Kosten- und Leistungsrechnung (AHR 12 2006-2007)

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Kurzinfo
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Inhaltsverzeichnis

Vollkostenrechnung

In einer Vollkostenrechnung werden alle Kosten möglichst annähernd verursachungsgerecht auf die Produkte aufgeteilt. Erforderlich für die Vollkostenrechnug ist eine Aufteilung in Einzel- und Gemeinkosten, welche sich folgendermaßen unterscheiden lassen:

Einzelkosten

  • sind einem Produkt DIREKT zugeordnet (Fertigungsmaterial und Fertigungslöhne)

Gemeinkosten

  • lassen sich einem Produkt nur durch eine genaue Gliederung der sogenannten Kostenstellen (Material, Fertigung, Verwaltung, Vertrieb) durch Zuschlagssätze zuordnen.

Allerdings werden Veränderungen der Beschäftigung bei der Vollkostenrechnung nicht berücksichtigt (-> Teilkostenrechnung)

Sie dient somit der innerbetrieblichen Kontrolle, für getroffene Entscheidungen und der Vorbereitung von Änderungsmaßnahmen.

Übersicht:

  • Kostenartenrechnung: Welche Kosten?
  • Kostenstellenrechnung: Wo?
  • Kostenträgerrechnung: Welches Erzeugnis hat die Kosten zu tragen?


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Istkostenrechnung

Was sind Istkosten?

Istkosten sind Kosten, die im Gegensatz zu Normalkosten tatsächlich in einer vergangenen Rechnungsperiode angefallen sind.

Was ist eine Istkostenrechnung?

In der Istkostenrechnung werden die Istkosten errechnet. Sie liefert also die Grundlagen für die Kostenstellenrechnung und Kostenartenrechnung. Die monatlichen Werte werden aber auch für die Normalkosten benötigt.

Aufgaben der Istkostenrechnung:

Die Aufgabe der Istkostenrechnung ist eine Nachkalkulation mit einem BAB, einem BABII oder einer Gesamtkalkulation, um festzustellen wie hoch die Kosten tatsächlich waren.

Nachteile der Istkostenrechnung:

Da bei der Istkostenrechnung mit Istkosten gearbeitet wird, handelt es sich zum einen um Vergangenheitswerte, zum anderen aber auch um monatliche Werte, die natürlich von Monat zu Monat schwanken können. Somit eignen sie sich nicht für eine Angebotserstellung, weil hier einheitliche Preise sein sollten.


Kostenartenrechnung

Grundbegriffe der Kosten- und Leistungsrechnung:

  • Ausgabe: bzw. Ausgaben sind Veringerungen des Netto-Geldvermögen eines Unternehmens. Ausgaben sind die Summe der Auszahlungen, die Abgänge von kurzfristigen Forderungen und die Zugänge von Verbindlichkeiten.
  • Einnahme: bzw. Einnahmen sind Vermehrungen des Geldvermögenes eines Unternehmens. Einnahmen sind die Summe der Einzahlungen, die Zugänge von kurzfristigen Forderungen und die Abgänge von kurzfristigen Verbindlichkeiten
  • Aufwand: bzw. Aufwendungen, ist der Wert sämtlicher Güter&Dienstleistungen die in einem Geschäftsjahr verbraucht wurden,aber ohne Rücksicht auf den betrieblichen Zweck.
  • Ertrag: bwz. Erträge sind die erfolgswirksamen Einnahmen eines Betriebes in einer Periode.Die Erträge stellen die positive Seite des im Rahmen der FIBU ermittelten Erfolges dar.
  • Kosten: sind in Geld bewertete Verzehr von Produktionsfaktoren&Dienstleistungen, der zur Erstellung und Verwertung der betrieblichen Leistungen und zur Aufrechthaltung der Betriebsbereitschaft erforderlich ist.Die Kosten sind abzugrenzen sowohl von den Ausgaben (Geldausgängen) als auch vom Aufwand. Es gibt z.B aufwandsgleiche Kosten oder Grundkosten und noch kalkulatorische Kosten, die nie zu Ausgaben führen.Wenn die Kosten der Produktionsmenge steigen, so heißen sie beschäftigungsabhängige oder variable Kosten. Diesen stehen die fixen Kosten gegenüber. Je nachdem, ob sich die Kosten einem Kostenträger zurechnen lassen, spricht man von Einzelkosten oder Gemeinkosten. Werden nur die tatsächlich angefallenen Kosten verrechnet, dann spricht man von Istkosten, wenn geplante Kosten verrechnet werden, von Plankosten oder "Sollkosten".
Folgende Merkmale kann man den Kosten zuordnen:
  • liegt immer ein Güterverbauch vor (Arbeitsleistungen, Sachgüter, Dienste)
  • Güterverbrauch muss leistungsbezogen sein, das heißt, auf die Erstellung betrieblicher Güter ausgerichtet
  • Leistung: im Rechnungswesen werden Leistungen als alle in Geld bewerteten Güter&Dienstleistungen, die in Betrieb in einem Geschäftsjahr von Absatzleistungen, Lagerleistung und Eigentleistung erzielt werden.
  • Grundkosten: sind Kosten wie z.B Löhne, Gehälter, Materialeinsatz, Steuern,Energiekosten, denen in der FIBU entsprechende verbuchte Aufwendungen (betriebliche) in gleicher Menge gegenüberstehen.
  • Anderskosten: denen in der FIBU ein Aufwand in anderer Höhe gegenübersteht wie zum Beispiel kalkulatorische Abschreibungen und kalkulatorische Zinsen
  • Zusatzkosten: denen keine Aufwendungen gegenübersteht. Die plötzlich und unerwartet durch, z.B einer defekten Maschine entstehen.


