Leistungserstellung (FK 12 2007-2008)

aus ZUM-Wiki, dem Wiki für Lehr- und Lerninhalte auf ZUM.de
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kurzinfo
Vista-kdmconfig.png
Bei dieser Seite handelt es sich um eine Projekt-, Kurs- oder Klassenseite.


Inhaltsverzeichnis

Planung der Leistungserstellung (1)

Lehrplan BWR:

  • Produktion als Kernprozess eines Industrieunternehmens
  • Planung des Produktionsprogramms
- Fertigungsprogramm
- Fertigungsbreite, Fertigungstiefe
  • Planung der fertigungstechnischen Rahmenbedingungen
- Grad der Automatisierung
- Häufigkeit der Prozesswiederholung
- Anordnung der Betriebsmittel
  • Produktion als Kernprozess eines Industrieunternehmens

Definition Kernprozesse und Unterstützende Prozesse

Kernprozesse

Die Kernprozesse sind die jenigen Prozesse in einem Unternehmen, die direkt zur Wertschöpfung beitragen. Sie erbringen den Hauptnutzen für die Kunden und die Hauptleistung für das Unternehmen. Ein Beispiel hierfür ist die Produktion von Autos.

Man unterscheidet vier Arten von Kernprozessen:
-Innovationsprozess (Forschung und Produktentwicklung)
-Absatzprozess
-Leistungserstellungsprozess
-Beschaffungsprozess
Man unterscheidet Kernprozesse außerdem nach:
Kundennahe Kernprozesse: -direkter Kontakt mit Kunden
-leistungs- und absatzorientierte Prozesse
-Bsp.: Auftragsbearbeitung, Kunddenbetreuung, Wartung
Kundenfremde Kernprozesse: -indirekter Kontakt mit Kunden
-beschaffungs- und innovotionsorientierte Prozesse
-Bsp.: Beschaffung von Fertigteilen, Produktentwicklungsprozesse

Unterstützende Prozesse

Die unterstützenden Prozesse sind für die Kernprozesse sehr von Belang, da die Kernprozesse ohne die unterstützenden Prozesse nicht ausgeführt werden können. Ebenfalls sind sie wichtig für das langfristige Überleben des Unternehmens. Unterteilen kann man die unterstützenden Prozesse in Serviceprozesse (Supportprozesse) und Managementprozesse.

Serviceprozesse sind z.B. Personalbetreuung, Beschaffung von Mitarbeitern, Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter...
Zu den Managementprozessen gehört u.a. die strategische Planung wie auch die Führung und Steuerung des Unternehmens und das Qualitätsmanagement.


  • Planung der fertigungtechnischen Rahmenbedingungen


Häufigkeit der Prozesswiederholung

Einzelfertigung

Beschreibung: Es wird nur eine Einheit des Erzeugnisses hergestellt. Es werden vor allem Facharbeiter und Universalmaschinen eingesetzt.

Bsp.: Schiffe, Brücken, Sonderanfertigung auf Kundenwunsch
Pro Contra
  • geringer Kapitalbedarf
  • sehr flexibel (Sonderwünsche)
  • geringer Wettbewerbsdruck
  • lange Durchlaufzeiten
=>geringe Produktivität
  • hohe Personalkosten
  • erschwert gleichmäßige Kapazitätsauslastung


Serienfertigung

Beschreibung: Ein Erzeugnis/Produkt wird in begrenzter Auflage in mehreren Ausführungen gefertigt. Die Ausführungen unterscheiden sich deutlich voneinander.

Bsp.: Sportwagen - Reisewagen - Geländewagen
Messer - Gabel - Löffel
Pro Contra
  • Fixkostendegression
  • Befriedigung unterschiedlicher Kundenwünsche
  • erhöht Kapitalbedarf
  • Umstellkosten
  • Konkurrenz im eigenen Haus

Sortenfertigung

Beschreibung: Ein Produkt wird in begrenzter Auflage in mehreren Ausführungen gefertigt. Die Ausführungen unerscheiden sich gering voneinander.

