Realismus

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Definition

Als Realismus bezeichnet man eine bestimmte Darstellungsform,die das wirkliche Leben wiedergeben soll.Diesen Begriff verwandte man in der Literatur zwischen 1848 und 1885.Der eigentliche Sinn dieser realistischen Literatur ist es,eine Lebenssituation nachzustellen.Das kann auf zwei unterschiedliche Weisen geschehen.Es gibt den bürgerlichen und französischen Realismus,die sich beide voneinander unterscheiden. Der bürgerliche Realismus stellt eine künstlerische Gestaltung einer bestimmten Situation dar,der französische hingegen eine detaillierte.Zu Beginn des 19.Jahrhunderts war der Realismus durch die politische-,gesellschaftliche und technische Entwicklung wieder angesehener und wurde weit verbreitet.Diese realistische Darstellung wurde in Romanen,Novellen und Dramen benutzt.Am häufigsten sind Novellen geschrieben worden,weil der Kern der Realität entsprechen sollte und der Rest von dem Verfasser erfunden werden konnte(bürgerlicher Realismus).

Historischer Hintergrund

Wenn man den historischen Hintergrund betrachtet,stellt man fest,dass die Entstehung des Realismus unterschiedliche Gründe in verschiedenen Situationen hatte. Zwischen 1825 und 1848 begann die Bewegung des Vormärzes und der Staatsanwalt Metternich trat zurück,was ein Erfolg der politischen Gesellschaft war.Dennoch ließen sich die Forderung nach Einheit und politischer Freiheit nicht durchsetzen.Dies forderte also die Bürger auf, ihre Sichtweise zu ändern und eine nüchterne und sachliche Betrachtung zu wählen.Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als die Entscheidungen der Politik zu akzeptieren und zu versuchen,damit umzugehen.Diese Bewegung war aber nicht der einzige Grund für die Entwicklung des Realismus .Hinzu kam im Februar 1848 ein Aufstand des Kleinbürgertums und der Arbeiter,die probierten,sich gegen die Wirtschaftskrise zu wehren und ein Wahlrecht für alle einzuführen.Auch im März 1848 kam es in Österreich zu einem Aufstand,der sich für das Mitspracherecht und Wahlrecht einsetzte .Egal welcher Aufstand es auch war;fast immer war es für die Bürger schwierig,ihre Meinung durchzusetzen. Durch die Umstellung einiger Betrachtungen,die sich nun auch in der Literatur widerspiegeln sollten,begann die Bewegung des Realismus.

Literarische Formen des Realismus

Man unterscheidet im Realismus zwischen 6 verschiedenen Formen:

  • Dinggedicht
  • Entwicklungsroman
  • Gesellschaftsroman
  • Historischer Roman
  • Novelle
  • Dorfgeschichte

Dinggedicht
In einem Dinggedicht wird ein Ding wesentlich betrachtet, alles unwesentliche wird bei der betrachtung ausgeblendet und das Ding steht somit im Mittelpunkt. Oft werden dazu Gegenstände der bildenden Kunst verwendet. Bekannte Autoren von "Dingedichten" sind beispielsweise: Mörike oder Rilke.

Entwicklungsroman
In einem Entwicklungsroman wird die Entwicklung einer Person gezeigt und wie diese auf die Gesellschaft wirkt.

Gesellschaftsroman
Ein Gesellschaftsroma übt Kritik an Missständen aus und beschreibt die Verhältnisse.

Historischer Roman
Wie sehr der Roman der Realität entspricht hängt vom jeweiligen Autor ab. Ein historischer Roman lehnt sich an historischen Ereignissen und Personen an.

Novelle
Eine Novelle ist eine kürzere bis mittellange Erzählung. Oft wird ein Konflikt zwischen Ordnung und Chaos beschrieben. In der Regel wird von einem einzigen Ereignis erzählt.

Dorfgeschichte
Eine Dorfgeschichte ist vorallem von Klarheit geprägt, welche durch Volkstümlichkeit bewirkt wird. Die Erzählperspektive ist meist aus bäuerlicher Sicht.


Literarische Gattungen des Realismus

Den Realismus kann man grob in zwei Gattungen einteilen. Es wird in poetischer und kritischer Realismus unterschieden.

Poetischer Realismus

Die Idee, Handlungen besonders realistisch darzustellen entstand nicht erst im 19. Jahrundert. Schon Shakespeare oder auch Schriftsteller der Barock-Zeit schilderten ihre Erzählungen bereits sehr realistisch. Im 19. Jahrhundert beschäftigte sich damit aber erstmals eine ganze Generation.

Man wollte sich besonders von der Klassik und der Romantik abwenden und Erfahrungen aus dem alltäglichem Leben realistisch und möglichst ohne Phantasie darstellen. Sogar in Gedichten wurde die Darstellung von Gefühlen eher vernachlässigt.

Der Realist selbst sah sich als ein Beobachter des Geschehens in seinem direktem Umfeld.

Kennzeichnend für den poetischen Realismus ist die Rahmentechnik, die ein Erzähler verwendete. Meistens erinnert er sich an eine Begebenheit aus seinem Leben. Diese Form zu erzählen erinnerte an das Verfassen eines Berichtes über ein vergangenes reales Geschehen.