Hilfsmittel

Die Ergebnistabelle (auf Basis der Istkosten)

  • betriebsfremde Aufwendungen: Aufwendungen, die nicht mit der Verfolgung des eigentlichen Betriebszwecks angefallen sind. Z.B.: Vermieten von Gebäudeteilen...
  • betrieblich außerordentliche Aufwendungen: Aufwendungen, die bei der Verfolgung des eigentlichen Betriebszweckes entstanden sind, aber nur einmal oder völlig unerwartet angefallen sind und somit untypisch (Zufallsaufwand) sind. Sie lassen sich keinem bestimmten Abrechnungszeitraum zurechnen und betreffen eine bereits abgeschlossene Rechnungsperiode. Z.B.: Zinsen für Kundendarlehen, Erträge aus dem Verkauf gebrauchter Maschinen über Buchwert...
  • außerordentliche Aufwendung:Aufwendungen, die bei der Verfolgung des Betriebszweckes entstanden sind.

-> betrieblich außerordentliche und betriebsfremde Aufwendungen müssen gegenüber der KLR abgegrenzt werden, da sie die Wirtschaftlichkeit und das betriebsergebnis Verfälschen. Sie werden als neutrale Aufwendungen bezeichnet.

Die Ergebnistabelle erfasst die Kosten nach Art und Höhe. Link:http://www.zum.de/Faecher/kurse/boeing/udb/ (KLR-Ergebnistabelle.v2)


Kalkulatorische Zinsen

Die ermittelten Zinsen aus der FIBU sind nicht geeignet, weil

  • Unternehmen mit höherem Fremdkapital Wettbewerbsnachteil gegenüber Unternehmen mit höherem Eigenkapital hätten
  • die Verzinsung des eingesetzten EK ebenfalls im Preis einkalkuliert werden muss

Der Ausgangspunkt für die Berechnung der kalkulatorischen Zinsen ist das Betriebsnotwendige Vermögen(also das Vermögen, das bei der Verfolgung des eigentlichen Betriebszwecks eingesetzt wurde). Die Berechnung der kalkulatorischen Zinsen: http://www.zum.de/Faecher/kurse/boeing/udb/

Kostenstellenrechnung

Form der Kostenrechnung, die sich auf die Kosten der einzelnen Leistungseinheiten beschränkt. "Wo fallen die Kosten an?"

Einteilung der Kostenstellen (laut einfacher/einstufiger BAB)

-> Material

-> Fertigung

-> Verwaltung

-> Vertrieb

Aufgaben der Kostenstellenrechnung

-> verursachungsgerechte Verteilung der Gemeinkosten auf die einzelnen Kostenstellen (BAB)

-> Überwachung der Gemeinkosten durch Zeitvergleiche (Wirtschaftlichkeitskontrolle )

-> Ermittlung der Zuschlagssätze für Kostenträgerrechnung

  MGK-Zuschlagssatz MGK*100/FM
  FGK-Zuschlagssatz FGK*100/FL
  VwGK-Zuschlagssatz VwGK*100/HK
  VtGK-Zuschlagssatz VtGk*100/HK


Ermittlung der Gemeinkosten

-> Kostenstelleneinzelkosten: Sie können mithilfe von Belegen oder Zähleinrichtungen der Kostenstelle direkt zugeordnet werden.