Bsp.: Rotwein - Weißwein - Roséwein,
Eine bestimmte weinsorte ist trocken - halbtrocken - lieblich
Pro Contra
  • Fixkostendegression
  • Befriedigung unterschiedlicher Kundenwünsche
  • Sortenwechselkosten/ Rüstungskosten
  • erhöht Lagerbestände
  • Konkurrenz im eigenen Haus

Massenfertigung

Beschreibung: Ein Produkt wird in großer Menge und ohne zeitliche Begrenzung hergestellt.

Bsp.: Strom, Wasser
Pro Contra
  • kurze Durchlaufzeiten
=> hohe Produktivität
  • Fixkostendegression
  • garantierte gleichbleibene Produktqualität
  • sehr unflexibel
  • hoher Kapitaleinsatz


Partie- und Chargenfertigung

Beschreibung:

Partiefertigung: man produziert aus einem bestimmten Rohstoffes einer einheitlichen Lieferung. Die Produktions- und Liefermengen sind dadurch beschränkt.
Bsp.: Weine vom Jahrgang 2000 einer bestimmten Sorte
Chargenfertigung: Das Produkt aus einer Chargenfertigung ist aus einem Produktionsprozess entstanden, der in gleicher Art nicht wiederhohlbar ist.Produkte aus einer anderen Charge sind dadurch ähnlich, jedoch nicht identisch
Bsp.: Teppichboden, Fliesen

Kuppelproduktion

Beschreibung: Durch die Herstellung von Hauptprodukten entstehen Nebenprodukte oder Abfallprodukte die verkauft werden können

Bsp.: Hauptprodukt: Benzin - Nebenprodukt: Flüssiggas


Anordung der Betriebsmittel

Der Ablauf einer Fertigung in einem Unternehmen kann unterschiedlich organisiert werden, und zwar nach der Verrichtung, dem Objekt,dem Raum und der Zeit.

Teilvorgänge können zu einem kompletten Gesamtvorgang zusammengefasst werden( Organisationstyp der Fertigung) und/oder sich ergänzen. Welcher Organisationstyp für ein Unternehmen geeignet ist entscheidet dies anhand:

-des technischen Verfahrens
-der Losgröße
-Variantenvielfalt
-der gewünschten Verantwortlichkeit und
-Flexibilität

Einzelarbeitsplätze (Werkbankfertigung)

Ein Erzeugniss wird von einem qualifiziertem Arbeiter komplett hergestellt bzw. zusammengebaut.

Werkstättenfertigung

-Arbeitsplätze und Maschinen sind räumlich zusammengefasst
-Werkstätten tragen oft den Namen des in ihnen verrichteten Grundverfahrens z.B Lackiererei
-Produkt kann Werkstatt bei Herstellung überspringen oder gegebenenfalls wiederholen
-Einsatz von Universalmaschinen und qualifizierten Fachkräften
-älteste Organisationsform, dennoch in vielen Bereichen industrieller Herstellung zu finden.

Reihenfertigung(Straßenfertigung)

-Maschinen sind wie in einer Straße nebeneinander aufgebaut, daher können Arbeitsplätze übersprungen oder gewechselt werden

-erlaubt Herstellung größerer Serien -Reaktionsfähigkeit bleibt erhalten

Fließfertigung

Kennzeichnung durch:

1. Objektprinzip
-Arbeitsschritte werden ins kleinste Detail zerlegt
-technische Herstellung für das Produkt beeinflusst Arbeitsplätze
2. Flussprinzip
-System ist vergleichbar mit einem Flussbett, d.h.Produkte durchlaufen den Fertigungsprozess in nur einer Richtung und Zeitvorgabe, dadurch werden Fertigungsstaus vermieden

Gruppenfertigung

-einzelner Arbeitsvorgang wird von einer kleinen Gruppe Arbeiter komplett durchgeführt

-Arbeitsplatzwechsel für Arbeiter möglich -Arbeitsmotivation durch Eigenverantwortlichkeit der Gruppe

Baustellenfertigung

-standortgebundener Fertigungsablauf, d.h. Produkte werden von einem Arbeiter bzw. einer kleinen Gruppe (wie bei Gruppenfertigung) direkt vor Ort aufgebaut, installiert und in Betriebsbereitschaft gebracht.

