Die zwei Gesellen

aus ZUM-Wiki, dem Wiki für Lehr- und Lerninhalte auf ZUM.de
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die zwei Gesellen ist ein Gedicht von Joseph von Eichendorff.

Text

Die zwei Gesellen

Es zogen zwei rüst’ge Gesellen
Zum erstenmal von Haus,
So jubelnd recht in die hellen,
Klingenden, singenden Wellen

5
Des vollen Frühlings hinaus.


Die strebten nach hohen Dingen,
Die wollten, trotz Lust und Schmerz,
Was Rechts in der Welt vollbringen,
Und wem sie vorübergingen,

10
Dem lachten Sinnen und Herz. –


     Der erste, der fand ein Liebchen,
     Die Schwieger kauft’ Hof und Haus;
     Der wiegte gar bald ein Bübchen ,
     Und sah aus heimlichem Stübchen

15
     Behaglich ins Feld hinaus.


          Dem zweiten sangen und logen
          Die tausend Stimmen im Grund,
          Verlockend’ Sirenen, und zogen
          Ihn in der buhlenden Wogen

20
          Farbig klingenden Schlund.


          Und wie er auftaucht’ vom Schlunde,
          Da war er müde und alt,
          Sein Schifflein das lag im Grunde,
          So still war’s rings in die Runde,

25
          Und über die Wasser weht’s kalt.


Es singen und klingen die Wellen
Des Frühlings wohl über mir;
Und seh ich so kecke Gesellen,
Die Tränen im Auge mir schwellen –

30
Ach Gott, führ uns liebreich zu dir!

Die zwei GesellenWikipedia-logo.png, 27.01.2011

Analyse

Linkliste