Bsp.: Büromaterial mithilfe von Rechnungen

-> Kostenstellengemeinkosten: Sie können lediglich mithilfe von Verteilungsschlüsseln zugeordnet werden, da sie nicht direkt durch eine Kostenstelle verursacht wurden.

Bsp.: Miete mithilfe der Fläche der Kostenstelle


Kostenträgerstückrechnung

Die Kostenträgerstückrechnung ermittelt die Selbst-/Herstellkosten der betrieblichen Produkte bzw. Produktgruppen.

Die Aufgaben der Kostenträgerstückrechnung sind:

 -Informationen über die kurzfristige Planung und Kontrolle
 -preispolitische Maßnahmen
 -Kontrolle der Wirtschaftlichkeit
 -Angebotspreisermittlung(Auftrag)

Die Merkmale der Kostenträgerstückrechnung:

  -reine Kostenrechnung
  -Vollrechnung
  -Istkostenbasis(Nachkalkulation) oder Normalkostenbasis (Vorkalkulation) ggf. auch Zwischenkalkulation

Vorkalkulation

Die Vorkalkulation wird kurzfristig für spezielle Aufträge durchgeführt. Sie ist Entscheidungsgrundlage für Annahme oder Ablehnung dieser Aufträge. Es wird hier auf Normalkostenbasis gerechnet, um Preisschwankungen bei Angeboten zu vermeiden.

Nachkalkulation

Die Nachkalkulation ist die Grundlage für die Erfolgskontrolle im Rahmen der kurzfristigen Erfolgsrechnung. Sie berechnet die Istkosten während einer Abrechnungsperiode.

Das Schema für die Differenzkalkulation findet ihr unter: http://www.zum.de/Faecher/kurse/boeing/udb/

Zwischenkalkulation

Die Zwischenkalkulation erfolgt bei Kostenträgern mit langer Produktionsdauer bzw. als Nachkalkulation für Halbfabrikate (z. B. Schwermaschinenbau, Luftfahrtindustrie).

Kostenträgerzeitrechung

auch kurzfristige Erfolgsrechnung, dient der laufenden Überwachung der Wirtschaftlichkeit des Betriebes. Sie stellt die Leistungen und Kosten einer Rechnungsperiode, in den meisten Fällen, eines Monats gegenüber. Als Hilfsmittel wird hier BAB 2 verwendet


Normalkostenrechnung

Was sind Normalkosten?

Normalkosten sind die durchschnittlichen Istkosten aus der Vergangenheit. (bei Einzelkosten = durchschnittliche Verrechnungspreise und bei Gemeinkosten = durchschnittliche Ist-Zuschlagssätze)Der Durchschnittswert ergibt sich meist aus den letzten 10-12 Monaten und deren Istkosten.


Was ist eine Normalkostenrechnung?

Die Normalkostenrechnung ist die Vorkalkulation, die dazu dient ein Angebot zu erstellen. Da die Istkosten erst am Ende einer Abrechnungsperiode feststehen, benötigt man die Normalkosten, um eine Vorkalkulation(Preiskalkulation)durchführen zu können. Somit werden die durchschnittlichen Istkosten in der Normalkostenrechnung verwendet.


Aufgaben der Normalkostenrechnung:

Die Normalkostenrechnung dient als Kostenvorgabe für die Festlegung von Angebotspreisen. -> Angebotskalkulation

In der Kostenträgerzeitrechnung stellt man den Umsatzerlösen die Normalselbstkosten gegenüber um die Differenz (Umsatzergebnis) zu ermitteln. -> Kostenkontrolle


Differenz Istkosten und Normalkosten:

Normalkosten > Istkosten = Überdeckung(+)

Normalkosten < Istkosten = Unterdeckung(-)

Kritik der Vollkostenrechnung

  • Veränderungen im Bereich des Beschäftigungsgrades werden nicht berücksichtigt
  • Beschäftigungsschwankungen führen zu einer nicht marktgerechten Preispolitik, bei
abnehmender Beschäftigung:fixe Kosten&gesamte Stückkosten nehmen zu
zunehmender Beschäftigung:höhere Preise könnten besser realsisiert werden,doch die
                            Vollkostenrechnung gibt nur Preissenkungen an
  • Eine Verteilung bestimmter Gemeinkosten, und zwar verursachungsgerecht, ist auf die Kostenstellen des BAB nicht möglich

Teilkostenrechnung

Die Teilkostenrechnung ist eine Form der Angebotskalkulation und Kostenrechnung, bei der zunächst bei einem Auftrag nur die variablen Kosten(Kosten,die vom Beschäftigungsgrad abhängen) als TEILKOSTEN einbezogen werden,in einem bestimmten Zeitraum sollen die fixen Kosten(Kosten,die unabhängig vom Beschäftigungsgrad entstehen)abgedeckt werden.Die Deckungsbeitragsrechnung ist die bekannteste Methode dieser Kostenrechnungsart.

