhere Teilwert nur dann angesetzt werden wenn die Erhöhung des Wertes von Dauer ist.


Rückstellungen

Bildung von Rückstellungen: Die Höhe einer Rückstellung muss geschätzt werden. Wegen der Unsicherheit bei der Bemessung besteht:

- die Gefahr der Unterbewertung (zu niedriger Ansatz der Rückstellung),

- die Möglichkeit der Überbewertung (Bildung stiller Reserven durch zu hohen Ansatz der Rückstellung).

Bei der Bildung der Rückstellung wird der geschätzte Betrag als Aufwand erfasst und dem entsprechenden Rückstellungskonto im Haben gutgeschrieben.


Auswirkung von Rückstellungen:

Rückstellungen werden für Aufwendungen gebildet. Dadurch wird der Gewinn der Rechnungsperiode um diesen Betrag gemindert. Entsprechend vermindern sich die Steuern, die vom Gewinn berechnet werden, und die Ausschüttungen an die Gesellschafter.


Auflösung von Rücklagen:

Eine Rückstellung ist aufzulösen, wenn der Grund für ihre Bildung weggefallen ist und damit der angenommene Aufwand und die geschätzte Schuld nicht entstehen.


Entstehung und Auflösung stiller Reserven (2.6)

Lehrplan BWR:

  • am Beispiel eines Vermögensgutes und eines Schuldenpostens



Stille Rücklagen: - nicht sichtbares Eigenkapital:


Stille Rücklagen, auch stille Reserven genannt, sind nicht aus der Bilanz ersichtlich. Sie entstehen:

- durch Unterbewertung der Aktiva

- durch zu hohe Abschreibungen des Anlagevermögens

- durch Ausnutzung von Bewertungswahlrechten bei der Bewertung von geringwertigen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens

- durch Überbewertung von Schulden

- durch Überbewertung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten


Bewertung nach IAS/IFRS im Überblick (2.7)

Lehrplan BWR:

  • Grundzüge und Ziele internationaler Rechnungslegung
  • Unterschiede von HGB und IAS/IFRS: exemplarische Gegenüberstellung am Vorsichtsprinzip
  • Abwertungsbedarf bei Vermögensgegenständen


Hier darf geschrieben werden ...

Analyse und Kritik des Jahresabschlusses (3)

Aufbereitung der Bilanz (3.1)

Lehrplan BWR:

keine Unterpunkte


Hier darf geschrieben werden ...


Bilanzanalyse und –kritik (3.2)

Lehrplan BWR:

  • Kapitalstruktur: Eigenkapitalquote, Verschuldungsgrad
  • Vermögensstruktur: Anlagenintensität
  • Anlagendeckung: Deckungsgrad I und II
  • Liquidität: Liquidität I bis III


Hier darf geschrieben werden ...


Vermögensstruktur/ Vermögensaufbau:


Anlagevermögensintensität:

                                 AV *100
                                  _________
                                 Gesamtvermögen

Umlaufvermögensintensität :

                                    UV * 100
                                 __________
                                 Gesamtvermögen

Vorratsintensität/- quote:

                                Vorräte * 100
                                  _____________
                                  Gesamtvermögen

Forderungsintensität/-quote:

                                Forderungen * 100
                                _________________
                                  Gesamtvermögen

Anteil der flüssigen Mittel:

                                  fl. Mittel * 100
                                ___________________
                                   Gesamtvermögen


Kapitalstruktur/ Kapitalaufbau (Finanzierung):


Eigenkapitalintensität/-quote:

                               Eigenkapital * 100
                                  ________________
                                    Gesamtvermögen

Fremdkapitalintensität/-quote:

                                 Fremdkapital * 100
                              _____________________
                                  Gesamtvermögen


Anteil/ Intensität der kurzfristigen Schulden:

                                     kurzf. Fremdkapital * 100
                                    __________________________
                                         Gesamtkapital