Thematisch handelten die Erzählungen meist von dem einfachem Bürgertum und spielten in kleinen Örtern oder Dörfern. Als Figuren wurden meistens Handwerker, Kaufleute oder Bauern gewählt.

Kritscher Realismus

Der Kritische Realismus entstand Mitte des 19. Jahrhunderts in Frankreich. Es wurden keine persönlichen Stellungsnahmen oder Kommentare zum Geschick der Handlungspersönlichkeiten verwendet. Man bemühte sich alles so objektiv wie möglich darzustellen. Da das menschliche Leben zunehmend als beklemmend oder elend dargestellt wurde, wurde häufig in einer sehr trüben Atmosphäre erzählt. Oft wurde Kritik an Sozialen Dingen wie auch der Gesellschaft geübt.

Dem Leser sollte der Eindruck enstehen, der Verfasser sei ein neutraler Beobachter gewesen und spiegelt das Geschehen realistisch wieder. So versuchten Schriftsteller Sachverhalte fast schon objektiv zu kritisieren, natürlich mit der eigenen subjektiven Meinung im Hintergrund. Diese wurde aber so gut versteckt, dass sich Erzählungen des kritischen Realismus sehr neutral lesen lassen und man so den Eindruck bekommen kann, man sei selbst Zeuge des Geschehens gewesen.

Themen des Realismus

Wie schon oben genannt, beschäftigten sich die Schriftsteller des Realismus meist mit dem leben des einfachen Bürgers. Durch die Arbeiterbewegung und viele Aufstände um das Jahr 1848 standen zunehmend soziale Missstände im Mittelpunkt der Werke. Oft wird auch von einem psychologischen Realismus gesprochen, denn die "Realisten" legten ein besonderes Augenmerk auf innere Werte ihrer dargestellten Figuren. So wurden oft Konflikte zwischen dem einzelnen Individuum und der Gesellschaft beschrieben. Inhaltlich wurden auch meistens ein Bezug zu historischen Ereignissen gesucht, die es möglich machten so real wie möglich zu erzählen. So bezogen sich Schriftsteller von Realisten oft auf ein Geschehen, dass in ihrer Vergangenheit stattgefunden hat.

Stil des Realismus

Im Realismus wurde versucht, wie es der Name dieser Epoche ja verrät, alles möglichst realistisch und detailgetreu zu erzählen. Im Realismus wurde, im Gegensatz zu den vorigen Literarischen Epochen, Schönheit als eine subjektive Empfindung jedes einzeln bezeichnet. Zuvor gab es meistens eine allgemein geltende Einschätzung, ob Personen oder auch alltägliche Dinge schön waren. Häufig wurde Humor als ein wichtiges Stilmittel verwendet, um über das als besonders trüb wahrgenommene menschliche Leben hinwegzusehen.

Schriftsteller des Realismus

Zu den bekanntesten Schriftstellern des Realismus gehören:

  • Annette von Droste-Hülshoff
  • Theodor Storm
  • Theodor Fontane
  • Gottfried Keller
  • Conrad Ferdinand Meyer
  • Wilhelm Raabe

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Annette von Droste Hülshoff
Wurde am 10.Januar.1797 geboren und starb am 24.Mai.1848. Sie war eine deutsche Schriftstellerin und gilt als eine der bekanntesten deutschen Dichterinnen.
Werke:
Zu ihren Werken zählen zum Beispiel: "Der Knabe im Moor" und "Bei uns zu Lande auf dem Lande"

Theodor Storm
Theodor Storm, der mit ganzem Namen Hans Theodor Woldsen Storm heißt, wurde am 14.September.1817 geboren und starb am 4.Juli.1888. Sein eigentlicher Beruf war eigentlich Jurist, doch er war ein ein bedeutender Schriftsteller. Er schrieb sowohl Gedichte, als auch Novellen und Märchen.
Werke:
Zu seinen Werken zählen zum Beispiel: "Der Schimmelreiter" und "Abschied"

Theodor Fontane
Heinrich Theodor Fontane wurde am 30.Dezember.1819 geboren und starb am 20.September.1898. Er war ein deutscher Schriftsteller und zugelassener Apotheker. Er galt als sehr bedeutender Vertreter des Realismus.
Werke:
Zu seinen werken gehören zum Beispiel: "Irrungen, Wirrungen" und "Effie Briest"

Gottfried Keller
Gottfried Keller war ein Politiker und Dichter, der am 19.Juli.1819 geboren wurde und am 15.Juli.1890 starb. Nach seiner Laufbahn als Landschaftsmaler entwicklte er sich zu einem der bedeutensten deutschen Schriftsteller.
Werke:
Zu seinen bekanntesten Werken gehören zum Beispiel: "Der grüne Heinrich" und "Die Leute von Seldwyla"

Conrad Ferdinand Meyer
Conrad Ferdinand Meyer wurde am 11.Oktober.1825 geboren und starb am 28.November.1898. Er schrieb unter anderem Novellen und Romane.
Werke:
Zu seinen Werken gehören unter anderem: "Zwei Segel" und "Das Amulett"

Wilhelm Raabe:
Wurde am 8.September.1831 geboren und starb am 15.November.1910. Er war bekannt für seine Romane und Novellen.
Werke:
Zu Raabe's Werken zählen zum Beispiel: "Stopfkuchen" und "Der Dräumling"

Quellen

  • deutschsprachige-literatur.blogspot.com/.../epochen-realismus-1850