Mind Map Teilkostenrechnung.jpg


Begründung der Teilkostenrechnung / Grundlagen

Die TKR rechnet den Kostenträgern nur die variablen Kosten zu.Es sind zum einen die Kosten, die vom Produkt verursacht werden,wenn es gefertigt wird, zum anderen aber auch die Einkaufspreise der Rohstoffe, die für die Fertigung benötigt werden. Bei der Kalkulation der Teilkosten ist zu beachten, dass

- grundsätzlich ein positiver Dekungsbeitrag erzielt wird( Differenz zwischen Verkaufspreis- und variablen Stückkostenpreis)

- die Summe aller Deckungsbeiträge in einer Rechnungsperiode:

1. die fixen Kosten des Betriebs decken und 2. einen Gewinn garantiert

Die TKR räumt die Mängel der Vollkostenrechnung aus.

Vorteile der TKR:

- es gibt keine Verrechnungsprobleme der Gemeinkosten auf Kostenstellen

- es werden nur die durch das Produkt verursachten Kosten berechnet (variable Kosten)

- aus dem Verhältnis des Verkaufspreises und der variablen Stückkosten können schnell Aussagen zur Bedeutung des Produktes gemacht werden (Gewinn, produktions- und absatzpolitische Entscheidungen können abgeleitet werden) Gewinnschwelle, Beitrag zur Deckung der Fixkosten, usw...

Nachteile der TKR:

- Kosten müssen in fixe und variable aufgelöst werden

- da der Fixkostenanteil nicht erkennbar ist, können Entscheidungen falsch sein

Deckungsbeitragrechnung

Was ist überhaupt der Deckungsbeitrag?


Der Deckungsbeitrag ergibt sich als Differenz zwischen Erlösen und variablen Kosten.Ist er positiv, dann leistet er einen Beitrag zur Decknug der fixen Kosten, die im Betrieb insgesamt anfallen.Bei einer guten Auftragslage und damit einer Auslastung des Betriebes dient der Deckungsbeitrag auch zur Erzielung eines Gewinns.


BEISPIEL

Für ein verkauftes Einzelstück wird ein Erlös von netto 720€ erzielt. Werden die variablen Stückkosten von 530€ (FM&FL) abgezogen, so ergibt sich ein Differensbetrag von 190€ als Deckungsbeitrag je Stück. Der Unternehmer konnte in 3 Monaten 100 Stück eines Produkts verkaufen, seine fixen Kosten belaufen sich in dieser Zeit auf 15000€. Der Deckungsbeitrag dieses Produkts deckt nicht nur die fixen Kosten ab, sondern trägt zum Gewinn mit 4000€ bei.


Vollkostenrechnung:

Periodengerechte Erfassung aller Kostenarten und deren Zuweisung auf den Kostenträger


Teilkostenrechnung:

Berücksichtigung der variablen Kosten und deren Deckung durch den Verkaufspreis des Produktes




Stückrechnung


- bezieht sich auf einen Kostenträger

                           Umsatzerlöse je Stück
                           -konstante Stückkosten
                           -------------------------------
                           Deckungsbeitragsrechnung je Stück


Periodenrechnung

- bezieht sich auf eine Produktionsgruppe

- bezieht sich auf den ganzen Betrieb


je Abrechnungsperiode


                           Umsatzerlöse je Periode
                           -variable Kosten je Periode
                           --------------------------------
                           Deckungsbeitrag
                           -fixe Kosten je Perioden
                           --------------------------------
                           =Betriebsergebnis je Periode

Einsatzmöglichkeiten der Deckungsbeitragsrechnung

    --Bestimmung der Preisuntergrenzen
    --Kalkulation von Zusatzaufträgen
    --Bestimmung eines optimalen Produktionsprogrammes bei Engpässen
    --Genaue Vergleichbarkeit finanzieller Erfolge verschiedener Produktgruppen

Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung als Periodenrechnung im Mehr-Produkt-Unternehmen

Fixkostenschichten:

