Die Weihnachtsfeier

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Friedrich Schleiermacher legt in diesem in die Erzählung einer Weihnachtsfeier eingekleideten Lehrgespräch seine romantische Auffassung von Religion und Religionsausübung dar. Die Schrift ist 1806 erschienen.

Eduard sagt darin über Musik und Religion:

"Denn jedes schöne Gefühl tritt nur dann recht vollständig hervor, wenn wir den Ton dafür gefunden haben; nicht das Wort, dies kann immer nur mittelbarer Ausdruck sein, nur ein plastisches Element, wenn ich so sagen darf, sondern den Ton im eigentlichen Sinne. Und gerade dem religiösen Gefühl ist die Musik am nächsten verwandt."

Ernst meint dazu, "daß nur auf dem religiösen Gebiet die Musik ihre Vollendung erlangt. [...] eine ernste Oper aber kann man doch kaum machen, ohne eine religiöse Basis"

Eduard ergänzt,

dass die Kirchenmusik nicht des Gesanges, wol aber der bestimmten Worte entbehren könnte. Ein Miserere, ein Gloria, ein Requiem, wozu sollen ihm die einzelnen Worte? Es ist verständlich durch seinen Charakter und leidet keine wesentliche Veränderung, wenn die Worte mit anderen ähnlichen Inhalts, so sie nur eben so sangbar sind und der Musik gemäß gegliedert, in derselben oder einer andern Sprache vertauscht werden; ja Niemand wird sagen, es sei ihm etwas Großes entgangen, wenn er die unterlegten Worte auch gar nicht vernommen hat. Darum müssen beide fest aneinanderhalten, Christentum und Musik, weil beide einander verklären und erheben. Wie Jesus vom Chor der Engel empfangen ward, so begleiten wir ihn mit Tönen und Gesang bis zum großen Halleluja der Himmelfahrt; und eine Musik wie Händel's "MessiasWikipedia-logo.png" ist mir gleichsam eine compendiöse Verkündung des gesammten Christentums.

Friedrich Schleiermacher: Die Weihnachtsfeier, 1806

Noia 64 apps kontour.png   Meinung

Diese romantische Religionsauffassung ist auch die Basis für Richard WagnersWikipedia-logo.png Versuch der Schaffung einer Kunstreligion, wie er sie in der NibelungentetralogieWikipedia-logo.png schafft, in der die Götterdämmerung mit dem Untergang der Götter die Voraussetzung für eine Religion ohne Götter schafft. -Fontane44 05:23, 11. Jun. 2008 (CEST)


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Rüdiger SafranskiWikipedia-logo.png verweist darauf, dass Friedrich NietzscheWikipedia-logo.png gerade diesen Versuch an Wagner schätzte und empört war, als Wagner mit dem ParzifalWikipedia-logo.png zur Basis einer Erlösungsreligion zurückkehrte.

Siehe auch