ClassBlogFolio

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ClassBlogFolio - Virtueller Klassenraum zum Nulltarif: Schritt für Schritt zum eigenen BlogFolio. Konzept von Jürgen Wagner und Verena Heckmann.

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Unterrichten im Web 2.0

Die technische Entwicklung hat die Grenzen des physikalischen Klassenraums längst gesprengt und ermöglicht Lehrkräften, auch außerhalb des Schulgebäudes und unabhängig von starren Unterrichtszeiten mit Lernenden in virtuellen Klassenzimmern zu kollaborieren. Dazu braucht man meist nicht einmal eine Software auf seinem Computer zu installieren. Ein Rechner mit Internetzugang und ein in der Regel vorhandener Browser genügen. Das kann ich auch! Beim Bloggen ist die Einstiegsschwelle erfreulich niedrig. Blogs bringen jede Menge von der Lehrerschaft erst langsam erkannt werdende pädagogische Chancen mit sich. Lehrkräfte und Schüler können nun endlich selbst zu Akteuren im Netz werden, denn in der Regel reichen zum Gestalten von Blogs Kenntnisse aus dem Bereich der Textverarbeitung und einfacher Dateimanipulationen, wie Durchsuchen einer Festplatte oder Hochladen einer Datei aus.

Auch für wenig computererfahrene Lehrer ist es möglich, zum Nulltarif einen eigenen Virtuellen Klassenraum einzurichten und ihn zur Dokumentation des Unterrichts zu nutzen. Kann die Klasse brauchbare Ergebnisse vorweisen, kann der passwortgeschütze Bereich mit Einverständnis der Schüler und Eltern sogar im Nachhinein als "showcase" öffentlich zugänglich gemacht werden.

BlogFolio als Alternative zum Schulheft

BlogFolio ist ein Kofferwort, zusammengesetzt aus Weblog und Portfolio und meint die Dokumentation der Schülerleistungen in Form von Schrift, gesprochener Sprache, Ton und (bewegtem) Bild in einem (zunächst) nicht öffentlichen Bereich im Internet. Im traditionellen Unterricht werden die Schülerleistungen statisch im Heft bzw. Ordner in Papierform zusammengetragen und erfolgen in rein schriftlicher Form. Im BlogFolio hingegen werden Beiträge dynamisch-multimedial er- und bearbeitet und somit werden die Interaktivität und das selbstgesteuerte Lernen des Lernenden erhöht. Daneben stehen Blogs allen, also Schülern und Lehrern, gleichermaßen offen und zwar 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr von jedem Ort aus. Das herkömmliche Schülerheft wird exklusiv vom Schüler geführt und von der Lehrperson zwecks Leistungsüberprüfung kontrolliert. Blogging ist hingegen eine schülerzentrierte Arbeitsform, die Schüler und Lehrer vernetzt und ein kollaboratives Lernen ermöglicht. Inhalte können von allen Usern erstellt, gelesen, bearbeitet und kommentiert werden. Dadurch ändert sich die Rolle des Unterrichtenden, der nicht mehr reiner Vermittler von Wissen ist, sondern ein Berater und Begleiter.

Nicht zu vernachlässigen ist auch die motivationale Komponente. Wenn Schüler Texte erstellen, die veröffentlicht werden sollen, geben sie sich viel mehr Mühe und natürlich steigert der Umgang mit einem Medium, mit dem sie sich sicher fühlen, die Lust zur aktiven Mitarbeit. Laut Aussage des EdTech-Magazins berichten Lehrer, die mit ihren Schülern im Unterricht bloggen, von deutlich verbesserten Leistungen beim Schreiben und einer spürbar positiveren Einstellung zum schulischen Lernen überhaupt. Denkbar wäre, dass ein Lehrer bei der Festlegung seiner Jahresnoten dieses BlogFolio heranzieht. Er müsste dann nicht stapelweise Hefte mit nach Hause schleppen, sondern hätte die Bewertungsgrundlage jederzeit am heimischen Rechner zur Verfügung. Wünschenswerter wäre, vorzeigbare Ergebnisse freizugeben (nach dem Motto "celebrate your pupils' work"), um so auch nach außen die Qualität des Fachunterrichts zu dokumentieren.