Erzeugnisfixe Kosten: Kf eines Produkts Bsp.:Spezialwerkzeugkosten

Erzeugnisgruppenfixe Kosten: Kf einer Erzeugnisgruppe Bsp.:Gehälter der Meister

Bereichsfixe Kosten : Kf einer Abteilung/ eines Bereichs Bsp.:Heiz-, Miet-, Reinigungskosten

Unternehmensfixe Kosten: Kf allgemeiner Kostenstelle, alle Kostenstellen Bsp.:Feuerwehr(Kosten die nicht aufteilbar sind)


Vorteil:

- fixe Kosten werden nach Fixkostenanteil auf einzelne Produkte/ Produktgruppen gerechnet

- Aussage zu tatsächlichem Erfolg einzelner Produkte möglich


Staffel:


Verkaufserlös

-gesamte var. Kosten


=DB I

-Erzeugnisfixe Kosten


=DBII

-Erzeugnisgruppenfixe Kosten


=DBIII

-Bereichsfixe Kosten


=DBIV

-Unternehmensfixe Kosten


=Betriebsgewinn

Bestimmung der Preisuntergrenzen

unterscheidet man in langfristig, kurzfristig und liquiditätsorientiert


langfristig

-Wenn die insgesamten Umsatzerlöse ausreichen, um alle anfallenden Kosten zu decken, so hat der Verkaufspreis die Preisuntergrenze langfristig erreicht. Die langfristige Preisuntergrenze ist jedoch in einem Mehrproduktunternehmen nicht exakt festzustellen, weil die Fixkosten den Produkten nicht verursachungsgerecht zugeordnet werden können.

Wir unterteilen die langfristige PUG:

 1. unternehmensbezogene PUG: Deckung der gesamten Kosten (Selbstkostendeckung(Gewinn=0))
 2. produktbezogene PUG: Deckung der variablen und der erzeugnisfixen Kosten (Voraussetzung: keine Unternehmensverlust)

kurzfristig

-Die kurzfristige oder absolute Preisuntergrenze wird erreicht, wenn die variablen Stückkosten des produzierten Erzeugnisses gerade noch den Nettoverkaufspreis übersteigt.Auf den Ersatz der immer anfallenden Fixkosten wird verzichtet. Es muss jedoch überprüft werden, ob die nachgebenende Preispolitik nicht langfristige Nachteile mit sich zieht.

Bei mehreren Erzeugnissen hängt die PUG davon ab, welches Produkt mit dem zur Verfügung stehenden Betriebsgewinn, "gesponsert" werden soll.

Grund für eine kurzfristige PUG: Bei einer Elimination fallen die Fixkosten weiterhin an.


liquiditätsorientiert

Zielsetzung: Sie will verhindern,dass ein Unternehmen in Liquiditätsschwierigkeiten gerät, indem sie nicht wie die kurzfristige PUG nur die variablen Kosten erfasst,sondern auch die Ausgabefixen Kosten (Fixkosten, die kurzfristig zu Ausgaben führen), wie z.B.: Mietaufwendungen. Die liquiditätsorientierte PUG liegt zwischen den beiden anderen.


Übungsaufgabe zur Berechnung der Preisuntergrenzen:


Variable Stückkosten : 55,00€

Fixe Kosten je Periode: 150.000,00€

Monatliche Produktionsmenge: 6000 Einheiten

Löhne und Miete: 60.000,00€ (ausgabewirksame Kosten)


Berechnen Sie die kurzfristige, langfristige und liquiditätsorientierte Preisuntergrenze.

Lösungen:Anfrage bei Henrike!

Annahme von Zusatzaufträgen

Um Zusatzaufträge anzunehmen muss ein Unternehmer prüfen, ob:

- genügend Kapazität für einen solchen Auftrag zur Verfügung steht oder ob er möglicherweise die Kapazität mit Hilfe von solchen Aufträgen besser ausnutzen kann.

- der Verkaufspreis über den variablen Stückkosten liegt bzw. ob noch ein positiver Deckungsbeitrag vorliegt.

- dadurch eine Erfolgsverbesserung erzielt wird. (möglichst alle Fixkosten mitdecken)

Auch ein großer Vorteil eines bzw. mehrerer Zusatzaufträge liegt in der Erhaltung von Arbeitsplätzen. Ebenfalls werden die Fixkosten auf mehr Produkte verteilt. (je mehr produziert wird, desto kleiner die Fixkosten pro Stück-> Fixkostendegression)

Ziel von Zusatzaufträgen: Verbesserung des Betriebgewinns

Optimales Produktionsprogramm

Kurzfristige Programmplanung: soll ermitteln,

                            -welche Produkte, durch gezielten Einsatz, besonders bearbeitet werden sollten
                            -welche Produkte aus dem Programm  herausgenommen werden sollten
                            -welche Zusatzaufträge für das Unternehmen Gewinn schaffend wären

Ein wichtiger Faktor dabei ist, ob eine Unter- oder Vollbeschäftigung zugrunde liegt.