Menschliche Arbeit im Produktionsprozess (2)

Lehrplan BWR:

  • Bedeutung
  • Arbeitsentgelt
- Zeitlohn
- Akkordlohn
- Prämienlohn
- Erfolgsbeteiligung


Bedeutung:

Im Produktionsprozess spielt die menschliche Arbeit eine entscheidene Rolle.

Der Mensch gehört entweder zum dispositiven Faktor oder zum auführenden Faktor.

Dispositiver Faktor:

Zum dispositiven Faktor gehört:
-Planung
-Steuerung
-Kontrolle
Zu diesen Tätigkeiten gehören folgende Aufgaben:
-Ideenfindung
-Entwicklung und Formgebung bei neuen Produkten
-Bedarfsentwicklung und Beschaffung von Materialien
-Festlegung der Fertigungsverfahren
-Wahl der Betriebmittel
-Preisgestaltung
-Erschließung des Absatzmarktes
-Suche nach neuen Abnehmern für das Produkt

Bei all diesen Tätigkeiten kann der Mensch zwar durch viele Hilfsmittel unterstützt, jedoch nicht ersetzt werden. Dies gilt vor allem für den schöpferischen Bereich (Ideenfindung,Anwendung von Fertigungsverfahren).

Ausführender Faktor:

Zum ausführenden Faktor gehört:
-Verarbeiten
-Transportieren
-Überprüfen
-Nacharbeiten
-Einlagern

Man spricht vom ausführenden Faktor insofern diese Tätigkeiten von Menschen übernommen werden. Allerdings wird der Mensch mehr und mehr durch automatisierte Maschinensysteme ersetzt, da die menschlichen Sinne überflüssig sind und Maschinen oftmals genauer, gleichmäßiger und wirkungsvoller arbeiten, als der Mensch.


Stärken und Schwächen des Menschen als Produktionsfaktor:

Ein Roboter kann nur das ausführen, auf das er programmiert ist.

Menschen jedoch können situationsgerecht entscheiden und falls nötig improvisieren.
Doch auch der Mensch hat Schwächen, die ein Roboter nicht hat.
Dazu gehören:
-Sinnestäuschungen
-Abnahme der Konzentration
-Ermüdung
-psychische und physische Grenzen
-Angst vor neuen Aufgaben

Diese Schwächen wirken sich negativ auf die Qualität und die Arbeitsergebnisse aus.

Arbeitsentgelt:

-Arbeitnehmer stellen Arbeitskraft zur Verfügung
- als Vergütung erhalten Arbeiter Lohn und Angestellte Gehalt
- für Arbeitnehmer stellen Löhne bzw. Gehälter das Einkommen dar
- für Arbeitgeber ist es der Aufwand
- durch die Bedürfnisse der Arbeitnehmer wird die Höhe des Einkommens beeinflusst, welches für ihn den Lebensstandard darstellt
- für den Großhandel sind Gehälter die wichtigsten Aufwendungen
- die Höhe dieser Aufwendungen bestimmt Faktoren wie:
• Den Verkaufspreis
• Die Höhe der Selbstkosten(=die Summe aller Kosten, die einem Betrieb durch die Produktion eines Produktes entstanden sind)
• Die Wettbewerbsfähigkeit
• Die Höhe des Gewinns


Zeitlohn:

Zeitlohn ist ein Arbeitsentgelt, das sich ausschließlich nach der Stundenzahl richtet, die ein Mitarbeiter im Unternehmen anwesend ist.

Beim Zeitlohn geht man von einer bestimmten Normalleistung aus, die in einer bestimmten Zeit erbracht werden kann.

