Biodiversität

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Biodiversität bedeutet biologische Vielfalt und meint das Vorhandensein von Millionen von Pflanzen- und Tierarten. Sie ist weltweit durch ArtensterbenWikipedia-logo.png, regional durch agrikulturelle Monokulturen gefährdet, weil bei planzlichen Monokulturen auch die Fauna zurückgeht.

Inhaltsverzeichnis

Darstellung

In Indien gab es um 1900 noch etwa 100 000 verschiedene Reissorten. Um 1970 gab es dort nur noch 12 Sorten, die in nennenswertem Umfang angebaut wurden. Aufgrund der "Grünen Revolution" (landwirtschaftlicher Produktion mit industriellen Standards) sind ca. 75 Prozent der Nutzpflanzenarten verschwunden. Ein wenig davon wird uns auch in Deutschland beim Apfelkauf bewusst. Statt der ursprünglich 2 500 deutschen Apfelsorten sind jetzt trotz (bzw. wegen) des internationalen Marktzugangs nur noch 30 Sorten im Handel.

Der Artenrückgang in Europa ist allerdings vergleichsweise unproblematisch. Für die gesamte Welt gefährlich ist er in den zwölf Megabiodiversitätsländern wie z.B. Mexiko, in denen 70-80% der Arten der Welt zu Hause sind. Nur "immer wieder neu gekreuzt, geerntet und wieder ausgebracht, entwickeln sich Pflanzen so weiter, dass sie angepasst bleiben an Klimawandel, an neue oder sich wandelnde Pflanzenarten oder Schädlinge." (Inkota [backPID Infoblatt Biologische Vielfalt], S.2)

Auf dem Weltgipfel von Rio de Janeiro 1992 wurde u.a. auch eine Konvention über Biologische Vielfalt (CBD) beschlossen. Das traditionelle Wissen indigener Gemeinschaften und Zuchtleistungen traditionell arbeitender Bauern sind darin anerkannt. Doch Patentierung von Pflanzenarten ist darin nicht ausgeschlossen. Besonders die grüne GentechnikWikipedia-logo.png könnte zu Tausenden von Patenten auf Pflanzen führen.

Aber selbst konventionell gezüchtete Pflanzenarten sind schon patentiert worden. Vor dem Europäischen Patentamt geht es jetzt um die Aufhebung von Patenten auf konventionell gezüchtete Pflanzen vergebenen Patente (Brokkoli (2002) und Tomaten (2003)). Wenn sie zulässig blieben, käme damit Zucht durch den mittelständischen Betrieb weitgehend zum Erliegen, wiel diese Betriebe nicht die teuren Patente für Pflanzensorten bezahlen könnten, die sie zur Zucht brauchen. Schon 1000 Patente für konventionell gezüchtete Pflanzen sind beim Europäischen Patentamt angemeldet.[1]

2010 ist von den Vereinten Nationen zum Jahr der Biodiversität erklärt worden.

Anmerkungen

  1. vgl. Patent-Streit: Kampf um Brokkoli, Frankfurter Rundschau vom 20.7.2010, abgerufen am 20.7.2010

Unterrichtsmaterial

Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 3/2008)

In den Nachrichten

2010 ist das "Internationale Jahr der Artenvielfalt", so haben es die Vereinten Nationen ausgerufen. Aber angesichts der tatsächlichen Situation auf der Erde sollte es eigentlich das Jahr des Artensterbens heißen. Die Experten gehen davon aus, dass die Gesamtzahl der Arten seit 1970 bereits um mindestens 40 Prozent geschwunden ist, täglich verschwinden heute etwa 130 Pflanzen- und Tierarten endgültig. Der Grund sind vom Menschen verursachte Umweltveränderungen.

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