Anteil/ Intensität der langfristigen Schulden

                                   langf. Fremdkapital * 100
                                  _________________________
                                       Gesamtkapital

Finanzierung/ Fremdkaptildeckung:

                                    Eigenkapital *100
                                       _______________
                                       Fremdkapital

Verschuldungskoeffizient:

                                  Fremdkapital * 100
                                     ______________
                                     Eigenkapital

Analyse und Kritik der Erfolgsrechnung (3.3)

Lehrplan BWR:

  • Ertrags- und Aufwandsstruktur: Anteil des Betriebsergebnisses am Unternehmensergebnisses, Personalintensivität, Materialintensivität
  • Rentabilitäten
  • Cashflow
  • Return on Investment
  • EBIT/EFITDA


Ertrags- und Aufwandsstruktur:


Umsatzintensität:

                                 Umsatzerlöse *100
                                  _________
                                 betriebliche Erträge

Materialaufwandsintensität :

                                 Materialaufwand * 100
                                 __________
                                 betriebliche Aufwendunge

Personalaufwandintensität:

                                Personalaufwand * 100
                                  _____________
                                  betriebliche Aufwendungen 

Abschreibungsintensität:

                                Abschreibungen * 100
                                _________________
                                  betriebliche Aufwendungen

Rentabilitär:


Durchschnittliches Eigenkapital:

                                EK* AB +EK - EB
                                ___________________
                                   2

Durchschnittliches Gesamtkapital:

                                GK - AB + GK -EB
                                _________________
                                   2

Jahresüberschuss/ - fehlbetrag:

- sonstige betriebliche Erträge

- Erträge aus Finanzanlagen (Zinsen und ähnliche Erträge)

+ Aufwendungen aus Finanzanlagen (Zinsen und ähnliche Aufwendungen)

-Außerordentliche Erträge

+Außerordentliche Aufwendungen

= Bereiniger Jahresüberschuss/- fehlbetrag



Eigenkapital - Rentabilität (Unternehmer - Rentabilität):


                                  Jahresüberschuss/-fehlbetrag * 100
                                  ________________
                                   durchschnittliches EK


Gesamtkapital - Rentabilität (Unternehmungsrentabilität):


                                  Jahresüberschuss/-fehlbetrag + FK-Zinsen * 100
                                  ________________
                                   durchschnittliches GK

Umsatz - Rentabilität (Umsatzverdienstrate):


                                  Jahresüberschuss/-fehlbetrag * 100
                                  ________________
                                   Umsatzerlöse

Shareholder Value und Stakeholder Value als Unternehmensphilosophie (3.4)

Lehrplan BWR:

Vor- und Nachteile der beiden Ansätze anhand von Beispielen deutscher Unternehmen (Veröffentlichungen, Artikel aus Wirtschaftszeitungen etc.)


Hier darf geschrieben werden ...


Wesensmerkmale einer Ökobilanz (3.5)

Lehrplan BWR:

keine Unterpunkte


Hier darf geschrieben werden ...




Bewegungsbilanz (3.6)

Die Bewegungsbilanz stellt mit Hilfe der Mittelherkunft und Mittelverwendung Veränderungen der Bilanzposten gegenüber.

Inhalte der Bewegungsbilanz sind

1. Welche Mittel dem Unternehmen zugeflossen sind

2. Woher diese Mittel stammen (Eigen- oder Fremdfinanzierung)

3. Wofür diese Mittel verwendet wurden (Finanzierung oder Tilgung)


Mittelverwendung (steht auf der Aktivseite)

Aktivmehrungen

I.Invenstionen in AV

II.Investierung in UV


Passivminderung

I.Eigenkapitalminderung

-1.Entnahmen aus EK

-2.Auszahlung an EK-Geber


II.Frendkapitalminderung

-1.Tilgung der Schulden


Mittelherkunft (steht auf der Passivseite)

Passivmehrung

I.Eigenkapitalmehrung

II.Fremdkapitalmehrung


Aktivminderung

III.Verkauf von AV

IV.Abbau von UV