Stundenplanung Chemie

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Der Inhalt dieser Seite entstanden aus einer Mischung aus Erfahrungen und Gelerntem. Über Ergänzungen und Kritik freue ich mich. BirgitLachner 17:30, 13. Aug. 2008 (CEST)

Wie plane ich eine Chemiestunde? Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Leider gibt es keinen exakten Plan, wie man vorgehen muss. Schön wäre es! Allerdings kann man sich bevor man konkrete Schritte plant ein paar Fragen stellen, die einem vielleicht helfen, Ideen für eine Stunde bzw. einen Abschnitt zu finden.

Inhaltsverzeichnis

Fragen

Welches Thema?

Eigentlich hat man ja die Freiheit, die Reihenfolge der Themen selber zu bestimmen - natürlich im gegebenen Rahmen der Lehrpläne. Im Allgemeinen wird man sich wohl an die Reihenfolge halten, die im Chemie-Buch vorgegeben ist, denn sobald man von der Reihenfolge abweicht, kann es Probleme geben mit unbekannten Begriffen, die auf Seiten eingeführt wurden, die man übersprungen hat.

Ein grobes Grundschema gibt ja, welche Themen man im Chemieunterricht nacheinander behandelt. Üblicherweise ist diese Grundschema so aufgebaut, das nach und nach bestimmte Phänomene eingeführt und Erklärungen dafür gesucht werden. Dabei kommt immer nur ein kleiner Aspekt hinzu. Wichtig ist in dem Zusammenhand auch die didaktische Reduktion, d.h. ich vereinfache ein Thema, so dass die Schüler damit bestimmte Phänomene erklären können. Sie kennen zwar noch nicht den aktuellen Stand der Forschung, aber dieses Wissen reicht aus, um damit neue Themen zu erschließen. Beispiel: Um zu Erklären, was beim Sieden eines Stoffes passiert ist es unwichtig, wie dieses Teilchen aussieht, ob es ein Atom oder ein Molekül ist oder wie genau das bekannte Atommodell ist. Es reicht die Vorstellung, das alle Stoffe aus kleinsten Teilchen aufgebaut sind.

Was sollen die Schüler neu erlernen?

Das ist eigentlich das wichtigste: Was sollen die Schüler in dieser Stunde bzw. Unterrichtseinheit eigentlich neu erlernen? Dazu muss man aber auch wissen, was sie können. Dann kann man sich überlegen, was die Schüler also neu erlernen und verstehen müssen. Dabei sollte man durchaus konkrete Angaben machen, nicht nur allgemein wie "Begriff XY kennen und anwenden". Etwa

  • Definition XY kennen.
  • Zeichnung zu XY machen.
  • XY in Zusammenhang mit ... anwenden können.
  • XY auf ... anwenden können.

Fachlicher Inhalt

Wenn man ein Thema schon mehrfach unterrichtet hat, kennt man den fachlichen Inhalt vielleicht schon. Aber als Anfänger oder Junglehrer ist es sicherlich keine Schande sich noch einmal klar zu werden, wie alle Definitionen festgelegt usw. Man könnte sich zum Beispiele alle Informationen in ein Textdokument zusammen kopieren, das man sie im Notfall griffbereit hat.

Auf wenn in einem Chemie-Buch, dass man im Studium verwendet, sicher mehr drin steht: Ein Blick in das Schulbuch ist auch Pflicht, denn ich muss wissen, was im Buch drinsteht, um später darauf Bezug nehmen zu können. Schließlich ist das Schulbuch das erste Nachschlagewerk für die Schüler. Hier sollte man auch nachschauen, welche Begriffe verwendet werden, nicht das man im Unterricht einen anderen, vielleicht unter Chemikern auch sehr verbreiteten verwendet, mit dem die Schüler nichts anfangen können.

Wie motiviere ich die Schüler?

Je besser ich die Schüler für ein Thema motiviert habe, um einfacher fällt es, auch höhere Anforderungen zu stellen. Als Begründung zu geben "das kommt jetzt m Lehrplan dran", wird den Schülern nicht zusagen.


Ein mögliches Grundschema

Diese ist ein grober Plan, der aber auch abgewandelt werden kann.

  • Stoffe und Stoffeigenschaften ... Kennenlernen neuer Begriffe, Unterscheidung von Stoffen
  • Teilchenmodell ... Man greift die Stoffeigenschaften auf und überlegt, wie man dieses Verhalten erklären kann.
  • Gemisch und Reinstoffe, Trennmethoden ... Hier können die Stoffeigenschaften zum Trennen angewendet werden. Gemische sind dabei wichtig für später, wenn es um chemische Reaktionen geht.
  • Die erste chemische Reaktion, Verbindung, Element, Energieumsatz ... Eine Umwandlung, bei der ein neuer Stoff entsteht. Hier muss man aufpassen, dass eine Verbindung nicht als Gemisch verstanden wird.
    • Chemische Reaktion im Teilchenmodell ... Man verdeutlicht, dass die Teilchen der Ausgangsstoffe sich so gut miteinander verbunden haben, dass sie nicht zu trennen sind.
  • Energie bei chemischen Reaktionen ... während man bei den ersten Chemischen Reaktionen nur feststellt, das quasi bei jeder chemischen Reaktion Energie beteiligt ist, wird hier nun genauer darauf eingegangen und erklärt woher diese Energie kommt. Exotherm, endotherm, Katalysator.
  • Oxidation von Metallen und Nichtmetallen ... Die Oxidation wird gerne auch für den Einstieg in die chemischen Reaktionen verwendet. Kritisch ist dabei, dass man den Reaktionspartner Sauerstoff nicht sehen kann. Festigung der Begriffe und ein neuer Name: "oxid"
    • Edel/Unedel ... bei Metallen zeigt sich sehr deutlich, dass es Unterschiede in der Energieabgabe gibt. Wichtig später für die Zerlegung.
    • Säuren/Laugen ... das Thema passt hier herein, weil Metalloxide in Wasser gelöst Laugen ergeben, während Nichtmetalloxide in Wasser Säuren ergeben. Allerdings ist es ein Ausreißer bei diesem Grundschema.

  • Zerlegung von Verbindungen ... Bringt man das Wissen zusammen vom Begriff Verbindung und exotherme Reaktion so können die Schüler spekulieren, ob man eine Verbindung, eine Reinstoff! nicht doch zerlegen kann, indem man Energie zusetzt.
  • Reduktion ... Kennenlernen des Begriffes, als Umkehrung einer Oxidation.