Wortschatzuebungen

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Inhaltsverzeichnis

Wortschatzarbeit - Analyse von Wortschatzübungen

Diese Skizzierung zur Analyse orientiert sich an Günther Storch "Deutsch als Fremdsprache - Eine Didaktik" (1999)

1. Auswahl und Anordnung des Wortschatzes

Planung vor dem Unterricht, meistens durch das Lehrwerk und dessen Progression bestimmt

2. Einführung und Verstehen des Wortschatzes

Neuer Wortschatz wird im Unterricht im Kontext eingeführt (Thema, Text, Situation, Handlung) und sollte

a) von den Lernenden möglichst selbst aktiv erschlossen, d.h. erraten oder verstanden werden (Erschließen aus dem Kontext, Überprüfung mit dem Wörterbuch, Wortbildungen werden analysiert usw.)

b) Semantisierung (verbal/nonverbal) durch den Lehrer oder Lernende:

verbale Semantisierung:

einsprachig: Kontext (Weltwissen, Situation); Paraphrase, Definition; Wörter mit logisch-semantischer Relation (Synonyme, Antonyme, Analogien, Komposita, Internationalismen);

zweisprachig

3. Einüben des aktiven Wortschatzes mit dem Ziel der Verankerung im Langzeitgedächtnis

3.1. Kognitive Wortschatzübungen (Verankerung im semantischen Gedächtnis)

3.1.1. Übungen auf der Basis paradigmatischer Relationen (paradigmatisch = Beziehung zu anderen Zeichen, v.a. Wortfelder)

Synonyme (gleiche oder ähnliche Bedeutung)

Antonyme (gegensätzliche Bedeutung)

Zugehörigkeit zu einem paradigmatischen Wort- und Sachfeld durch Systematisierung (Zuordnung) & Differenzierung (Abgrenzung), Wortnetze/Wortigel/Mindmaps, mündliche Reihenübungen (Kofferpacken)

3.1.2. Übungen auf der Basis syntagmatischer Relationen (syntagmatisch = Beziehung der Wörter zueinander; syntaktisch & semantisch):

z.B. Nomen + Verb, Adjektiv + Verb,

semantische Zusammenhänge (z.B. Lebensmittel – Verpackungsart) oder semantisch unterschiedliche Dimensionen (z.B. kommen/aus – wohnen/in) und andere Analogieschlüsse.

3.1.3. Übungen zur referenziellen Funktion des Wortschatzes (referenziell = Beziehung sprachlicher Zeichen zur „realen Welt“):

Wörter-Bilder-Zuordnung, Wörter werden bestimmten Situationen zugeordnet.

3.1.4. Übungen zur konnotativen Vernetzung: Assoziogramme (Wortnetze, Wortigel, Mindmaps)

3.2. Situativ-pragmatische (kommunikative) Wortschatzübungen

bereiten auf die aktive Anwendung des Wortschatzes in Kommunikationssituationen vor. Dabei handelt es sich nicht um das semantische Üben von Einzelwörtern, sondern um Textübungen, die in einem morphologischen und/oder syntaktischen Zusammenhang stehen.

4. Aktivierung des Wortschatzes für die Sprachverwendung

jede themengebundene Äußerung

Literatur

  • Rainer Bohn: Probleme der Wortschatzarbeit. Langenscheidt, Berlin 2000, ISBN 3-468-49652-4
  • Günther Storch: Deutsch als Fremdsprache - Eine Didaktik. Wilhelm Fink Verlag, München 1999, ISBN 978-3825281847.