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Daniel Spoerri

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Daniel Spoerri, eigentlich Daniel Isaac Feinstein (* 27. März 1930 in Galaţi, Rumänien) war Tänzer, Regisseur und Mitbegründer der losen Künstlergruppierung Nouveau Réalisme.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrundinformationen

Spoerri arbeitete zuerst als Tänzer und Regisseur in der Schweiz und in Deutschland, bevor er 1959 nach Paris ging.

1960 entstehen seine ersten Tableau-piège (Fallenbilder), bei denen Restbestände einer Situation, z. B. ein Tisch mit benutztem Geschirr und Essensresten auf ihrer zufälligen Unterlage befestigt werden und das so entstehende Relief von der vertikalen in die horizontale Ebene gebracht wird.

1968 eröffnet Spoerri in Düsseldorf eine eigene Kunstgalerie und ein Restaurant; beide sind der Eat Art gewidmet.

Er selbst definierte 1966 diese von ihm erfundene spezielle Form einer Assemblage so: „Gegenstände, die in zufälligen, unordentlichen oder ordentlichen Situationen gefunden werden, werden in genau der Situation, in der sie gefunden werden, auf ihrer zufälligen Unterlage (Tisch, Schachtel, Schublade etc.) befestigt. Verändert wird nur die Ebene: indem das Resultat zum Bild erklärt wird, wird Horizontales vertikal.?


Bildmaterial

Bilder von Daniel Spoerri (runterscrollen)


Philosophische Aspekte der Bilder

  • Erkenntnistheorie: metaphysische Ebene Urbild = Abbild, Abbild = Abgebildetes, Objekt = Subjekt --> was wird aus Platons Höhle, wenn Urbild und Abbild identisch sind?
  • Sprachanalyse: Konventionen für Begriffsbildung z.B.: Kunstwerk
  • Phänomenologie: Verlangsamung der Wahrnehmung, Konzentration auf Wesen / anderer Kontext: Überraschungsmoment
  • Neue Wirklichkeit: Kunstobjekt statt Alltag
  • Zyklus: Entstehen --> Vergehen --> neue Seinsweise
  • Kreatives Schreiben: Dramatisierung des täglichen Lebens, Dinge erzählen eine Geschichte... welche? (Zeitreisen)
  • Reflexion: Essen, Wirklichkeit
  • Als Kunstwerk ist Tisch nicht mehr Teil der Realität --> Ergebnis einer ästhetisierenden Betrachtungsweise
  • Außergewöhnliches in den gewöhnlichen Zufälligkeiten des täglichen Lebens entdecken
  • Dinge sind in eine Falle gegangen, sind wie Akteure auf einer Bühne (erzählen, sprechen, ...) oder Zeugen wie Requisiten von einer Handlung, die abrupt unterbrochen wurde --> Grab für Dinge
  • Detrompe l’oeil – Ent-täuschungsbild: Verlust der Wirklichkeitsferne
  • Jedes Objekt ist mehr als sich im jeweiligen Umgang zeigt:

Alltäglicher Kram --> Definition durch Funktion

Präparat --> sollen sie definiert werden

Als Zeichen --> sind sie ganz offen (Symbol, Fetisch, Chiffre)


Weblinks

Siehe auch