Der Arbeitnehmer kann beim Zeitlohn von einem festen Einkommen ausgehen, wenn er die erforderte Leistung in den festgelegten Stunden ableistet.

Vorteile:

- eine einfache Abrechnung
- gesundheitliche Schonung des Arbeitsnehmers durch niedrigen Leistungsdruck
- Zeit, für eine gründliche Einarbeitung

Nachteile:

- es besteht kein Leistungsanreiz
- herausragende Leistungen werden nicht berücksichtigt
- stärkere Kontrollen
- Zeitvorgaben werden immer voll ausgenutzt

Akkordlohn:

= Lohnzahlung nach Leistung d.h. je mehr Leistung, desto mehr Geld

• Der Akkordlohn besteht aus 2 Bestandteilen:

- Garantierter Mindestlohn ( entspricht dem Zeitlohn und hält sich an tarifliche Vereinbarungen)

- Akkordzuschlag ( ist ein prozentualrer Zuschlag von 15-20% des Mindestlohns; wird immer bezahlt; aus dem garantiertem Mindestlohn und dem Akkordzuschlag ermittelt man den Akkordrichtsatz)

Voraussetzungen:

- regelmäßig wiederholende Tätigkeit
- Arbeiter muss sein eigenes Tempo haben
- Arbeit muss in Einzelaufgaben zerlegbar sein

Vorteile:

- Leistungsanreiz
- konstante Lohnkosten pro Stück
- Betrieb zahlt den Akkordzuschlag nur, wenn die geforderte Leistung erbracht wurde

Nachteile:

- Überanstrengungsgefahr
- evtl. Qualitätsminderung
- Einkommensschwankungen
- höherer Verschleiß von Maschinen und Anlagen und somit mehr Kosten

Gruppenakkord

Sonderform des Akkordlohns ist der Gruppenakkord. Hierbei wird eine Vorgabezeit und Minutenfaktor für eine Gruppe von Arbeitskräften festgelegt. Um den Lohn zu ermitteln, werden die Anteile von jedem einzelnen nach festgelegten Verteilungsschlüsseln ermittelt.

Vorteile:

- Zusammenhalt der Gruppe
- gegenseitige Kontrolle der Gruppenmitglieder
- vereinfachte Abrechnung

Nachteile:

- Überforderung der Gruppe bzw. Schwächeren in der Gruppe
- starker Verschleiß der Betriebsmittel
- evtl. Konflikte in der Gruppe

Prämienlohn:

Definition "Prämie": Sondervergüterung, zusätzlicher Zahlung

Prämienlohn ist eine Mischform zwischen den Lohnformen Zeit- und Leistungslohn und besteht aus zwei Elementen:


Grundlohn:

Er darf nicht unter dem Tariflohn liegen, ist konstant und repräsentiert das Zeitlohnelement.


Prämie:

Sie stellt ein zusätzliches Entgelt dar und wird für quantitative und/ oder qualitative Mehrleistungen gezahlt, die bei reiner Zeitlohnarbeit nicht ohne weiteres erwartet werden können.


Im Gegensatz zum Akkordlohn erhält der Arbeiter beim Prämienlohn nur einen Teil der Vergütung für seine Mehrleistung. Sie wird zwischen ihm und dem Betrieb nach einem vereinbarten Schlüssel aufgeteilt.

Prämien lassen sich nach Bezugsgrößen einteilen:

- Quantitätsprämien
- Qualitätsprämien
- Ersparnisprämien
- Nutzungsprämien

Produktionscontrolling (3)

Lehrplan BWR:

  • Quantitäts- und Qualitätskontrolle - Vertiefung der Inhalte von 11.1
  • Kennziffern des operativen Controllings
- Produktivität
- Wirtschaftlichkeit
- Rentabilität
  • Personalcontrolling
- Personalabbau
- Möglichkeiten der Vermeidung betriebsbed. Kündigungen wie Überstundenabbau, Arbeitszeitverkürzung u. –verlängerung, Arbeitszeitmodelle
  • Ökocontrolling


- Vertiefung der Inhalte von 11.1

Quantitäts- und Qualitätskontrolle

Kennziffern des operativen Controllings

-Produktivität
Die Produktivität dient als Maßstab der wirtschaftlichen Leistung einer Produktion.
Allgemein gilt die Formel:
Produktivität = Ausbringung (Output) / Faktoreinsatz (Input)
Berechnet werden kann z.B. die Stunden-/ Mann-/ oder Kapitalproduktivität.