Unterbeschäftigung:Es sollten alle Produkte erzeugt werden, die einen positiven db erzielen.

(-> langfristig: Fixkosten müssen gedeckt werden)

Überbeschäftigung:Es sollten nur die Produkte erzeugt werden, die den höchsten relativen db erzielen.

(-> evtl. Absatzprogramm durch Femdbezug ergänzen)

Relativer Deckungsbeitrag:

Der relative db ist wichtig für die Entscheidung, welche Erzeugnisse mit welchen Produktionsmengen hergestellt werden sollen. Bei dem relativen db, werden im Gegensatz zum absoluten db, Faktoren wie Fertigungszeit, Fertigungsmaterial, Finanzmittel, Fuhrpark und Lager berücksichtigt. Die gerade genannten Faktoren können ein Engpassaggregat sein (z.B. nicht genug Lagerraum, keine Lieferung möglich, zu wenig Zeit etc.) Der relalive db wird benötigt, wenn man ein Engpassaggregat hat. Das heißt, wenn man nicht in der Lage ist alle Kundenwünsche auf Anhieb zu erfüllen. Nun muss das Unternehmen entscheiden, was und wieviel von jedem Produkt produziert werden sollte, um einen möglichst großen Gewinn zu erzielen. Mit der Errechnung des relativen db kann man das Produktionsprogramm aufstellen, das den größtmöglichen Gewinn erreicht.

Berechnung des relativen Deckungsbeitrags: absoluter db / jeweilige Engpasseinheit

relativer dB je Engpassstunde=absoluter dB * 60 / Fertigungszeit in Minuten


absoluter Deckungsbeitrag:

Die Produkte, die den höchsten Deckungsbeitrag erzielen, werden bei nicht voll ausgelasteter Kapazität produziert. Die Höhe des absoluten Deckungsbeitrages dient zur Orientierung für die Produktionsabfolge (->bei vorhandenen Enpässen bestimmt der relative db die Produktionsabfolge).

Kritik der Teilkostenrechnung

Teilkostenrechnung

In der Teilkostenrechnung werden den Kostenträgern nur die variablen Kosten zugerechnet, wohingegen die Fixkosten nicht mit in die Kalkulation einbezogen werden. Um die Teilkostenrechnung durchführen zu können, müssen vorher die variablen und fixen Kosten voneinander getrennt werden.

Probleme der Teilkostenrechnung

Es ist schwierig, die Kosten in fixe und variable Kosten aufzuteilen, da die Fixkosten zeitabhängig sind und sich daraus das Problem ergibt welchen Zeitraum man berechnet.

Fehlender Marktpreis

Da in der Deckungsbeitragsrechnung ein Marktpreis (Umsatzerlös) für die Berechnungen vorausgesetzt wird, dieser aber wie z.B. bei der Einzelfertigung nicht immer gegeben ist, liegt hier ein weiteres Problem in der Teilkostenrechnung daher können kurzfristige Entscheidungen aufgrund der Deckungsbeitragsrechnung langfristig problematisch sein.

Weitere Probleme:

Unternehmer A bestellt zu seiner bereist bestehenden Bestellung bei Unternehmer B zusätzliche Güter. Unternehmer A nimmt den Zusatzauftrag mit positivem Deckungsbeitrag unter Selbstkosten an. Jedoch sind die dadurch enstehenden Mehrkosten kaum in Form einer Preiserhöhung durchzusetzen.

Ferner ist der Verzicht auf eine Vollkostenrechnung steuerrechtlich problematisch, da Lagerbestände an fertigen und unfertigen Erzeugnissen zu Herstellungskosten bewertet werden müssen, welche sich aus Einzelkosten und notwendigen Teilen der Gemeinkosten zusammensetzen.

Da das Produktionsprogramm jedoch langfristig einen Gewinn erzielen muss, müssen die Produktionsprogrammentscheidungen langfristig die Vollkostendeckung beachten.

Einsatzmöglichkeiten der verschiedenen Kostenrechnungssysteme

Vollkostenrechnung : langfristige Planungen

Teilkostenrechnung : kurzfristige Entscheidungen

regards alex!!