-Wirtschaftlichkeit
Die Wirtschaftlichkeit ist die Bezeichnung für ein effizientes Wirtschafen, bei dem der
Ertrag den Faktoreinsatz (normalerweise) übersteigt.
Wirtschaftlichkeit= Leistung (in Preis bewertete Ausbringung) / Kosten
Bei einer Wertgröße, die größer als 1 ist, liegt ein Gewinn vor.
Zudem bringt die Wirtschaftlichkeit das Bestreben zum Ausdruck,
-eine bestimmte Leistung mit möglichst geringen Kosten (Minimalprinzip) bzw.
-mit gegebenden Kosten eine möglichst große Leistung zu erbringen (Maximalprinzip)


-Rentabilität
Definition: Unter dem Begriff Rentabilität versteht man eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals.
Die Rentabilität ist eine wichtige Kennziffer für den Erfolg eines Unternehmens, da sie über den Gewinn bzw. Verlust im Verhältnis zum eingesetzten Kapital oder zum erziehlten Umsatz auskunft gibt.
Man unterscheidet drei Arten der Rentabilität:
1. Eigenkapitalrentabilität (Unternehmerrentabilität) = Gewinn * 100 / Eigenkapital
2. Gesamtkapitalrentabilität (Unternehmungsrentabilität) = (Gewinn + Fremdkapital) * 100 / Gesamtkapital
3. Umsatzrentabilität = Gewinn * 100 / Umsatz

Personalcontrolliing

Personalabbau

Die Personalfreisetzung umfasst alle Maßnahmen, die mit dem Personalabbau zu tun haben.

Ursachen für die Personalfreisetzung können unter anderem sein:

Steigerung des Unternehmensgewinns
Fehleinschätzung des Managements
Standortverlegung
Betriebsstilllegung
saisonale Gründe


Es gibt jedoch auch Alternativen, die dafür sorgen, dass kein Personal abgebaut werden muss

Versetzung innerhalb des Betriebes
Weiterbildung sowie Umschulung
Verkürzung der Arbeitszeiten(z.B Kurzarbeit)

Möglichkeiten zur Vermeidung von betriebsbedingten Kündigungen

Es wir versucht die betriebsbedingten Kündigungen so gut es geht mit Steuergeldern zu vermeiden. Der Arbeitgeber ist darüberhinaus verpflichtet, Kurzarbeit den Vorrang zu geben. Der Betriebsrat hat hier jedoch ein Mitspracherecht und muss zunächst alle in einem Tarifvertrag zur Verfügung stehenden Mittel (z.B Arbeitsverkürzung mit oder ohne Lohnausgleich) prüfen. Es gibt auch die Möglichkeit der Frühverrentung. Zusammendfassend sind dies die Möglichkeiten:

Kurzarbeit
Arbeitsverkürzung
Frühverrentung
Überstundenabbau

Ökocontrolling

Die umweltbezogene Kostenrechnung

Das Ökocontrolling unterstützt die Unternehmungsführung bei der Steuerung von umweltrelevanten :Vorgängen. Die Bereitstellung von Informationen muss jedoch gewährleistet sein:
durch ein Informationssystem, das die Kosten für Umweltschutz oder auch Umweltbeanspruchung :aufweist.(Relevant sind hierbei nur die Kosten, die vom wirtschaftlichen Unternehmen auch zu tragen :sind!)
Die Kostenartenrechnung
Die verschiedenen Umweltkosten werden oft auf einem einzigen Konto gebucht, sodass bei höheren :Beträgen sinnvolle Differenzierungen vorgenommen werden könnten.(i.d.F. wenn sie ausschließlich :ökologieorientiert sind)
Diese tiefere Gruppierung vorhandener Kostenarten und auch Erlösen aus z.B. verwertbaren Abfällen :sorgt für eine größere Übersicht oder auch Transparenz.
Die Kostenstellenrechnung
Def.: Kostenstellen=einzelne Bereiche des Unternehmens an denen Umweltkosten enstanden sind.
     Ökologisch betrachtet machen sie aber nur Sinn, wenn der Einsatz von Stoffen oder Energien 
      gemessen werden kann.
Unterscheidung: Kostenstellen an denen ausschleißlich Umweltkosten anfallen,
               Kostenstellen an denen Umweltkosten und andere Kosten anfallen.
Die Umweltkosten bei anderen Kostenstellen sind über die entsprechenden Kostenarten zu erfassen.
Hier sind die Kostenstelleneinzelkosten und die Kostenstellengemeinkosten zu unterscheiden.
Während sich die einen durch Belege und Messungen einer direkten Kostenstelle zuordnen lassen, :betreffen die anderen mehrere Bereiche. Auch hier lässt sich eine größere Transparenz schaffen, :wenn Gemeinkosten, wie Heizung/Abfälle sich durch eigene Messungen zu Einzelkosten umwandeln :lassen.
Die Kostenträgerrechnung
Die umweltrelevanten Einzelkosten der Kostenartenrechnung werden dem Kostenträger direkt :zugerechnet.
Dazu zählen Werkstoffe und Bauelemente, sowie Input-Größen wie Wasser-oder Stromverbrauch, sofern
sie gemessen und genügend die Kostenstelle belastet haben.
Kostenabweichungen, die Gründe für ein umweltrelevantes Urteil geben könnten, werden durch einen :Soll-Ist-Vergleich ermittelt.

Die Erstellung einer Ökobilanz

englisch: LCA (Life cycle assessment)
Voraussetzung dafür: eine umweltbezogene Kostenrechnung
Kurz und knapp beinhaltet die Ökobilanz eine Entscheidungshilfe für die Bewertung der :Umweltverträglichkeit von Produkten.
Kernpunkt der Untersuchung sind sämtliche umweltrelevanten Entnahmen aus der Umwelt sowie :Emissionen in die Umwelt, die den gesamten Werdegang des Produkts begleiten.
Bei der produktbezogenen Ökobilanz wird geprüft, welche (Umwelt-)Auswirkungen die Herstellung oder :die Dienstleistungen haben.
"Nach der Norm ISO EN 14040 ist der Begriff Ökobilanz nur noch auf produktbezogene ökoblnazen anwendbar"(BWL mit Rechnungswesen Band 1 S.525)

Die Erstellung der Ökobilanz umfasst 4 Schritte:

-Zieldefinition
-Sachbilanz
-Wirkungsbilanz
-Bewertung

Aktuelle Veränderungen des Produktionsprozesses (4)

Lehrplan BWR:

  • Verdeutlichung der permanenten Veränderungen der Produktionsbedingungen (z.B. Automobilindustrie) - Analyse eines aktuellen Wirtschaftstextes


Unter der aktuellen Veränderung der Produktionsprozessen kann man zum Beispiel verstehen:

Outsourcing (dt. Auslagerung) Abgabe von vorher innerbetrieblichen Aufgaben (z.B. Logistik) an Drittfirmen um Kosten zu sparen. (Aktuelles Beispiel: Hülsta hat die Logistikabteilung zu einer eigenen Firma gemacht)

Verlagerung der Produktion Wegen der zunehmenden Globalisierung lassen viele Firmen im Ausland (z.B. China) produzieren, auf Grund der dortigen niedrigen Lohnkosten.

Senkung der Personalkosten oder Materialkosten Dies kann z.B. durch Personalabbau oder durch Materialbezug von anderen Firmen geschehen